INHALT
WORTERKL ÄRUNGEN 3
1. EINLEITUNG 4
1.1. VORHABEN 5
1.2. VORGEHEN 6
2. HISTORISCHER REKURS 9
2.1. DIE JÜDISCHE BESIEDLUNG PALÄSTINAS 9
2.2. DIE GESCHICHTE JERUSALEMS BIS 1967 14
3. DIE WOH-N UND LEBENSBEDINGUNGEN IN DER ALTSTADT 20
3.1. DIE ALTSTADT 21
3.2. DIE ALTSTADT IM ZWANZIGSTEN JAHRHUNDERT 22
3.3. DIE POLITISCHE BEDEUTUNG DER ALTSTADT 25
3.4. DAS MUSLIMISCHE VIERTEL 27
3.5. DAS CHRISTLICHE VIERTEL 29
3.6. DAS ARMENISCHE VIERTEL 30
3.7. DAS JÜDISCHE VIERTEL 32
3.8. DER HARAM AL-SHARIF 34
3.9. DIE MÄRKTE DER ALTSTADT 35
4. GENTRIFICATION 37
4.1. WAS IST GENTRIFICATION? 37
4.1.1. DAS KONZEPT DER KAPITALUMWANDLUNGEN 39
4.1.2. DER MYTHOS UND SEINE FUNKTION IM GEGENTRIFICATIONPROZEß 41
4.2. DER VERLAUF VON GENTRIFICATION 42
4.3. DIMENSIONEN VON GENTRIFICATION 44
4.4 KONTEXTBEZOGENE BEGRIFFSDARSTELLUNG 45
5. DAS LEBEN IN DEN PALÄSTINENSISCHEN VIERTELN DER ALTSTADT 47
5.1. AUSGEWÄHLTE SOZIALDEMOGRAPHISCHE DATEN 47
5.2. LEBENS- UND WOHNBEDINGUNGEN 47
6. EINFLÜSSE AUF DIE ENTWICKLUNG DER JERUSALEMER ALTSTADT 52
6.1. DIE JERUSALEMPOLITIK DER ISRAELISCHEN REGIERUNG 52
6.1.1. STADTPLANUNGSSTRUKTUREN 57
6.1.2. DIE FINANZIERUNG VON STADTENTWICKLUNG 59
6.2. DIE JERUSALEMER STADTVERWALTUNG 60
6.3. DIE SIEDLER 67
6.4. DER MYTHOS JERUSALEM 75
7. GENTRIFICATION IN JERUSALEM 81
8. QUELLENNACHWEIS 88
TEXTE
ZEITUNGEN/ZEITSCHRIFTEN INTERVIEWS FILME
BILDER
UND
GRAPHIKEN 9. ANHANG 94 2
WORTERKLÄRUNGEN
Ashkenasi Auqaf
Dunum
Eretz Intifada
Jischuv
Knesset
Likud
PLO
Sephardi
Yeshiva
Waqf Westbank
Zionismus
Tauschkurse der verwendeten Währungen:
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(Alte) Israelische Schekel (bis 1985)
Jordanische Dinar Neue Israelische Schekel US-Dollar 1 Schöps,1992,S.494
2 Auskunft der Landeszentralbank
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1. EINLEITUNG
Publikationen über Jerusalem füllen die Regale unzähliger Buchläden weltweit. Sie handeln von der Schönheit der Architektur der Stadt, vom himmlischen Jerusalem, von den Geschichten der Religionen, die ihre Ursprünge in Jerusalem finden und auch von dem politischen Konflikt um die Stadt. Erstaunlich wenige dieser Veröffentlichungen jedoch widmen sich dem alltäglichen Leben der Menschen in Jerusalem. Obwohl nahe liegt, daß das Leben in dieser Stadt von der Geschichte und Gegenwart ihrer religiösen und politischen Konstellationen und Konflikte geprägt ist, existieren auch alle anderen Probleme, die das gesellschaftliche Leben von Großstädten des 20. Jahrhunderts bestimmen; wie zum Beispiel zunehmende soziale Differenzierung und Segregation, Armut, Verslumung oder bauliche Aufwertung von Stadtteilen. In der Kombination liegt die Besonderheit der Stadtentwicklung in Jerusalem.
Die Altstadt Jerusalems stellt sich horizontal wie vertikal als Mosaik ihrer Geschichte dar. In den 5000 Jahren ihres Bestehens hinterließen verschiedenste Besucher und Aggressoren ihre Spuren. Sie liegen in 27 Schichten auf der Fläche von einem Dunum im Zentrum der immer schneller expandierenden Metropole Groß-Jerusalem in der Judäischen Wüste übereinander. Betrachtet man die Stadt, so fühlt man sich, als ob man gleichzeitig durch ein Mikroskop und ein Fernglas schaute.
„There are so many lenses through which to analyze Jerusalem that to examine it with one level of magnification is meaningless unless reference immediately is made to other levels.“ 3 „Stadt der Spiegel“ nennt Albert Aghazarian, ein palästinensisch-armenischer Historiker, das Prinzip, das den verschiedensten Gruppen, die heute in der Jerusalemer Altstadt leben, ein Bild ihrer ineinander verwobenen Geschichte aus Geschichten aufzeigt. 4 Dieser Pluralismus macht es unmöglich, nur einer Gruppe mit historischer Legitimation die Vormachtstellung in der Stadt zuzuschreiben. Derzeit wird das deutlich in den immer wieder scheiternden Debatten um den Status von Jerusalem in den palästinensisch-israelischen Verhandlungen, in denen beide Parteien Anspruch auf die Heilige Stadt als ihre nationale Hauptstadt erheben.
Für die israelische Regierung soll Jerusalem die ewige und ungeteilte Hauptstadt Israels bleiben, die Palästinenser gehen davon aus, daß "Al-Quds Ash-Sharif" (Das verehrte heilige Jerusalem), Ostjerusalem, die Hauptstadt des palästinensischen Nationalstaates sein wird. In Oslo 1993 wurde deshalb die endgültige Entscheidung über den zukünftigen Status Jerusalems aus den „Friedensgesprächen“ ausgeklammert, um die Verhandlungen nicht von vornherein scheitern zu lassen.
Seitdem verstärkte Israel den Siedlungsbau in und um Jerusalem. Die geplante Vorstadt in Har Homa wird nach ihrer Fertigstellung den Ring jüdischer Siedlungen um die Stadt schließen und Ostjerusalem vollständig von der Westbank trennen. Damit wäre den palästinensischen Jerusalemiten ihr ökonomisches und kulturelles Hinterland vollständig abgeschnitten.
3 Dumper,1997,S.1
4 Aghazarian,1996,S.123; in Avnery/Bishara (Hg.)
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Demographische Planvorgaben zeigen die von Israel vorgesehene
Bevölkerungsverteilung in Jerusalem, die die Hauptstadtfrage entscheidend beeinflußen kann.
