Inhaltsverzeichnis BASF AG
I
Inhaltsübersicht
Inhaltsübersicht I
Inhaltsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis VII
Abkürzungsverzeichnis IX
1 Problemstellung 1
2 Wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen 2
2.1 Historie 2
2.2 Unternehmensstruktur 2
2.3 Unternehmensstrategie und -konzepte 4
2.4 Konsolidierungskreis und rechtliche Besonderheiten 6
2.5 Die BASF-Aktie 6
2.6 Ausblick 9
3 Finanzwirtschaftliche Analyse 10
3.1 Überblick 10
3.2 Vermögensstrukturanalyse 11
3.3 Kapitalstrukturanalyse 28
3.4 Die horizontale Bilanzstrukturanalyse 36
3.5 Der Cash Flow als Indikator der Finanzkraft 44
4 Erfolgswirtschaftliche Analyse 50
4.1 Überblick 50
4.2 Erfolgsquellenanalyse 50
4.3 Die Segmentanalyse 56
4.4 Die Aufwandsstrukturanalyse 64
4.5 Die Rentabilitätsanalyse 71
Inhaltsverzeichnis BASF AG
II
4.6 Der Cash Flow als Indikator der Ertragskraft 79
5 Gesamturteilsbildung 83
5.1 Aufgaben und Ziele der Gesamturteilsbildung 83
5.2 Subjektive Gesamturteilsbildung 84
5.3 Quasi-objektive Gesamturteilsbildung 93
5.4 Objektive Gesamturteilsbildung 97
5.5 Qualitative Bilanzanalyse 97
5.6 Zusammenfassendes Gesamturteil 99
Literaturverzeichnis 101
Anhang 107
Inhaltsverzeichnis BASF AG
III
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsübersicht I
Inhaltsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis VII
Abkürzungsverzeichnis IX
1 Problemstellung 1
2 Wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen 2
2.1 Historie 2
2.2 Unternehmensstruktur 2
2.3 Unternehmensstrategie und -konzepte 4
2.3.1 Allgemein 4
2.3.2 Finanzwirtschaftliche Ziele 5
2.4 Konsolidierungskreis und rechtliche Besonderheiten 6
2.5 Die BASF-Aktie 6
2.5.1 Verlauf der Aktie 6
2.5.2 Entwicklung der Dividende 7
2.6 Ausblick 9
3 Finanzwirtschaftliche Analyse 10
3.1 Überblick 10
3.2 Vermögensstrukturanalyse 11
3.2.1 Aufgaben und Ziele der Vermögensstrukturanalyse 11
3.2.2 Das Verhältnis von Anlage- und Umlaufvermögen 11
3.2.2.1 Anlagenintensität 11
3.2.2.2 Sachanlagenintensität 14
3.2.3 Die Analyse des Anlagevermögens 15
Inhaltsverzeichnis BASF AG
IV
3.2.3.1 Anlagenabnutzungsgrad 15
3.2.3.2 Investitionsquote 18
3.2.3.3 Wachstumsquote 19
3.2.4 Die Analyse des Umlaufvermögens 21
3.2.4.1 Umschlaghäufigkeit der Vorräte 21
3.2.4.2 Umschlaghäufigkeit der Forderungen 24
3.2.5 Kapitalumschlaghäufigkeit 26
3.2.6 Zusammenfassendes Teilurteil 27
3.3 Kapitalstrukturanalyse 28
3.3.1 Aufgaben und Ziele der Kapitalstrukturanalyse 28
3.3.2 Das Verhältnis von Eigen- und Fremdkapital zum Gesamtkapital 28
3.3.3 Die Analyse der Eigenkapitalstruktur 32
3.3.4 Die Analyse der Fremdkapitalstruktur 34
3.3.5 Zusammenfassendes Teilurteil 35
3.4 Die horizontale Bilanzstrukturanalyse 36
3.4.1 Aufgaben und Ziele der horizontalen Bilanzstrukturanalyse 36
3.4.2 Die Analyse des Grundsatzes der Fristenkongruenz 37
3.4.2.1 Goldene Finanzierungsregeln 37
3.4.2.2 Sachanlagendeckungsgrad 40
3.4.2.3 Liquiditätsregeln 41
3.4.3 Zusammenfassendes Teilurteil 43
3.5 Der Cash Flow als Indikator der Finanzkraft 44
3.5.1 Aufgaben und Ziele des Cash Flow 44
3.5.2 Innenfinanzierungskraft 45
3.5.4 Dynamischer Verschuldungsgrad 47
3.5.5 Zusammenfassendes Teilurteil 49
Inhaltsverzeichnis BASF AG
V
4 Erfolgswirtschaftliche Analyse 50
4.1 Überblick 50
4.2 Erfolgsquellenanalyse 50
4.2.1 Aufgaben und Ziele der Erfolgsquellenanalyse 50
4.2.2 Der ordentliche Betriebserfolg 51
4.2.3 Der Finanz- und Verbunderfolg 52
4.2.4 Der Außerordentliche Erfolg 54
4.2.5 Der Bewertungserfolg 55
4.2.6. Zusammenfassendes Teilurteil 56
4.3 Die Segmentanalyse 56
4.3.1 Aufgaben und Ziele der Segmentanalyse 56
4.3.2 Die Segmentanalyse nach Tätigkeitsbereichen 57
4.3.3 Die Segmentanalyse nach Regionen 60
4.3.4 Zusammenfassendes Teilurteil 63
4.4 Die Aufwandsstrukturanalyse 64
4.4.1 Aufgaben und Ziele der Aufwandsstrukturanalyse 64
4.4.2 Personalintensität 65
4.4.3 Materialintensität 67
4.4.4 Weitere Intensitätskennzahlen 68
4.4.5 Zusammenfassendes Teilurteil 70
