Inhalt
1. Einleitung. 3
2. Biographie 4
3. Der Futurismus 5
4. Boccionis Werke. 7
4.1.Präfuturistische Phase. 7
4.2.Futuristische Phase. 9
4.3.Abkehr vom Futurismus / Die letzten Jahre. 14
5. Schluss. 15
6. Literaturverzeichnis. 17
2
1. Einleitung
Bei meiner Hausarbeit über den Künstler Umberto Boccioni bestand die Schwierigkeit, an geeignetes Informationsmaterial zu gelangen. Ich versuchte als erstes den Einstieg über Ausstellungskataloge 1 , um Informationen und vor allem Abbildungsmaterial zu erhalten. Desweiteren gibt es zahlreiche Publikationen, die den Futurismus, den Umberto Boccioni vertritt, nur als Bewegung zum Thema haben. Hilfreich für die Erarbeitung meines Themas war die von Umberto Boccioni selbst verfasste Schrift 2 , die die Sichtweise des Künstlers auf seine Arbeit vermittelt.
Ich beginne meine Arbeit mit einer kurzen Biographie Boccionis, in der ich vor allem die Kontakte zu den futuristischen Mitstreitern und zu anderen Künstlern, die ihn beeinflussten, aufzeigen will. Dem schließt sich ein Kapitel an, in dem ich den Futurismus und die dieser Stilrichtung zugrundeliegenden Manifeste und Ideen vorstellen werde. Anschließend werde ich die Entwicklung in Boccionis Malweise hin zum Futurismus und des weiteren den Versuch der Umsetzung der in den futuristischen Manifesten proklamierten Theorien aufzeigen.
Meine Vorstellung der Gemälde im vierten Kapitel orientiert sich im wesentlichen an der Künstlermonographie von Uwe M. Schneede 3 , der einen umfassenden Einblick in das Oeuvre des Künstlers vermittelt. Den Schwerpunkt lege ich auf die futuristischen Arbeiten, da Boccioni als einer der Hauptvertreter dieser Stilrichtung gilt. Insgesamt behandelt meine Arbeit den Schaffens zeitraum Boccionis von 1905-1916, ein recht kurzer Zeitraum, in dem Boccioni eine interessante Entwicklung durchlaufen hat.
1 Boccioni a Milano, hrsg. von Gabriele Mazzotta, Kat. Ausst. Mailand Palazzo Reale, sowie Futurism and Futurisms, hrsg. von Thames and Hudson, Kat. Ausst. London 1987; ebenfalls zahlreiche Abbildungen in: Palazzeschi, Aldo: L’Opera Completa di Boccioni, Milano 1969 und in Calvesi, Maurizio: Futurismus, Köln 1987
2 Boccioni, Umberto: Futuristische Malerei und Plastik ( Bildnerischer Dynamismus), Dresden 2002
3 Schneede, Uwe M.: Umberto Boccioni, Stuttgart 1994
3
2. Biographie
Boccioni wird am 19.10.1882 in Reggio di Calabria geboren. Seine Familie siedelt nach Forli in der Romagna, dann nach Genua, schließlich nach Padua über. 1897 geht er mit seinem Vater nach Catania auf Sizilien.
Um 1900 läßt er sich in Rom nieder. Er besucht Zeichenkurse an der Scuola Libera del Nudo, war im übrigen jedoch Autodidakt. In Rom lernt er den annähernd gleichaltrigen Gino Severini kennen, mit dem er zusammen Unterricht bei Giacomo Balla nimmt; beide sind spätere Weggefährten der futuristischen Bewegung. Zwischen 1903 und 1906 nimmt er an den Ausstellungen der Societá deli Amatori e Cultori in Rom teil. Hierbei kommt er in Kontakt mit graphischen Arbeiten von Edvard Munch. Er besucht Paris im Jahre 1906. Es folgt eine mehrmonatige Reise nach Zarizyn, Moskau, St. Petersburg und Warschau. Anschließend läßt er sich in Padua bei seiner Mutter nieder. Boccioni besucht im Jahre 1907 kurz die Accademia di Belle Arti in Venedig und zieht nach Mailand um. Es folgen Reisen nach München und Paris. Im Jahre 1908 lernt er den Maler Gaetano Previati kennen, einen Vertreter des italienischen Divisionismus, der in stark beeindruckte.
1910 begegnet er Filippo Tommaso Marinetti, der als Begründer des Futurismus im Jahr zuvor, am 20.02.1909 das Manifest des Futurismus im „Figaro“ veröffentlicht hatte. Mit seinen Gefährten Luigi Russolo, Carlo Carrà, Giacomo Balla und Gino Severini verfasst Boccioni am 11.02.1910 das erste Manifest mit dem Titel Manifest der futuristischen Maler. Wenig später, am 11.04.1910, folgt das Technische Manifest der futuristischen Malerei. Auf die Manifeste werde ich im Kapitel zum Futurismus noch einmal genauer eingehen. Im Frühjahr 1911 findet in Mailand die „Mostra d’Arte Libera“, die Ausstellung freier Kunst, unter beträchtlicher Beteiligung der Futuristen statt.