Selbst im palästinensischen Ostjerusalem leben schon heute mehr Israelis als Palästinenser. Mit einer Politik der geschaffenen Fakten bereitet Israel so die Abschlußverhandlungen um Jerusalem vor.
1.1. VORHABEN
Vor dem geschilderten politischen Hintergrund finden in der Jerusalemer Altstadt sozial-räumliche Prozesse statt, die ihren Charakter als palästinensische und orientalische Stadt und die Sozialstruktur ihrer Bewohner verändert haben und noch weiter verändern werden.
Der Unterschied zwischen dem modernisierten und sehr gepflegten „Jüdischen Viertel“ und den dicht besiedelten palästinensischen Stadteilen, die abseits der touristischen „Trampelpfade“ zunehmend verfallen, ist nicht zu übersehen. Ebenso wenig wie die durchtrainierten jungen Männer mit den am Rücken über dem Gürtel ausgebeulten T-Shirts, die jüdische Familien durch die Straßen der Altstadt begleiten. Um die wachsende Zahl israelischer Flaggen auf Häusern in den palästinensischen Vierteln zu bemerken, muß man allerdings schon genauer hinsehen. Dann bemerkt man auch, daß diese Häuser nicht nur vergitterte Fenster und eisenbeschlagene Türen haben, sondern sich auch in ihrem baulichen Zustand von den umliegenden Gebäuden unterscheiden.
Da in Jerusalem überall Militärs mit den unterschiedlichsten Uniformen präsent sind, übersieht das ungeschulte Auge des Ausländers schnell die vor den Häusern postierten Wachmannschaften. Wenn man allerdings das Glück hat, mit einem Begleiter unterwegs zu sein, der auf solche Details aufmerksam macht, stellen sich die ersten Fragen. Was symbolisieren diese Fahnen und wie überhaupt kommen israelische Fahnen auf Häuser in den palästinensischen Vierteln? Wieso sind die Häuser modernisiert und die anderen nicht? Was bedeutet ein solch offensichtlicher baulicher Unterschied zwischen den palästinensischen und dem israelischen Viertel der Altstadt? Daß israelische Politik auf die Verdrängung von Palästinensern aus weiten Teilen Palästinas ausgerichtet ist, ist allgemein bekannt. Ebenso, daß sich Israel bemüht, in Jerusalem eine jüdische Bevölkerungsmehrheit zu schaffen, um so die „Hauptstadtfrage“ für sich zu entscheiden. Wie aber wirkt sich diese Politik auf das alltägliche Leben und Wohnen in Ostjerusalem aus? Wie also verläuft die Verdrängung von Palästinensern aus Ostjerusalem?
Diesen Fragen möchte ich im Folgenden nachgehen. Dabei möchte ich mich auf die Gebiete der Altstadt beschränken, die sich im Zentrum Jerusalems befinden. Da die zentrale Lage innerhalb der Stadt, die traditionell einzigartige Architektur und die große Bedeutung der Altstadt für drei monotheistische Religionen ihr einen besonderen Status verleihen, wäre es möglich, daß die Altstadt in Zukunft auch ein begehrtes Wohngebiet werden könnte. Wäre es eigentlich möglich, daß sich später in diesen
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Gebieten ein lukrativer Wohnungsmarkt entwickelt, daß die Verdrängung nicht ausschließlich politische Intentionen hätte?
Kann man demnach in Jerusalem ein Phänomen wiederfinden, das so bisher nur in den Großstädten westlicher Industriestaaten beschrieben wurde, die Verdrängung von statusniederen Bevölkerungsgruppen in Innenstadtbereichen durch andere Gruppen mit höherem sozialen Status, in deren Folge diese Stadtbereiche baulich aufgewertet werden. Handelt es sich also in der Jerusalemer Altstadt um Gentrification?
Die Entwicklungen in Jerusalem sind ohne die Einbindung in den historischen Kontext nicht verständlich. Sowohl die ideologischen Rekurse der verschiedenen beteiligten Akteure auf die Geschichte als Legitimation ihres Anspruches auf Land- und Hausbesitz in Jerusalem, als auch die dahinter stehenden politischen Prozesse machen einen Blick in die Geschichte unerläßlich.
Deshalb möchte ich zunächst kurz die Entstehung des Staates Israels skizzieren. Dabei treten Muster zutage, die sich in der Verdrängung von Palästinensern aus der Altstadt Jerusalems zu wiederholen scheinen.
Im Anschluß daran werde ich die Wohn- und Lebensbedingungen in den palästinensischen Vierteln der Altstadt betrachten und dann genauer auf die Tendenzen des gegenwärtigen sozialstrukturellen Wandel dort eingehen. Die ökonomischen Umstrukturierungen, wie zum Beispiel den Wandel der Gewerbestruktur, die Mietpreisentwicklungen etc., zu analysieren, war mir aufgrund fehlenden Datenmaterials nicht möglich.
Ich werde mich in meinen Betrachtungen ausschließlich auf die Prozesse in der Altstadt und spezieller im Muslimischen Viertel beschränken. Sie stehen zwar in engem und oft ursächlichem Zusammenhang zu den Entwicklungen in und um Groß-Jerusalem, es würde jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen, sie in die Untersuchungen stärker einzubeziehen.
Da ich hauptsächlich mit englischsprachigen Quellen gearbeitet habe, verwendete ich die englische Transkriptionsweise für arabische und hebräische Begriffe und Namen.
1.2. VORGEHEN
Die Idee zu dieser Arbeit entstand 1995, als ich ein Jahr an der Hebräischen Universität in Jerusalem studierte. In dieser Zeit war ich sehr oft in der Altstadt und machte Beobachtungen, die möglicherweise auf einen Gentrificationprozeß hinwiesen. Um mich dem von mir vermuteten Phänomen von Gentrification in Jerusalem zu nähern, schien mir eine eingehende Recherche vor Ort unerläßlich. Publikationen zur Stadtentwicklung in der Jerusalemer Altstadt unter diesem Aspekt sind, nach meinem Kenntnisstand, von Deutschland aus nicht verfügbar. Ich wollte deshalb zunächst in den Universitätsbibliotheken vor Ort die verfügbaren Materialien untersuchen und anhand der gesammelten Informationen Fragebögen für die Feldforschung erstellen. Mein Vorhaben ließ sich allerdings so nicht umsetzen, da es keine Literatur zu möglichen Gentrificationprozessen in der Altstadt Jerusalems gab.
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Dieses Manko konnte zwei Ursachen haben. Erstens: Es gibt keine Gentrification in Jerusalem. Oder zweitens: Die Stadtentwicklung Jerusalems wurde noch nicht auf Gentrificationprozesse hin analysiert.
