INHALT
1. EINLEITUNG SEITE 3
2. DIE FRAU IN DER GESELLSCHAFT SEITE 5
3. INHALT SEITE 7
4. RIPLEY SEITE 8
4.1. WARRANT-OFFICER ELLEN RIPLEY SEITE 8
4.2. RIPLEYS BLONDER GEGENPART SEITE 8
4.3. RIPLEY UNBEEINDRUCKT SEITE 9
4.4. RIPLEY ÜBERNIMMT DAS KOMMANDO SEITE 10
4.5. RIPLEYS FEMINISIERUNG SEITE 11
5. FAZIT SEITE 13
6. LITERATUR SEITE 15
6.1. QUELLEN INTERNETSEITEN SEITE 16
6.2. FILMOGRAFIE SEITE 16
7. ANHANG SEITE 17
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1. EINLEITUNG
Seit jeher interessieren Menschen sich für die Zukunft und versuchen sich vorzustellen, wie die Welt wohl aussehen wird in fünfzig, hundert oder eintausend Jahren. Das Faszinosum der Unvorhersehbarkeit des Lebens und der Unendlichkeit des Universums hängen dabei eng zusammen mit dem Bewusstsein von der Endlichkeit des eigenen Lebens und einer gewissen Neugierde, die wohl jedem Menschen zuteil ist.
Mit der Entwicklung der Filmrolle Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurde es den Menschen möglich, ihre futuristischen und utopischen Ideen nun auch in längeren Sequenzen zu verbildlichen und später als ganze Filme mit Bild und Ton in die Kinos zu bringen. Seit dieser Zeit verblüffen, ängstigen und fesseln Science Fiction-Filme ihre Zuschauer, indem sie die Auswirkungen des Spekulativen oder Möglichen auf die Zukunft zeigen.
Durch die räumliche Begrenzung des Menschen auf die Erde (abgesehen von Raumfahrern) und die zeitliche Begrenzung durch ein gewisses Pensum an Lebenszeit, handeln Science Fiction-Filme oftmals von der Überwindung dieser gegebenen Grenzen und zeigen, wie Menschen mittels geeigneter Maschinen und Transportmittel Zeitreisen unternehmen und fremde Welten besuchen. Auch die Bedrohung durch das Unbekannte, gefährliche Killer-Viren und die Überwindung sozialer und gesellschaftlicher Unterschiede sind Themen des Genres, wobei die Grenzen zum Fantasy-Film, Horrorfilm und anderen Filmgenres oft fließend sind. 1 Gefangen in der jeweiligen Gegenwart ihres Entstehens sind Science Fiction-Filme immer auch ein Abbild ihrer Zeit und spiegeln gesellschaftliche Ängste oder Visionen wider. Beispielhaft hierfür können die übernatürlich vielen Alien-Invasionsfilme angeführt werden, die im paranoiden Kontext des Kalten Krieges in Amerika ent-standen sind. 2 „Amerika sah sich in seinem Äußeren und Inneren von Monstern bedroht (...), die oft genug auch noch durch die Atombombe ins Leben gerufen worden waren (...)“, beschreibt Phil Hardy, Herausgeber der Science Fiction-Filmenzyklopädie, dieses Phänomen. 3
Nachdem das Science Fiction-Genre in den sechziger Jahren einen gewissen Popularitätsverlust zugunsten des Horrorfilms erleidet, kehrt es in den in den späten Siebzigern mit neuen Außerirdischen auf die Leinwände zurück. Einer der bemerkenswertesten Filme dieser Zeit ist Ridley Scotts ALIEN, der 1979 in die Kinos kommt und mittlerweile vier Fortsetzungsfilme hervorgebracht hat. Mit verschiedenen Regisseuren und Sigourney Weaver in der Hauptrolle 4 sind bis heute nachfolgend die Episoden: ALIENS (R: James Cameron, 1986), ALIEN3 (R: David Fincher, 1992), ALIEN RESURRECTION (R: Jean-Pierre Jeunet, 1997) und ALIEN vs. PREDATOR (R: Paul W.S. Anderson, 2004) entstanden.
