Inhaltsverzeichnis
Textkritik zu Mk 1,10 Seite 3
I. Einleitung Seite 3
II. Textkritik Seite 3
1. Analyse des Kritischen Apparates von Nestle-Aland Seite 3
2. Bedeutung und Erklärung der Varianten Seite 5
3. Begründung des Haupttextes von Nestle-Aland Seite 6
Übersetzungskritik zu Mt 3,13-17 Seite 8
I. Einleitung Seite 8
II. Übersetzungskritik Seite 9
Vergleich der Einheitsübersetzung und der Elberfelder
Übersetzung mit dem griechischen Text
III. Schlussfolgerungen und Fazit Seite 14
Synoptischer Vergleich von Mk 1,9-11 und Mt 3,13-17 Seite 16
Seite 16
I. Einleitung
II. Unterschiede und Gemeinsamkeiten und deren Deutung Seite 16
Exegetische Deutung der Taufperikope Mk 1,9-11 Seite 20
I. Einleitung Seite 20
II. Exegetische Deutung Seite 20
Literaturverzeichnis Seite 22
In der vorliegenden Arbeit, die Teil einer Exegese zur Taufperikope Mk 1,9-11 sein wird, widme ich mich einer Textkritik zum Vers Mk 1,10. Allen meinen Ausführungen liegt der griechische Text des Neuen Testaments nach Nestle-Aland 1 zu Grunde. Nach Aufnahme des Befundes sämtlicher Siglen und Abkürzungen des Kritischen Apparates 2 zum Vers Mk 1,10 der Nestle-Alandschen Textausgabe soll der Versuch einer Erklärung der Bedeutung zu den aufgeführten Varianten und der Begründung der im Haupttext von Nestle-Aland stehenden Variante abschließen.
Mk 1,10
% % % % J J ” ” ” ” ” ” ”
1. Analyse des kritischen Apparates von Nestle-Aland
Bis hin zu den letzten beiden Worten des Verses Mk 1,10 sind keine Angaben bezüglich Abweichungen zu dem griechischen Text nach Nestle-Aland auffindbar. Erst vor “ stehen zwei Einschübe des Kritischen Apparates, die auf Textabweichungen --C C C
bei den relevanten, textbezeugenden Handschriften hinweisen: N kennzeichnet, dass an
1 E. Nestle - K. Aland: Novum Testamentum Graece. 27., rev. Auflage, Stuttgart 1993; S. 89; Mk 1,10.
2 Aland, Kurt und Barbara: Einführung, in: E. Nestle - K. Aland: Novum Testamentum Graece. 27., rev. Auflage, Stuttgart 1993; 1*-41*. Anhang I 684-718.
3 Siehe 1
dieser Stelle bei den Textzeugen ein oder mehrere Wörter eingefügt wurden; deutlich wird durch H eine Ersetzung eines oder mehrer Wörter in den angegebenen Handschriften 4 . “ wird durch , W, 33, wenigen mehr (pc = pauci), lat und bo pt der Einschub Vor „JJ¤¤+++ ‰ ‰ --C C C ; ; # # #
bei Joh 1,33 zu finden ist.
bezeichnet den gut erhaltenen Pergamentkodex Sinaiticus, der aus dem vierten Jahrhundert stammt und das vollständige Neue Testament überliefert. Der in ihm enthaltene Text ist dem Alexandrinischen Texttyp 5 zu zurechnen, da er in Ägypten 6 entdeckt wurde, auf Grund seines hohen Alters und wegen der sorgfältigen Überlieferung. Aus eben genannten Gründen bilden Schriftenfunde des Alexandrinischen Texttyps die wichtigste Gruppe der Textzeugen.
W bezeugt eine weitere Überlieferung aus dem vierten oder fünften Jahrhundert, die zu eben genannter Variante eine geringfügige Variation bestehend aus zusätzlichen Einschüben aufweist 7 .
