GLIEDERUNG
1. Vorwort 1
2. Einleitung 1
3. Moral und Ethik 2
3.1. Moral 2
3.2. Moral, Ethik und Wirtschaft 2
3.3. Bereichsethik - Medienethik 3
3.4. Moralische Ansprüche 3
3.4.1. Individualethische Ansprüche 3
3.4.2. Berufsethos in den Medien 4
4. Theoretischer Ansatz 4
5. Akteure und das Umfeld 6
5.1. Rechtliche Grundlagen 6
5.2. Journalist/Journalismus 7
5.2.1. Funktionen des Journalismus 7
5.2.2. Grundlagen des Journalismus 7
5.2.3. Kontroll- und Kritikinstanz („Vierte Gewalt“) 7
5.3. Medienunternehmer 8
5.3.1. Medien 8
5.3.2. Unternehmen - Medienunternehmen 8
5.3.3. Medienmarkt in Deutschland 9
6. Spannungsfelder Moral und Gewinn 10
7. Fazit 15
1 Vorwort
Medien sind aus unserer heutigen Gesellschaft kaum noch wegzudenken. Fast jeder hat Kontakt zu Medien in irgendeiner Form, sei es als Buch, Zeitung, Zeitschrift, oder durch Radio, Fernsehen, etc. Durch den technischen Fortschritt, haben sich die Medien zu Massenmedien entwickelt. Das Buch, das früher handgeschrieben wurde und nur kleinen Bevölkerungsschichten zugänglich war, gibt es heute Dank des Buchdrucks in großen Auflagen für Jedermann. Zeitungen und Zeitschriften sind in großer Anzahl und in vielfältigem Sortiment erhältlich. Radio und Fernsehen finden sich in den meisten Haushalten mindestens einmal wieder 1 . Medien sind im heutigen Leben allgegenwärtig. Und im Augenblick führt uns der angeschlagene Kirch-Media-Konzern deutlich vor Augen, dass der Überlebenskampf in dieser Branche nicht zu unterschätzen ist. Konkurrenz unter den verschiedenen Medien aber auch unter Medien derselben Gattung machen den „Broterwerb“ in diesem Gewerbe nicht einfach. Auf der anderen Seite wird darüber diskutiert welche Auswirkungen die Medien auf die Gesellschaft haben, dies ist im Hinblick auf den Amoklauf in Erfurt besonders aktuell, aber auch inwieweit die Gesellschaft die Berichtserstattung über ein solches Ereignis beeinflusst.
2. Einleitung
Der erste Abschnitt dieser Arbeit befasst sich mit den Grundlagen von Moral und Ethik und stellt verschiedene theoretische Ansätze vor. Im nächsten wird zuerst festgelegt was den Journalisten bzw. den Journalismus definiert und inwieweit sich der Medienunternehmer vom üblichen Unternehmer unterscheidet. Einzelne Spannungsfelder, die durch das Zusammentreffen der Disziplinen Wirtschaft, hier der Wirtschaft im Medienbereich, und Moral entstehen, werden im folgenden Absatz aufgezeigt. Und schließlich stellt sich die Frage ob es Lösungsansätze gibt, die beiden Bereichen gerecht werden.