Da ich die Untersuchung nicht ohne eindeutige Beweise gegen meine Vermutung abbrechen wollte, begann ich, offene, unstrukturierte Interviews mit Experten zu führen. Dabei legte ich meinen Gesprächspartnern mein Vorhaben kurz dar und bat sie dann, sich zu der Thematik zu äußern. Einen Leitfaden für die Interviews habe ich nicht erstellt. Zwischenfragen stellte ich dann, wenn mir entweder die Aussagen unklar blieben oder um einen engeren thematischen Bezug wiederherzustellen. Einige der Kontakte wurden mir über die islamwissenschaftliche Fakultät der FU Berlin vermittelt, andere über das ASA (Arbeits- und Studienaufenthalte in Asien, Afrika und Lateinamerika) -Programm der Carl-Duisberg-Gesellschaft.
Zunächst befragte ich Professor Mike Romann, Sozialdemograph an der Universität Tel-Aviv und Mitarbeiter im „Israeli Institute for Jerusalem Studies“. Dann führte ich ein Interview mit Albert Aghazarian, Historiker und Public Relation Manager an der palästinensischen Universität in Bir Zeit. Dort hatte ich auch ein Gespräch mit Salim Tam´ari, der als Professor der Stadtsoziologie an der gleichen Universität lehrt und außerdem Herausgeber der Zeitschrift „Jerusalem Quarterly File“ des „Institute of Jerusalem Studies“ am „Institute for Palestine Studies“ ist. Mein nächster Interviewpartner war Halim Tufakschi, der im Orient-Haus, dem Sitz der PLO in Jerusalem, das Konzept der Palästinenser für die Abschlußverhandlungen über den Status Jerusalems erarbeitet. George Hintilian, der Chronist des Armenischen Patriarchiates, gab mir in einem Gespräch wertvolle Hinweise. Unter anderem zur Strategie meines Interviews mit Adnan Husseini, der nicht nur Nachkomme einer der bedeutendsten palästinensischen Familien Jerusalems ist, sondern auch Generalsekretär der Islamischen Waqf. Ich befragte auch den Public Relation Manager der in der Altstadt bekanntesten und aktivsten jüdischen Siedlerorganisation „Ateret Cohanim“, Yossi Baumol. Außerdem sprach ich mit Yussuf Khouri, einem christlich-palästinensischen Restaurator und Architekten, Daniel Seidemann, Rechtsanwalt bei der israelischen Bürgerrechtsbewegung „Ir Shalem“ und Professor Nazme Joubeh, der als Historiker im Islamischen Museum tätig ist.
Die Interviews mit Bakha (die ihren Nachnamen nicht nennen wollte), Khaled Kurdi und Samer Abd Eid unterscheiden sich von den vorhergehenden, sie waren keine „Expertengespräche“. Ich stellte ihnen einleitend Fragen zu ihrer Wohnsituation. Dabei machten strukturierte Interviewleitfäden ebenfalls keinen Sinn, weil ihre jeweiligen Lebensumstände sehr verschieden waren und auch weil ich sie nicht entsprechend eines Auswahlsystems aussuchte, sondern eher zufällig traf. Gemeinsam ist ihnen lediglich ihr Wohnsitz, die Altstadt. Bakha arbeitet als Chefsekretärin bei „Ateret Cohanim“. Samer Abd Eid ist Bewohner eines der zwei letzten palästinensischen Häuser im Jüdischen Viertel und Besitzer eines Souvenirladens im Christlichen Viertel. Und ich sprach mit Khaled Kurdi, einem ehemaligen Mitglied der PLO, der mir viel über das Leben in der Altstadt während und nach der Intifada erzählte und mir als Dolmetscher sehr half. Diese Interview illustrieren lebensnah die Auswirkungen genau der Prozesse, die ich untersuchen wollte.
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Die verwendete Literatur stammt zum größten Teil aus den Bibliotheken und Zeitschriftensammlungen von Menschenrechts- und Hilfsorganisationen in und um Jerusalem. Besonders hilfreich waren dabei die Bibliotheken und Mitarbeiter vom „Alternative Information Centre“ in Betlehem, der „Passiah-Palestinian Academic Society for the Study of International Affairs“, der „Lawe-Palestinian Society for the Protection of Human Rights and the Environnement“ und vom „ Jerusalem Centre for Human Rights violations“.
Ich verbrachte jeden Tag meines einmonatigen Forschungsaufenthaltes in Jerusalem mehrere Stunden in der Altstadt und versuchte so durch teilnehmende Beobachtung, die Informationen aus der Literatur und den Interviews zu ergänzen. Über informelle Strukturen verbreiten sich in der Altstadt Neuigkeiten um einiges schneller als über die offiziellen Informationsmedien. Aufgrund meiner Bekanntschaft mit Samer Abd Eid und Khaled Kurdi kam ich in Kontakt mit anderen Händlern auf dem Markt und Bewohnern der umliegenden Häuser, deren Erzählungen die Situation in Jerusalem für mich verständlicher machten.
Die so gesammelten Informationen verglich ich dann mit den Beschreibungen und Analysen von Gentrificationprozessen in westlichen Industriestaaten und versuchte, sie auf die von mir beobachteten Prozesse in der Jerusalemer Altstadt anzuwenden. Dazu wurden aus den vorhandenen Theorien kontextbezogene Fragestellungen generiert.
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2. HISTORISCHER REKURS
2.1. DIE JÜDISCHE BESIEDLUNG PALÄSTINAS
Die zionistische Ideologie entwickelte sich im Rahmen der europäischen Nationalstaatsbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Trotz der Assimilation großer Teile des Judentums in die westeuropäische Gesellschaft gab es immer wieder Äußerungen anti-semitischer Ressentiments, wie sich beispielsweise in der Dreyfus-Affaire 1894 in Frankreich zeigte. Der Erlaß von antisemitischen Gesetzen (bspw. 1881 in Rußland), Pogrome, sowie die Ausbreitung des Kapitalismus auch in Osteuropa, wo der größte Teil der Juden ansässig geworden war, jedoch seine ökonomische Basis als Händler, Kaufleute oder Geldverleiher verlor und deshalb nach Westeuropa kam, forcierten die nationalistischen Bestrebungen bei Angehörigen der jüdischen Religion.
Außerdem sahen in Westeuropa assimilierte Juden eine Gefahr für ihre gesicherte ökonomische und soziale Stellung im Falle der Immigration einer großen Anzahl von osteuropäischen Juden, denn:
"Die Judenfrage besteht überall, wo Juden in merklicher Anzahl leben. Wo sie nicht ist, wird sie durch hinwandernde Juden eingeschleppt. Wir ziehen natürlich dahin, wo man uns nicht verfolgt; durch unser Erscheinen entsteht dann die Verfolgung. Das ist wahr, muß wahr bleiben, überall, selbst in hochentwickelten Ländern - Beweis Frankreich - , solange die Judenfrage nicht politisch geklärt ist." 5 Der anwachsende Rückwandererstrom osteuropäischer und mittelloser Juden mußte also umgelenkt werden. Ansonsten befürchtete die westeuropäische jüdische Bourgeoisie ein verstärktes Wiederaufleben des Antisemitismus. Als mögliche Ziele standen außer Palästina auch Zypern, Uganda und der Sinai zur Debatte. Auf dem Ersten Zionistischen Weltkongreß 1897 in Basel sprachen sich die Delegierten jedoch für eine jüdische Besiedlung Palästinas aus. Als politische Protegés des Vorhabens boten sich die europäischen Großmächte an. Für sie integrierten sich nationalstaatliche Bestrebungen der Juden ideal in ihre Nahostinteressen.
