Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Überblick zur Migrantenverteilung. 4
3 Bildungsbeteiligung 6
3.1 Bildung der Migranten nach PISA-Resultaten 6
3.2 Bildungsbeteiligung nach Schulabschlüssen 7
3.3 Diskussion. 9
4 Förderung von Kindern aus Migrantenfamilien. 10
4.1 Offizielle Empfehlungen und Maßnahmen 10
4.2 Realisierungskonzepte 11
4.2.1 Vorkurse 11
4.2.2 Kindergarten. 11
4.2.3 Sprachstanddiagnose 12
4.2.4 Deutschkurse. 12
4.2.5 Fachbetreuer 13
4.2.6 Ganztagsunterricht 14
4.2.7 Maßnahmen an Hauptschulen. 15
4.2.8 Hausaufgabenhilfe 16
4.2.9 Religionsunterricht. 16
4.2.10 Muttersprachlicher Unterricht 16
4.3 Initiativen und Modelle 17
4.4 Diskussion. 18
5 Zusammenfassung 18
6 Literatur 20
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Migrantenanteile in Deutschland, Hessen und Bayern. 5
Tabelle 2: Migrantenverteilung in Schulen 5
Tabelle 3: Kompetenzunterschiede in der Bildung 7
Tabelle 4: Vergleich des Werdegangs in Schulen. 9
Tabelle 5: Typen von Sprachlernklassen in Bayern. 13
Tabelle 6: Anzahl der Deutschkurse in Hessen. 13
Tabelle 7: Schüler mit fremdsprachlichem Unterricht 16
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1 Einleitung
Eine Untersuchung zur Bildungsbeteiligung und Förderung von Kindern aus Migrantenfamilien in unterschiedlichen Bundesländern ist insbesondere aufgrund der Ergebnisse der PISA-Studie von hoher Relevanz. Diese hat gezeigt, dass der sozioökonomische Hintergrund des Elternhauses die Leistungen der Schüler 1 in Deutschland stärker beeinflusst als in jedem anderen Land der OECD. Bei gleichen kognitiven Voraussetzungen bzw. fachlichen Leistungen werden Schüler aus den unteren sozialen Schichten, zu denen oft auch Migranten gehören, deutlich benachteiligt (BRÜGELMANN & HEYMANN 2002). In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage wie die Bundesländer Hessen und Bayern die Fähigkeiten der Migranten fördern. Hessen und Bayern haben bei der Ausgestaltung der Bildungsbeteiligung und Förderung von Migranten Länderkompetenzen. Gesetzgebung und Verwaltung im Bildungswesen werden nämlich nicht vom Staat organisiert, der überwiegende Teil der Kompetenzen liegt bei den Ländern. Dieser Sachverhalt begünstigt die Analyse der Bildungsförderung von Migranten, da die Antworten mehr oder weniger divergieren. Ein Vergleich von zwei Bundesländern ist im Rahmen dieser Hausarbeit folglich besonders aufschlussreich.
2 Überblick zur Migrantenverteilung
In Deutschland lebten Ende 2001 rund 82,44 Millionen Personen. Von diesen waren 7,32 Millionen (9%) Ausländer (STAT. BUNDESAMT 2002). 2 Hessen: Hessen ist im Vergleich zu Bayern und Deutschland ein Bundesland mit einem hohen Ausländeranteil (Tab. 1). Von den Flächenländern hat nur Baden-Württemberg mit 12,5% einen höheren Ausländeranteil als Hessen. Hessen hat 730.500 Ausländer, davon besuchen rund 130.000 allgemein bildende und berufliche Schulen in Hessen. Hinzu kommen viele eingebürgerte Kinder von Spätaussiedlern, die erst noch besser Deutsch lernen müssen.
In den vergangenen sechs Schuljahren wurden 66.000 Schüler - in der Regel ohne Deutschkenntnisse und ohne vorher eine deutsche Schule besucht zu haben - als
1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet.
2 Zu den Ausländern werden Personen gerechnet, die nicht Deutsche im Sinne des Art. 116 Abs. 1 des Grundgesetzes sind. Nicht zu den Ausländern zählen deutschstämmige Aussiedler aus den osteuropäischen Staaten und Deutsche die zugleich eine fremdeStaatsangehörigkeit besitzen.
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Seiteneinsteiger in hessische Schulen aufgenommen (HKM 2003). In Hessen ist der Anteil der Migranten an 15 jährigen Schülern fast doppelt so hoch wie in Bayern (Tab.2).
Tabelle 1: Migrantenanteile in Deutschland, Hessen und Bayern
Ausländeranteile Ausländer gesamt Türken Jugoslawen Italiener Griechen
Quellen: HKM 2002, STAT. BUNDESAMT 2002, StMUK 1998
Bayern: Der Anteil der Ausländer entspricht dem bundesdeutschen Durchschnitt. Der Anteil der Jugoslawen ist ausgesprochen hoch (Tab 1). Im Vergleich zu Hessen hat Bayern mit 22,4% einen vergleichs weise moderaten Anteil 15-Jähriger mit Migrationshintergrund schulisch zu versorgen (Tab 2). Der Anteil an Türken und Italienern ist in Bayern etwas geringer. Auf die Zusammenhänge zwischen Nationalität und Bildungsbeteiligung wird im Folgenden eingegangen.
