Inhalt
Einführung 4
1. Die Laufphasen 4
2. Die Laufstile 4
3. Pronation, Supination, Überpronation und Übersupination 6
4. Der Laufschuh und sein Aufbau. 7
4.1. Der Leisten. 7
4.2. Der Schaft. 9
4.3. Das Obermaterial 10
4.4. Die Schnürung 11
4.5. Die Fersenschale 11
4.6. Die Zwischensohle 12
4.7. Die Einlegesohle. 13
4.8. Die Laufsohle 13
4.9. Die Pronationsstütze 14
5. Die Dämpfungssysteme 14
6. Schlußfolgerung 18
7. Literatur 18
3
Einführung
In dieser Arbeit soll es, wie der Titel schon besagt, um Konstruktionsmerkmale von Laufschuhen gehen: ich werde zuerst die Tätigkeit des Laufens und seine ihm immanenten Prozesse (bezüglich der Bewegungsablaufes) beschreiben, darauf folgen die grundsätzlichen Bestandteile eines Laufschuhs und im folgenden werde ich auf die diversen Dämpfungssysteme der verschiedenen Herstellerfirmen eingehen.
1. Die Laufphasen
Das Laufen (nicht das Gehen) kann in verschiedene Phasen eingeteilt werden: wird nur ein Bein betrachtet, existieren die vordere, mittlere und hintere Stützphase, die Flugphase und darauf folgend die hintere und vordere Schwungphase. 1 Die Standphase ist grundsätzlich dem Zeitabschnitt vorbehalten, in dem sich der Fuß auf dem Boden befindet, wobei die Schwungphase dann vorherrscht, wenn sich der Fuß in der Luft nach vorn bewegt.
Das Laufen aber hat gegenüber dem Gehen eine Besonderheit: Der Läufer verläßt abwechselnd den Boden und schwebt sozusagen in der Luft. Dabei fehlt der beim Gehen vorhandene Doppelstütz, d. h. daß beim Laufen nie beide Füße gleichzeitig auf dem Boden sind. 2
2. Die Laufstile
Es kann generell festgestellt werden, daß es verschiedene Laufstile gibt, das heißt, manche Läufer setzen zuerst mit einem bestimmten Teil des Fußes auf dem Boden auf als andere Läufer. Dabei kann unterschieden werden in Fersen-, Mittel- und Vorfußläufer.
Beim häufigsten Laufstil, dem Fersenlauf, ist der Bewegungsablauf folgendermaßen: Die Ferse setzt außen auf, dabei ist der Fuß supiniert (nach innen
1 Peters, 1996, S.44.
4
gedreht). Der Abrollvorgang ist dann durch ein Abknicken des Rückfußes nach innen gekennzeichnet (Pronation). Zum Abstoßen wird jedoch nur ein leichtes Pronieren benötigt. Beim weiteren Verlauf der Bewegung dreht sich diese Reihenfolge um, so daß der Fuß beim Verlassen des Bodens wieder in eine leichte Supinationsstellung gerät, mit der er beim nächsten Schritt wieder auf dem Boden aufsetzt. 3 Die Pronation stellt dabei den natürlichen Dämpfungsmechanismus beim Laufen dar und hängt ab vom Gewicht und der Koordination des Läufers und den Bodenverhältnissen.