1 Über 99 Prozent der Haushalte in Deutschland besitzen mindestens einen Fernseher (Gesellschaft
für Konsumforschung MA 98/I) durchschnittlich werden 3,25 Std. pro Tag in einem Haushalt
1
3. Moral und Ethik
3.1. Moral
Moral - was bedeutet dieses Wort eigentlich, dass in unserer Gesellschaft immer wieder benutzt wird um ein Verhalten zu beurteilen? Es stammt von dem lateinischen Wort „mores“ 2 ab was so viel bedeutet wie Sitte oder Charakter. „Moral, so lässt sich allgemein definieren, stellt den für die Daseinsweise der Menschen konstitutiven und normativen Grundrahmen für das Verhalten vor alle m zu den Mitmenschen, aber auch zur Natur und zu sich selbst dar.“ 3 Das ist die Theorie, in der Praxis jedoch ist die Antwort auf die Frage, was denn nun Moral sei aufgrund der Komplexität und Vieldeutigkeit nicht so einfach zu beantworten. Solange eine bestimmte Grenze durch die Kultur, den Zeitgeist und die Religion einigermaßen homogen festgelegt betrachtet werden konnte, solange war die Übereinstimmung darin, was allgemein noch als moralisch gilt hinreichend. 4 Mit der Individualisierung der Menschen ist aber auch die Moral zu einer individuellen geworden 5 und Normen und moralische Vorstellungen verschieben sich manchmal in derselben Geschwindigkeit wie der Rocksaum in der Mode vom New Look zum Mini. 6
3.2. Moral, Ethik und Wirtschaft
Bringt man den Moralbegriff mit dem Bereich der Wirtschaft zusammen, so befasst man sich mit der Wirtschaftsethik, in der sich, scheinbar, Wettbewerb und Moral im Handlungsvollzug gegenseitig ausschließen. So erleidet derjenige der als Einzelner aus moralischen Motiven unter Konkurrenzbedingungen eine Erhöhung seiner Kosten in Kauf nimmt, mindestens wirtschaftliche Nachteile wenn nicht sogar den Ruin. Das bedeutet aber, moralisches Handeln wird in der Wirtschaft bestraft. 7 Wenn dem aber so sein sollte, dann steht man vor heiklen Fragen wie: “Ist Moral vernünftig?” oder “Ist es rational moralisch zu sein?” 8
ferngesehen. Das entspricht in einem Menschenleben durchschnittlich einer Dauer von 10 Jahren
ohne Unterbrechung (Gesellschaft für Konsumforschung MA 98/I).
2 Vgl. Langenscheidts Universalwörterbuch Latein.
3 Vgl. BOVENTER, H., Medien ohne Moral (1988), S.227.
4 Vgl. WEIL, F., Die Medien und die Ethik (2001), S.167.
5 Vgl. WEIL, F., Die Medien und die Ethik (2001), S.168.
6 Vgl. ZAHN, P., Medien ohne Moral (1988), S.21.
7 Vgl. HOMANN, K., Forum für interdisziplinäre Forschung (1993), Bd.11, S.48.
8 Vgl. KUHLMANN, W., Forum für interdisziplinäre Forschung, Bd. 11, (1993), S.21.
2
3.3. Bereichsethik - Medienethik
Nun muss geklärt werden ob es eine eigene Bereichsethik gibt oder ob es einfach nur die selbe Ethik ist, die man auch im allgemeinen Leben anwendet? Was macht die Bereichsethik aus? Felix Weil definiert es folgendermaßen: “Bereichsethik setzt die Bestimmungen des rechten Handelns in ein Verhältnis zu einem definierten Bereich solchen Handelns und den darin geltenden Regeln und Strukturen.“ 9 Auf die Medien bezogen bedeutet das, dass „die Ethik versucht, Normen für das praktische Handeln von und in Medien aufzuzeigen und diese vor dem Hintergrund bestimmter ethischer Systeme zu rechtfertigen“ 10 Ziel der Bereichsethik ist es dabei die Fähigkeit zur Moral zu gewährleisten. 11 Dabei steht die Frage im Raum, ob die Bereichsethik nicht doch wieder nur eher ein pragmatisches Durchsetzungsproblem als ein praktisches philosophisches ist. 12 Um nun von einer Medienethik sprechen zu können muss gezeigt werden, dass es sich bei den Medien auch tatsächlich um einen eigenständigen Bereich handelt, „einen Bereich, der sich prinzipiell von anderen unterscheidet und darum nicht unter diesen subsumiert werden kann. 13 Medien sind, wie sich später noch zeigen wird ein solcher selbständiger Bereich.