4.5 Die Rentabilitätsanalyse 71
4.5.1 Aufgaben und Ziele der Rentabilitätsanalyse 71
4.5.2 Gesamtkapitalrentabilität 71
4.5.3 Eigenkapitalrentabilität 74
4.5.4 Betriebsrentabilität 76
4.5.5 Umsatzrentabilität 77
Inhaltsverzeichnis BASF AG
VI
4.5.6 Zusammenfassendes Teilurteil 79
4.6 Der Cash Flow als Indikator der Ertragskraft 79
5 Gesamturteilsbildung 83
5.1 Aufgaben und Ziele der Gesamturteilsbildung 83
5.2 Subjektive Gesamturteilsbildung 84
5.2.1 ROI-Schema 84
5.2.2 ROI-Aufspaltung in Eigenkapitalrentabilität und -quote 86
5.2.3 ROI-Aufspaltung in Umsatzrentabilität und
Kapitalumschlagshäufigkeit 90
5.3 Quasi-objektive Gesamturteilsbildung 93
5.3.1 Das Saarbrücker Modell 93
5.3.2 Quantitativer Teil 93
5.3.3 Qualitativer Teil 96
5.4 Objektive Gesamturteilsbildung 97
5.5 Qualitative Bilanzanalyse 97
5.6 Zusammenfassendes Gesamturteil 99
Literaturverzeichnis 101
Anhang 107
Abbildungsverzeichnis BASF AG
VII
Abbildungsverzeichnis
Abb. 2 1 : Umsatz nach Regionen
Abb. 2 2 : Entwicklung der Mitarbeiteranzahl
Abb. 2 3 : Strategische Ziele
Abb. 2 4 : Konsolidierungskreis
Abb. 2 5 : Aktienverläufe
Abb. 2 6 : Dividende
Abb. 2 7 : Anzahl der Aktien
Abb. 3 1 : Anlagenintensität
Abb. 3 2 : Gesamtvermögen
Abb. 3 3 : Sachanlagenintensität
Abb. 3 4 : Anlagenabnutzungsgrad
Abb. 3 5 : Investitionsquote
Abb. 3 6 : Wachstumsquote
Abb. 3 7 : Umschlaghäufigkeit der Vorräte
Abb. 3 8 : Umschlaghäufigkeit der Forderungen
Abb. 3 9 : Kapitalumschlaghäufigkeit
Abb. 3 10 : Eigenkapitalquote (ausgewiesen und bereinigt)
Abb. 3 11 : Eigenkapitalquote (bereinigt)
Abb. 3 12 : Selbstfinanzierungsgrad
Abb. 3 13 : Fremdkapitalstruktur
Abb. 3 14 : Goldene Finanzierungsregeln
Abb. 3 15 : Sachanlagendeckungsgrad
Abb. 3 16 : Liquiditätsgrade
Abb. 3 17 : Innenfinanzierungskraft und Wachstumsquote
Abbildungsverzeichnis BASF AG
VIII
Abb. 3 18 : Dynamischer Verschuldungsgrad
Abb. 4 1 : Ordentlicher Betriebserfolg
Abb. 4 2 : Finanz- und Verbunderfolg
Abb. 4 3 : Außerordentlicher Erfolg
Abb. 4 4 : Bewertungserfolg
Abb. 4 5 : Überblick über die Segmente der BASF 2003
Abb. 4 6 : Entwicklung der Umsätze der einzelnen Segmente
Abb. 4 7 : Werttreiber/ vernichter
Abb. 4 8 : Umsatz nach Sitz der Gesellschaften 2003
Abb. 4 9 : Entwicklung der Gesamtkapitalrentabilität in den Regionen
Abb. 4 10 : Personalintensität
Abb. 4 11 : Personalaufwand
Abb. 4 12 : Intensitätskennzahlen
Abb. 4 13 : Gesamtkapitalrentabilität
Abb. 4 14 : Eigenkapitalrentabilität
Abb. 4 15 : Betriebsrentabilität
Abb. 4 16 : Umsatzrentabilität
Abb. 4 17 : Vergleich CF mit JÜ und BE
Abb 4 18 : Cash Flow-Rentabilitäten
Abb. 5 1 : ROI (Grundvariante)
Abb. 5 2 : Aufspaltung des ROI in EKQ und EKR
Abb. 5 3 : EKR / EKQ-Diagramm
Abb. 5 4 : Aufspaltung des ROI in KUH und UR
Abb. 5 5 : UR / KUH-Diagramm
Abb. 5 6 : Scoring Modell
Abkürzungsverzeichnis BASF AG IX
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung Abs. Absatz ADR American Depositary Receipt AfA Absetzung für Abnutzung AG Aktiengesellschaft AK Anschaffungskosten AktG Aktien Gesetz a.o. außerordentlicher AV Anlagevermögen BASF Badische Anilin- & Soda-Fabrik BBK Buchführung Bilanz Kostenrechnung (Loseblattsammlung) betr. betriebliche(r) BiRiLiG Bilanz Richtlinien Gesetz bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise ca. circa CFK Cash Flow zu Gesamtkapital CFU Cash Flow zu Umsatz c.p. ceteris paribus DAX Deutscher Aktien Index DB Der Betrieb (Zeitschrift) d.h. das heißt Dipl.-Ök. Diplom Ökonom Dr. Doktor
DSR Deutscher Standardisierungsrat durchschn. durchschnittliche(s) EBIT Earnings Before Interest and Taxes EG Europäische Gemeinschaft EK Eigenkapital EKQ Eigenkapitalquote EKR Eigenkapitalrentabilität etc. et cetera EU Europäische Union f. folgende (Seite) F & E Forschung & Entwicklung FB FinanzBetrieb (Zeitschrift) FK Fremdkapital FKR Fremdkapitalrentabilität FLF Finanzerung, Leasing, Factoring (Zeitschrift) G gesunde Unternehmen gem. gemäß Gj Geschäftsjahr(es) GK Gesamtkapital GKR Gesamtkapitalrentabilität GKV Gesamtkostenverfahren GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung GoF Geschäfts- oder Firmenwert GuV Gewinn- und Verlustrechnung HGB Handelsbesetzbuch HK Herstellungskosten hrsg. herausgegeben
