1 Einleitung 1 1
2 Beschreibung der einzelnen Sitzungen
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3 Schluss 17 17
1. Einleitung Im Mittelseminar „Interaktionsspiele“ stand die Vermittlung von verschiedenen Arbeitsmethoden in der Erwachsenenbildung im Mittelpunkt. Doch auch für andere Praxisfelder ist Inhalt dieser Veranstaltung von großem Nutzen. Besonders wichtig ist dabei die ungewöhnliche Art des Lernens, bei der man die Methoden gleich im Seminar selbst erleben durfte. Die Durchführung und Analyse von verschiedenen Interaktionsspielen bildeten den Schwerpunkt des Seminars. Die einzelne Spiele unterschieden sich im Bezug auf den Spielort, die Spieldauer, die Zusammensetzung der Teilnehmer, die Spielregeln und, ganz wichtig, die Zielergebnisse, die am Ende erreicht werden sollten.
Die vorliegende Hausarbeit unterscheidet sich von einer herkömmlichen wissenschaftlichen Arbeit. Hier werden Inhalt, Ablauf und Ergebnisse des Seminars „Interaktionsspiele“ dargestellt, wobei meinen eigenen Empfindungen und Erfahrungen während diesen fünf Sitzungen besonders große Bedeutung zugeschrieben wurde. Als Resultat soll ein
Nachschlagewerk mit Anleitungen zu Interaktionsspielen entstehen, die später in der Praxis eingesetzt werden können.
Zu jeder Sitzung werden alle Interaktionsspiele in chronologischer Reihenfolge beschrieben. Dabei wird bei jedem Spiel zuerst auf die Regeln und auf den Verlauf, danach auf den subjektiven Faktor eingegangen.
2. Beschreibung der einzelnen Sitzungen 2.1. Erste Sitzung (02.05.2003)
Am Anfang stellten sich alle Teilnehmer in einen Kreis und zwar so, dass die Anfangsbuchstaben ihrer Namen eine alphabetische Reihenfolge bildeten. Der Seminarleiter gab einen Viervierteltakt vor (Rem-tem-tem-Pause) damit die Namenskette rhythmisch gesprochen werden konnte. Nachdem alle Teilnehmer den Rhythmus übernommen haben, fing das eigentliche Spiel an.
Nun sollte der Erststehende seinen Namen erstmal selbst rhythmisch vorsagen, wozu sein Name einfach in Silben zerlegt wurde. Nachdem es von allen Teilnehmern zwei Mal auf die gleiche Weise wiederholt wurde, sprach der Nächststehender seinen Namen aus. Nun musste dieser Name „drangehängt“ werden, indem es ebenso zwei Mal wiederholt wurde. Zwischen jedem weiteren Namen mussten die bereits genannten Namen nacheinander erneut wiederholt werden und der nächste Name wieder erstmal vom Teilnehmer selbst und dann wieder von
der gesamten Gruppe zwei Mal wiederholt werden. So verlängerte sich die Namenskette mit jedem Namen um ein weiteres Glied, wodurch die Wiederholung aller Namen von Anfang bis zum letztgenannten umso schwieriger wurde.
Mir persönlich gelang es besser die Namenskette vollständig mitzusprechen, wenn ich meinen Blick auf der Person, dessen Name genannt werden sollte, hatte. So konnte ich das Äußere dem Namen zuordnen.
Der Rhythmus spielte in diesem Interaktionsspiel eine wichtige Rolle: durch die rhythmische Aussprache der Namen konnten diese besser im Gedächtnis eingeprägt werden. Außerdem signalisierte die Pause im letzten Viertel des Taktes einen Übergang zur nächsten Wiederholung bzw. zum nächsten Namen.
Nachdem wir die Namen der beiden Ketten gesprochen haben, sollte man versuchen, die Namen unabhängig von der vorherigen Reihenfolge zu benutzen. Dafür gingen alle Teilnehmer willkürlich durch das Seminarraum und nannten unverzüglich die Namen von denjenigen, die ihnen grade über dem Weg liefen.
Die Namenskette eignete sich hervorragend, um sich die Vornamen von so vielen neuen Mensche n einzuprägen. Zwar hat es am Anfang etwas länger gedauert bis alle die Spielregeln verstanden haben, wodurch manche etwas genervt waren, doch später konnte man feststellen, dass es den Mitspielern Spaß gemacht hat, ihre Merkfähigkeit zu prüfen. Es war int eressant die Gesichter zu beobachten. Sie verrieten, ob derjenige diese Aufgabe ganz leicht oder nur mühsam bewältigen konnte.
Später, nach dieser Sitzung, hat sich der eigentliche Effekt gezeigt, indem wir uns alle zum ersten Mal mit Vornamen begrüßt oder angesprochen haben.
Sprechkanon (Mehrdorn – Zug):
Alle Teilnehmer stellten sich in einem Kreis. Zuerst sollte der Text eines Gedichtes, Zeile für Zeile, dem Seminarleiter nachgesprochen werden:
Drunten am Bahnhof Stehen die Züge All in einer Reihe.
Kommt der Schaffner Dreht an einem Rädchen Hui! Weg sind sie!
