Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Vorstellung 2 Vorstellung.....................................................................................................................2
2.1 Die Macher kurz vorgestellt........................................................................................2
2.1.1 Wes Craven 2
2.1.2 Kevin Williamson 3
2.2 Der Film kurz vorgestellt 4
3. Geschichte des Teen-Horrorfilms 4
4. Definition 7
5. Der Film 8
5.1 Inhalt und Deutungsansätze 8
5.1.1 Der Prolog 8
5.1.2 Sidney Prescotts Geschichte beginnt 9
5.1.3 Der erste Angriff 9
5.1.4 Die Geschichte geht weiter 9
5.1.5 Der Tod eines Erwachsenen 10
5.1.6 School s Out For Summer 10
5.1.7 Partytime 11
5.1.8 Showtime 11
5.1.9 Am Rande notiert 12
5.2 Aufbau 14
5.2.1 Handlungsstränge 14
5.2.2 Verteilung einzelner Momente 15
5.3 Kriterien des Horrorfilms 17
5.4 Intertextualität 20 Intertextualität...........................................................................................................20
6. final girl 21
7. Serienkiller 22
8. Fazit 23
9. Anhang: Namedropping und Regeln 24
10. Filmografie 27
11. Literaturnachweis 28
2
1. Einleitung
Der Film SCREAM von Wes Craven aus dem Jahr 1996 ist eine ironische Inszenierung des Horrorfilm-Genres. Durch SCREAM wurde eine neue Teen- Horrorwelle ausgelöst und der Film wurde zur Legende, wodurch sowohl Craven als auch der Autor Kevin Williamson ihren Durchbruch feierten. Durch zahlreiche Zitate anderer Horrorfilme hat Craven mit SCREAM ein ‚Kino der Zitate’ geschaffen, wodurch dieser Film Kult wurde für Fans und Kenner des Genres. Im Folgenden wird nun darauf eingegangen, in welcher Art und Weise Horrorfilme zitiert werden, das Genre durch eine Selbstreflexion vorgestellt wird und was den Reiz daran ausmacht. Zuvor werden jedoch der Regisseur sowie der Autor vorgestellt und ein kurzer Einblick in die Geschichte des Teen-Horrorfilms gegeben. Anhand einer Grafik werden außerdem verschiedene Momente im Film beleuchtet mit dem Versuch einer Deutung.
2. Vorstellung
2.1 Die Macher kurz vorgestellt
2.1.1 Wes Craven
Am 2. August 1932 wird Wes Craven in Cleveland, Ohio geboren. Seine Eltern waren strenggläubige Baptisten und aufgrund ihres Glaubens war in ihrem Haus Fernsehen unerwünscht. Ins Kino durfte er nur selten und dann nur in seichte Unterhaltungsfilme ohne Sex und Gewalt. Erst im Erwachsenenalter hatte er die legendären Horrorfilme gesehen, was vielleicht erklärt, warum er weitaus weniger Respekt vor vielen großen Klassikern des Genres besitzt. Als Craven sechs Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden. Dieses Ereignis prägte Craven derart, dass es als übergreifendes Thema seine Filme durchzieht. Sowohl in NIGHTMARE ON ELM STREET (NIGHTMARE – MÖRDERISCHE TRÄUME, USA 1984), in DER TÖDLICHE FREUND (DEADLY FRIEND, USA 1986) oder in SHOCKER (USA 1989), als auch in der SCREAM-Trilogie findet man die Zerstörung der Familienordnung bzw. den Zusammenbruch der gutbürgerlichen Fassaden vor 1 . 1 s. Kap. 5.1.4 Die Geschichte geht weiter, S. 8
3
Er studierte Philosophie, Psychologie und Literatur an der John-Hopkins-Universität in Baltimore und war danach lange Zeit als Dozent tätig. 1970 wechselte er zum Film und jobbte als Cutter bei Sex-Produktionen, bis er auf Sean S. Cunningham traf und 1972 seinen Provokationserfolg LAST HOUSE ON THE LEFT (DAS LETZTE HAUS LINKS) drehte. Trotz dieses Films dauerte es noch etwa zehn Jahre bis er mit NIGHTMARE ON ELMSTREET endgültig ein Kultregisseur wurde. Der damals fast 60jährige Craven unterstrich diesen Ruf dann durch die SCREAM-Trilogie und zählt heute zu DEN Regisseuren des Horrorgenres. 2