i Fremdkapitalzins IAS International Accounting Standard(s) i.d.R. in der Regel I.G. Interessen Gemeinschaft i.H.v. in Höhe von IMF International Monetary Fund i.R.d. im Rahmen der i.S.d. im Sinne des i.S.v. im Sinne von JÜ Jahresüberschuss K kranke Unternehmen Kap. Kapitel KG Kommanditgesellschaft KNN Künstliches Neuronales Netz KonTraG Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Kontrolle und Transparenz im
Unternehmensbereich KUH Kapitalumschlaghäufigkeit langfr. langfristig lfd. laufender LiFo Last in First out Mat.-Nr. Matrikelnummer MDA Multivariate Diskriminanzanalyse MDAX Midcap-Index der Deutschen Börse Mio. Millionen Mrd. Milliarden NAFTA North American Free Trade Association Nr. Nummer
NYSE New York Stock Exchange OECD Organisation for Economic Co-operation and Development o. V. ohne Verfasser Prof. Professor Res. Reserven ROI Return on Investment S. Seite(en) SFAS Statement of Financial Standadrs SDAX Smallcap-Index der Deutschen Börse SEC US Securities and Exchange Commission so. Sonstige SoPo Sonderposten St. Steuern STOXX Aktienindex der 50 größten europäischen Unternehmen TransPuG Tansparenz und Publizitätsgesetz u. und u.a. und andere/unter anderem UKV Umsatzkostenverfahren UR Umsatzrentabilität USA United States of America USD US-Dollar US-GAAP United States Generally Accepted Accounting Principles UV Umlaufvermögen u.v.m. und viele mehr v. von, vor vgl. vergleiche WiSt Wirtschaftswissenschaftliches Studium (Zeitung)
WP Wertpapier WPg Die Wirtschaftsprüfung (Zeitschrift) WpHG Wertpapierhandelsgesetz z.B. zum Beispiel
Problemstellung BASF AG 1
1 Problemstellung
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland belief sich im Jahr 2003 auf 39.320 Unternehmen und hat damit ein neues Rekordniveau erreicht. 1 Prominente Beispiele für Insolvenzen im vergangenen Jahr waren der Elektronikhersteller Grundig und die Fluggesellschaft Aero Lloyd. 2 Sollen sich aus den Insolvenzen nicht negative Auswirkungen für Kapitalgeber, Lieferanten und die weiteren Stakeholder ergeben, stellt sich für diese die Aufgabe, möglichst frühzeitig negative Entwicklungstendenzen bei den Unternehmen ausfindig zu machen, mit denen sie Geschäftsbeziehungen unterhalten. Ausgehend vom Zahlenmaterial des Jahresabschlusses und weiteren verfügbaren quantitativen und qualitativen Informationen soll daher mit Hilfe der Bilanzanalyse ein möglichst objektiver Überblick über die gegenwärtige wirtschaftliche Lage sowie der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung von Unternehmen gewonnen werden. 3
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die wirtschaftliche Lage der BASF zu beurteilen. Dazu sollen die Geschäftsberichte der Jahre 2001 bis 2003 ausgewertet und einem Kennzahlenvergleich mit den Peerunternehmen Beiersdorf und Schering unterzogen werden. Problematisch dabei ist, dass die Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse und der darauf beruhenden Kennzahlen aufgrund von bilanziellen Ansatz- und Bewertungswahlrechten, Ermessensspielräumen sowie Sachverhaltsgestaltungen begrenzt ist. Daher wurde der Jahresabschluss der BASF vorher in einer Strukturbilanz / -GuV aufbereitet. 4
Die darauf basierende Bilanzanalyse wird dann in vier Teilbereiche untergliedert. Nach einem Überblick über die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Unternehmung soll mit der Vermögens- und Finanzanalyse das Unternehmensziel „Verdienstquelle sichern“ untersucht werden. Danach wird mit der erfolgswirtschaftlichen Analyse das Unternehmensziel „Geld verdienen“ untersucht. Abschließend soll ein zusammenfassendes Urteil gefällt werden, indem auf das ROI- 1 Vgl.DESTATIS, Titel, http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2004/p1280132.htm.
