Language Game and Meaning of a Word in Wittgenstein’s Philosophy and Austin’s Concept of 2
Language as an Action
Inhalt
Abstract 3
Einleitung 4
Ludwig Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen. 5
J.L. Austin: How to do things with Words. 11
Vergleich von Wittgenstein und Austin. 15
Literatur 19
Language Game and Meaning of a Word in Wittgenstein’s Philosophy and Austin’s Concept of 3
Language as an Action
Abstract
This paper is concerned with Ludwig Wittgenstein’s “Philosophical Investigations” and John L. Austin’s “Speech Act Theory”, both of who are representatives of the Linguistic Turn. The Linguistic Turn had been a change in modern cultural thought beginning with skepticism towards language as being merely descriptive. Philosophers and language experts started to examine that language has a broader variety. This is the starting point for this paper, which is concerned with language as an action. For me as a linguist student Austin’s impact is well known. The speech act theory exemplifies “how to do things with words” 1 , e.g. how people act when they say something. The approach to Wittgenstein’s theory was more problematic for me since he is using a more philosophical approach. He compares language to a game, which leads to a focus on language use, as well. His concept of language games is equivalent to Austin’s speech act theory. There are certain distinct features as well as resemblances - both of which will be investigated in this paper. After all, I would state that Wittgenstein’s and Austin’s outcomes are more or less the same. However, Austin’s theory is more precise, more detailed and more scientific - even though he is focusing on ordinary language, just as Wittgenstein. There is a structure that can be followed. Wittgenstein’s work appears to be a collection of thoughts that had been collected for some time and then put together without really structuring the content. Still, there are so many examples and an easy-to-understand writing that make it comprehensible. He is investigating the same phenomenon as Austin but he is approaching this on cultural, so far a broader, level.
1 Subtitle of Austin’s „Theory of Speech Acts“.
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Language as an Action
Einleitung
Der Linguistic Turn, auch bekannt als Pragmatische Wende, hatte nicht nur auf die Sprach- und Kommunikationswissenschaften einen revolutionären Einfluss sondern wirkte auch auf andere Disziplinen, nicht zuletzt die Philosophie, ein. Die Anfänge des Linguistic Turn sind zeitlich in die Jahrhundertwende um 1900 zu situieren. Ausgangspunkt ist eine skeptische Haltung gegenüber der tradierten Vorstellung, Sprache diene der Erfassung und Kommunikation von Realität. Besonders deutlich wird dieser Standpunkt auch in der Literatur des Fin de Siècle, die vom Unsagbaren bestimmt ist. 2
Die Vertreter des Linguistic Turn betonen, dass menschliche Erkenntnis gänzlich durch Sprache strukturiert sei, demzufolge ist Realität jenseits von Sprache nicht existent. Die Philosophie als Reflexion des Denkens wird damit zur Sprachkritik. Frege, Moore, Russel und der frühe Wittgenstein waren bestrebt, die Verzerrungen der Sprache mithilfe der Logik zu beseitigen. Der späte Wittgenstein, wie auch Austin und in seinem Gefolge sein Schüler Searle, beschäftigten sich eingehend mit der Alltagssprache als menschlicher Tätigkeit und gesellschaftlicher Praxis. Dies wird allgemein als „ordinary language philosophy“ bezeichnet. Der französische Strukturalismus, ausgehend von Saussure, untersucht Sprache schließlich als Regelsystem von Zeichen.
Der Linguistic Turn hat erst die Unterteilung der Sprache in Syntax, Semantik und Pragmatik ermöglicht. Syntax als die Verknüpfbarkeit von Zeichen, die Semantik als die Bedeutung von Zeichen und nun schließlich erstmalig der Fokus auf den Handlungsaspekt von Sprache als der Pragmatik. Austins Sprechakttheorie gab den entscheidenden Impuls für diese pragmatische Ausrichtung, nicht zuletzt vorbereitet durch Wittgensteins Philosophie. Ich möchte im Folgenden diese Entwicklung und deren Inhalte darstellen.
2 Der Wiener Dichter Hugo von Hofmannsthal ist z.B. „verstummt.“ Im „Brief des Lord
Chandos“ (erschienen 1902) äußert sich eine Sprachkrise, die ihn ins Schweigen führt, da er
die Welt nicht mehr in Worten ausdrücken kann.
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Ludwig Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen
Im Mittelpunkt der „Philosophischen Untersuchungen“ von Ludwig Wittgenstein (1889-1951), einem österreichischen Philosophen, steht die Beziehung zwischen Sprache und Realität.
