Inhaltverzeichnis
I Einführung 3
II Textualitätskriterien 4
1 Kohäsion 4
1.1 Substitution 5
1.2 Rekurrenz 5
1.3 Pro- Formen 6
1.4 Bestimmter und unbestimmter Artikel 7
1.5 (Situations ) Deixis 8
1.6 Ellipse 9
1.7 Explizite Textverknüpfung 9
2 Kohärenz 10
2.1 Isotopie 11
2.2 Frame- und script- Theorie 11
2.3 Präsuppositionen 12
2.4 Thema 13
3 Intentionalität 14
4 Akzeptabilität 15
5 Informativität 16
6 Situationalität 17
7 Intertextualität 18
III Analyse des Beispieltextes 19
IV Zusammenfassung 22
V Literaturangabe 24
2
I Einführung
Die Textlinguistik, ein relativ junges Gebiet der Sprachwissenschaft, beschäftigt sich mit dem Gegenstand Text. Die Texte werden unter verschiedenen Gesichtspunkten und unterschiedlicher Zielsetzung untersucht. Einerseits versucht die Textlinguistik die Definition von Text zu bestimmen und Texte zu klassifizieren. Andererseits befasst sie sich mit dem Bau und der Struktur von Texten. Es wird versucht genau zu bestimmen, „welche sprachlichen Bauelemente Texte konstituieren“ 1 und wie sie zusammenhängen, indem sie zu einem Ganzen verknüpft worden sind. 2 Um eine Textanalyse durchzuführen, ist es unbedingt notwendig die Größe Text genau zu definieren.
Was macht einen Text zum Text? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, damit ein Text zustande kommt? Gibt es ja Raster, nach denen man die Texte klassifizieren kann?
In der Textlinguistik gibt es viele Textdefinitionen. Im Allgemeinen wird der Text als „(schriftlich) fixierte Einheit, die in der Regel mehr als einen Satz umfasst 3 “ dargestellt. Nach Wawrzyniak 4 „: Unter Texten verstehen wir hier sowohl schriftliche als auch mündliche Äußerungen, die unterschiedlicher Länge sein können: Von einem Ein- Wort- Text bis zum Gesamttext eines mehrbändigen Romans“. Van Dijk definiert Text als „eine durch semantische Tiefenstruktur motivierte, gesteuerte Oberflächenstruktur“ 5 . Für Beaugrande und Dressler ist Text „eine kommunikative Okkurrenz“ 6 , die 7 Kriterien der Textualität erfüllt. Alle diese Kriterien müssen erfüllt werden, damit der Text als kommunikativ gilt. Die nicht- kommunikativen Texte werden nicht als Texte behandelt. 7
In der folgenden Arbeit wird explizit auf die sieben Kriterien der Textualität von Beaugrande/ Dressler eingegangen. Anhand dieser Kriterien wird an einem Beispieltext eine Analyse durchgeführt, um zu zeigen, wann ein Text als Text angesehen werden kann.
Der Beispieltext kommt aus dem Deutschen Ausländerrecht, 12 Auflage (1998): Einführung, § 2- Ausländerrecht.
1 Linke/ Nussbaumer (1996), S.:212
2 Vgl.: Ebenda
3 Brinker (1988), S.; 12
4 Wawrzyniak (1980), S.:7
5 Vater (1994), S.: 21
6 Ebenda
7 Vgl.: Ebenda, S.: 31
3
II Textualitätskriterien
„Das lateinische Wort textus ist von Verb textere abgeleitet und bedeutet Gewebe; es wurde also von seiner konkreten Bedeutung her übertragen auf die Verkettung sprachlicher Einheiten zu einem Werk.“ 8 Von dem Substantiv Text kommt das Adjektiv textuell; davon wiederum wird Textualität abgeleitet. Unter dem Begriff versteht man nach Beaugrande/ Dressler 9 „ (...) die Gesamtheit aller Eigenschaften, die einen Text zum Text machen“.
1 Kohäsion (Textoberflächenstruktur)
Nach Beaugrande/ Dressler 10 beruht die Kohäsion auf den grammatischen Konventionen und Formen, von denen die Oberflächenkomponenten eines Textes abhängig sind. Es handelt sich hier um die Art, wie die Bestandteile des Oberflächentextes, d. h. „die Worte, die wir tatsächlich hören und sehen“ 11 miteinander verbunden werden.