2 Vgl. stellvertretend o.V. Handelsblatt 200, S. 1; o.V. Handelsblatt 74, S.1.
3 Vgl. GRÄFER, H., Top-Kennzahlen der Finanz- und Ertragsanalyse, S. 13; BAETGE, J., Die Früherkennung von Unternehmenskrisen, S. 2281.
4 Die Strukturbilanz / -GuV befinden sich im Anhang. Die Zahlen der Peerunternehmen wurden ungeprüft von den anderen Gruppen übernommen.
Wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen BASF AG 2
Schema und das Saarbrücker Modell zurückgegriffen wird. Außerdem soll hier auch ein kurzer Ausblick auf moderne Verfahren der Bilanzanalyse wie die multivariate Diskriminanzanalyse oder neuronale Netze gegeben werden.
2 Wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen
2.1 Historie
BASF ist heute eines der führenden Chemieunternehmen der Welt. Die geschichtliche Entwicklung des Unternehmens begann im Jahr 1865 mit der Gründung der Badischen Anilin- & und Soda-Fabrik AG (BASF) durch Friedrich Engelhorn in Mannheim. Die erste Phase des Unternehmens (1865 - 1901) wurde durch die Produktion synthetischer Farbstoffe z.B. für die Textilindustrie geprägt. Der Schwerpunkt der zweiten Phase (1901 - 1923) lag in der Düngemittelproduktion, die durch die Entwicklung des Haber-Bosch-Verfahrens zur synthetischen Herstellung von Stickstoffdünger entscheidend beeinflusst wurde. Als Folge der schlechten gesamtwirtschaftlichen Lage im Deutschen Reich schlossen sich die Chemieunternehmen BASF, Hoechst, Bayer, Agfa sowie Casella und Kalle 1925 zur I.G. Farben zusammen. BASF setzte auf die Entwicklung von Treibstoffen, Betriebsstoffen und synthetischen Kautschuk, aber auch von Lackstoffen und Lacken. Erst nach Kriegsende 1945 wurde die I.G. Farben durch die Alliierten wieder aufgelöst und BASF wurde wieder selbständig. Der Aufbau des im Laufe des zweiten Weltkrieges zu einem Drittel völlig zerstörten und zu 61 % schwer beschädigten Ludwigshafener Werkes begann. In den 1950er Jahren startete das Zeitalter des Kunststoffes für die BASF. Nylon, Perlon und Styropor wurden Kernprodukte jener Zeit. Ab Mitte der 1960er Jahre wurde eine Expansionspolitik verfolgt, die die Ausweitung des Ludwigshafener Unternehmens zum Global Player forciert. Die BASF ist heute in 170 Ländern und damit auf allen sechs Kontinenten tätig. 5
2.2 Unternehmensstruktur
BASF gruppiert seine Produkte in zwölf Segmente, von denen fünf berichtspflichtig sind. 6 Im Segment Chemikalien reicht die Produktion von petrochemischen Grundstoffen und Anorganika für den eigenen Bedarf bis zu Zwischen- und Spezialprodukten, vor
5 Vgl. BASF AG, Broschüre „BASF Stationen ihrer Geschichte“.
6 Vgl. BASF AG, Finanzbericht 2003, S. 96.
Rechtliche und Wirtschaftliche Rahmenbedingungen BASF AG 3
allem für die Chemie-, Bau-, Automobil- und Elektroindustrie. 7 Im Segment der Kunststoffe werden z.B. Styrolkunststoffe und technische Kunststoffe gefertigt, die an Spritzgusshersteller in unterschiedlichen Branchen vertrieben werden. Ein weiteres Segment stellen Veredlungsprodukte, wie Lacke, Veredlungspolymere und -chemikalien dar. Diese werden in der Automobilindustrie oder auch u.a. in der Papier-, Verpackungs- und Textilindustrie eingesetzt. 8 Pflanzenschutz und Ernährung sind ein anderes Segment, in welches neben Pflanzenschutzmitteln auch Feinchemikalien, die in der Landwirtschaft aber auch für die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie eingesetzt werden, fallen. 9 Im Segment Pflanzenschutz und Ernährung war auch der Unternehmensbereich Pharma eingeordnet, der zum Ende des Februars 2001 veräußert wurde. 10 Im fünften Segment, den Ölen und Gasen, erschließt und fördert BASF mit ihrer Tochtergesellschaft Wintershall Öl und Erdgas. 11
BASF besitzt weltweit 194 Produktionsstandorte, die sich auf 41 Länder verteilen. 12 Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf die Verbundstrategie, in der Produktionsanlagen verknüpft werden, um Wertschöpfungsketten zu optimieren. So können Nebenprodukte einer Fabrik als Einsatzstoffe in anderen Fabriken dienen. Solche Verbund-standorte befinden sich in Ludwigshafen, Antwerpen/Belgien, Geismar/Louisiana/USA, Freeport/Texas/USA und in Kuantan/Malaysia. Ein weiterer
Standort wird in Nanjing/China in einem Joint-Venture mit SINOPEC entstehen. Mit 55 % wird in Europa der größte Teil des Umsatzes generiert. Danach folgen die Staaten