Tabelle 2: Migrantenverteilung in Schulen
Migrationsparameter Migranten an Schulen gesamt Migranten an Schulen (ohne Berufsschule) türkisch jugoslawisch italienisch griechisch afghanisch
Anteil der Migranten an 15 j. Schülern (Pisa) 15-Jährige mit Migrationsgeschichte Anteile: Türken, Polen, Italiener (%) Quelle: BAUMERT et al. (2002)
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3 Bildungsbeteiligung
Die Bildungsbeteiligung wird anhand einer globalen Beurteilung (PISA-Studie) und danach mit einer schulischen, landesweiten Vergleichsstudie der Abschlüsse der Migranten untersucht.
3.1 Bildung der Migranten nach PISA-Resultaten
Ein Vergleich der Bundesländer Hessen und Bayern ist wegen der unterschiedlichen Positionen im „Ranking“ der PISA-Studie interessant. Bayern hat fast nur Spitze nplätze erreicht und es stellt sich die Frage, ob sich diese Situation auch auf die Migranten übertragen lässt oder ob eine Selektion auf Kosten der Schwächeren vorgenommen wird. Hessen liegt punktemäßig eher im (unteren) Mittelfeld und folglich stellt sich auch hier die Frage ob im Vergleich zu Bayern die Förderstrategien ungünstig sind, oder ob ganz gezielt ein „starkes unteres Mittelfeld“ gefördert wird. Auch sei zu erwähnen, dass Deutschland bei der PISA-Studie ziemlich schlecht abgeschnitten hat. Europäische Nachbarn wie Finnland, Großbritannien, Schweden, Belgien, Schweiz und Frankreich, große außereuropäische Industriestaaten wie Kanada, Australien, Japan, Korea und Neuseeland liegen vor den deutschen Spitze nkandidaten.
Gerade in Bezug auf die Migranten wurde Deutschland eine besondere schulische Benachteiligung konstatiert. Die Ursache hierfür wird maßgeblich darin gesehen, dass die BRD ein international gesehen sehr früh selegierendes Schulsystem hat. Bei einigen Ländern mit integrativen Schulsystemen wie z.B. Finnland, Kanada, Schweden und Japan wurden sehr hohe Leistungen bei gleichzeitig geringen Unterschieden zwischen leistungsstarken und -schwachen Schüler erzielt (BRÜGELMANN & HEYMANN 2002).
Bayern/Hessen: Bayern investiert mehr in seine Schüler. Lehrermangel ist nur halb so häufig wie in Hessen, darüber hinaus erhalten die Schüler erheblich mehr Unterricht (Tab 3). Im Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften wurden in Bayern selbst bei einem bundesweiten Vergleich die höchsten Kompetenzstufen erzielt (DANNHÄUSER 2001). Im Vergleich zu Hessen kann Bayern auch noch auf einen geringeren Anteil an Risikomigranten (Kompetenzstufe I) verweisen (Tab 3). Gerade beim Lesen ist der Anteil der Risikomigranten in Bayern um ein Drittel niedriger. Auch beim Rechnen ist der erfolgreiche Abstand zu Hessen deutlich. Das be-
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deutet, dass das bayrische Schulsystem im Vergleich zum Hessischen nicht nur die Spitze, sondern auch die Schwachen so fördert, dass sie besser abschneiden. Man kann aber auch aus Tabelle 3 ablesen, dass es beim landesinternen Vergleich Migrant/Deutscher, in Hessen zu einem 1:2 und in Bayern zu einem 1:3 kommt. Das heisst, in Bayern sind die Migranten dreimal häufiger Risikokandidaten als die Deutschen, in Hessen jedoch „nur“ zweimal 3 .
Tabelle 3: Kompetenzunterschiede in der Bildung
Kompetenzparameter Zurückstellung bei Einschulung Lehrermangel Unterrichtsstunden Klasse 1 -9 Lesen = Kompetenzstufe 1, Migrant Lesen = Kompetenzstufe 1, deutsch Rechnen = Kompetenzstufe 1, Migrant Rechnen = Kompetenzstufe 1, deutsch Quelle: BAUMERT et al. (2002)
3.2 Bildungsbeteiligung nach Schulabschlüssen
Deutschla nd: Die Bildungsbeteiligung, d.h. der Besuch weiterführender Schulen, ist bis Mitte der 90er Jahre bei den ausländischen Kindern kontinuierlich angestiegen. Danach ist der Anteil der Gymnasiasten und Realschüler wieder gesunken und es sind mehr Migranten und im geringen Umfang auch mehr deutsche Kinder auf die Haupt-, Sonderschule geschickt worden (s. Tab 4).
Bei den Migranten wird sowohl deutschlandweit wie auch beim länderinternen Vergleich eine Segmentierung nach Nationalitäten festgestellt, so sind die Spanier mit dem höchsten Anteil an Realschulen, Gymnasien und Auszubildungsstätten vertreten. Griechische Jugendliche sind seltener in einer Ausbildung, aber sehr häufig in der Sekundarstufe II, teils an griechischen, teils an deutschen Gymnasien zu finden (s. Tab 4). Die italienischen und türkischen Schüler besuchen besonders selten Gymnasien. Sie haben schlechte schulische Voraussetzungen und weisen niedrige Schulabschlussquoten auf (vgl. KOCH 2002). Für den relativ hohen sozialen Erfolg
3 Beispiel Hessen: „lesen“ 32% = 2 x 16%
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Arbeit zitieren:
Stefan Schwarzwälder, 2003, Vergleich der Strategienvon Bildungsbeteiligung und Förderungvon Kindern aus Migrantenfamilien in Bayern und Hessen, München, GRIN Verlag GmbH
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Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
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