2.1.2 Kevin Williamson Kevin Williamson wurde am 14. März 1965 in New Bern, North Carolina geboren. Sein Vater war Fischer und seine Mutter unterhielt nach dem Umzug nach Aranas, Texas ein Hotel. Dadurch, dass seine Eltern viel arbeiteten und das Hotel weit außerhalb lag, wurde Williamson regelrecht zu einem TV-Junkie. Er hegte bereits in seiner Jugend eine große Bewunderung für die Horror-Klassiker und verbrachte viel Zeit im Kino 3 . Neben seinem Durchbruch mit dem Drehbuch zu SCREAM war er an weiteren Filmen beteiligt, zu denen er entweder die Grundidee lieferte, sie produzierte oder selbst das Drehbuch schrieb: ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST (I KNOW WHAT YOU DID LAST SUMMER, USA 1997, Jim Gillespie); FACULTY - TRAU KEINEM LEHRER (USA 1998, Robert Rodriguez); SCREAM2 (USA 1997); SCREAM 3 (USA 2000) und HALLOWEEN-H20 (USA 1998, Steve Miner). Regie führte er in TÖTET MRS. TINGLE (a.k.a. RETTET MRS. TINGLE, TEACHING MRS. TINGLE, USA 1999) wo er, ähnlich wie in seiner bekannten Jugendserie DAWSON’S CREEK, seine schwierige Schulzeit verarbeitet. 4 In seiner Schulzeit schrieb er Drehbücher und verfilmte diese mit seinen Freunden, musste sich aber von einem Lehrer anhören, dass er dafür keine Begabung habe. Später versuchte er sich als Schauspieler, hatte aber keinen Erfolg. 2 s. Akteure unter: http://www.teenhorror.de 3 Westphal/Lukas 2000: 146f 4 s. Akteure unter: http://www.teenhorror.de
4
2.2 Der Film kurz vorgestellt
Tödliche Angst liegt über Woodsboro. Ein mysteriöser, maskierter Mörder schleicht nachts durch die Stadt und terrorisiert die kalifornische Kleinstadt. Brutal und gnadenlos tötet er die hübsche Casey (Drew Barrymore) und ihren Freund. Die grausamen Morde lähmen das Leben in der Stadt, jeder fragt sich, wer der Täter sein könnte – ein gefundenes Fressen für sensationslüsterne TV-Journalisten wie Gale Weathers (Courtney Cox). Sidney Prescott (Neve Campbell), Caseys Klassenkameradin, wird durch die schrecklichen Ereignisse von den Geistern ihrer Vergangenheit eingeholt: Vor genau einem Jahr fiel ihre Mutter einem brutalen Verbrechen zum Opfer. Dabei hat Sidney genug mit den Problemen der Gegenwart zu kämpfen: Ihr Freund Billy (Skeet Ulrich) bedrängt sie und ihre Clique sieht die Morde als willkommenen Anlass, Videopartys mit Schauerfilmen zu veranstalten. Nur Sidney scheint den Ernst der Lage zu begreifen: Der Killer wird neue Opfer suchen. Jeder ist verdächtig. Niemand ist sicher. Und sie steht ganz oben auf seiner Todesliste...
3. Geschichte des Teen-Horrorfilms
Beschäftigt man sich mit der Geschichte des Teenhorrorfilms, so kommt man nicht an der Zeit vorbei, in der noch keine Teenager in den Kinos bzw. in den Filmen vorhanden waren. Vor allem das Genre des Horrorfilms war in den 30er und 40er Jahren eine reine Erwachsenendomäne. Bis in die 50er Jahre hinein waren Kinder und Jugendliche meist nur Statisten, die dazu da waren, die Familie zu komplettieren. Eine Ausnahme bildet hier Jacques Tourneurs Film THE LEOPARD MAN (USA 1943), der die erste Teenie-Slasher-Szene der Filmgeschichte beinhaltet. Die defensive Rolle der Teenager verschwand jedoch in den 50er Jahren, spätestens mit solchen Jugendstars wie James Dean, Natalie Wood, Dennis Hopper oder Sal Mineo, die zu den Ikonen der rebellierenden Jugend zählten: sie lebten das Gefühl des Rock'n'Roll und stellten sich offen gegen ihre Eltern und deren Ideale. Höhepunkt dieser Welle war Nicholas Rays DENN SIE WISSEN NICHT WAS SIE TUN (USA 1955). Neben dem Erfolg des Rock'n'Roll war vor allem der Siegeszug des Fernsehers einer der Hauptgründe, warum Teenager immer mehr in das Blickfeld der Filmemacher gerieten.