7 Vgl. BASF AG, Daten und Fakten 2003, S. 7.
8 Vgl. ebenda.
9 Vgl. ebenda.
10 Vgl. BASF AG, Finanzbericht 2001, S. 46 f.
11 Vgl. BASF AG, Daten und Fakten 2003, S. 7.
12 Vgl. BASF AG, Finanzbericht 2003, S. 55.
Rechtliche und Wirtschaftliche Rahmenbedingungen BASF AG 4
der NAFTA (ca. 25 %), der asiatisch-pazifische Raum (16 %) und Südamerika mit ca. 5 % des weltweiten Umsatzes. 13
BASF beschäftigte im Jahre 2003 insgesamt 87.159 Mitarbeiter weltweit. 14 Seit dem Jahr 2000 ist die Mitarbeiterzahl durch Restrukturierungsprogramme in allen Regionen der Welt von 103.273 um 16.114 zurückgegangen, wie Abbildung 2-2 veranschaulicht.
2.3 Unternehmensstrategie und -konzepte
2.3.1 Allgemein
Die von der BASF verfolgte Unternehmensstrategie richtet sich vor allem an vier Leitlinien aus, die in folgender Übersicht dargestellt werden:
13 Vgl. BASF AG, Daten und Fakten 2003, S. 16-19.
14 Vgl. BASF AG, Finanzbericht 2003, S. 58.
Rechtliche und Wirtschaftliche Rahmenbedingungen BASF AG 5
Eine kosteneffizientere Arbeit in allen Bereichen des Unternehmens, soll mit Hilfe einer Steuerung durch die Kapitalkosten erreicht werden. Als wichtige Steuergröße gilt die Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Sie soll verstärkt nach außen kommuniziert werden. Dazu wird ab 2004 die Steuergröße „EBIT nach Kapitalkosten eingeführt“. 15
Eine enge Zusammenarbeit mit den Kunden gilt bei BASF als wichtiges strategisches Ziel, welches bereits mit der Erforschung und Entwicklung von innovativen Produkten und Prozessen beginnt. Es werden passende Lösungen zusammen mit den Kunden entwickelt, die auf die speziellen Anforderungen angepasst sind. 16 Damit steigt BASF vom Zulieferer zum strategischen Partner auf.
Das Ziel, das beste Team der Branche zu bilden, will BASF u.a. durch eine stärkere Internationalisierung des Führungsteams, Förderung des unternehmerischen Denkens durch Gewinnbeteiligungen der Führungskräfte sowie ein ausgeprägtes Fort- und Weiterbildungsprogramm erreichen. 17
BASF bekennt sich dazu, nachhaltig zu wirtschaften. Dabei werden z.B. mit Ökoeffizienz-Analysen den Kunden Lösungen angeboten, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch effizient sind. Grundgedanke ist dabei die Umwelt zu Stärken und den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. 18
2.3.2 Finanzwirtschaftliche Ziele
Für das Jahr 2003 wurde eine Rentabilität des operativen Vermögens in Höhe von 11 % anvisiert. Das entspricht einem EBIT von 3,1 Mrd. € bei einem operativen Vermögen von 28 Mrd. €. 19 Tatsächlich wurde im Jahr 2003 lediglich eine Verzinsung des operativem Vermögens in Höhe von 9,49 % bei einem EBIT von 2.658 Mio. € erreicht. 20 Interessant ist ebenfalls die rückläufige Entwicklung des Verzinsungsanspruchs. Seit 2002 ist dieser nämlich von 12 % bis 2004 auf nur noch 10 % gesunken. Zu dieser Entwicklung werden keine weiteren Angaben seitens des Unternehmens gemacht, es ist jedoch wahr- 15 Vgl.BASF AG, BASF-Gruppe: Wir verdienen eine Prämie auf unsere Kapitalkosten, http://corporate.basf.com/de/ueberuns/strategie/kapital.htm?id=F*9c24idrbcp-TF.
16 Vgl. BASF AG, BASF-Gruppe: Wir helfen unseren Kunden erfolgreicher zu sein, http://corporate.basf.com/de/ueberuns/strategie/kunden.htm?id=F*9c24idrbcp-TF.
17 Vgl. BASF AG, BASF-Gruppe: Wir bilden das beste Team, http://corporate.basf.com/de/ueberuns/strategie/team.htm?id=F*9c24idrbcp-TF.
18 Vgl. BASF AG, BASF-Gruppe, Wir wirtschaften nachhaltig für eine lebenswerte Zukunft, http://corporate.basf.com/de/ueberuns/strategie/nachhaltigkeit.htm?id=F*9c24idrbcp-TF.
19 Vgl. BASF AG, Finanzbericht 2002, S. 13.
20 Die Betriebsrentabilität wurde als EBIT (wie berichtet) dividiert durch das durchschnittliche opera- tive Vermögen berechnet.
Rechtliche und Wirtschaftliche Rahmenbedingungen BASF AG 6
scheinlich, dass dies auf die derzeitige schlechte konjunkturelle Lage der Weltwirtschaft zurückzuführen ist.
