Gliederung
1.Einleitung. 2
1.1 Theorie 2
1.2 Fragestellung 2
1.3 Hypothesen. 3
2. Methode 4
2.1 Operationalisierung - Variablen. 4
2.2 Versuchsplan 4
2.3 Störvariablen 5
2.3.1 Versuchspersonenbedingte Störvariablen. 5
2.3.2 Störvariablen der Untersuchungssituation 6
2.4 Stichprobe 7
2.4.1 Randomisierung und Parallelisierung 7
2.5 Hilfsmittel und Materialien. 8
2.6 Pre-Test 8
2.7 Durchführung 9
3. Auswertung 10
3.1 Ergebnisse. 10
3.2 statistische Auswertung. 10
3.3 Hypothesenprüfung 11
4. Diskussion 12
4.1 Interne Validität 12
4.2 Externe Validität 13
4.3 Weiterführende Fragen und mögliche Folgeexperimente 13
5. Zusammenfassung. 14
6. Literaturverzeichnis. 15
7. Anhang 16
Anhang A 16
Anhang B. 17
Anhang C 18
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1.Einleitung
Der folgende Versuchsbericht schildert ein Experiment im Rahmen der menschlichen Wahrnehmung. Es untersucht, ob ein bestimmter Kontext Einfluss auf die optische Wahrnehmung haben kann. Optische Wahrnehmung oder das, was wir im allgemeinen als „Sehen“ bezeichnen, ist ein komplexer Prozess und vielschichtiger, als oftmals angenommen wird. Sehen ist weitaus mehr als lediglich die Aufnahme physikalischer Umwel treize und direkter Umwandlung in Informationen. Neben der Empfindung auf rein sensorischer Ebene, d.h. in einem ersten Schritt die Umwandlung physikalischer Energie wie beispiel sweise Lichtwellen in neuronale Aktivität, spielen weitere spezifische Prozesse im menschlichen Gehirn die entscheidende Rolle dafür, wie wir Dinge optisch wahrnehmen.
1.1 Theorie
Der optische Wahrnehmungsprozess bzw. das Produkt des gesamten Wahrnehmungsprozesses umfasst neben den Vorgängen auf sensorischer Ebene „unterschiedliche psychische Vorgänge wie Zusammenfügen, Urteilen, Schätzen, Erinnern, Vergleichen und Assoziieren“ (Zimbardo, 1995, S. 159). In der Regel werden grob zwei Prozesse unterschieden: In sogenannten Bottom-up-Prozessen erfolgt die Informationsaufnahme und -organisation in erster Linie gelenkt direkt durch die sensorische Erfahrung, so beispielsweise bei der Wahrnehmung rein visueller Eigenschaften von Objekten. In Top-down-Prozessen hingegen erfolgt durch spezifische Gehirnprozesse eine Steuerung der Auswahl und Organisation der wahrzunehmenden Informationen, so dass eintreffende Reize Einflussgrößen wie vorhandenem Wissen, Motivation, Einstellungen, Wertvorstellungen und bestimmten Kontexten und damit verbundener Erwartungshaltung (Zimbardo, 1995) unterliegen.
1.2 Fragestellung
Vor allem letztere Einflussgröße scheint auch im Alltag eine große Rolle zu spi elen. Ein Beispiel hierfür sei der durch Zimbardo (1995) geschilderte Fall, dass man einen Bekannten zunächst nicht erkennt bzw. wahrnimmt, da dieser an einem unerwarteten Ort angetroffen wird. In diesem quasi falschen Kontext wird der Bekannte nicht erwartet und somit dauert es länger, bis er erkannt wird. Ausgehend von diesem Beispiel wollte ich in mei-
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nem Versuch überprüfen, ob dieser Kontexteffekt auch die Wahrnehmung beim Lesen beeinflusst. In eigener Beobachtung machte ich die Erfahrung, dass ich ab und zu Wörter lese, die in der von mir gelesenen Form so nicht auf dem Papier stehen und den Einfluss eines Vorwissens bzw. einer gewissen Erwartungshaltung aufgrund des Kontexts nahe legen.