In der Forschung wird traditionell zwischen dem Früh- und dem Spätwerk Wittgensteins unterschieden. In seinem Frühwerk, die 1921 veröffentlichte „Logisch-Philosophische Abhandlung“ 3 weist Wittgenstein darauf hin, dass die traditionelle Philosophie auf Missverständnissen der Logik der Sprache beruhe. Die Sätze seien ein Spiegelbild der Welt und da jeder Satz eine präzise logische Struktur aufweisen muss, müsse auch die Welt logisch strukturiert sein. Die Abhandlung schließt mit der Erkenntnis, dass die Philosophie überwunden werden müsse, wenn man die Welt richtig sehen wolle. Nach der Veröffentlichung des Frühwerks zog sich Wittgenstein zurück und arbeitete in Österreich als Lehrer. 1929 kehrte er dann nach Cambridge zurück, um erneut akademisch tätig zu werden. Sein Spätwerk, die hier behandelten „Philosophischen Untersuchungen“ unterscheidet sich teilweise radikal von seinem Frühwerk. Die Bedeutung Wittgensteins liegt darin, dass er ein radikal handlungsorientiertes Denken in die Sprachphilosophie eingeführt und damit der Sprechakttheorie, der Pragmatik und dem Neopragmatismus entscheidende Impulse verliehen hat.
In den Philosophischen Untersuchungen, veröffentlicht postum 1953, setzt sich Wittgenstein sprachphilosophisch mit den Begriffen Bedeutung, Verstehen, Satz, Logik u.a. auseinander. Die Philosophischen Untersuchungen beginnen mit der Feststellung, dass jedem Wort eine Bedeutung zugeordnet ist: „Jedes Wort hat eine Bedeutung. Diese Bedeutung ist dem Wort zugeordnet. Sie ist der Gegenstand, für welchen das Wort steht.“ 4 Diese Aussage entspricht der Definition des Zeichens nach Saussure. 5 Demzufolge hat jedes Zeichen zwei Dimensionen: das Bezeichnende, das Lautbild (signifiant) und das Bezeichnete, die Vorstellung (signifié). Nach Saussure ist die Beziehung zwischen Bezeichnendem und Bezeichnetem rein zufällig, was mit dem Begriff „Arbitrarität“ umschrieben wird. Auch darauf weist Wittgenstein hin,
3 Auch bekannt als Tractatus Logico Philosophicus.
4 Philosophische Untersuchungen (PU), §1, 744.
5 Schweizer. Sprachwissenschaftler (1857-1913), Begründer des Strukturalismus.
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Language as an Action
wenn er sagt, dass der Gegenstand bei der Zuordnung von Gegenstand (signifié) und Bedeutung (signifiant) als irrelevant aus der Betrachtung herausfalle. Die Frage, die Wittgenstein nun stellt, ist die, wie die Bedeutungen der Wörter vermittelt und erlernt werden. Zunächst bezieht er sich auf primitive Formen der Sprache, in denen Wortbedeutungen durch hinweisendes Zeigen gelehrt und gelernt werden:„...dass der Gegenstand durch die Laute...bezeichnet wurde, da sie auf ihn hinweisen wollten. Dies aber entnahm ich ihren Gebärden...der Sprache...Mienen-und Augenspiel, durch die Bewegungen der Glieder und den Klang der Stimme.“ 6 Dies entspricht einer Art Abrichten, da zwar eine assoziative Verbindung zwischen einem Gegenstand und seiner Benennung hergestellt, nicht jedoch eine wirkliche Erklärung vorgenommen wird. Deutlich wird hier aber auch, dass nicht nur nach der Bedeutung von Worten, sondern auch nach der Bedeutung von Gesten, Fragen, Vorschlägen etc. gefragt werden muss. Die hinweisende Definition kann zu Missverständnissen führen. Wenn jemand auf zwei Nüsse zeigt und sagt: „Das heißt zwei.“, so ist es für den Kommunikationspartner nicht eindeutig ersichtlich, ob sich „zwei“ auf die Nüsse oder die Anzahl bezieht, vorausgesetzt ihm sind beide Begriffe unbekannt. Das Verständnis eines Wortes ist also abhängig von den Umständen, unter denen die Erklärung gegeben wird und vom Wissen bzw. Vorwissen der Person, der sie gegeben wird: „Die hinweisende Definition erklärt den Gebrauchdie Bedeutung - des Wortes, wenn es schon klar ist, welche Rolle das Wort in der Sprache überhaupt spielen soll.“ 7
Neben der hinweisenden Definition gibt es noch die Möglichkeit, die Bedeutung eines Wortes durch Erklären zu vermitteln. Der Nachteil dieser Methode ist jedoch, dass beim Erklären andere Wörter genutzt werden, die unter Umständen auch erst wieder erklärt werden müssen, vorausgesetzt sie sind unbekannt. Wie für die hinweisende Definition gilt auch hier: „Jede Erklärung kann mißverstanden werden.“ 8 Ob die Bedeutung eines Wortes nun hinweisend oder erklärend vermittelt wird, nach Wittgenstein ist „Die Bedeutung eines Wortes...sein Gebrauch in der Sprache.“ 9 Das heißt letztlich, dass der Sinn eines Wortes durch linguistische, soziale und kulturelle Bedingungen bestimmt wird. Damit wird die pragmatische
6 PU, § 1, 744f.
7 PU, § 30, 763.
8 PU, § 28, 761.
9 PU, § 43, 771.
Arbeit zitieren:
Dipl.-Kulturwissenschaftlerin Melanie Grundmann, 2003, Sprachspiel und Wortbedeutung in der Philosophie Wittgensteins und Austins Konzept von Sprache als Handlung, München, GRIN Verlag GmbH
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