2.4 Konsolidierungskreis und rechtliche Besonderheiten
Grundsätzlich wird der Jahresabschluss des BASF Konzerns nach den Vorschriften des HGB und des Aktiengesetzes (AktG) sowie der Rechnungslegungsstandards des DSR aufgestellt. Allerdings werden die Rechnungslegungsvorschriften der US-GAAP im Rahmen der handelsrechtlichen Ansatz- und Bewertungswahlrechte soweit als möglich berücksichtigt. 21
Der Konsolidierungskreis beinhaltet neben der BASF AG alle wesentlichen Tochtergesellschaften. Daneben werden die wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen anteilsmäßig konsolidiert. Die Gemeinschaftsunternehmen der Basell-Gruppe bilden allerdings eine Ausnahme. Sie werden nach der Equity-Methode bilanziert, da sie weitgehend selbständig operieren und BASF keinen wesentlichen Einfluss ausübt. 22 Eine Übersicht über die Entwicklung des Konsolidierungskreises des BASF Konzerns gibt nachfolgende Tabelle.
2.5 Die BASF-Aktie
2.5.1 Verlauf der Aktie
Die BASF-Aktie war Gründungsmitglied des Deutschen Aktien Index (DAX) im Juli 1988 23 . Seit dem ist sie in weitere Indizes aufgenommen worden, wie z.B. dem EURO STOXX SM 50 oder dem STOXX SM 50 sowie dem S&P Global. Auch im Dow Jones Sustainability Index, einem Nachhaltigkeitsindex, ist die Aktie vertreten 24 . Seit Juni 2000
21 Vgl. BASF AG, Finanzbericht 2003, S. 82. Daher wird zusätzlich eine Überleitungsrechnung für das EK und den JÜ von HGB zu US-GAAP im Anhang ausgewiesen.
22 Vgl. ebenda.
23 Vgl. GERMANYCA$H.COM, Infos rund um das Thema Geld - Geschichte, Sammler-Infos, Statistiken, Entwicklungen, Perspektiven u.v.m. http://www.germanycash.de/index.html?boerse/dax_1988.html.
24 Vgl. BASF AG, BASF Gruppe: Die BASF-Aktie,
Rechtliche und Wirtschaftliche Rahmenbedingungen BASF AG 7
wird die BASF-Aktie als ADR auch an der New York Stock Exchange (NYSE) gehandelt. 25
Die Entwicklung der BASF-Aktie im vergangenen und in den vergangenen zehn Jahren im Vergleich zum DAX 30 und zu den Peerunternehmen ist in Abbildung 2-5 dargestellt.
2.5.2 Entwicklung der Dividende
Die Höhe der Dividende richtet sich bei BASF nach dem operativen Ergebnis des Geschäftsjahres. Dies soll eine angemessene Beteiligung der Aktionäre am Erfolg des Unternehmens garantieren. Somit beeinflussen außerordentliche und unregelmäßige Teile des Erfolges die Höhe des Ausschüttungsbetrages nur insoweit, wie sie im operativen Ergebnis enthalten sind, z.B. Anlagenabgänge, außerplanmäßige Abschreibungen, LiFo-Reserve usw. Die nachfolgende Abbildung zeigt die Höhe der Dividendenzahlungen in der Entwicklung über die letzten vier Jahr:
http://corporate.basf.com/de/investor/aktie/?id=W_P8X4idSbcp0Dr.
25 Vgl. BASF AG, Jahresbericht 2000, S. 2.
Rechtliche und Wirtschaftliche Rahmenbedingungen BASF AG 8
Im Jahr 2000 wurde eine Dividende von 2,00 € ausgeschüttet, in der eine Sonderdividende in Höhe von 0,70 € enthalten war. Die Sonderdividende wurde gezahlt, weil die BASF ihren anrechnungsberechtigten Aktionären die vom Unternehmen gezahlte 45 %ige Körperschaftssteuer vollständig gutgeschrieben hat. 26 Die Ausschüttungssumme im Jahr 2000 betrug somit 1.215 Mio. 27 In 2001 wurde ebenfalls eine Dividende von 1,30 €. ausgezahlt. 28 Dies kommt einer Ausschüttungssumme von 758 Mio. € gleich. 29 Im Jahr 2002 wurde die Dividende um 0,10 € auf 1,40 € erhöht, was einer Ausschüttungssumme von 798 Mio. € entspricht. 30 2003 blieb die Dividende konstant bei 1,40 €. Allerdings verringert sich die ausgeschüttete Summe auf 779 Mio. €. 31
Grund für den Rückgang der Ausschüttungssumme bei gleichzeitiger Erhöhung oder Konstanz der Dividende ist das im Jahr 2000 gestartete Aktienrückkaufprogramm der BASF, dessen Ziel eine Senkung der Kapitalkosten und eine Erhöhung der Ausschüttungen je Aktie ist. Die Entwicklung der Aktienanzahl über den entsprechenden Zeitraum ist in Abbildung 2-7 dargestellt:
26 Vgl. BASF AG, Finanzbericht 2001, S. 18.
27 Vgl. BASF AG, Finanzbericht 2000, S. 12.
28 Vgl. BASF AG, Finanzbericht 2001, S. 18.
29 Vgl. BASF AG, Finanzbericht 2001, S. 29.
30 Vgl. BASF AG, Finanzbericht 2002, S. 26.
31 Vgl. BASF AG, Finanzbericht 2003, S. 27.
Rechtliche und Wirtschaftliche Rahmenbedingungen BASF AG 9
2.6 Ausblick
Angesichts der unsicheren Entwicklung der Weltwirtschaft und den immer noch bestehenden Konfliktherden im Nahen Osten sowie der Ausbreitung des Terrors in der ganzen Welt, können keine eindeutigen Prognosen für die Entwicklung der BASF abgegeben werden.
