Inhaltsverzeichnis Seite 1
I. Inhaltsverzeichnis
I. Inhaltsverzeichnis 1
II. Abkürzungsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Was sind eigentlich Familienunternehmen? 5
3. Unternehmensgeschichte 6
3.1. Woher stammt die Familie? 6
3.2. Der Firmengründer: Carl Bertelsmann (1791 1850 ) 7
3.3. Heinrich Bertelsmann (1827 1887 ) 8
3.4. Johannes Mohn (1856 1930 ) 10
3.5. Heinrich Mohn (1885 1955 ) 12
3.6. Reinhard Mohn (1921 ) 15
Die Bertelsmann AG und ihr Aufstieg zum größten Medienunternehmen der Welt
4. Der Konzern heute 22
4.1. Gesellschafter 22
4.2. Top-Management 24
4.3. Konzernstruktur und Corporate Divisions 24
4.4. Geschäftsentwicklung 27
4.5. Ausblick für das Geschäftsjahr 2003 28
5. Pluralistisches Ve rlagshaus der Alternativen 29
6. Konkurrenz 30
7. Generationswechsel 31
8. Schluss bzw. Zusammenfassung 33
III. Anlagen 34
Anlage 1 : Genealogie 34
Anlage 2 : Organigramm 35
Anlage 3 : Personal- und Umsatzentwicklung 36
IV. Abbildungsverzeichnis 37
V. Anlagenverzeichnis 38
VI. Literaturverzeichnis 39
Abkürzungsverzeichnis Seite 2
II. Abkürzungsverzeichnis
a.a.O. am angegebenen Ort Abb. Abbildung AG Aktiengesellschaft bspw. Beispielsweise BVG Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft ca. cirka CEO Chief Executive Officer Corp Corporation d.h. das heißt etc. et cetera ggf. gegebenenfalls GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung ha Hektar Inc. Incorporated inkl. inklusive Kap. Kapitel Mio. Millionen Mrd. Milliarde RM Reichsmark S. Seite u. und u.a. und andere usw. und so weiter vgl. vergleiche z.B. zum Beispiel
Einleitung Seite 3
1. Einleitung
Die Idee, sein Firmenreich an seine genetischen Nachkommen zu vererben, ist verständlich. Sie ist jedoch ebenso gefährlich. Denn zu häufig endet die dynastische Nachfolge in der Krise, manchmal gar in der Pleite. Denn nicht umsonst heißt es: "Der Vater erstellt‘s, der Sohn erhält‘s, beim Enkel zerfällt‘s!" Das zeigen auch Zahlen aus Deutschland, denn laut Institut für Mittelstandsforschung werden nur 32 Prozent aller Familienunternehmen den Weg in die dritte Generation schaffen, in die vierte gar nur 16 Prozent.
Deshalb wählte ich im Rahmen meiner Hausarbeit über Familienunternehmen die Firma Bertelsmann, denn diesem Unternehmen ist es geglückt, die Nachfolge erfolgreich bis in die fünfte Generation weiter zugeben.
An dieser Stelle sei gleich erwähnt, dass es schwierig war, an Geschäftszahlen (Mitarbeiterzahlen, Umsatz, etc.) aus den Anfangsjahren des Verlages ran zukommen. Trotzdem hoffe ich aber, dass die gesammelten Daten ein Bild der Vergangenheit der Unternehmung wiederspiegeln können. Außerdem sei angemerkt, dass diese Hausarbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Aufgrund der Tatsache des umfangreichen Datenmateriales das zur Bertelsmann AG existiert.
Die vorliegende Arbeit ist wie folgt aufgebaut: Am Anfang wird eine kurze Definition für Familienunternehmen gegeben und der Frage nachgegangen: Was sind eigentlich Familienunternehmen? Nachdem diese Frage geklärt ist, beleuchtet der nächste Abschnitt eingehend die Geschichte des Unternehmens. Dabei wird erläutert woher die Familie stammt, wer der Firmengründer war und wie sich die Unternehmung im Wandel der Zeit bis in die Gegenwart entwickelt hat. Hierbei werden ausführlich die Firmeninhaber mit den wirtschaftlichen Problemen ihrer Zeit betrachtet.