1 Vgl. www.net-lexikon
2 Vgl. Markus Koch, S. 12
3 Phil Hardy, S. 130
4 außer in Alien vs. Predator
3
Abgesehen von den schrecklich schönen Aliens, die der Schweizer Künstler H.R. Giger für den ersten ALIEN-Teil konzipierte, ist die immer wiederkehrende Hauptfigur der Ellen Ripley das eigentlich Faszinierende an den ALIEN-Filmen. Nicht nur, weil sie abweichend von der Norm, in dem männerdominierenden Genre des Science Fiction eine weibliche Heldin darstellt, sondern auch - und gerade deshalb - , weil sie ein Frauenbild verkörpert, das sich im Laufe der Episoden entwickelt und immer wieder neu definiert.
Für Seeßlen und Jung „ist das ‚Rollenmodell’, das Ripley anbietet, der eigentliche Science-Fiction-Anteil der ALIEN-Saga.“ 5
Diese These soll in der nachfolgenden Arbeit untersucht werden, wobei sich die Analyse der Filmfigur Ellen Ripley auf den ersten ALIEN-Film beschränkt. Dazu wird zunächst ein kurzer Blick auf die Situation der Frau in den siebziger und achtziger Jahren geworfen, um einen Vergleich zwischen Realität und dargestelltem Rollenmodell im Film zu ermöglichen. Nach einer kurzen Inhaltsangabe des Films, folgt dann die Analyse des ersten ALIEN-Teils anhand von Schlüsselszenen, in denen Ripleys Verhaltensweisen besonders deutlich zum Vorschein kommen. Direkte Dialogzitate werden dabei auf Englisch wiedergegeben, da es sich bei dem herangezogenen Film um die englischsprachige Originalfassung handelt. Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und zeigt auf, inwieweit das dargestellte Rollenmodell bzw. Frauenbild tatsächlich „Science-Fiction“ für die damalige Zeit war.
5 Seeßlen / Jung, S. 363
4
2. DIE FRAU IN DER GESELLSCHAFT
„Trau keinem über 30“. Nach dem Konservatismus der fünfziger und sechziger Jahre, in dem sich amerikanische wie westdeutsche Frauen einem so genannten „Weiblichkeitswahn“ verschrieben hatten, bricht mit der Studentenrevolte 1968 auch eine neue Ära der Frauenbewegung an. Mit der Pille im Handgepäck schließen sich Frauen in den USA und der BRD zu unabhängigen Organisationen zusammen, die nicht mehr nur marxistische Klassiker zur Frauenfrage lesen und von einer anderen Gesellschaft träumen wollen, sondern konkrete Forderungen stellen. Es geht ihnen um die Macht im Staat, um die Herrschaft über den eigenen Körper, um gleichen Lohn für gleiche Arbeit und um Sexismus jeglicher Art. Die Frauen dieser Neuen Frauenbewegung wollen fast alles. Sie fordern „die Hälfte des Himmels“ und „die Hälfte der Welt“. 6
In Deutschland kommt die weibliche Revolution erst mit einer Tomate in Schwung, welche die Romanistikstudentin Sigrid Rüger dem Theoretiker Hans-Jürgen Krahl auf der Bundesdelegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) im Herbst 1968 in Frankfurt ins Gesicht wirft, weil die SDS-Männer nicht über Kinderbetreuung diskutieren wollten . 7
„Mein Bauch gehört mir!“ In den siebziger Jahren kämpft die Neue Frauenbewegung vor allem für das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung und fordert die Abschaffung bzw. die Reform des Abtreibungsverbotes. Der heiß diskutierte § 218 wird zum Symbol für die Erkämpfung eines selbstbestimmten Lebens der Frauen und für die Findung ihrer eigenen Identität. Um diese entdecken zu können, entsteht unter den Aktivistinnen ein Bedürfnis nach männerfreien Zonen, die sie sich mittels Frauencafés, Frauenbuchläden und Frauengruppen schaffen. Es entsteht eine autonome Frauenszene, die jedoch schon bald Gefahr läuft, sich (aus der Gesellschaft) abzukapseln und die weibliche Integration aus den Augen zu verlieren. Immer wieder wenden sich Frauen entmutigt und zornig vom Feminismus ab, weil ihnen die Reformen zu langsam voranschreiten oder es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Frauengruppen