Die OECD sieht in ihrem „Economic Outlook No. 75“ bereits eine kräftige Erholung der Weltwirtschaft für die nächsten Quartale. Wobei die Staaten Kontinentaleuropas, insbesondere Deutschland und Italien, allerdings noch hinter dem OECD-Durchschnitt zurückliegen. 32
In ihrem Finanzbericht 2004 geht BASF von einem „mäßigem Wachstum der Weltwirtschaft“ aus. Die Geschäfte für 2004 wurden auf Grundlage eines verbesserten Investitions- und Konsumklimas, einem Rohölpreis der Sorte Brent in Höhe von 28 US$/Barrel im Jahresdurchschnitt 2004 und einem weiterhin schwankenden und schwachen US-Dollar geplant. 33 Gerade vor dem Hintergrund der instabilen Lage im Nahen Osten und den aktuellen Entwicklungen des Ölpreises wird die Annahme von 28 US$/Barrel wohl nicht zu halten sein.
32 Vgl. OECD, “OECD Economic Outlook No. 75, Press Conference, Paris, 11 th May 2004”, http://www.oecd.org/dataoecd/45/50/20428201.pdf . Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der International Monetary Fund (IMF) in seinem „World Economic Outlook, April 2004“, http://www.imf.org/external/pubs/ft/weo/2004/01/index.htm .
33 Vgl. BASF AG, Finanzbericht 2003, S. 22.
Finanzwirtschaftlcihe Analyse BASF AG 10
3 Finanzwirtschaftliche Analyse
3.1 Überblick
Einen wesentlichen Bestandteil der Jahresabschlussanalyse bildet die finanzwirtschaftliche Analyse. Mit ihr verfolgt der Bilanzanalytiker das Ziel, Informationen über die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens zu erhalten. Dieses Informationsziel steht in enger Beziehung mit dem unternehmerischen Ziel, die Verdienstquelle zu sichern. 34 Im Mittelpunkt steht daher hauptsächlich die Untersuchung der Bilanz, anhand der festgestellt werden soll, ob das Unternehmen in der Lage ist, die finanzielle Stabilität zu sichern bzw. ob dieses Ziel auch in der Vergangenheit realisieren konnte. 35
Die finanzwirtschaftliche Analyse lässt sich in vier Teilbereiche untergliedern. Den ersten Teilbereich bildet die Vermögensstrukturanalyse, deren Untersuchungsgegenstand die Aktivseite der Bilanz ist. Dabei soll zum einen die Verwendung des Kapitals nach Art und Zusammensetzung offen gelegt werden. Zum anderen versucht man, Auskunft über die Dauer der Vermögensbindung zu erlangen (Liquiditätspotenzial). 36 Die Kapitalstrukturanalyse beschäftigt sich mit der Passivseite der Bilanz und bildet den zweiten Teilbereich. Hier sollen die Kapitalherkunft und dessen Zusammensetzung analysiert werden, wozu die Struktur, die Fristigkeit sowie die Sicherheit des eingesetzten Kapitals betrachtet werden. 37 Mit der horizontalen Bilanzstrukturanalyse / Liquiditätsanalyse als dritten Teilbereich soll Auskunft über die künftige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens gegeben werden. Dies wird erreicht, indem bestimmte Posten der Aktiv- und Passivseite der Bilanz zueinander ins Verhältnis gesetzt werden, wodurch Erkenntnisse über die Beziehungen zwischen Mittelherkunft und Mittelverwendung gewonnen werden können. Als Ergänzung zu diesen drei statischen Analysebereichen wird abschließend eine Cash Flow Betrachtung vorgenommen. Diese auf Stromgrößen basierende dynamische Liquiditätsanalyse soll nähere Auskunft über die Innenfinanzierungskraft und die Verschuldungsfähigkeit des Unternehmens geben. 38