Der nachfolgende Abschnitt skizziert kurz wie die heutige Unternehmung aussieht. Es wird auf die Gesellschafter, das Top-Management und die derzeitige Geschäftsentwicklung eingegangen.
Im vierten Abschnitt, das Pluralistische Verlagshaus der Alternativen, wird das Problem beleuchtet, ob der Medientycoon Bertelsmann nicht eine Gefahr für unsere Gesellschaft darstellt.
Danach folgt eine Konkurrenzbetrachtung, die auf der Untersuchung "Wer beherrscht die Medien?" der Kölner Medienforscher Lutz Hachmeister und Günther Rager basiert.
Einleitung Seite 4
Im vorletzten Abschnitt Generationswechsel wird auf die jüngsten Querelen im Management eingegangen und die Frage aufgeworfen, ob dadurch nicht Gefahr besteht das Reinhard Mohn sein Lebenswerk zerstört.
Zum Schluss der Hausarbeit erfolgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse über das betrachtete Familienunternehmen Bertelsmann.
Danksagungen
Hier an dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen und mich bei den netten Damen aus dem Bertelsmann Unternehmensarchiv bedanken, die mich in meiner Recherche hilfreich unterstützt haben. Ebenso möchte ich mich bei meinen WG-Mitbewohnern bedanken, die diese Arbeit Korrektur gelesen haben.
Was sind eigentlich Familienunternehmen? Seite 5
2. Was sind eigentlich Familienunternehmen?
Um der Frage auf den Grund zu gehen was eigentlich ein Familienunternehmen ausmacht, stellte ich nach eingehenden Recherchen am Anfang meiner Hausarbeit fest, dass keine verbindliche, einheitliche oder allgemeingültige Definition für Familienunternehmen existiert. Stattdessen können Familienunternehmen jedoch durch eine Reihe von Definitionsmerkmalen abgegrenzt werden. Dabei kristallisierten sich folgende Abgrenzungsmerkmale heraus:
§ Die enge Kopplung einer Familie mit einem Unternehmen durch Eigner- und ggf. Führungsverantwortung, d.h. die Kapitalmehrheit und ggf. die
Führungsverantwortung liegen entweder bei einem o der mehreren Familienmitgliedern.
§ Der prägende Einfluss der Familien, d.h. das Unternehmen befindet sich im Eigentum einer Familie oder eines Familienverbandes, die/der einen bestimmenden Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens ausübt.
§ Der generationenübergreifende Anspruch, das Unternehmen als Familieneigentum zu erhalten und die Entwicklung des Unternehmens zu gestalten, d.h. das Eigenkapital liegt in den Händen weniger Kapitalgeber, von denen mindestens einer die Unternehmung führt, mit dem Willen, sie dem kleinen Personenkreis zu erhalten. Dies beinhaltet auch den Einfluss auf die Ernennung des Nachfolgers. die ein Familienunternehmen ganz gut umschreiben und zur Abgrenzung dieser herangezogen werden können.
Unternehmensgeschichte Seite 6
3. Unternehmensgeschichte
3.1. Woher stammt die Familie?
Die Wurzeln der Familie Bertelsmann lassen sich bis weit ins Hochmittelalter zurück verfolgen. Um 1265 ist bei Osnabrück ein Bauernhof urkundlich erwähnt, dem das Geschlecht entstammen soll. Im dunklen liegt jedoch die Herkunft des Namens, der vielleicht auf den heiligen Bartholomäus zurückgeht, den Schutzpatron der Kirche, oder der vielleicht auch von dem sächsischen Namen Berthold herstammen könnte, was soviel heißt wie »Nachkomme« oder »Sohn« des Berthold. Beides sind nur Vermutungen, genaues weiß man nicht. Eins weiß man jedoch genau, dass um ca. 1775 Johann Friedrich Bertelsmann (1757-1793), der Vater des späteren Firmengründers Carl Bertelsmann, sich in Gütersloh ansiedelte. Er brachte seine vielköpfige Familie als Bierbrauer durch und war obendrein Kaufmann, wie seine Verwandten und Vorfahren in Bielefeld und Osnabrück, die dem Leinenhandel nachgingen.
