Schönheit 1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Definitionsansätze von Schönheit 3
2.1 Philosophischer Ansatz 3
2.2 Kulturhistorischer Ansatz 3
2.3 Attraktivitätsansatz 4
2.4 Attraktivität des Gesichts 4
3. Thesen über Attraktivität 5
3.1 Sozialbiologischer Ansatz 5
3.1.1 Kindchenschema 5
3.1.2 Reifekennzeichen 6
3.1.3 Ausdruckfeatures 6
3.2 Evolutionsbiologische Ansätze 7
3.2.1 Durchschnittsgesicht 7
4. Schönheit in der Gesellschaft 8
4.1 Selbsterfüllende Prophezeiungen 8
4.2 Zuschreibung von positiven Eigenschaften 8
4.3 Schönheit in zwischenmenschlichen Beziehungen 10
5. Merkmale schöner Gesichter 11
6. Diskussion 14
Literaturverzeichnis 16
„Schönheit “
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1. Einleitung
„Spieglein Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“. Die Antwort auf diese Frage fällt hier im Märchen Schneewittchen eindeutig aus. Welcher Spiegel jedoch sagt uns in der Realität, fern jeden Märchens, welcher Mensch schön ist? Wo kann man die Messlatte für die Schönheit des Menschen anlegen? Seit Menschengedenken beschä ftigen sich nicht nur Dichter, Künstler, Philosophen und Forscher mit dem Thema Schönheit, sondern auch für viele andere Menschen war Schönheit schon immer von großer Bedeutung (Henss, 1998), was wir gut nachzuvollziehen können, wenn wir uns zum Beispiel vor Augen führen, wie wichtig Schönheit für die zwischenmenschliche Anziehung ist.
Schönheit ist allgegenwärtig - in der Werbung, im Fernsehen, auf Plakaten an Bushaltestellen und in so gut wie jeder Publikumszeitschrift werden uns schöne Menschen präsentiert. Alles zu schön, um wahr zu sein? „Schönheit hat ihren Preis“ sagt der Volksmund und warnt: „Wer schön sein will, muss leiden“. Traurige Beweise hierfür gibt es zu genüge - die, die sich fast zu Tode hungern oder durch missglückte Schönheitsoperationen entstellt bleiben, nur weil sie „schön“ sein wollten.
Wie es kommt, dass Schönheit aber auch in weniger extremen Situationen in unserem Leben eine immens wichtige Rolle spielt, soll unsere Ausarbeitung verdeutlichen. Darin möchten wir herausfinden, was es genau bedeutet beziehungsweise was der Mensch gemeinhin meint, wenn er jemanden als schön bezeichnet. Das Thema Schönheit ist ungemein komplex und könnte sicherlich selbst den Rahmen einer Dissertation sprengen. Unsere Ausarbeitung sollte deshalb lediglich als kurzer, wir hoffen aber nichtsdestotrotz als interessanter Einstieg in die Thematik angesehen werden.
In Kapitel 2 suchen wir zunächst nach einer Definition für den Begriff Schönheit und zeigen die Bedeutung der Schönheit des menschlichen Gesichts auf. Anschließend stellen wir in Kapitel 3 unterschiedliche Erklärungsansätze vor, die einen Einblick geben sollen, weshalb bestimmte Merkmale die Attraktivität von Gesichtern beeinflussen. Danach widmen wir uns in Kapitel 4 der Frage, welche soziale Rolle Schönheit in unserer Gesellschaft spielt, d.h. wie das menschliche Verhalten proportional zur Schönheit anderer Menschen beeinflusst wird.
„Schönheit “
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Im abschließenden fünften Abschnitt unserer Ausarbeitung stellen wir konkrete und speziell geschlechtsspezifische Charakteristika vor, die die Schönheit menschlicher Gesichter entweder positiv oder negativ beeinflussen können.
2. Definitionsansätze von Schönheit
Auf der Suche nach einer Definition oder einer exakten Begriffsbestimmung, die uns erlaubt, einander besser zu verstehen, wenn wir vom Begriff Schönheit sprechen, fanden wir äußerst verschiedene Ansätze und Definitionen aus unterschiedlichen Epochen und in unterschiedlichsten Disziplinen. Nicht nur in Geschichte, Philosophie, in Kunst und Literatur variiert die Vorstellung davon, was schön ist, sondern auch je nach Land, Kultur oder Gesellschaft gibt es stark divergierende Ansichten.
2.1 Philosophischer Ansatz
Immanuel Kant (1764/1993) versuchte, Schönheit einzuordnen durch die Abgrenzung des „Erhabenen“ vom „Schönen“ und schrieb: „... blaue Augen und blonde Farbe [sind] dem Schönen näher verwandt. Ein etwas größeres Alter vereinbart sich mehr mit den Eigenscha ften des Erhabenen, Jugend aber mit denen des Schö nen“ (S. 16). Weiter schilderte er Schönheit durch folgende Merkmale: „Ein proportionierlicher Bau, regelmäßige Züge, Farben von Auge und Gesicht, die zierlich abstechen, lauter Schönheiten, die auch an einem Blumenstrauße gefallen und einen kalten Beifall erwerben“ (S. 48).