Die englische Regierung hatte beispielsweise schon 1876 Suez-Aktien erworben und sah in der geplanten Vereinigung von Ägypten und Syrien eine Gefährdung ihres Zugangs zu dieser strategisch wichtigen Region an der sogenannten Indienroute 6 . Die für eine „Besiedlung“ Palästinas notwendigen Institutionen wurden mit der Gründung des "Jüdischen Nationalfonds"(J.N.F.) 1901 7 , der Boden aufkaufen, verwalten und darauf errichtete Siedlungen finanzieren sollte, wie auch der "Palestine Land Development Company"(PLDC) 1907 8 geschaffen.
5 Herzl (1896),1978,S.201
6 Waltz/Zschiesche,1986,S.22
7 Der „Jewish National Fund“ wurde auf dem 5.Zionistischen Kongreß als offizielle Organisation für den Landkauf in Palästina gegründet. Der gesamte von diesem Fonds aufgekaufte Boden wurde für immer zum Nationaleigentum des jüdischen Volkes erklärt. Pächter solchen Bodens kann nur ein Jude sein. vgl.Waltz/Zschiesche,1986,S.60 8 ebd.
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Auch in Frankreich und Deutschland fiel die Argumentation Herzls: "Für Europa würden wir dort ein Stück des Walles gegen Asien bilden, wir würden den Vorpostendienst der Cultur gegen die Barbarei besorgen." 9 auf fruchtbaren Boden. Großbritannien, das auch 1920 die Mandatsmacht 10 über Palästina vom Völkerbund erhielt, engagierte sich besonders für die zionistische Besiedlung des Landes.
Von der palästinensischen Bevölkerung war in dieser Phase der Verhandlungen kaum die Rede. Die Überlegungen zum Umgang mit den Palästinensern variierten von Integration in den Staat bis zu gezielter Vertreibung, dem Konzept Herzls, das in der Folgezeit so realisiert wurde:
“Die arme Bevölkerung trachten wir unbemerkt über die Grenze zu schaffen, indem wir ihr in den Durchzugsländern Arbeit verschaffen, aber in unserem eigenen Lande jederlei Arbeit verweigern. Die besitzende Bevölkerung wird zu uns übergehen. Das Expropriationswerk muß -ebenso wie die Fortschaffung der Armen- mit Zartheit und Behutsamkeit erfolgen. Die Immobilienbesitzer sollen glauben, uns zu prellen, uns über den Wert zu verkaufen, aber zurückverkauft wird ihnen nichts.“ 11 Auf palästinensischem Boden sollte ein exklusiv jüdischer Nationalstaat errichtet werden. Die anwesende Bevölkerung mit konkurrierenden Ansprüchen auf das Land würde zunächst eingeengt und später vertrieben werden.
„Nun, meine Freunde, wir sollen ein Netz von Bauernkolonien über das Land spannen, das wir erwerben wollen. Wenn man ein Netz spannen will, so schlägt man zuerst an den Stellen die Haken ein, zwischen denen das Netz entstehen soll. Dann spannt man zwischen diesen Haken starke Stricke, dann knüpft man zwischen den Stricken stärkere Fäden und stellt derart ein grobes Maschenwerk her, das man dann nach Bedarf durch das Dazwischenwirken feinerer Fäden zu immer feineren Maschen ausgestaltet. Genauso haben wir, meine ich, vorzugehen.“ 12 Zeitgleich mit den Verhandlungen zwischen zionistischer Bewegung und europäischen Großmächten begann in Palästina schon ein groß angelegter Landkauf durch Juden. Die Inbesitznahme des Bodens konnte Fakten schaffen, die selbst im Fall der Ablehnung der Staatsgründung nicht mehr rückgängig zu machen waren. Mit der neuen Bodengesetzgebung 13 war die Möglichkeit des kommerziellen Erwerbs von Land durch Fremde eröffnet worden. Gleichzeitig befand sich dadurch der Großteil des Bodens im Besitz weniger Familien, was den Ankauf großer Ländereien erleichterte.
9 Herzl (1896),1978, S.213
10 Das Mandatssystem wurde im Völkerbund eingeführt und sollte „fortgeschrittenen Nationen die Vormundschaft über Völker, die sich nicht selbst zu leiten vermögen, übertragen“. Die Mandatsmacht wurde von England übernommen, nachdem König Faisal im Rahmen der arabischen Nationalbewegung das Großsyrische Reich gegründet hatte, das Palästina mit einschloß. 11 Sabri,1973,S.82
12 Oppenheimer,1903, zit. nach Waltz/Zschiesche,1986,S.30
13 Das Islamische Recht war von dem Gedanken geprägt, den Erhalt an bebaubarem Boden zu sichern, sowie seine Nutzung zu garantieren und Land für staatliche Projekte zur allgemeinen Nutzung zur Verfügung zu stellen. Staatsland wurde dort zur Nutzung an Privatpersonen vergeben. In den meisten Fällen wurde es jedoch nicht unter dem Namen des tatsächlichen Nutzers, sondern stellvertretend unter dem Namen des Familienoberhauptes der größten Familie eines Dorfes registriert. Das war erst dann tatsächlich relevant, als Bodenverkauf mehr einbrachte als seine Nutzung, und hierbei die eingetragenen Personen als quasi-Besitzer agierten. 1867 waren in einem Landgesetz Fremde als mögliche Landbesitzer in die Landnutzungsregelungen mit aufgenommen worden. vgl.: Waltz/Zschiesche,1986,S.52
10
Die Finanzierung des Landkaufes organisierten die „Jüdische Kolonial-Treuhand-Gesellschaft“, die „Anglo Palestine Bank“ und das „Palestine Office“. Sie verwalteten private Spendengelder und beschafften Kredite. Den Bodenerwerb übernahmen die „Palestine Land Development Company“ und der „Jewish National Fund“, wobei dieser, gemäß dessen Gründungsprinzipien, auf ewig unveräußerlicher Besitz des jüdischen Volkes sein und auch nur an Juden verpachtet würde. 14
„...Er zitierte Henkins als den bekanntesten und gerissensten Landankäufer der „Palästina-Land-Entwicklungsgesellschaft“, der einen unwilligen palästinensischen Grundbesitzer mit folgenden Worten zum Verkauf gebracht haben soll:“Ich reise nächste Woche nach dem Süden. Bis in 7 Tagen von heute an bin ich noch bereit, dir den Preis zu zahlen, den ich dir angeboten habe. Nachher kaufe ich nicht mehr von dir-aber vielleicht von deinem Sohn. Wir werden um dein Grundstück herumbauen, lauter jüdische Häuser, lauter jüdische Straßen. Du wirst jedesmal, wenn du deinen Boden betreten oder verlassen willst, für unsere Straße einen Franc bezahlen, so auch dein Sohn und deine Enkel, bis die 20.000 Franc bezahlt sind, die ich dir jetzt anbiete. Überlege es dir gut.“...“ 15 Auf dem Land wurden Neueinwanderer, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts größtenteils aus Osteuropa nach Palästina kamen, angesiedelt.
