Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Zur Situation der heutigen Drogenhilfe - eine kritische
W ürdigung der Entwicklung in den letzten Jahren und
Ausblick auf zukünftige Perspektiven 4
1.1. Positive Merkmale der Entwicklung seit etwa 1970 4
1.2. Drogenhilfe in der Kritik 5
1.3. Innovative Handlungsansätze 6
1.4. Ausblick 7
2. Motivation und Gesprächsführung in der ambulanten
Drogenhilfe 8
2.1. Die Motivationsarbeit 8
2.2. Ausgangssituation und Erstgespräch 9
2.3. Fortsetzung der Gespräche 11
2.4. Abschluss der Beratung 13
3. Resümee und Stellungnahme 14
4. Literaturverzeichnis 16
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Einleitung
Das Thema „ Kompetenzen in der ambulanten Drogenberatung“ wählte ich aufgrund meiner praktischen Erfahrungen als studentischer Mitarbeiter in der Krisenwohnung des Anti-Drogen-Vereins Berlin e.V. und meines derzeitigen Praktikums in einer ambulanten Drogenberatungsstelle. Dabei habe ich den Eindruck gewonnen, dass gerade in der Drogenhilfe die Gefahr besteht, die Eignung eines Klienten für eine „erfolgreiche Beratung“, was immer darunter verstanden wird, nahezu ausschließlich mit der Frage nach der Motivation zu verknüpfen.
In meiner Hausarbeit möchte ich darstellen, dass es sich bei der Motivation um keine statische Größe handelt, sondern um einen Prozess, an dem auch der Berater entscheidend beteiligt ist. So entstand die Idee für die Arbeit in der vorliegenden dreiteiligen Form.
Der erste Teil befasst sich mit der aktuellen Situation der Drogenhilfe, mit deren Hilfe ich eine Antwort auf die Rahmenbedingungen von ambulanter Drogenberatung geben will. Im zweiten Teil werden die Motivation und die Gesprächsführung in der ambulanten Drogenhilfe mit ihren Prinzipien beschrieben. Im dritten Teil wird zusammengefasst und die notwendige Grundhaltung des Drogenberaters skizziert. Aus Gründen der Lesbarkeit verwende ich ausschließlich die maskuline Form. Dabei sind grundsätzlich immer Vertreter beider Geschlechter gemeint.
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1. Zur Situation der heutigen Drogenhilfe - eine kritische Würdigung der
In diesem Abschnitt stelle ich sowohl die positiven als auch die kritischen Aspekte der Entwicklung der Drogenhilfe in Deutschland kurz dar. Diese Darstellung der Folgen der verschiedenen Entwicklungen und der aktuellen Rahmenbedingungen der Drogenhilfe sind meines Erachtens für den Blick auf die gegenwärtige Drogenberatung notwendig.
Unter dem etwas unpräzisen Begriff - Drogenhilfe - werden die ambulanten und stationären therapeutischen Einrichtungen für Abhängige von illegalen psychotropen Substanzen verstanden, die sich ab ca. 1970 in der heutigen Form entwickelt haben. Aus Platzgründen wird auf eine ausführliche historische Darstellung verzichtet. Darüber hinaus wird die Entwicklung der einzelnen Dienste und Einrichtungen vernachlässigt.
1.1. Positive Merkmale der Entwicklung seit etwa 1970
Im Laufe der letzten 30 Jahre wurde ein differenziertes und flächendeckendes Angebot mit hoher Professionalität aufgebaut. Zu den Angeboten gehören ambulante, stationäre und teilstationäre Einrichtungen. Dabei wurde die Arbeit der ambulanten Einrichtungen im Sinne eines breiten Fächers von der Prävention bis zur Nachsorge differenziert, die der stationären auch zusätzlich auf spezifische Zielgruppen wie Jugendliche, Schwangere oder Paare ausgerichtet (Heckmann, 1997, S. 265). Die Drogenhilfe war Vorreiter für viele fachliche Entwicklungen, die noch um 1970 in anderen Arbeitsfeldern undenkbar waren und die soziale Versorgung der letzten Jahre in Deutschland maßgeblich beeinflussten.
Beispiele dafür sind die Etablierung und Anerkennung des Prinzips der therapeutischen Gemeinschaft, die Einbeziehung der Laienhilfe, die interdisziplinäre Zusam-
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menarbeit, die starke Betonung der Fort- und Weiterbildung sowie die von zahlreichen Einrichtungen geführte Dokumentation. Die bis heute ein Vorbild für andere Therapiebereiche ist und lange Jahre einzigartig in Europa war. Der hohe Anteil an nichtmedizinischen Berufen in eigenverantwortlicher therapeutischer Tätigkeit war ab 1970 ein absolutes Novum in Deutschland und ist es teilweise auch noch für viele Arbeitsfelder.
1.2. Drogenhilfe in der Kritik
Das differenzierte Angebot der modernen Drogenhilfe bedeutet in der Praxis nicht nur ein breites und prinzipiell offenes Spektrum an potentiellen Hilfemöglichkeiten. Es führt auch dazu, dass Klienten von Einrichtungen an „noch besser auf eine bestimmte diagnostizierte Problemstellung spezialisiert“ weitergereicht werden. Oder ,dass bei Unklarheit verschiedene Maßnahmen ausprobiert werden. Betroffene mit ohnehin problematischen Lebensläufen erleben diesen häufigen Wechsel von Beratungs- und Betreuungspersonal jedes Mal als persönliche Niederlage. In diesem Punkt spielt beispielsweise die Beratungskompetenz eine wesentliche Rolle. Im Beratungsgesprächen sollte es gelingen, gemeinsam mit dem Klienten einen auf seine Bedürfnisse und Bereitschaft abgestimmten individuellen Hilfeplan aufzustellen (siehe Teil 2). Die Drogenhilfe war über Jahre und ist es teilweise auch heute noch zu stark durch ein einheitliches Krankheitsbild bestimmt. Es wurde angenommen, dass das Krankheitsbild aller Drogenabhängigen gleich ist und deshalb auch das Therapieprogramm. Tatsächlich aber zeigen Untersuchungen, dass sich Drogenabhängige hi nsichtlich ihrer Entwicklungsgeschichte, der Art und Ausprägung ihrer Symptomatik, der Rückfallsituationen unterscheiden. Außerdem haben sie auch jeweils unterschiedliche Bereitschaft für Veränderungen, mannigfache Motivationen für die Distanzierung vom Drogenkonsum bzw. des damit verbundenen Lebensstils. All diese Unterschiede sind relevant für das Beratungsgespräch.
Ist zum Beispiel ein Klient in der Phase des Nachdenkens über Vor- und Nachteile des derzeitigen Verhaltens und nimmt selbständig oder aufgrund des Drängens von Dritten einen therapeutischen Kontakt auf, so würde es ein Fehler sein, ihn nur eine
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Arbeit zitieren:
Jens-Uwe Mathauser, 2004, Kompetenzen in der ambulanten Drogenberatung - Beratungsansätze bei Menschen mit Drogenproblemen, München, GRIN Verlag GmbH
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