5
Immer mehr amerikanische Familien besaßen einen Fernseher und brauchten nun nicht mehr das Haus zu verlassen, um zu erfahren, was in der Welt passiert. Einzig und allein die Teenager waren es, die ausbrechen und mit Hilfe der neu entwickelten Filmformate etwas Neues erleben wollten. Somit entstanden die berühmt- berüchtigten "Drive-ins", die amerikanischen Autokinos.
Im Jahre 1957 kam dann mit I WAS A TEENAGE WEREWOLF (DER TOD HAT SCHWARZE KRALLEN, Gene Fowler Jr.) der erste Horrorfilm auf die Leinwand, der sich ganz und gar an die Teenager richtete. Schon in diesem Erfolgsfilm kristallisiert sich ein Hauptthema des Teenhorrors heraus. Die Verwandlung in den Werwolf erleidet Tony immer bei sexueller Erregung. Wie auch bei späteren Meisterwerken wie etwa HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS (HALLOWEEN, USA 1978, John Carpenter), wird hier eine unterdrückte Sexualität symbolisiert, die sich schlussendlich in Gewalt entlädt.
Die 60er Jahre waren das Jahrzehnt der Splatter- und Snuffmovies (snuff = Darstellung scheinbar realer Tötungsszenen), das mit dem vom Porno-Horror- Regisseur Herschell Gordon Lewis gedrehten BLOOD FEAST (1963) begann. Dieser, wie auch der Film TWO THOUSAND MANIACS (USA 1964, Herschell Gordon Lewis) fokussierte den Blick auf gefolterte und gequälte Mädchen, wobei der pornografische Aspekt immer eine immanente Rolle spielte. Eine andere Richtung schlug dann George A. Romeros DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN (NIGHT OF THE LIVING DEAD, USA 1968) ein, der als Vorreiter der Zombie- bzw. Untoten- Filme gilt.
In den 70er Jahren entstanden zwar mit LAST HOUSE ON THE LEFT, THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (BLUTGERICHT IN TEXAS, USA 1974, Tobe Hooper), CARRIE (USA 1976, Brian De Palma) und HALLOWEEN die wohl einflussreichsten Filme des Genres. Doch alles in allem waren die 70er Jahre keine Blütezeit für den Teenhorror.
John Carpenter erschuf mit HALLOWEEN ein Meisterwerk, das dem Genre einen neuen Schub gab und die Regeln nahezu allein definierte. Das Schock-Opening wurde zum unverzichtbaren Bestandteil, Laurie Strode wurde zur berühmten Scream-Queen (sie symbolisiert beispielhaft das final girl) und die von Randy in SCREAM genannten Regeln (worauf an anderer Stelle eingegangen wird) stammen zum größten Teil aus diesem Film.
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Seine wichtigste Bedeutung aber war der Antrieb, den das Genre in diesem Moment wieder brauchte. In einer Zeit, in der die Filme eigentlich nur im Underground Erfolg hatten und eine wahre Brutalo- und Snuff-Welle herrschte (á la DAS LETZTE HAUS LINKS oder die Pseudo-Dokumentation GESICHTER DES TODES [FACES OF DEATH 1-6, USA 1978-1996, Conan LeCilaire]), kam HALLOWEEN als eine Art BLAIR WITCH PROJECT (USA 1999, Daniel Myrick/ Eduardo Sanchez) der 70er Jahre daher, der zum einen ein wahrer Kassenknüller wurde und zum anderen das Genre neu definierte.
Der Erfolg des Teenhorrorfilms der 80er Jahre stand unter zwei großen Aspekten. Zum einen wuchs die Anzahl der Produktionen ab 1979/1980 durch die Wiederentdeckung des Genres durch HALLOWEEN enorm, zum anderen - was Punkt eins auch unterstützte - durch das Aufkommen des Video-Systems. Ähnlich zum Siegeszug des Fernsehers in den 50er Jahren, stand nun eine neue Revolution vor der Tür. Mit dem Einzug eines Videogeräts verlagerten sich viele Produzenten nun vollends darauf, für den Videoverleih und nicht mehr für das Kino zu produzieren. Das hatte den Vorteil, dass nun vor allem auch kleine Produktionen einen Durchbruch erlangen konnten.