Anknüpfend an diese persönliche Erfahrung sollte in meinem Experiment überprüft werden, ob durch einen bestimmten dargebotenen Kontext die Wahrnehmung auch anderer Personen in einer bestimmten Weise beeinflusst wird. Um dies festzustellen, prüfte ich, ob Versuchspersonen ein absichtlich falsch geschriebenes Wort abhängig vom dargebotenen Kontext erkannten oder nicht. Hierzu legte ich der Experimentalgruppe eine Wörterliste vor, in der nur Gewürze und eingebettet das absichtlich falsch geschriebene Gewürz Oregano („Orgeano“) auftauchten. Die Kontrollgruppe dagegen sollte Wörter einer kontextneutralen Liste mit dem gleichen Fehler an gleicher Stelle in der Liste vorlesen. Meine Fragestellung lässt sich hieraus wie folgt ableiten:
„Beeinflusst ein spezifischer Kontext in Wörterlisten die Häufigkeit des Erkennens eines absichtlich falsch geschriebenen Wortes?“
1.3 Hypothesen
Aus der generellen Fragestellung lassen sich die statistische Null- und Alternativhypothese ableiten und wie folgt formulieren:
H0: Der Wortkontext „Gewürze“ in einer Wörterliste hat keinen Einfluss auf die Häufigkeit des Erkennens des falschen Wortes „Orgeano“.
H1: Der Wortkontext „Gewürze“ hat Einfluss auf das Erkennen des falschen Wortes „Orgeano“ - es wird signifikant seltener erkannt als in einer kontextneutralen Wörterliste.
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2. Methode
2.1 Operationalisierung - Variablen
Die unabhängige Variable (UV) ist in zwei Abstufungen operationalisiert und wird real isiert in der ersten Abstufung durch die Darbietung von „Orgeano“ im Kontext „Gewürz“ als vorletztes Wort in der aus zehn Gewürzen bestehenden Wörterliste und in der zweiten Abstufung als vorletztes Wort in einer aus zehn kontextneutralen, also gemischten Worten bestehenden Wörterliste (siehe Anhang A, untere Liste). In Kurzform kann die unabhängige Variable und deren Operationalisierung wie folgt dargestellt werden:
Unabhängige Variable (UV): Unterschiedlicher Wortkontext Operationalisierung: UV1: Darbietung von “Orgeano“ innerhalb „Gewürze“ UV2: Darbietung von „Orgeano“ in neutralem Kontext
Die abhängige Variable (UV) konnte in zwei Ausprägungen erfasst werden: Zum einen das Erkennen des falschen Wortes „Orgeano“ konkret durch Lesen wie geschrieben, durch konkludentes Verhalten der Versuchspersonen wie Unterbrechen des Leseflusses bzw. nicht flüssiges Lesen, Nachfragen der Probanden beim Lesen des Wortes oder der Hinweis der Versuchspersonen auf einen Fehler nach Beendigung des Lesens. Zum anderen das Nicht-Erkennen des Fehlers durch Lesen des in den Kontext hineinpassende Gewürz „Oregano“.
Abhängige Variable (AV): Erkennen - / Nicht-Erkennen des Fehlers Operationalisierung: AV1: Unterbrechen, Nachfragen, Hinweis der Probanden AV2: Vorlesen des Gewürzes „Oregano“
2.2 Versuchsplan
Der Versuchsplan manifestiert sich in einem einfaktoriellen, unabhängigen Versuchsaufbau mit je einer Experimental- und einer Kontrollgruppe, denen die jeweilige Wörterliste präsentiert wird. Sie kann anschaulich wie folgt dargestellt werden:
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Versuchsplan
2.3 Störvariablen
Im Vorfeld der Planung des Experiments sollten mögliche Störgrößen der Versuchspersonen sowie Störfaktoren, die in der Untersuchungssituation gegeben sein konnten, bedacht und kontrolliert werden. Einflüsse, die ich durchdacht, jedoch als unbedeutend oder im Zusammenhang mit diesem Experiment für vernachlässigbar hielt, sind nicht aufgeführt. Im folgenden Abschnitt ist angeführt, wie einige der für dieses Experiment möglichen Störvariablen eliminiert oder deren Einfluss durch entsprechende Vorkehrungen zumi ndest kontrolliert und minimiert werden konnten. Aufgrund der doch recht zahlreichen zu berücksichtigenden Störgrößen sind diese in komprimierter Form dargestellt.
2.3.1 Versuchspersonenbedingte Störvariablen
Bei der Konzipierung dieses Experimentes stellte sich heraus, dass die meisten Störvariablen in den Versuchspersonen begründet sein bzw. in der Unterschiedlichkeit der Probanden liegen könnten. Somit lag ein Schwerpunkt bei der Kontrolle der Störvariablen in der Ausschaltung der versuchspersonenbedingten Faktoren. Gegebenenfalls behielt ich mir vor, Versuchspersonen vom Versuch auszuschließen, wenn die Störgröße nicht kontrolliert oder eliminiert werden konnte. Gegenübergestellt seien mögliche Störvariablen und die Gegenmaßnahmen zur Eliminierung / Kontrolle:
Arbeit zitieren:
Daniel Schlier, 2003, Versuchsbericht zum Experiment "Kontexteffekt", München, GRIN Verlag GmbH
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