Langstreckenläufer sind zumeist Fersenläufer. Des weiteren gibt es Vorfußläufer, die im Bereich des äußeren Vorfußballens zuerst aufsetzen. Wo beim Fersenläufer die Wucht des Aufpralls durch die Elastizität der Beinknochen des Knorpelgewebes und der Sehnen, sowie das Anbeugen des Knies natürlich gepuffert und durch das eingebaute Dämpfungssystem des Schuhs aufgefangen wird, so geschieht dies beim Vorfußläufer durch die hohe Vorspannung der Wadenmuskulatur und der Achillessehne. Vorfußläufer finden sich meist unter den Sprintern. Reine Mittelfußläufer sind seltener zu finden, allerdings kann es zum Mittelfußlauf kommen, wenn das Lauftempo erhöht wird, wobei sich der Aufsetzpunkt zur äußeren Schuhmitte hin verlagert. Das Problem hierbei ist, daß sehr schlecht ein bestimmter Dämpfungsmechanismus greifen kann. 4
Ein jeder hat seinen individuellen Laufstil, jedoch konnte herausgefunden werden, daß auf Langstrecken zum Lauf über die Ferse zurückgekehrt wird, da dies bei lang andauernden Läufen durch das Ansprechen größerer, ausdauernder Muskelgruppen (z. B. Musculus quadriceps am Oberschenkel) am ökonomischsten ist. Die Sportartikelindustrie hat sich auf Fersenläufer eingestellt und die Dämpfungssysteme in ihren Schuhen dementsprechend angepaßt. Daher sollen in dieser Arbeit insbesondere der Fersenlauf und seine für die Konstruktion von Laufschuhen ausschlaggebenden Merkmale berücksichtigt werden.
2 Schulz, 1988, S.36.
3 Schulz, 1988, S.39.
4 Czioska, 2000, S.67.
5
3. Pronation, Supination, Überpronation und Übersupination
Da schon die Begriffe Supination und Pronation genannt wurden, soll an dieser Stelle noch einmal genauer auf sie und den in der Laufschuhindustrie oft strapazierten Terminus ‚Überpronation’ eingegangen werden. Die Supination ist ein natürlicher Mechanismus des Fußes, wobei sich der Fuß in der Luft leicht nach innen dreht. Setzt der Fuß dann auf dem Boden auf, neigt er sich wiederum leicht nach innen, was dann Pronation genannt wird. Findet die Pronation dagegen zu massiv statt, so wird von Überpronation gesprochen. Das kann unterschiedliche Ursachen haben, wie z. B. Übermüdung der Muskulatur, X-Beine (Genu valgum) oder Fußfehlstellungen wie den Knickplattfuß (Absenkung des Längsfußgewölbes) oder den Spreizfuß (Absenkung des Querfußgewölbes). Das Fußgewölbe wird durch Muskeln und Sehnen der Muskel des Unterschenkels unter Zug gehalten. Durch Bänder zwischen den Mittelfußknochen wird weitere Unterstützung gegeben. Sinkt jedoch das Längsgewölbe ab, so liegt ein Senk- oder auch Plattfuß vor. Gekoppelt ist dies zumeist mit einem Abknicken des inneren Knöchels, bedingt durch die veränderte Statik des Fußes. Dann wird von einem Knickfuß gesprochen.
Sinkt das Quergewölbe ab, so liegt ein Spreizfuß vor, wobei sich die mittleren Mittelfußköpfchen dem Boden nähern und sich so durch die veränderte Druckverteilung die Zehen abspreizen. 5
Wurde nun ausführlich die Überpronation erklärt, so soll auch der Begriff Übersupination geklärt werden. Dies ist der Fall bei Läufern, die z. B mit O-Beinen, nach innen gedrehten Füßen oder Hohlfüßen laufen und so vollständig über die Außenkante des Schuhs laufen und daher die körpereigene Dämpfung fehlt, also das leichte Einknicken zur Fußinnenseite und das Absenken des Längsgewölbes. 6 Hohlfüße kommen dann vor, wenn das Längsfußgewölbe zu hoch ausgehöhlt ist. Für diese Läufer gestaltet es sich schwierig, einen geeigneten Schuh zu finden, wobei auch die Laufschuhforschung noch keine befriedigende Antwort auf dieses Problem gefunden hat, diese Läufer aber oft auf weiche Schuhe, aufgrund der mangelnden
5 Schulz, 1988, S.33.
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Arbeit zitieren:
Claudia Rittig, 2003, Konstruktionsmerkmale von Laufschuhen, München, GRIN Verlag GmbH
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