Ein weiteres Merkmal der 80er Jahre war vor allem die Fixierung auf Fortsetzungen. Von jedem noch so einigermaßen erfolgreichen Film wurde ein Sequel gedreht, eine Trilogie geschaffen oder eine nicht enden wollende Reihe. Die drei großen Reihen sind eindeutig die HALLOWEEN-Reihe, die NIGHTMARE-Reihe und die FREITAG, DER 13.-Reihe. Wurde mal ein neuer Film gedreht, so bestach dieser nicht durch Innovativität, sondern durch eine Variation des bewährten Stalk'n'Slasher-Movie wie FREITAG, DER 13. (FRIDAY, THE 13 th , USA 1980, Sean S. Cunningham) oder eben HALLOWEEN.
"Reine Horrorfilme hören eigentlich nie auf. Happy Endings sind bestenfalls Stationen. Der Schrecken geht weiter. [...]. Deshalb ist das Sequel auch hauptsächlich eine Erfindung des Horrorfilms [...]. Reine Horrorfilme (und Sexfilme) sind Filme der Sehnsucht, deshalb gibt es kein Ende. In der Un-Endlichkeit (Variation und Wiederholung) ihrer Bilder kann man sich seine eigenen Geschichten spinnen. Dass der Horrorfilm immer wieder tot gesagt wird, passt übrigens gut zum Genre. Er ist ein ganz und gar munterer Untoter." Diese prophetische Aussage von Hans Schifferle stammt aus seinem 1994 erschienenen Buch Die 100 besten Horror - Filme.
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Die Bedeutung eines einzelnen Filmes geriet in den Hintergrund; zu sehr verschmolzen die Storys und Geschichten. Empor stiegen vor allem drei der bösartigsten Monster der Horrorgeschichte: Freddy Krueger, Michael Myers und Jason Vorhees. Rüdiger Dirks und Claudius Sowas Aussage in ihrem Buch Teen Scream – Titten & Terror im neuen amerikanischen Kino, dass die Gewalt per se männlich sei, lässt sich hiermit gut beweisen (Ausnahmen wie DÜSTERE LEGENDEN [URBAN LEGENDS; USA 1998, Jamie Blanks] oder DAS CAMP DES GRAUENS [CAMP FEAR, USA 1991, Thomas A. Keith] bestätigen die Regel). SCREAM fügte dem 'normalen' Slasher-Film eine Würze Selbstironie und Satire hinzu. Sich selbst nicht ernst nehmend und voller Anspielungen auf die großen Filme des Genres wurde er zum Auslöser einer neuen Welle, getragen unter anderem von Kevin Williamson. Einen weiteren Höhepunkt erlebte das Genre durch den innovativen Film THE BLAIR WITCH PROJECT, der ganz anders als der übliche Slasher-Film daherkam und SCREAM vom Thron des erfolgreichsten Horrorfilmes stieß. Durch solche Überraschungserfolge wird das Genre wahrscheinlich niemals sterben. Wie man sieht, hat jedes Jahrzehnt mindestens einen Film, der dem Ganzen einen neuen Schub verleiht. 5
4. Definition
Stalk’n’Slasher ist die Bezeichnung für einen speziellen Teilbereich des Horrorfilms, dem auch die SCREAM-Trilogie zuzurechnen ist. Im Teenhorror-Genre wird dieser Bereich auch als Dead-Teenager-Films bezeichnet. Das Hauptthema sind Jugendliche, die von einem Verrückten zuerst verfolgt werden, um dann getötet bzw. aufgeschlitzt zu werden (engl. stalk = verfolgen; slash = zerschneiden). Die Bezeichnung der Dead-Teenager-Filme wurde von den Kritikern aufgegriffen und oft in Texten verwendet für die HALLOWEEN-Nachfolgefilme in den 80er Jahren 6 . 5 s. Geschichte des Teenhorrors unter: http://www.teenhorror.de 6 s. Lexikon unter: http://www.teenhorror.de
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Jule Schäfer, 2002, Scream - Kino der Zitate, Munich, GRIN Publishing GmbH
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