Kolumnentitel: Zivilcourage 2
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 2
2. Definition von Zivilcourage 3
3. Entstehung und Gründe von Autoritätshörigkeit 3
4. Lernen von selbstbestimmtem Handeln 5
4.1. Übung: Vorstellung der Angstsituation 5
4.2. Übung: Vorstellung der Bewältigung der Angstsituation 5
4.3. Übung: Vorstellung des Mißlingens 6
5. Voraussetzungen für Zivilcourage 6
6. Förderung der Zivilcourage in der BRD 7
7. Kritik 8
Literaturverzeichnis 9
1. Einleitung
Haben Sie auch oft Ihre Ansicht innerhalb einer Gruppe nicht vertreten, weil es gegen die
Mehrheit gerichtet war?
Haben Sie Angst gehabt, sich in einen Streit einzumischen, in welchem ein Kollege von
anderen Mitarbeitern gemobbt wurde?
Wenn Sie bei diesen Beispielen mit “Ja“ geantwortet haben, dann fehlt es Ihnen
wahrscheinlich an Zivilcourage
Diese Hausarbeit befaßt sich mit der Zivilcourage
Sie lernen nun den Aufbau der Hausarbeit kennen
Zuerst definiere ich die Zivilcourage, dann erkläre ich, warum Menschen Autoritäten
gegenüber hörig sind und wie Autoritätshörigkeit entsteht. Daraufhin lesen sie über das
Lernen von Selbstbestimmtem Handeln. Im anschließenden Kapitel steht die Förderung der
Zivilcourage in der BRD. Die Kritik bildet den Abschluß dieser Arbeit
Kolumnentitel: Zivilcourage 3
2. Definition von Zivilcourage
Ein Team behandelt eine Angestellte seit einigen Monaten auffallend schlecht. Ein Kollege nimmt seinen Mut zusammen und bespricht die Situation in einer Teamsitzung (Morawiets, 2003, S.64).
Ein Schüler stellt sich zwischen einer Bande älterer Schüler und einem Mitschüler, der von der Bande gequält und körperlich angegriffen wird (Morawiets, 2003, S.64). In diesen Beispielen setzt sich jemand für eine andere Person ein und kann dabei selbst zum Ziel von Angriffen werden (Morawiets, 2003, S.64).
Sich für humane und demokratische Werte trotz persönlicher Risiken einzusetzen ist zivilcouragiertes Verhalten. Diese trifft besonders dann zu, wenn man in einer Minderheitenposition ist und “gegen den Strom schwimmen“ muß (Morawites,2003,S.67f.).
3. Entstehung und Gründe von Autoritätshörigkeit
Zivilcourage zeigen fällt den Menschen oft schwer, weil der Mut zum Protest fehlt oder es zu gefährlich erscheint, seine Meinung zu offenbaren. Sie befürchten, ihr Widerspruch könnte ihnen schaden (Singer, 2003, S.60).
Aus Angst schweigen diese Menschen und dadurch werden sie unzufrieden mit sich selbst (Singer, 2003, S.60).
Im kleinen Kreis ist es für eine Person schwieriger, die Würde des Menschen zu verteidigen, als auf großen Protestveranstaltungen oder Demonstrationen (Singer, 2003, S.60). Probleme im kleinen Kreis sind z.B. als Schülermutter für sein Kind einzutreten, wenn ein Lehrer es gedemütigt hat oder sich mit einem Vorgesetzten zu streiten, weil er Mitarbeiter schlecht behandelt (Singer, 2003, S.60). Ingeborg Bachmann nennt den Mut, in der eigenen Gruppe sich gegen die anderen aufzulehnen “Tapferkeit vor dem Freund“ (Singer, 2003, S.60). Einige Menschen entwickeln während ihres Lebens wenig Mut zum Widerspruch, weil ihnen ständig etwas angeordnet wird (Singer, 2003, S.60). Politiker, Behörden und Vorgesetzte schüchtern Bürger ein und verstärken die unselbständige Haltung der Bürger (Singer, 2003, S.61). Als Beispiel ermahnt ein führender Politiker die Künstler, sie hätten sich nicht in Politik einzumischen. Damit tadelt der Politiker auch die Bürger, die Kritik äußern wollen (Singer, 2003, S.61).
Kolumnentitel: Zivilcourage 4
Wenn Kontrollen die Menschen überwachen und Vorschriften die Menschen dirigieren, geben sie leicht das Denken auf. Der einzelne paßt sich den Normen an und führt aus, was erwartet wird, anstatt das zu tun, was er will (Singer, 2003, S.62). Durch Selbstvertrauen entwickelt eine Person Mut (Singer, 2003, S.62).Mut und Selbstvertrauen wachsen durch praktisches Handeln. In konfliktreichen Situationen sein eigenes Ich aufzugeben erspart Auseinandersetzungen. Der Preis dafür ist die persönliche Lebendigkeit (Singer, 2003, S.63).
Viele Menschen verhalten sich reaktiv zu Personen, die als mächtiger empfunden werden. Dabei wartet man einfach ab, wie sie der andere verhält um darauf zu reagieren. Es kommt zu Rechtfertigungsreden statt zum Ausdruck eigener Wünsche und Ansichten. Die Menschen sehen in dem anderen den mächtigeren Erwachsenen, gegen den sie keine Chance haben. Diesen Folgsamkeitsreflex muß man erkennen (Singer, 2003, S.63). Der eigene Wille und die eigene Meinung von Kindern und Jugendlichen werden als “Eigensinn“ mißbilligt. Das Kind schützt sich dann vor Strafen und Verlust der elterlichen Zuwendung indem es blind gehorcht. Das Kind leidet an Trennungsängsten weil es fürchtet, allein gelassen zu werden. Diese Ängste erschweren den Aufbau eines widerstandsfähigen moralischen Selbstbildes (Singer, 2003, S.63). Anpassung führt möglicherweise zu unbewußter Hörigkeit. In sozialen Entscheidungssituationen schreiben Autoritäten der Person vor, wie sie handeln muß - auch wenn dieses Handeln den allgemeinen sittlichen Werten widerspricht (Singer, 2003, S.63). Die psychoanalytische Entwicklungslehre gibt eine Erklärung dafür. Dabei verinnerlicht das Kind die Normen der Eltern und Erzieher. Die Gebote und Verbote, welche das Kind durch Identifikation übernommen hat, werden zum Über-Ich. Der „inneren Stimme“ sendet das Über-Ich Befehle aus. Das Über-Ich droht mit Strafen, gibt Anweisungen und schürt das schlechte Gewissen (Singer, 2003, S.63).
Im günstigen Fall hat das Ich eine konstruktiv regulierende Funktion zwischen dem unbewußten Antrieb des Es und dem Über-Ich. Das Kind hat die verinnerlichten Eltern immer dabei und orientiert sich daran (Singer, 2003, S.64). Gehorchen beherrscht das ganze Wertesystem, wenn das “Prinzip Gehorsam“ uneingeschränkt eingesetzt wird (Singer, 2003, S.64).
Arbeit zitieren:
Harun Salman, 2004, Nonkonformismus, Zivilcourage, München, GRIN Verlag GmbH
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