kommt. Als die Abschaffung des § 218 im Jahr 1974 scheitert, empfinden das viele Frauen als eine Niederlage. Trotzdem sind immer wieder auch Fortschritte in Gesellschaft und Politik zu verzeichnen, die der Frauenbewegung neuen Mut zum Weitermachen gibt: Am 26. Januar 1977 erscheint Alice Schwarzers erste Auflage der feministischen Zeitschrift Emma, und im selben Jahr wird das Ehescheidungsrecht hinsichtlich des Versorgungsausgleiches reformiert. Zusammenfassend sagt Barbara Holland-Cunz zu dieser frauenbewegten Zeit: „Am Ende der siebziger Jahre sind die Aktivistinnen verändert: Sie kennen ihren Körper viel besser, haben sich mühsam von vielen patriarchalen Vorstellungen befreit und sind wissbegierig auf die eigene Geschichte und die Erfahrungen von Frauen. 8
6 Sibylle Ann, S. 69
7 Vgl. Sibylle Ann, S. 69
8 Barbara Holland-Cunz, Die alte neue Frauenfrage, S. 145
5
„Atomkraft? Nein, Danke!“ Mitte/Ende der siebziger Jahre entsteht weltweit eine neue soziale Bewegung, in der sich auch Feministinnen stark engagieren: Die Ökologiebewegung, die in den achtziger Jahren ihre Hochphase erreicht. „So wie die alten Feministinnen von der ‚Ausschmückung’ des Staates durch die Frauen träumen, so erhoffen sich Ökofeministinnen die Rettung der Erde durch die Frauenbewegung,“ schreibt Barabara Holland-Cunz. 9 Denn es geht eine kollektive Angst vor Atomenergie, Reaktorunfällen und neuen Gen- und Reproduktionstechnologien um, die in vielen Ländern ein bisher nie da gewesenes Ausmaß an Ökologie-, Frauen-und Friedensbewegungen hervorbringt. In der Bundesrepublik Deutschland erhält die Frauenbewegung mit dem Einzug der Grünen Partei in den Deutschen Bundestag ein lang erwartetes Sprachrohr und neue Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Frauenpolitik. Neben einer Ausdifferenzierung feministischer Strömungen ist in den achtziger Jahren vor allem auch ein Erstarken des liberalen gleichstellungspolitischen Feminismus zu beobachten. Frauen sind von nun an vermehrt in allen gesellschaftlichen Bereichen und in der Politik vertreten. Mit Rita Süssmuth als erste Bundesfrauenministerin macht die Neue Frauenbewegung Mitte der achtziger Jahre einen großen Schritt nach vorne, und die Institutionalisierung feministischer Anliegen kommt erkennbar in Gang.
Kleines Fazit In den siebziger und achtziger Jahren hat sich viel bewegt in frauenpolitischen Fragen. Nicht nur, dass Gesetze zur Gleichberechtigung von Frauen verabschiedet wurden, auch im gesellschaftlichen Bewusstsein hat sich dieses Thema einen festen Platz erkämpft. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass es in dieser bewegten Zeit viele Frauen gab, die nicht für ihre persönliche Freiheit ein-standen oder sich in irgendeiner Form politisch engagierten. Gerade ältere Generationen oder Frauen aus einem konservativeren Umfeld waren nicht so leicht von den drastischen Veränderungen zu überzeugen, welche die Neue Frauenbewegung forderte und auch in Gang setzte. Und natürlich gab es auch immer wieder genügend männlichen Vertreter, die sich den Gleichstellungsversuchen von engagierten Frauen vehement entgegensetzten. Auch, wenn sich viel getan und verbessert hat seit dieser Zeit, werden Frauen noch immer diskriminiert und unterdrückt. Nicht nur in Ländern mit traditionell patriarchalen Strukturen, sondern in der ganzen Welt. Und die Misshandlung von Frauen ist im gesetzlosen Hafen der Ehe leider so sicher wie das Amen in der Kirche.
9 Ebd., S. 151
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Arbeit zitieren:
Jana Reisack, 2004, Das Frauenbild im Science Fiction-Film am Beispiel der Hauptfigur Ellen Ripley aus dem Film "Alien", München, GRIN Verlag GmbH
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