Sobald alle Teilnehmer diese 6 Zeilen erlernten, wurden verschiedene, zum Inhalt des Gedichtes passende Bewegungen mit den jeweiligen Zeilen verknüpft. So wurde zum Beispiel während des „Drunten am Bahnhof“ mit dem ganzen Körper zur Mitte des Kreises vorgebeugt und mit dem rechten Zeigefinger in Richtung auf den Boden gezeigt. Nun sollte dieses Gedicht in vier gleichgroßen Gruppen im Kanon gesprochen werden: alle Gruppen fingen um eine Zeile versetzt an. Das Gedicht wurde auf diese Weise ein Paar Mal gesprochen, wonach wieder alle Gruppen wieder versetzt in derselben Reihenfolge zum Schluss kamen.
Den Inhalt des Gedichtes mit den Bewegungen, die für die Kindergartenkinder ursprünglich gedacht waren, fanden viele Teilnehmer komisch und eigentlich nicht unserem Alter entsprechend. Doch später fielen die Hemmungen und alle machten mit. Schon bald erklang das Gedicht ausdrucksvoller, die Bewegungen wurden deutlicher. Es war ziemlich schwierig, sich auf den Text seiner Gruppe zu konzentrieren, denn man hörte auch andere sprechen. Während des Spieles entwickelte sich ein Gefühl des Zusammengehörens unter den Teilnehmern der jeweiligen Gruppe. Sie versuchten gemeinsam, den eigenen Text deutlich zu sprechen, und ließen sich nicht durcheinander bringen.
Konzentrationsübung „Zählen“ (aus dem Buch „Das offene Geheimnis“ von Peter
Alle Teilnehmer setzten sich in Kreis. Die Aufgabe in diesem Spiel bestand darin, gemeinsam bis 20 zu zählen.
Alle saßen entspannt da. Nun sollte jemand die Zahl „eins“ nennen, wobei niemand ahnte wer der jenige sein wird. Nach jeder Zahl erklang eine Pause. Die Zahl „zwei“ wurde ebenso von einer beliebigen Person genannt, wobei immer nur einer sprechen durfte. Wenn es nicht der Fall war, musste die Gruppe von neu anfangen. Auf diese Art wurde eine Kette aus einzeln genannten Zahlen von eins bis zwanzig gebildet.
Dieses Interaktionsspiel diente zur Steigerung von Konzentrations- und Teamfähigkeit bei den Teilnehmern. Einerseits befand sich der Körper während dieses Spieles in einer sehr entspannten Lage, man durfte seine Augen zumachen. Doch das Hören war sehr angespannt. Mich kostete es immer Überwindung, eine Zahl selbst in die Runde zu rufen. Es bestand stets die Gefahr, dass man nicht der einzige ist. Damit riskierte man die bereits gebaute Kette abzubrechen. Bei diesem Spiel war es sehr wichtig, den anderen Teilnehmern Zeit zu lassen
und jedem die Möglichkeit zu geben, selbst eine Zahl zu nennen. In solcher Stille wusste man genau, dass sich jeder gegenseitig genau zuhörte. In den langen Pausen zwischen den einzelnen Zahlen stieg die Spannung: einerseits wussten alle, dass wir unserem Ziel einen Schritt näher kamen, andererseits konnte es auch der letzte Schritt dieser Kette gewesen sein. Rhythmisches Klatschen:
Alle Spieler saßen im Kreis. Hier bestand die Aufgabe darin, seine eigene Klatschkomposition zu kreieren und die seines Nachbars nachzumachen.
Der erste Spieler hatte dem zweiten Spieler einen Rhythmus vorzuklatschen, der danach von ihm nachgemacht werden sollte. Nachdem dies geschah, durfte er dem nächsten Spieler seine eigene Kreation vorstellen. So ging es immer im Kreis weiter, indem man immer einen Rhythmus zu wiederholen und danach einen eigenen auszudenken hatte.
In diesem Spiel hatte man unmittelbaren Kontakt nur zu seinem nächsten Nachbar zur rechten und zur linken Hand. Alle anderen waren solange ausgeschlossen bis sie selbst an der Reihe waren. Viele Teilnehmer hatten keine Ideen, wussten nicht welche Rhythmen sie benutzen sollen, weil schon so Viele bereits vorkamen. Doch manche hatten sehr ausgefallene Ideen, da sie sehr komplizierten Rhythmus benutzten oder nicht nur auf die herkömmliche Art, sondern auch auf die Brust, Oberschenkel oder sogar auf die Stirn geklatscht haben. Solche Klatschrhythmen und -techniken brachten den Nachbar oft in Verlegenheit, da er sich unsicher war, ob er diese nachmachen konnte. In dieser einfachen Übung sollten die Teilnehmer zur Kreativität angeregt und die Atmosphäre im Seminar gelockert werden. Es wurde viel improvisiert und gelacht.
Grimassenrunde :
In der Grimassenrunde galten die gleichen Regeln wie beim Rhythmischen Klatschen. Hier wurde von jedem Teilnehmer eine Grimasse des Nachbars an der linken Seite nachgestellt und dem Nachbar an der rechten Seite seine eigene gezeigt.
In dieser Runde hat man geteilte Reaktionen beobachten können. Viele Mitspieler, die man auch sonst als sehr offen und spontan erfahren hat, hatten keine Probleme damit, sein Gesicht zu einer Grimasse zu verbiegen. Andere, meist weibliche Teilnehmer, hatten keinen Spaß daran, ihre Gesichter anzufassen, zu verformen und dadurch möglicherweise lächerlich
Arbeit zitieren:
Alena Scherer, 2003, Interaktionsspiele, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
Interaktionsspiele in der Erlebnispädagogik
Ein kurzer Überblick
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Schul-, Lern- und Unterrichtsstörungen: Beispiele ADS und ADHS
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