Vater 12 definiert wiederum Kohäsion als „ grammatische Relation zwischen Einheiten des Textes (...), wobei es vorwiegend um satzübergreifende Relationen geht.“ Zu den Kohäsionsmitteln gehören: Substitution, Rekurrenz, Pro- Formen, bestimmter und unbestimmter Artikel, (Situations-) Deixis, Ellipse und explizite Textverknüpfung.
8 Vater (1994), S.: 15
9 Ebenda, S.: 31
10 Vgl.: Beaugrande/ Dressler (1981), S.: 3-4
11 Ebenda
12 Vater (1994), S.: 32
4
1.1 S u b s t i t u t i o n
Substitution kommt dann vor, wenn ein Textkomponente (ein Wort bzw. Wortgruppe), im nachfolgenden Text „durch ein ihm inhaltlich verbundenes Textelement wieder aufgenommen wird und wenn sich beide Textelemente (das ursprüngliche und das Substitutionselement) auf dasselbe außersprachliche Objekt beziehen.“ 13 Es betrifft vor allem Synonyme, Unterbegriffe (Hyponyme), Oberbegriffe (Hyperonyme),
Metapher, Lexemen, die demselben Wort angehören usw.
Das Gold wurde von einem Drachen bewacht. Der Lindwurm tötete jeden, der den Schatz erobern wollte.
(Linke/ Nussbaumer/ Portmann (1996), S.:217)
Die Wörter Gold/ Drachen werden im nachfolgenden Satz durch die Wörter Schatz/ Lindwurm wieder aufgenommen.
1.2 R e k u r r e n z
Rekurrenz bedeutet die Wiederaufnahme eines einmal eingeführten Textelements im nachfolgenden Text. Das einfachste Beispiel der Rekurrenz ist die Wiederaufnahme des gleichen Lexems:
Die Abschiebung bedeutet, dass ein Ausländer unter polizeilichem Zwang außer Landes gebracht wird. Durch Abschiebung muss eine Vollziehbare Ausreisepflicht im Wege des Verwaltungszwanges durchgesetzt werden, wenn sich der Ausländer in Haft befindet (...) oder andere Gründe die Überwachung seiner Ausreise erforderlich machen.
13 Linke/ Nussbaumer (1996), S.:216
5
Diese Form der Wiederaufnahme wird oft als „stilistisch unbefriedigend empfunden“ 14 , obwohl sie in Fachtexten- z.B. in diesem Fall- unter Umständen aus Präzisionsgründen durchaus notwendig ist. Es kommen auch Sätze vor, in denen nacheinander folgende gleiche Wörter sich nicht auf dasselbe Referenzobjekt beziehen:
Ich hatte letztens riesige Probleme. Deine Probleme sind im Vergleich überhaupt nicht nennenswert.
Um entscheiden zu können, ob es sich um dasselbe Referenzobjekt handelt oder nicht, soll man als Textrezipient „ein weitergehendes Textverständnis aufbringen“ 15 .
1.3 P r o- F o r m e n
Die Pro- Formen haben eine textverknüpfende Funktion. Sie verweisen mit Hilfe weitergehend inhaltsleerer sprachlicher Elemente auf ein Bezugselement des sprachlichen Kontextes.
Als Pro- Formen werden vor allem die Pronomen (er, sie) verwendet. Es können aber auch Adverbien (da, dort) und Pronominaladverbien (dabei, worauf, damit) sowie Demonstrativpronomina (dieser, der) als Pro- Formen vorkommen. 16 Als Bezugselemente treten sprachliche Einheiten auf, die von unterschiedlicher Größe sein können: von einzelnem Wort, Wortgruppen, Sätzen, bis zu den ganzen Satzkomplexen.
Pro- Formen werden fett gekennzeichnet, die Bezugselemente werden unterstrichen.
Das ist Markus. Er ist Student.
14 Linke/ Nussbaumer (1996), S.:216
15 Ebenda
16 Vgl.: Linke/ Nussbaumer (1996), S.:217
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Pawel Broda, 2002, Textanalyse unter Einbeziehung der Textualitätskriterien, Munich, GRIN Publishing GmbH
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