Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 2
2. Profession als Form beruflicher Spezialisierung 2
3. Anfänge der Professionalisierungstendenzen 4
3.1. Sozialarbeit vor dem 1. Weltkrieg 4
3.2. Die Auswirkungen des 1. Weltkrieges auf die Sozialarbeit 7
3.2.1. Die Kriegssituation und die Rolle der Frau 7
3.2.2. Organisation der Sozialarbeit 8
3.2.2.1. Vereine und Institutionen 8
3.2.2.2. Ausbildungsveränderungen 10
3.2.3. Nachwirkungen des Krieges 11
4. Professionalisierungsbemühungen in der BRD nach dem
2. Weltkrieg 12
5. Fazit 14
Literaturverzeichnis 16
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1. Einführung
Lebt man als aktiver und mündiger Bürger in unserer heutigen Gesellschaft, gibt es kaum etwas, das eine so große Rolle spielt wie der soziale Status. Jeder Mensch strebt nach Anerkennung seiner Arbeit und will mit seinem Schaffen einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Dabei ist entscheidend, welchem Beruf man nachgeht und inwieweit er gesellschaftlich und s ozial anerkannt ist. Sogenannte „Professionen“ erfüllen diesen A spekt und genießen in der Allgemeinheit eine gewisse Sonderstellung.
In dieser Hausarbeit soll daher die Entwicklung der Sozialarbeit zur Profession beschrieben werden. KRÄMER sieht dabei in der Ausbildung die „leitende Funktion ... auf dem Wege ihrer (Sozialarbeit, S. B.) Professionalisierung“ (Krämer 1973, S. 76). A nhand historischer Daten soll gezeigt werden, wie sich veränderte gesellschaftliche Verhältnisse und Anforderungen an die Sozialarbeit vor allem auf die Ausbildungsstruktur auswirkten und wie dies zur Professionalisierung des Berufsfeldes beigetragen hat. Der Schwerpunkt wird dabei auf der Zeit des 1. Weltkrieges sowie der Nachkriegsentwicklungen liegen. Zunächst aber möchte ich eine genauere Klärung des Begriffs der Profession liefern, um zu verdeutlichen, inwieweit man von Professionalisierung in Verbindung mit Sozialer Arbeit überhaupt sprechen kann. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass auf eine Beurteilung dieser Entwicklung sowie der Erfolge oder Misserfolge der
Professionalisierungsbemühungen dabei bewusst verzichtet wird.
2. Profession als Form beruflicher Spezialisierung
Als Profession wird jeder Beruf bezeichnet, „der sich durch die Bedeutsamkeit seines Wissens und Könnens auszeichnet“ (Wendt). Man orientiert sich dabei an dem amerikanischem Begriff der "professions" und so gilt der Arzt - und Rechtsberuf nach amerikanischem Verständnis als historisches Vorbild der hier definierten Professionen. Da es sehr schwer ist, eine Liste der Berufe aufzustellen, die zu den Professionen zählen, fügt A. MÜHLUM zur Klärung u.a. folgende Kriterien an:
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Damit wird deutlich, dass Berufe aus dem landwirtschaftlichen, kaufmännischen und handwerklichen Bereich nicht zu dieser Kategorie gehören, wenn diese Merkmale auch nicht als vollständige und feste Richtlinien gelten. Neben den zwei bereits erwähnten A rbeitsfeldern ist in der Literatur häufig die Rede von "neueren Professionen" wie zum Beispiel Ingenieurberufe, Lehrer, Personalberater etc.. In den USA zählt auch die Sozialarbeit eindeutig zu den Professionen. Für den Soziologen PARSONS haben Professionen eine Sonderstellung, da sie den Systembestand, d.h. den Bestand der Gesellschaft als Ganzes, sichern soll. Er sieht in der Entwicklung der Professionen den wichtigsten Fortschritt im Beschäftigungssystem von modernen Gesellschaften. Hierbei ist jedoch zwischen Professionalisierung und Verberuflichung strikt zu unterscheiden. Letztere meint die Entwicklung von neuen Berufsfeldern mit bestimmten Funktionen. Damit sind vor allem Tätigkeiten gemeint, die vorher beispielsweise im Bereich der Familie angesiedelt waren und "verberuflicht", j edoch nicht zwingend gleichzeitig professionalisiert werden. Professionalisierung hingegen beschreibt einen Prozess, in dem sich bestimmte Berufsgruppen immer mehr an die Charakteristika der Berufe annähern, die "professions" genannt werden.
Dieser Prozess der positiven Professionalisierung läuft nach UTERMANN folgendermaßen ab:
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Ursache der Professionalisierung ist meist ein bestimmtes Problem, zu dessen Lösung ein spezifischeres und systematischeres Wissen nötig ist. Dies führt zur Ausweitung der Ausbildungsstandards, die meistens mit einer Verlagerung der Ausbildung von der Arbeitsorganisation auf eine entsprechende Ausbildungsstätte einhergeht. Entwickelt sich dabei ein zu umfangreiches Wissenspensum als nötig, spricht man von einer „Überprofessionalisierung“. Außerdem erweitert sich durch die Aufgabe der Problemlösung der Funktionsbereich des entsprechenden Berufs, was wiederum zu einer Verfestigung der gesamten Berufsorganisation sowie deren staatlichen Regelung führt (vgl. Utermann 1973).
Im Folgenden soll nun anhand historischer Daten und Verläufe herausgestellt werden, welche Professionalisierungsbemühungen im Bereich der Sozialarbeit unternommen wurden und welche Auswirkungen diese für die Organisation und Etablierung des Berufsfeldes hatten.
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Arbeit zitieren:
Susan Dörfler, 2004, Ursprung und Entwicklung der Professionalisierungsbemühungen in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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