Geografisch gesehen liegt der Ort, wo sich die Familie ansiedelte, im Minden-
Abb.1: Historische Karte von 1789 Speck, Schinken und Schnaps. Nur wenige
widmeten sich dem Ackerbau, die Zahl der Gewerbetreibenden aber wuchs stetig. Frachtfahrer und Fuhrleute brachten Gütersloher Waren bis nach Berlin, Breslau und Krakau, was den Ort an der Dalke ein wenig über die ostwestfälischen Provinz hinaus bekannt machte.
Unternehmensgeschichte Seite 7
3.2. Der Firmengründer: Carl Bertelsmann (1791-1850)
In diesem ärmlichen Dorf wurde am 11.Oktober 1791 Carl Bertelsmann geboren. Er war das jüngste von sechs Kindern die Frederike Luise Bertelsmann, geborene Schürmann, zur Welt brachte. Mit anderthalb Jahren verliert er den Vater und wächst in ärgster Not auf. Es war die Zeit der großen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umwälzungen in Europa. So erwachte mit Napoleon das Nationalgefühl in Mitteleuropa und James Watt legte mit seiner Erfindung der Dampfmaschine (1769) den Grundstein für die Industrielle Revolution, die alles bis dato da gewesene veränderte. Wie sein älterer Bruder lernte Carl Bertelsmann das Buchbinderhandwerk. Nach seiner Lehrzeit fand er eine Anstellung als Sekretär des Maire von Gütersloh, was sich später als lebensrettend erwies. Denn dadurch erfuhr er rechtzeitig von den bevorstehenden Rekrutierungen für den Russlandfeldzug und floh im Februar 1812 vor den Eintreibern Napoleons. Im Jahre 1815, als er nach dreijähriger Wanderschaft durch Brandenburg und Schlesien zurückkehrte, zu diesem Zeitpunkt war Napoleon bereits besiegt und auf die Atlantikinsel St. Helena verbannt, war ein Bruder in Russland gefallen und der andere, wie er gelernter Buchbinder, betrieb im Haus der Eltern in der Münsterstraße 1 eine Werkstatt. So konnte er sich vorerst nicht wieder in Gütersloh ansiedeln und musste sich in Vlotho und Bielefeld als Buchbinder verdingen. Als jedoch 1819 auch dieser Bruder starb, ließ er sich wieder in seiner Geburts- und Heimatstadt nieder und übernahm den Gewerbebetrieb des verstorbenen Bruders.
Harte Arbeit, Sparsamkeit und vielleicht auch ein wenig Inspiration durch seine Wanderjahre ermöglichen es ihm, in den Folgejahren eine der ersten Steindruckereien in Westfalen zu gründen, welche am 10. Dezember 1829 die offizielle Konzession der königlich-preußischen Regierung erhält. Das Geschäft mit dem Drucken, insbesondere von theologische Literatur, wie Bibeltexte, Katechismen, Gesang- und Gebetsbücher, schien von Anfang an zu florieren, denn wenige Jahre später konnte er sich für 1500 Reichstaler ein respektables Wohn- und Geschäftshaus leisten und verlegte die Druckerei von der Münsterstraße zum Kirchplatz.
Doch der Drucker Carl Bertelsmann gab sich mit dem zu diesem Zeitpunkt erreichten noch nicht zufrieden und kündigte zum 1. Juli 1835 mit dem Werk »Theomele« 1 von
Friedrich Eickhoff die Aufnahme seiner Verlegertätigkeit an. Offiziell bekam er jedoch die Konzession schon am 18. März 1835 von der Abteilung des Inneren der königlich-
1 Dererste Bestseller des Hauses C. Bertelsmann war eine mehrbändige Sammlung von christlichen Liedern in kombinierter Text- und Notenausgabe.
Arbeit zitieren:
Robert Kaschke, 2004, Die Bertelsmann AG, München, GRIN Verlag GmbH
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