Die Fellachen 16 wurden von der ausschließlichen Verpachtung an Juden völlig überrollt. Bis dato war es für sie bedeutungslos, wer der Besitzer ihres Bodens war, da sie mit ihm nur für die Abführung der Pacht in Kontakt getreten waren. Nach der Übernahme der Länderein durch den J.N.F. jedoch wurden sie von der Bearbeitung des Bodens ausgeschlossen und von dem Land vertrieben.
Die Auswahl der Gebiete entsprach strategischen Gesichtspunkten. Der J.N.F. kaufte Boden in der fruchtbaren Küstenregion, im Jesreel-Tal und und in den nördlichen und südlichen Grenzgebieten.
Bei der Besiedlung griffen Juden häufig noch auf palästinensische Arbeitskräfte zurück. „Ziehen wir in eine Gegend, wo es für Juden ungewöhnlich wilde Tiere gibt -große Schlangen usw.- so benütze ich die Eingeborenen, bevor ich sie in den Übersiedlungsgebieten beschäftige, dazu, diese Tiere auszurotten.“ 17
Bis zum Beginn der britischen Mandatszeit 1920 waren in Palästina 53 zionistische Siedlungen entstanden, jüdischer Landbesitz entsprach zu dem Zeitpunkt mit 650.000 Dunum, 2,5% der Fläche Palästinas. 18
Die Landkäufe entsprachen einer Strategie, die ein Mitarbeiter des Jewish National Fund treffend zusammenfaßte:
„Käufe wurden ausdrücklich an entfernteren Ost- und Westgrenzen unternommen, und die jüdischen Grenzlinien im Negev wurden mit viel Energie und Beharrlichkeit expandiert. Der Lauf der Ereignisse rechtfertigte später diese Aktivitäten völlig, die große Anstrengung und genaue Voraussicht verlangten. Als der große Tag kam und die Vereinten Nationen entschieden, einen jüdischen Staat zu errichten, waren jene, die für die Bestimmung der Grenzen verantwortlich zeichneten, durch die Realitäten gezwungen, jenes Land, das die Juden gekauft hatten, zusammen mit den Siedlungen, die sich darauf
14 Waltz/Zschiesche,1986,S.59
15 ebd.: S.61 16 arab.: Bauern 17 Herzl (1895), 1922,S.108f 18 Waltz/Zschiesche,1986,S.67
11
befanden, einzuschließen. Die Grenzen des neuen Staates, die in einer so merkwürdig gewundenen Weise verlaufen, waren weitgehend ein Erfolg der Juden, ´faits accomplis´ geschaffen zu haben.“ 19 Mit der Schaffung zusammenhängender jüdischer Siedlungsgebiete wurde das Land gezielt geteilt und gespalten. Von Beginn an war so der Grundstein für die Einschränkung territorialer Ansprüche von Palästinensern gelegt.
Die britische Regierung hatte ihre Unterstützung der zionistischen Besiedlung Jerusalems schon in der „Balfour Deklaration“ 1917 erklärt:
„..Die Regierung Seiner Majestät betrachtet die Errichtung einer nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes in Palästina mit Wohlwollen und wird keine Mühe scheuen, die Erreichung dieses Zieles zu fördern, wobei allerdings von der Voraussetzung ausgegangen wird, das nichts geschieht, was nicht den bürgerlichen Rechten der in Palästina bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaft oder den Rechten oder dem politischen Status der Juden in anderen Ländern Abbruch tun könnte...“ 20 Unter dem Schutz der Mandatsmacht entwickelte sich in Palästina ein jüdisches Gemeinwesen, eine rein jüdische Ökonomie, eine jüdische Miliz und ein gewählter jüdischer Nationalrat, der 1925 eine nur für Juden geltende Verfassung verabschiedete. 21 Die palästinensische Gesellschaft hingegen war nach dem Ende der Osmanischen Herrschaft direkt der britischen Mandatsmacht unterstellt worden. Ihre Repräsentanten wurden offiziell nicht anerkannt, Vorstellungen von Formen nationaler Selbstverwaltungen nicht gehört. Als die am zahlreichsten vertretene Bevölkerungsgruppe Palästinas hatten Palästinenser die wenigsten politischen Rechte in dem Land.
Die Immigration nach Palästina stieg nach dem Beginn des deutschen Faschismus und des organisierten Anti-Semitismus in Europa in den 30er Jahren sprunghaft an. 1939 standen
445 457 Juden in Palästina 997 498 einheimischen Palästinensern gegenüber und bildeten somit 33% der Landesbevölkerung. 22
Die rasante Einwanderung von Juden und deren organisierte Landnahme führte zu massiven Widerständen auf Seiten der Palästinenser. Sie gingen 1936 in einen sechsmonatigen Generalstreik, der in schwere Auseinandersetzungen über die Dauer von drei Jahren mündete. Die Aufstände wurden daraufhin von den Truppen der Mandatsmacht und zionistischen Milizen blutig niedergeschlagen. 23 1939 erarbeitete die britische Regierung, zeitgleich mit der Zunahme von Repressionen gegen Juden in Europa und besonders im faschistischen Deutschland, das sogenannte „Weißbuch“, das die Einwanderung von Juden nach Palästina auf 75 000 Menschen pro Jahr beschränkte. Ab 1944 sollte die jüdische Einwanderung enden und dann in Palästina ein jüdisch-palästinensischer Staat etabliert werden. 24 Daraufhin wurden Einrichtungen der britischen Mandatsmacht ebenso wie palästinensische Institutionen, Ziel von Terroraktionen paramilitärischer jüdischer Verbände. Innerhalb der jüdischen
19 Granott, zit. nach Waltz/Zschiesche,1986,S.92
20 Balfour Deklaration zit. nach Waltz/Zschiesche,1986,S.28 21 ebd.,S.69 22 ebd.,S.75 23 ebd. 24 ebd.
12
Gemeinschaft waren diese Terroraktionen nicht unumstritten und Linkszionisten forderten die Einstellung der Angriffe. 25 Ebensowenig bestand Einigkeit innerhalb der zionistischen Bewegung zum Umgang mit Palästinensern im zukünftigen Staat Israel, ich habe mich hier lediglich auf die Darstellung der Variante, die später auch so realisiert wurde, beschränkt.
Die Erfahrung mit der planmäßigen Vernichtung von 6 Millionen Juden hatte unter den Zionisten den Willen hervorgerufen, mit der „Schlachtbankmentalität“ des religiösen Judentums abzuschließen und ein wehrhaftes jüdisches Volk zu erziehen. Der Kampf um Israel und die Vertreibung der Palästinenser wurde zur ersten Feuerprobe dieser neuen jüdischen Mentalität.