34 Vgl. BAETGE, J., Bilanzanalyse, S. 2.
35 Vgl. BAETGE, J., Bilanzanalyse, S. 139.
36 Vgl. BAETGE, J., Bilanzanalyse, S. 161 f.
37 Vgl. BAETGE, J., Bilanzanalyse, S. 195.
38 Vgl. COENENBERG, A.G., Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, S. 962 f.
Finanzwirtschaftliche Analyse BASF AG 11
3.2 Vermögensstrukturanalyse
3.2.1 Aufgaben und Ziele der Vermögensstrukturanalyse
Die Analyse der Vermögensstruktur, auch als Investitionsanalyse bezeichnet, soll Erkenntnisse über die Kapitalverwendung liefern. Deshalb werden die Vermögensgegenstände, die sich in Anlage- und Umlaufvermögen untergliedern, hinsichtlich ihrer Art und Zusammensetzung untersucht. Zusätzlich werden Informationen über die Dauer der Vermögensbindung gesammelt. 39 Beides hat großen Einfluss auf die Flexibilität, mit der das Unternehmen auf Beschäftigungs- und Strukturänderungen reagieren kann und auf die Anpassungsfähigkeit bezüglich Nachfrageänderungen, wodurch das leistungswirtschaftliche Risiko widergespiegelt wird. Diese Risiken sind umso geringer, je höher der Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen ist. 40 Insbesondere ist die Dauer der Vermögensbindung für den Kapitalbedarf und damit bei gegebener Kapitalstruktur für die finanzielle Stabilität von besonderer Bedeutung. Hier gilt es die Geschwindigkeit festzustellen, mit der die Vermögensteile durch den Umsatzprozess monetarisiert werden. Da das Vermögen der Unternehmung ihr Schuldendeckungspotenzial darstellt, wird mit abnehmender Fristigkeit der Vermögensbindung das Liquiditätspotenzial erhöht und die Gefahr der Illiquidität vermindert. 41
Darüber hinaus lassen sich durch die Vermögensstrukturanalyse Informationen über die Struktur der Investitionen und Hinweise auf das Wachstum des Unternehmens, insbesondere durch Veränderungen im Bereich des Sachanlagevermögens, erlangen. 42
3.2.2 Das Verhältnis von Anlage- und Umlaufvermögen
3.2.2.1 Anlagenintensität
Zuerst wird die Vermögensstruktur durch Intensitätskennzahlen, die das Anlagevermögen oder das Umlaufvermögen ins Verhältnis zum Gesamtvermögen setzen, untersucht. Es wird also die Fristigkeit der Vermögensbindung genauer betrachtet. Die Anlagenintensität zeigt dabei, wie hoch der Anteil des langfristig gebundenen Vermögens am Gesamtvermögen ist. 43
39 Vgl. GRÄFER, H., Bilanzanalyse, S. 124; COENENBERG, A. G., Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, S. 948.
40 Vgl. BAETGE, J., Bilanzanalyse, S. 162; KÜTING, K./WEBER, C.-P., Die Bilanzanalyse, S. 89.
41 Vgl. GRÄFER, H., Bilanzanalyse, S. 124 f.; COENENBERG, A. G., Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, S.
948.
42 Vgl. BAETGE, J., Bilanzanalyse, S. 162.
43 Vgl. BAETGE, J., Bilanzanalyse, S. 166; COENENBERG, A.G., Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, S.
948.
Finanzwirtschaftliche Analyse BASF AG 12
Eine eindeutige Aussage wie die Höhe der Kennzahl in Bezug auf die Bestandsfestigkeit eines Unternehmens zu beurteilen ist, kann kaum getroffen werden. 44 In zweierlei Hinsicht scheint eine niedrige Anlagenintensität positiv für den Gesundheitszustand des Unternehmens zu sein. Zum einen wird mit einer kurzfristigeren Vermögensbindung eine größere Flexibilität durch ein höheres Liquiditätspotenzial (Dispositionselastizität) und einen niedrigeren Fixkostenanteil (Erfolgselastizität) verbunden. Zum anderen indiziert ein geringerer Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen eine bessere Kapazitätsausnutzung, was positive Auswirkungen auf die Rentabilität hat. Begründet ist dies dadurch, dass eine steigende Kapazitätsausnutzung zu mehr Umsatz und zu einem höherem Forderungs- und Vorratsbestand führt. Dies bedeutet wiederum Liquiditätszufluss. 45
Jedoch können diese Aussagen nicht als allgemein gültig aufgefasst werden. Erstens ist die Anlagenintensität stark beeinflusst von der Branchenzugehörigkeit und dem jeweiligen Schwerpunkt der wirtschaftlichen Betätigung des Unternehmens. Dies wird gekennzeichnet z.B. durch die Fertigungstiefe und den Automatisierungsgrad. Bei Handelsbetrieben lässt sich in der Regel eine geringere Anlagenintensität als bei Produktionsunternehmen feststellen. 46 Zweitens gibt es eine Reihe von Sachverhalten, die die Aussagekraft der Anlagenintensität beeinflussen. Insbesondere bilanzpolitische und sachverhaltsgestaltende Maßnahmen sollten bei der Auswertung der Kennzahl beachtet werden. Hierzu zählen z.B. Leasing und Abschreibungen sowie das Alter der Anlagen einhergehend mit Ersatzanschaffungen. 47
44 Vgl. BAETGE, J., Bilanzanalyse, S. 166; KÜTING, K./WEBER, C.-P., Die Bilanzanalyse, S. 91.
45 Vgl. COENENBERG, A.G., Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, S. 948 f.; KÜTING, K./WEBER, C.-P., Die Bilanzanalyse, S. 90 f.; GRÄFER, H., Bilanzanalyse, S. 125.
46 Vgl. COENENBERG, A.G., Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, S. 949; KÜTING, K./WEBER, C.-P., Die Bilanzanalyse, S. 90.
47 Vgl. BAETGE, J., Bilanzanalyse, S. 166-178; KÜTING, K./WEBER, C.-P., Die Bilanzanalyse, S. 90 f.
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Christoph Peters, Niels Becker, Kai Holsten, 2004, Bilanzanalyse am Beispiel der BASF AG, Munich, GRIN Publishing GmbH
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