Um mit der modernen Malerei auf den neuesten Stand zu kommen, reist Boccioni 1911 mit Carrà und Russolo unter der Anleitung von Severini nach Paris. Über Severini lernt er die Maler Picasso, Braque und Dufy kennen und kommt so in Kontakt mit dem Kubismus in Frankreich, was sich auf die Werke dieser Zeit auswirken sollte.
4
Vom 05. bis zum 24. Februar 1912 nimmt Boccioni an der ersten futuristischen Ausstellung der Galerie Bernheim- Jeune in Paris teil. Im selben Jahr findet eine Futuristen-Ausstellung in der Londoner Sackville-Gallery, im Berliner ‚Sturm‘ und in der Brüsseler Galerie Giroux statt.
In Berlin erfolgt dann der Verkauf von 24 futuristischen Werken, die von Herwarth Walden auf europäische Tournee geschickt werden. In dieser Zeit beginnt Boccioni mit der Arbeit an seinen Skulpturen und verfasst das Technische Manifest der futuristischen Skulpturen. 1913 folgt eine Ausstellung seiner futuristischen Skulpturen in der Galerie de la Boetie, anschließend in der Galleria Futurista di Guiseppe Sprovieri in Rom. Boccioni beteiligt sich am Ersten Deutschen Herbstsalon in der Galerie ‚Der Sturm‘ in Berlin.
Er veröffentlicht im Jahre 1914 in Mailand eine eigene, umfassende Publikation über Theorie und Praxis des Futurismus unter dem Titel „Pittura scultura futuriste: dinamismo plastico“ 4 .
1914 zieht er als Freiwilliger in den Ersten Weltkrieg. Im Juli kommt er zur Feldartillerie bei Verona und erleidet eine Kriegsverletzung. Er stirbt am 17.08.1916 an den Verletzungen, die er sich während des Genesungsurlaubs bei einem Sturz vom Pferd zugezogen hatte.
3. Der Futurismus
Ihren Auslöser findet die futuristische Bewegung in dem von Filippo Tommaso Marinetti ( 1876-1944) verkündeten Schriftsatz mit dem Titel „Futuristisches Manifest“, welcher am 20.02.1909 auf der ersten Seite der Pariser Zeitung „Figaro“ in französischer Sprache veröffentlicht wird. Marinetti gilt als der Begründer der künstlerischen Bewegung des Futurismus. Er fordert die Vernichtung alles Alten, der Museen und Akademien 5 , und propagierte die Wiedergeburt Italiens und die gewaltsame Zerstörung der bürgerlichen Kultur, ihrer Institutionen und ihrer
4 deutscher Titel s. Anmerkung 2
5 vgl. Schneede, S. 47
5
Arbeit zitieren:
Tanja Bernsau, 2002, Die futuristische Malerei des Umberto Boccioni, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Pablo Picassos "Les Demoiselles d`Avignon": Der Auftakt der ...
Hausarbeit, 17 Seiten
Die Fontana delle Tartarughe von Taddeo Landini
Kunst - Bildhauerei, Skulptur, Plastik
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Das expressionistische Großstadtbild - Ernst Ludwig Kirchners Berliner...
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Annibale Caracci "Die Himmelfahrt Mariens" als erstes Werk d...
Hausarbeit (Hauptseminar), 32 Seiten
Die Weißenhofsiedlung - Mietshausblock von Mies van der Rohe
Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege
Hausarbeit, 20 Seiten
Cost-Utility-Analyse anhand einer Lebertransplantation
Seminararbeit, 15 Seiten
Kreativ-produktiver Umgang mit Lyrik in der Oberstufe
"Die Stützen der Gesellsc...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 24 Seiten
Neue Sachlichkeit/ Georges Grosz "Die Stützen der Gesellschaft&qu...
Referat / Aufsatz (Schule), 8 Seiten
Die Pathosformel und die kulturellen Archive
Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
'Die Psychologie der Massen' - ein Vergleich der Erklärungsans...
Psychologie - Sozialpsychologie
Hausarbeit, 17 Seiten
Rom nach dem Tridentium: Oratorio di Sant´ Andrea 1608-1609 (Domenichi...
Seminararbeit, 22 Seiten
Die Prostitution - als ein Element der neuen Metropolen - und ihre Dar...
Seminararbeit, 18 Seiten
Die rücksichtlose Familienpolitik des Augustus
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit, 13 Seiten
Tanja Bernsau hat den Text Die futuristische Malerei des Umberto Boccioni veröffentlicht
Tanja Bernsau hat einen neuen Text hochgeladen
Picasso y el cubismo en la literatura artística futurista : el caso de...
María Jesús Martínez Silvente
Flämische & Niederländische Malerei
Bettina Schönfelder, Hans-Joachim Müller, Bernhard Strauss, Jeremy Gaines
Proseminar II. Neues Testament - Kirchengeschichte
Martin Meiser, Uwe Kühneweg, Rudolf Leeb, Petra von Gemünden, Thomas Schmeller
Siegfried Kreuzer, Dieter Vieweger, Friedhelm Hartenstein, Jutta Hausmann, Wilhelm Pratscher
La Contribution de la Pensee Italienne a la Culture Europeenne: Actes ...
F. Musarra, H. Parret, B. Van Den Bossche
0 Kommentare