Im Februar 1947 erklärte der britische Außenminister das Mandat in Palästina als gescheitert und übergab der UNO die Verantwortung zur Lösung des Konfliktes. Dort wurde in einem Sonderkomitee der Teilungsplan für Palästina erarbeitet. Demzufolge sollten auf palästinensischem Territorium zwei Staaten, ein jüdischer auf 56,47% der Fläche und ein palästinensischer auf den verbleibenden 42,88% der Fläche, gegründet werden. (Zu dem Zeitpunkt lebten in Palästina ca. 1,38 Mio Palästinenser und 609 000 Juden. 26 ) Der Großraum Jerusalem sollte unter internationale Verwaltung gestellt werden. Die Teilungsresolution wurde im November 1947 gegen die Ablehnung der palästinensischen Bevölkerung des Landes und der arabischen Staaten beschlossen. 27 Daraufhin brach in Palästina ein Bürgerkrieg aus, den die jüdischen Kampfverbände für sich entschieden.
Noch vor der Staatsgründung Israels konnten die Grenzen des Landes über die von der UNO zugesprochene Fläche hinaus erweitert werden. Entsprechend des vorab erstellten Plan „Dalet“ 28 wurden Palästinenser in militärischen und paramilitärischen Aktionen von ihrem Land vertrieben. Die bekannteste dieser Aktionen war die vollständige Zerstörung des Dorfes Deir Yassin. Die „Irgun“, eine der paramilitärischen jüdischen Milizen, überfiel unter dem Kommando Menachim Begins das Dorf, ermordete alle 254 Bewohner und machte die Häuser dem Erdboden gleich. 29 Mit der Androhung der Wiederholung solcher Terrorakte sollte eine Massenflucht von Palästinensern ausgelöst werden. Lautsprecherwagen fuhren durch die Dörfer und verbreiteten Gerüchte über Seuchengefahr. In Radiosendungen wurden die Palästinenser „von arabischen Führern“ zum Verlassen ihrer Dörfer aufgefordert. Und die Aktionen glückten. 700 000 Palästinenser flohen in die arabischen Nachbarländer, Israel dehnte sein Staatsgebiet auf 77% der Fläche Palästinas aus. 30
Am 14. Mai 1948 wurde der Staat Israel gegründet, einen Tag später traten die vereinten Armeen Ägyptens, Transjordaniens, des Irak, Syriens, des Libanon in einen „Krieg um Palästina“ ein. 31 Die israelische Armee siegte und annektierte während dieses Krieges
25 Schreiber/Wolffsohn,1996,S.120f
26 Waltz/Zschiesche,1986,S.92 27 ebd.,S.94ff 28 ebd.
29 Interview Khouri,1998,Jerusalem 30 Waltz/Zschiesche,1986,S.96 31 Schreiber/Wolffsohn,1996,S.130
13
weitere 365 palästinensische Dörfer und die Städte Tiberias, Haifa, Jaffa, Safed und Baisan. 32
2.2. DIE GESCHICHTE JERUSALEMS BIS 1967 33
Da gerade die Gründer der Stadt einen der Zankäpfel im Kampf um die Vormachtstellung in Jerusalem ausmachen, scheint es ausgesprochen schwierig zu sein, allgemein anerkannte Informationen über den Beginn der Geschichte einer der heiligsten noch existierenden Städte der Welt zu erhalten.
So stellt sich der Staat Israel in Nachkommenschaft des jüdischen Reiches unter König David 34 , der ca. 1000 v. u. Z. in Jerusalem einmarschierte und es zur Reichhauptstadt machte, um mit einem zentral gelegenen Regierungssitz die Gebiete der jüdischen Stämme Judah und Benjamin zu vereinen. Zu dem Zeitpunkt war die Stadt schon 2 000 Jahre alt.
Kanaanitische Stämme hatten um 3000 vor unserer Zeitrechnung auf einer ca. 4,7 ha großen Fläche die Stadt „Jebus“ gegründet. Etwa 500 Jahre später gab einer dieser Stämme, die Jebusiter, der Stadt den Namen „Urusalim“. Der erste schriftliche Hinweis auf Urusalim findet sich in einem ägyptischen Text von 1842 v. u. Z., Ausgrabungsfunde deuten auf eine permanente kanaanitische Besiedlung in dieser Zeit hin. Zwischen dem 12. und 15. Jhd. v. u. Z. war Urusalim Vasallenstadt unter der Oberherrschaft Ägyptens.
1200 v. u. Z. wurde der Jerusalemer König von den Israeliten besiegt und nach einem 200-jährigen Krieg besetzte König David die Stadt. Jerusalem entwickelte sich wegen seiner strategisch günstigen Lage an einer Ost-West-Handelsroute zum Warenumschlagplatz.
Die Macht der Israeliten über die Stadt wurde öfter von anderen Besatzungen unterbrochen: 926 von einer Ägyptischen Besetzung, von 840 bis 810 herrschte ein syrischer König in Jerusalem, 720 kamen die Babylonier und herrschten bis 627, als Nebuchadnezzar Jerusalem eroberte, vollständig zerstörte und die Israeliten ins Babylonische Exil schickte. Einige Jahre später lies Cyrus, der König von Persien, die (so genannten) Hebräer zurückkehren und ihren Tempel wiedererrichten. Das Territorium Palästina geriet nach der persischen unter die Macht Alexanders des Großen, der Ptolemäer aus Ägypten, der Griechen und des Römisch-Byzantinischen Imperiums. Im Jahre 70 unserer Zeitrechnung wurde nach einem Aufstand der Maccabäer 35 dann auch der zweite jüdische Tempel zerstört und 135 nach der Umbennenung der Stadt in „Aelia Capitolina“ der größte Teil der nach wie vor aufständischen Juden der Stadt verwiesen. Dieser Zeitpunkt beschreibt den Beginn der jüdischen Diaspora.
Nach der Hinrichtung ihres geistigen Vaters, Jesus von Nazareth, etablierte sich in dieser Zeit die erste christliche Gemeinschaft in Jerusalem. Später begann sich auch der Handel, den die christliche Pilgerschaft nach sich zog und der eines der grundlegenden
32 ebd.,S.155
33 vgl. zu diesem Abschnitt: Cattan,1987,S.149ff, Dumper,1997,S. 11ff, de Jong,1996,S.3ff 34 Hodgkins,1996,S.56
35 Einer der jüdischen Stämme
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Elemente der städtischen Ökonomie von Jerusalem wurde, zu entwickeln. Um so mehr nachdem Kaiser Constantin im 4. Jahrhundert zum Christentum konvertierte und aus der römischen Grenzstadt die Stätte der Wiege der im Reich vorherrschenden Religion wurde. Seine Mutter, Königin Helena, ließ 336 die Grabeskirche am Ort der Kreuzigung aufbauen.