3.4. Moralische Ansprüche
3.4.1. Individualethische Ansprüche
Die moralischen Ansprüche die in der Medienwelt auftreten, werden von verschiedenen Seiten gestellt. Wichtig ist dabei für die einzelne Person, dass die moralische und ethische Grenze, die sie für sich selbst gesetzt hat, nicht überschritten wird. Für den Journalisten bedeutet dass z.B. welche Form der Berichterstattung kann er noch mit seinem Gewissen vereinbaren. „Boventer 14 formulierte es folgendermaßen: „Das Zusammenwirken von journalistischer Kompetenz (Handwerk, Kopfwerk) und moralischer Kompetenz (Ethik, Charakter) setzt Maßstäbe“ in der Medienethik. In Bezug auf die Individualethik des Journalismus sieht er darüber hinaus folgende Punkte als zentrale Referenzgröße
9 Vgl. WEIL, F., Die Medien und die Ethik (2001), S.10.
10 Vgl. KARMASIN, M., Handbuch der Wirtschaftsethik, Bd. 4, (1999), S. 353 und LESCHKE, R.,
Einführung in die Medienethik (2001), S.116.
11 Vgl. Weil, F., Die Medien und die Ethik (2001), S. 71.
12 Vgl. Weil, F., Die Medien und die Ethik (2001), S.78.
13 Vgl. Weil, F., Die Medien und die Ethik (2001), S.78.
14 Vgl. BOVENTER, H., Pressefreiheit ist nicht grenzenlos (1989), S. 235.
3
journalistischer Verantwortung. Wahrheitstreue Unterrichtung, Sorgfaltspflicht, Richtigstellung von Falschmeldungen, Schutz der Privatsphäre und Bestechungsverbot. 15
3.4.2. Berufsethos in den Medien
Die im vorigen Abschnitt aufgelisteten Ansprüche führen direkt zu dem was man allgemein einem Berufsethos nennt, obwohl hier keine eindeutige allgemein gültige Definition besteht. So macht eine neuere Studie zum journalistischen Handeln auf nach wie vor beträchtliche moralische Konflikte aufmerksam, die Journalisten und Journalistinnen bei der Umsetzung von persönlichen Werten im Berufsleben haben. Eben das Fehlen eines als durchgängig verpflichtend empfundenen Berufsethos und auch geeigneter organisatorischer Bedingungen zur Umsetzung eines solchen wird auch von den Betroffenen selbst als notwendig angesehen. Des weiteren sollte noch nachdrücklich auf die journalistische Verantwortung gegenüber dem Publikum und die Notwendigkeit professioneller Sozialisierung hingewiesen werden 16 .
4. Theoretischer Ansatz
Homann und Pies betrachten und beurteilen drei verschieden Modelle, die dazu dienen sollen, den Zusammenhang zwischen Ökonomie und Ethik zu erklären bzw. eine Grundlage für eine Wirtschaftsethik bilden sollen, und stellen im Anschluss das von ihnen entworfene Modell vor. Als erstes wird der Ansatz von Peter Koslowski untersucht, den die Autoren als Transzendenz-Ansatz bezeichnen. Denn er geht darin von einem Stufenmodell aus, in dem ein Versagen auf dem Markt durch Ethik geheilt werden soll, versagt diese wiederum, so wirkt die Religion als darüber liegendes Korrektiv. Die Frage, die dabei aufgeworfen wird und auch vom Autor selbst nicht beantwortet werden kann ist, was soll wirken wenn die Religion ebenfalls versagt? Das von Peter Ulrich entworfene Hierarchische Model, als Domestizierungs-Ansatz bezeichnet, ordnet die verschiedenen Disziplinen übereinander an, wobei der Ethik die primäre Stellung zugestanden wird. Die Konsequenz daraus wäre, dass das Eigeninteresse dann begrenzt wird, wenn es die Moral erfordert. Pies und Homann bemängeln diesen Ansatz aus zwei Gründen. Erstens wird der Ökonomik zwar zugestanden von der Ethik zu lernen, der umgekehrte Fall aber wird gänzlich außer
15 Vgl. BOVENTER, H., Pressefreiheit ist nicht grenzenlos (1989), S. 20f.
16 Vgl. KARMASIN, M., Handbuch der Wirtschaftsethik, Bd. 4 (1999), S. 368f.
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Arbeit zitieren:
Daniela Ullrich, 2002, Journalisten und Medienunternehmer im Spannungsfeld zwischen Gewinninteressen und moralischen Ansprüchen. Eine wirtschaftsethische Betrachtung, München, GRIN Verlag GmbH
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