„Shri Aurobindos Verständnis von Person und Persönlichkeit“
Hausarbeit für das Proseminar
„Aurobindo – Ein neo-hinduistischer Denker zwischen Tradition und Moderne“
Religionswissenschaftliches Seminar Uni Bonn
vorgelegt von Sascha Bosetzky
WS 1999/2000
I Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
1.1. Shri Aurobindos Werk und Leben ... 1
1.2. Gliederung der Hausarbeit ... 1
2. Shri Aurobindos Gottesverständnis ... 2
2.1. Das Höchste Wesen ... 3
2.2. Transzendenz, Universum und Individuum ... 5
2.3. Einheit in Vielfalt ... 7
3. Aurobindo Personenverständnis ... 8
3.1. Der Supermind als Vermittler zwischen dem Absoluten und dem Relativen ... 9
3.2. Das Individuum ... 14
3.2.1. Triebseele, psychic entity und Caitya Purusa ... 14
3.2.2. Die gnostische Person ... 17
4. Schlusswort ... 20
5. Literaturverzeichnis ... 22
1. Einleitung
1.1. Shri Aurobindos Werk und Leben
Shri Aurobindo gilt als einer der bedeutendsten indischen Denker der Neuzeit. Sein umfangreiches philosophisches Gesamtwerk enthält sowohl Elemente aus den traditionellen religiösen Strömungen Indiens als auch modernes, westliches Gedankengut. Er schreckte nicht davor zurück mit herkömmlichen Grundsätzen zu brechen und schaffte damit in der indischen Geisteswelt etwas ganz Eigenes. Im Unterschied zu vielen westlichen Denkern war Aurobindo nicht nur Philosoph, sondern auch – oder besser: vor allem – ein Yogin im klassischen Sinne. Den größten Teil seines Lebens bemühte er sich die geistige Vollkommenheit, die er in seinen Büchern beschreibt, selber zu erreichen. Er zog sich im fortschreitenden Alter immer mehr von seiner Umwelt zurück, um sich ganz dem inneren Kampf um Selbstverwirklichung zu widmen. Sein erklärtes Ziel war die vollkommene Transformation des irdischen Lebens in eine ganz und gar vom göttlichen Bewusstsein durchdrungene Existenz, in der der Mensch sich seiner transzendentalen Herkunft und Beziehung zu Gott gewahr wird. Diesen Bewusstseinswandel strebte Aurobindo nicht nur für sich selber und den Kreis seiner Schüler an. Wenn sich das göttliche Bewusstsein einmal auf der Erde manifestieren würde, hätte die gesamte Menschheit einen Nutzen davon und ein neues Zeitalter würde anbrechen.
Shri Aurobindo prägte den Begriff des integralen Yogas und sah ihn als das geeignete Mittel an, seine spirituellen Ziele zu erreichen. Die Quintessenz des integralen Yogas ist die völlige Annahme des göttlichen Willens. Nicht die Auflösung der eigenen Person, sondern deren Hingabe an den Saccidānanda – die absolute Wahrheit, die transzendentale Wesenheit, die sowohl persönlich als auch unpersönlich ist und alle Gegensätze in sich vereinen kann – wird vom integralen Yoga angestrebt. Das Entfernen und sich wieder Annähern der individuellen Persönlichkeiten an die transzendentale Persönlichkeit ist wohl das wichtigste Motiv in den Lehren Aurobindos.
1.2. Gliederung der Hausarbeit
In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich mich näher mit dem Personenverständnis von Shri Aurobindo auseinandersetzen. Zum Thema habe ich die „Essays on the Gita“ und das „Life Divine“ herangezogen. In den beiden Büchern legt Aurobindo seine Philosophie sehr detailliert dar, wobei das „Life Divine“ sicherlich die maßgeblichere Schrift ist. Sie wurde elf Jahre später niedergeschrieben als die „Essays“ und später noch einmal gründlich überarbeitet. Außerdem habe ich mich mit der Doktorarbeit von G. Rager über Aurobindos Philosophie1 beschäftigt, auf der auch mein Referat zum Thema basierte. Für die Hausarbeit habe ich allerdings kaum die Arbeit von Rager zu Rate gezogen, da ich auf Aurobindo im Original zurückgreifen wollte. Obwohl sich eigentlich jeder Bereich von Aurobindos Philosophie um die Person, ob nun das Höchste Wesen oder die Einzelseele, dreht, möchte ich mich aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Hausarbeit nur mit den wesentlichen Aspekten seiner Personenvorstellung beschäftigen. Zuerst werde ich auf Aurobindos Gottesverständnis eingehen, um dann darzulegen, wie die individuelle Person aus dem Höchsten Wesen hervorgeht. Zum Schluss versuche ich zu zeigen, was nach Aurobindo die eigentliche Person ausmacht und wie er den vollkommenen Menschen sieht, der den Weg des integralen Yogas erfolgreich zu Ende gegangen ist.
[...]
1 Rager 1965
Arbeit zitieren:
Sascha Bosetzky, 2000, Shri Aurobindos Verständnis von Person und Persönlichkeit, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Menschenschöpfungsmythen im Alten Orient
Betrachtungen zum Motiv des „t...
Theologie - Biblische Theologie
Seminararbeit, 37 Seiten
Hexenverfolgung im Mittelalter
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Referat / Aufsatz (Schule), 9 Seiten
Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
Seminararbeit, 26 Seiten
Von der Geheimzahl Sieben zur Mythologie
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Forschungsarbeit, 49 Seiten
Über Sigmund Freuds "Das Unbehagen in der Kultur"
Inwieweit steht die Kultur mit...
Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen
Seminararbeit, 20 Seiten
Ich bin eine thibetanische Buddhistin - Blavatsky, Theosophie, Tibet u...
Seminararbeit, 19 Seiten
Das Fegefeuer im Wandel der Zeit
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 17 Seiten
Versunkene Kulturen der Welt - das Kompendium
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Forschungsarbeit, 118 Seiten
Strömungen im Islam: Sunniten, Schiiten, Ismaeliten und Drusen
Orientalistik / Sinologie - Arabistik
Wissenschaftlicher Aufsatz, 20 Seiten
Sufismus als der lachende Dritte
Die mystische als Gewinnerin d...
Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Sascha Bosetzky hat den Text Shri Aurobindos Verständnis von Person und Persönlichkeit veröffentlicht
Sascha Bosetzky hat einen neuen Text hochgeladen
Tradition, Modernity and Post-Modernity in Comparative Education
Vandra Masemann, Anthony Welch
Tradition & Modernity in Arabic Literature
DeYoung &. Khouri Ed -. Boullata, Boullata, Terri DeYoung
Tradition, Modernity, and Postmodernity in Arabic Literature: Essays i...
Kamal Abdel-Malek, Wael B. Hallaq
0 Kommentare