Als Umar Ibn Kattab, der Nachfolger des Propheten Muhammad und der erste Kaliph des Islam, 638 nach der muslimischen Invasion zum Stadthalter wurde, markierte er den Beginn der muslimischen Herrschaft über Jerusalem, die mit einer hundertjährigen Unterbrechung der Kreuzrittervorherrschaft bis 1967 bestand.
Die politische Bedeutung Jerusalems wuchs proportional zu seiner religiösen Bedeutung. Zwischen 685 und 709 wurden der Felsendom, der Ort, von dem aus Muhammad seine nächtliche Himmelsreise begonnen haben soll, und die Al-Aqsa-Moschee errichtet. Damit wurde der Haram Al-Sharif 36 zur drittheiligsten Stätte des Islam. Zuvor hatten am gleichen Ort die jüdischen Tempel gestanden. Mit Hilfe der Aufwertung des religiösen Status von Jerusalem versuchten die Ummayaden, Pilger aus Mekka abzuziehen, wo ihre politischen Rivalen herrschten, und so ihre eigene politische Bedeutung zu erhöhen. Jerusalem erhielt den Beinamen „Beit Al-Maqdis“, Haus der Heiligkeit, wovon sich der arabische Name der Stadt „Al Quds“ -Die Heilige- ableitet.
Zum Ende des zehnten Jahrhunderts war die Zahl christlicher Pilger nach Jerusalem so angestiegen, daß sie eine ernsthafte Gefährdung der muslimischen Vormachtstellung darstellten und 1099 nahmen die Kreuzritter die Stadt ein. Die Kreuzritterperiode wurde mit der Vertreibung und Abschlachtung der Einwohner der Stadt eingeleitet. Zeitgenössische Quellen berichten davon, daß die Soldaten Gottes auf dem Haram Al-Sharif knietief in Blut und menschlichen Körperteilen wateten. 37 Daraufhin setzte ein massives Kirchenbauprogramm ein. Das so demonstrierte Interesse europäischer Mächte erhöhte auch arabische und muslimische Aspirationen auf Jerusalem und 1187 wurde die Stadt von Salah ed-Din für die Muslime zurückerobert. Die daran anschließende Ayyubidische Periode war gekennzeichnet von verstärktem Bau von Häusern, Märkten, öffentlichen Bädern und Pilgerhotels. Außerdem wurden religiöse muslimische Stiftungen als Verwaltungen gegründet, um die städtischen Einkommen zu organisieren.
Sultan Selim übernahm 1517 die Schlüssel zum Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee und damit die Herrschaft in Jerusalem. Während in der Mamlukischen Periode kaum gebaut worden war und Jerusalem als Sitz exilierter und pensionierter mamlukischer Prinzen und Würdenträger diente, verdankt es der Ottomanischen Zeit die noch heute intakte Stadtmauer. Die Stadt, die von Häfen und Handelsrouten an der Küste in einige Entfernung lag und weder bedeutende natürliche Ressourcen noch Produktionsstätten hatte, lebte vom Pilgergeschäft und Stiftungsgeldern.
Die entstehende politische und religiöse Hierarchie verwaltete die Heiligtümer der drei Religionen und die zugehörigen Stiftungen und Spenden aus dem Ausland. Über die
36 arab.: Heiliger Ort
37 Dumper,1997,S.15
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Verwaltung christlicher Heiligtümer erlangten europäische Länder wieder Einfluß in Jerusalem, so hatten gegen Ende des 19. Jhd die Konsuln Frankreichs und Großbritanniens erheblichen Einfluß auf politische Entwicklungen in der Stadt wie beispielsweise die Machtkämpfe zwischen den verschiedenen christlichen Glaubensgemeinschaften.
1840 erhielt Jerusalem den Status einer Provinzhauptstadt. Einerseits kam das einer Anerkennung seiner religiösen und politischen Bedeutung gleich, andererseits konnte die Ottomanische Zentralregierung damit auch direkter kontrollierend in die Angelegenheiten vor Ort eingreifen. Allerdings wurde diese nach dem Krimkrieg zunehmend schwächer, was für Jerusalem zur Folge hatte, daß im majlis 38 führende Jerusalemer Familien die Stadtverwaltung übernahmen. Nun hatten auch die europäischen Konsuln freiere Eingriffsmöglichkeiten in die Stadtpolitik, französische und britische Bewohner der Stadt unterstanden beispielsweise ihrer Rechtssprechung. So übernahmen die führenden europäischen Staaten jeweils die Protektion einer nichtmuslimischen religiösen Gruppierung in der Stadt.
„The European powers did not strive for territorial control in Palestine but for „influence“. The easiest way to establish „influence“ was the policy of the „protection“ of religious minorities. The Russians already had the Orthodox Christians and the French had the Catholics to „protect“. To draw even, England and Prussia (later Germany) had to find or to create their own minorities to be „protected“: From 1839 the British took the Jews under their wing, and a small Protestant community was created by way of conversion. The policy of religious-cultural penetration and of „religious protectorates“ thus made Jerusalem an arena of European rivalries.“ 39
Außerhalb der Stadtmauern entstand eine europäischen Städten ähnliche Neustadt. Zur Zeit des Ersten Weltkrieges war Jerusalem zur größten Stadt Palästinas gewachsen und zum Zeitpunkt des britischen Einmarsches 1917 hatte sich zum arabischislamischen Charakter der Stadt ein europäischer hinzugesellt. Die ökonomische Situation, die Versorgungsdienste und die Infrastruktur verbesserten sich mit dem Zuzug von Regierungsbehörden während der Mandatszeit. Auch der Einfluß bedeutender Jerusalemer Familien erhielt nochmals ein größeres Gewicht. Während sie zwar vom islamischen „Hinterland“ (Damaskus, Beirut) abgeschnitten waren und statt in einem souveränen muslimischen Staat nun unter ausländischer Herrschaft lebten, konnten sie auf lokaler Ebene mittels des „Supreme Muslim Council“ 1921 selbst die Angelegenheiten in den „sharia“- 40 Gerichtshöfen und den Islamischen Auqaf kontrollieren.
Gleichzeitig entwickelte sich unter dem europäischen Protektorat die christliche Gemeinde Jerusalems. Sie bestand größtenteils aus arabischen aber auch europäischen Gläubigen. Durch die besondere Förderung eines Teils der Gesellschaft 41 erreichte die britische Mandatsmacht nach ihrer Etablierung 1920, wie auch in anderen Kolonien, die Spaltung der indigenen Gemeinschaft. In Jerusalem wurde das spürbar, als Muslime in
38 arab.: Rat 39 zit. nach Dumper,1997,S.18 40 islamische Rechtssprechung 41 Teile und Herrsche
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Vertretung des palästinensischen Volkes versuchten, gegen die ständig anwachsende Einwanderung von Juden nach Jerusalem, in der Mandatszeit einzuschreiten. Wohlhabende arabisch-christliche Familien wohnten dann schon, so wie die jüdischen Neueinwanderer, in der Neustadt und waren damit von der arabischen Gemeinschaft abgeschnitten.