2.2 Kulturhistorischer Ansatz
„Schönheit ist relativ“, stellt Waltraut Posch (1999, S. 13) fest und bemerkt, welche Widersprüche auftreten können, wenn von Schönheit gesprochen wird. In einem bestimmten ethnischen und soziokulturellen Umfeld seien beispielsweise schöne Menschen „schlank und gestylt“ (S. 13). In einem anderen wiederum seien es diejenigen, die „ihre dicken Körper voller Stolz“ präsentierten (S. 14), oder aber wenn in bestimmten Gebieten Nordafrikas graue Haare schön seien, so würden wir in unserer Gesellschaft dies eher nicht als schön betrachten, da wir dazu neigten, Schönheit mit jugendlichem Aussehen zu verbinden. Erstaunlicherweise brachte selbst eine Untersuchung von über 200 primitiven Gesellschaften aus dem Jahre 1951 kein „... einziges übereinstimmenden Schönheitsmerkmal“ zu Tage (vgl. Dauschek, 1994, S. 60), was die Schwierigkeit der Suche nach einem gemeinsamen Nenner für Schönheit verdeutlicht.
„Schönheit “
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2.3 Attraktivitätsansatz
Die vorangegangenen Beispiele – lediglich nur wenige aus einer fast unerschöpflichen Anzahl - machen deutlich, dass es fast unmöglich ist, Schönheit an bestimmten Merkmalen konkret so festzumachen, dass deren Akzeptanz auch im Hinblick auf unterschiedliche Gesellschaftsformen, Ländergegebenheiten, kulturelle, soziale, ethnische und interindividuelle Unterschiede nicht in Frage gestellt wird. Um dieser Problematik zu entgehen und uns trotzdem in unserer Arbeit in einer gemeinsamen Sprache über den Begriff Schönheit unterhalten zu können, möchten wir das Phänomen Schönheit etwas abstrakter, nichtsdestotrotz aber wie wir glauben nicht weniger verständlich, fa ssen. Wir schließen uns dem Definitionsansatz von Grammer an: Er fand heraus, dass „... Männer und Frauen bei der Beurteilung von Schönheit, sexue ller Anziehung und Sympathie jeweils die gleichen Standards verwenden“ (2000, S. 168). Er fo lgert: „Diejenigen Personen, die als attraktiv beurteilt werden, sind auch diejenigen, die als schön und sexuell attraktiv gelten“ und bringt diesen Sachverhalt mit der Kurzformel „Attraktivität = Schönheit = sexuelle Anziehung“ (2000, S. 169) auf den Punkt.
2.4 Attraktivität des Gesichts
„Es gibt gewiss nur wenige Dinge auf dieser Welt, die uns mehr faszinieren als das menschliche Gesicht“ (Henss, 1998, S. 15). Diese Tatsache unterstreicht auch die hohe Zahl prominenter Psychologen wie Goldstein oder Asendorpf, die sich mit der Thematik des menschlichen Gesichts befasst haben, und dass das menschliche Gesicht mehr sein muss als lediglich eine Art visuelle Kontaktfläche, verdeutlicht Henss in seinen weiteren Ausführungen: „Der Anblick eines Gesichts ist für uns unweigerlich mit Eindrücken ver-bunden, die weit über das hinausgehen, was tatsächlich sichtbar ist. Wie sehr wir uns auch dagegen wehren – Gesichter sind für uns psychologisch bedeutsam.“ (S. 17). Er ve rweist auf „... die Reichhaltigkeit der Eindrücke, die von Gesichtern ausgehen.“ (S. 18). Für die Entscheidung darüber, ob jemand schön oder wie wir in Kapitel 2.3. lernen konnten, attraktiv oder sexuell anziehend ist, spielen diese Eindrücke eine große Rolle. Als Konstrukte zwar nicht direkt messbar, sind sie aber entscheidend für die Beeinflussung des Attraktivitätsempfindens. Das Attraktivitätsempfinden und folglich die Attraktivitäts- Beurteilung eines Menschen ist nämlich ein indirekter, verbalisierter Operator für die Wiedergabe von Eindrücken (Henss, 1998). Auch wenn zur Steigerung der physischen Attraktivität Mode und Kosmetik (Bierhoff, 1988) als Möglichkeiten in Frage kommen und sicherlich ihren
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Daniel Schlier, Christina Fey, 2003, Definitionsansätze und Thesen des Phänomens Schönheit, Munich, GRIN Publishing GmbH
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