Ebenfalls beinhalten diese Variante die Minuskel 33, als weiteren Textzeugen aus dem neunten Jahrhundert, die dem Text des Codex Vaticanus (B) nahe steht, und einigen Wenigen mehr (pc = pauci), denen aber auf Grund ihres geringeren Alters 8 deutlich weniger Bedeutung zukommt, einige altlateinische und Vulgata-Texte (lat) und mindestens fünf oder mehrere bohairische Übersetzungen (bo pt ). Zudem findet man die Angabe mehrer Parallelstellen (Mt 3,13-17; Lk 3,21; Joh 1,29-34), die als weitere Variante die Ersetzung des Wortes „JJ¤¤+ “ im vorliegenden Text nach Nestle-
] “beinhalten. Als Textzeugen dafür führt der Kritische Apparat , den Aland durch „ %
Kodex Sinaiticus, A, den Kodex Alexandrinus, der aus dem fünften Jahrhundert stammt und fast das komplette Neue Testament enthält 9 , L, einen Kodex aus dem achten Jahrhundert, der lediglich Abschnitte des Matthäus- und Markus-Evangeliums überliefert, W (siehe oben), , ebenfalls einen Pergamentkodex aus dem neunten Jahrhundert, der nur geringe Teile des Matthäus-Evangeliums überliefert 10 , die Minuskelgruppe f 1 (die Minuskelhandschriften 1, 118, 131, 209, 1582) die Minuskel 33 (siehe oben), den Koine-Text, der hauptsächlich in Antiochien und Konstantinopel entdeckt wurde, mehrheitlich aus dem neunten Jahrhundert stammt und von zahlreichen Veränderungen („Verbesserungen“) geprägt ist 11 , und die gesamten syrischen Überlieferungen.
4 vgl. 2
5 Vgl. Skript des Proseminars „Einführung in die exegetischen Methoden“, SS 2003, Seite 2.
6 Entdeckt von Constantin v. Tischendorf im Katharinen-Kloster auf der Sinai, Ägypten.
7 Vgl. E. Nestle - K. Aland: Novum Testamentum Graece. 27., rev. Auflage, Stuttgart 1993; S. 721.
8 Minuskeln entstanden erst ab dem 9. Jhd. - Vgl. Skript des Proseminars „Einführung in die exegetischen Methoden“, SS 2003, Seite 3.
9 Vgl. Skript des Proseminars „Einführung in die exegetischen Methoden“, SS 2003, Seite 3.
10 E. Nestle - K. Aland: Novum Testamentum Graece. 27., rev. Auflage, Stuttgart 1993; S. 690.
11 Vgl. 5
Der Text der Nestle-Alandschen Textausgabe des griechischen Neuen Testaments wird unter Anderem bezeugt durch den Kodex Vaticanus (B), der aus dem vierten Jahrhundert (ca. 350 n. Chr.) stammt, ebenfalls, wie der Kodex Sinaiticus, sehr gut erhalten in Ägypten entdeckt wurde und zu der bedeutenden Gattung des Alexandrinischen Texttyps gehört 12 . In ihm enthalten sind große Teile des Neuen Testaments (bis Hebr. 9,14) 13 . Gerade wegen seines hohen Alters gilt er unter den Kodizes als beachtlich wichtig. Ebenfalls als Textzeuge werden der Kodex Bezae Cantabrigiensis (D), der aus dem fünften Jahrhundert stammt, die Evangelien und die Apostelgeschichte umfasst und zu den wichtigsten „Westlichen Texten“ zählt 14 , die Miniskulfamilie f 13 (Minuskeln 13, 69, 124, 174, 230, 346, 543, 788, 826, 828, 983, 1689, ...), die Minuskel 2427, die aus dem 14. Jahrhundert stammt und das Markus-Evangelium beinhaltet 15 , und einige andere aufgeführt.
2. Bedeutung und Erklärung der Varianten
Bei genauerer Betrachtung lässt sich feststellen, dass beide Varianten sowohl vom Kodex Sinaiticus, W und der Minuskel 33 bezeugt werden. Diese Beobachtung lässt mich zu dem Schluss kommen, dass es naheliegend ist, beide Varianten als eine einzige zu erachten. Es würde sich folgender Variations-Text ergeben:
% % % % J J ” ” ” ” ” ” ” ; # # # # # # # # % % ] ] ]
Die Einfügung von „⁄ “, was übersetzt so viel heißt wie „und bleibend auf ; ; ; ; # # # # # # # # % % ]
ihm“ 16 , an dieser Stelle, würde betonen, dass der bei der Taufe auf Jesus herab gekommene Geist auch weiterhin bei ihm erhalten bleibt, er also dauerhaft geist-beseelt bleiben wird. Auf die zusätzliche Betonung dieses anhaltenden Geistbesitzes Jesu hat man also in der Textausgabe von Nestle-Aland verzichtet.
12 Ebd.
13 E. Nestle - K. Aland: Novum Testamentum Graece. 27., rev. Auflage, Stuttgart 1993; S. 689.
14 Ebd. (S. 690)
15 Ebd. (s. 711)
16 Vgl. Preuschen, Erwin: Griechisch-deutsches Taschenwörterbuch zum Neuen Testament. 7. Auflage, Berlin 1996.
Arbeit zitieren:
Michael Fischer, 2003, Exegetische Übung zur Taufperikope Mk 1,9-11 und Mt 3,13-17, München, GRIN Verlag GmbH
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