Auch die jüdische Bevölkerung, die sich zwischen 1922 und 1946 verdreifachte und damit ca. die Hälfte der Bewohner Jerusalems stellte 42 , hätte sich ohne aktiven Einfluß der Britischen Mandatsmacht so nicht entwickelt. 43
Im November 1947 beschloß die neugegründete UNO einen Teilungsplan für Palästina, der Jerusalem als demilitarisierten „Corpus separatum“ unter internationale Verwaltung stellte. 44 Obwohl dieser Plan als „Empfehlung“ der Vereinten Nationen nicht den Status internationalen Rechtes hatte, schränkte er doch als moralisches und politisches Memorandum die Möglichkeiten der Souveränität eines einzelnen Staates über die Stadt ein.
In einem Kolloquium arabischer Juristen über Jerusalem 1967 wurde dazu festgestellt: „Alle Systeme der Internationalisierung, die bekannt sind, setzen die Zustimmung des für das betreffende Territorium zuständigen Staates voraus, der seinen Verzicht auf die Souveränität in einem Vertrag zum Ausdruck bringt, wie das z.B. für Tanger oder Triest war. Bei dem internationalen Regime für Jerusalem (Quds) ist das in keiner Weise geschehen; die für das Territorium zuständige souveräne Nation ist nicht gefragt worden; es wurde ihr vielmehr ein Status aufgezwungen, wonach die Stadt zum corpus separatum gemacht und von den Vereinten Nationen verwaltet wurde.“ 45 Die Internationalisierungspläne, rechtmäßig oder nicht, schlossen jedenfalls die Möglichkeit aus, Jerusalem zur Hauptstadt eines der Nachfolgestaaten der Britischen Mandatsverwaltung zu erklären.
Noch während des Abzuges der britischen Kräfte aus der Stadt 1948 brachen Kämpfe aus, in deren Folge Ost- und Westjerusalem getrennt wurden und unter jordanischer bzw. israelischer Besatzung blieben. Zwölf der 15 arabischen Vororte wurden von den israelischen Einheiten besetzt, ihre arabischen Bewohner vertrieben und Land und Gebäude entsprechend der „Absentee Propertee Regulations“ 46 in die Hände des „Jewish National Funds“ übergeben. In der Waffenstillstandserklärung vom 29. April 1949 zwischen dem Haschemitischen Königreich Jordanien und dem Staat Israel einigten sich die Kriegsparteien auf eine administrative Teilung der Stadt. Ostjerusalems gelangte unter jordanische Verwaltung und der Staat Israel erhielt den Westteil und
42 Dumper,1997,S.20
43 vgl.: Waltz/Zschiesche,1986 44 Dumper,1997,S.31 45 zit. nach Waltz/Zschiesche,1986,S.350
46 Das „Absentee Property Law“ wurde 1950 in Kraft gesetzt und legt fest, daß Land, dessen Besitzer zwischen dem 29. November 1947 und dem 15. Mai 1948 abwesend war, konfisziert wird.Zu diesem Zeitpunkt war der Bürgerkrieg in Palästina vor der Staatsgründung Israels. Dieses Gesetz wird heute in der Praxis auch auf Ostjerusalem angewandt, obwohl die israelische Besatzung erst 1967 dort begann. (A Report by the Palestinian Housing Rights Movement and Habitat International Coalition,1996,S.12)
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somit 84,12% der Gesamtfläche Jerusalems. 47 Auch durch die Entwicklung der folgenden Jahre wurde damit die Stadt nachhaltig zerteilt.
Da das Haschemitische Königreich von Jordanien wenig Interesse an einer eigenständigen Entwicklung der Stadt hatte 48 , gab es kaum Investitionen in Ostjerusalem, so daß die ökonomische, infrastrukturelle und versorgungstechnische Situation stagnierte. Die Wasser- und Stromversorgung war unregelmäßig. Im April 1949 wurde eine jordanische Stadtverwaltung eingesetzt, die die Besteuerung, Erteilung von Baugenehmigungen und die technische Versorgung der Stadt regeln sollte. Der größte Teil der Regierungsbehörden, wie z.B. das Ministerium für Landwirtschaft und das Bildungsministerium, wurden nach Amman versetzt. Die führende Haschemitenfamilie war keineswegs daran interessiert, Jerusalem zur Hauptstadt des Jordanischen Königreiches zu deklarieren oder der Stadt einen besonderen politischen Status zu verleihen. Zwar wurde Jerusalem 1953 der Titel der „Zweiten Hauptstadt“ Jordaniens verliehen, aber das war in erster Linie eine Antwort auf die Versuche des israelischen Staates, internationale Anerkennung Westjerusalems als israelischer Hauptstadt zu erzwingen. (Israel hatte den Sitz des Staatspräsidenten 1952 nach Jerusalem verlegt, so waren internationale Diplomaten verpflichtet, dort zu offiziellen Empfängen zu erscheinen.) 49 Pläne, dem Hauptstadtstatus Ostjerusalems mit dem Bau von Regierungsämtern feste Formen zu geben, wurden nie in die Tat umgesetzt. Ohne nennenswerte Investitionen in die Stadtentwicklung, ohne eine korrespondierende Erweiterung der Befugnisse der Ostjerusalemer Stadtverwaltung sowie dem Fehlen von Institutionen mit internationaler Bedeutung, war die Übertragung des neuen Status an Ostjerusalem lediglich eine politische Manifestation. In der Waffenstillstandserklärung von 1949 garantierte Jordanien freien Zugang zu den Heiligen Plätzen, die fast alle auf Ostjerusalemer Gebiet liegen. Da Israel aber den palästinensischen Flüchtlingen aus Westjerusalem die Rückkehr zu ihren Häusern verweigerte, ließen die jordanischen Behörden im Gegenzug jüdische Gläubige nicht zur Klagemauer zum Beten. Mit der Notwendigkeit, Zugang zu den Heiligen Plätzen zu gewährleisten, begründete Israel später die Besetzung der Altstadt im Juni 1967.
Westjerusalem wurde mit in das israelische Staatsgebiet eingegliedert. 1949, noch während der Waffenstillstandsverhandlungen, transferierte die israelische Staatsführung das Parlament und einige Ministerien nach Jerusalem. Im Januar 1950 erklärte die Knesset Jerusalem zur Landeshauptstadt.
Mehr als die Hälfte der Fläche Westjerusalems hatte ursprünglich palästinensische Besitzer. Dieses Land wurde mit Hilfe eines Netzwerkes von Gesetzen, die die Knesset verabschiedete, an israelische Organisationen, wie den Jewish National Fund und die
47 Dumper,1997,S.31
48 Das Jordanische Königshaus war vielmehr daran interessiert, Amman als Hauptstadt auszubauen und damit auch den Einfluß der Husseini-Familie, einer der führenden Jerusalemer Familien, mit der es verfeindet ist, zu beschneiden. 49 Dumper,1997,S.33ff
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Sylvie Tappert, 1999, Gentrification in Jerusalem?, München, GRIN Verlag GmbH
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