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Inhaltsverzeichnis
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Einleitung 3
1. Grundsätzliche Annahmen des Liberalismus 3
1.1 Zur Geschichte des Liberalismus 3
1.2 Heutige Sichtweisen des Liberalismus 4
2. Varianten im Liberalismus 6
2.1 Ideational Liberalism 6
2.2 Commercial Liberalism 7
2.3 Rebublican Liberalism 7
3. Der Demokratische Frieden 8
3.1 Kernaussagen und Forschungsergebnisse 9
3.2 Grenzen demokratischer Friedfertigkeit 11
3.3 Demokratie als Voraussetzung für den Frieden? - Die Kritik 13
3.4 Die politisch-praktische Bedeutung des Demokratischen Friedens 14
Schlussbemerkung 17
Literaturverzeichnis
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Einleitung:
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Denkschule des Liberalismus in den internationalen Beziehungen. Die Arbeit besteht inhaltlich aus zwei Teilen: Im ersten Teil versuche ich, einen allgemeinen Überblick über die Theorie des Liberalismus in den Internationalen Beziehungen zu geben, indem ich in Abschnitt 1. seine Grundannahmen erläutere und in Abschnitt 2. die verschiedenen Varianten des Liberalismus herausarbeite. Im zweiten Teil der Arbeit (Abschnitt 3.) wende ich mich einer besonderen These innerhalb dieser Denkschule zu, die in den vergangenen Jahren zunehmend in den Vordergrund der Diskussion rückte: dem sogenannten „Demokratischen Frieden“. Diesem Abschnitt widme ich ganz bewusst einen Großteil meiner Aufmerksamkeit. Dabei verschaffe ich dem Leser einen Einblick in die Kernthesen dieser Friedenstheorie und diskutiere im Anschluss ihre Einschränkungen, die Kritik des Realismus und mit besonderem Schwerpunkt ihre politischpraktische Relevanz. Auf diese Weise versuche ich herauszuarbeiten, inwiefern sich die Denkschule des Liberalismus auch in der Auseinandersetzung mit anderen Theorien bewährt.
1. Grundsätzliche Annahmen des Liberalismus:
1.1 Zur Geschichte des Liberalismus
Die klassische Denkschule des Liberalismus kann auf eine lange Theorietradition zurückgreifen, die bis in die Zeit des Aufstieges des Bürgertums im 18. und 19. Jahrhundert reicht. Zu den Wegbereitern auf diesem Gebiet zählen große Denker und Philosophen wie John Locke, Immanuel Kant, Jean Jacques Rousseau und Adam Smith. Schon John Locke wies darauf hin, dass alle Menschen aufgrund ihrer natürlichen Gleichheit als Individuum bestimmte Grundrechte hätten. Eine der Grundforderungen Immanuel Kants war die Einrichtung einer Verfassung, die die Freiheit des Individuums garantiert. Seine Ausführungen zum Verhältnis zwischen demokratischer Verfasstheit einer Gesellschaft und Frieden lassen ihn zum Vordenker der Theorie vom „Demokratischen Frieden“ werden (dazu mehr in Abschnitt 3.). Alle diese Denker teilten die Auffassung, das außenpolitische Verhalten eines Staates sei auf dessen gesellschaftliche, wirtschaftliche und staatliche Verfasstheit zurückzuführen und bildeten damit das Fundament für die heutige liberale Theorie der Internationalen Beziehungen.
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1.2 Heutige Sichtweisen des Liberalismus
Die neuere liberalistische Denkweise in den Internationalen Beziehungen hat in den letzten fünfzehn Jahren einen verstärkten Aufschwung gefunden und sich neben dem Realismus und dem Institutionalismus als Großtheorie etablieren können. U. a. beschäftigt sie sich und integriert Bereiche der Friedensforschung, die in den siebziger Jahren aufkam. Die Basis f ür die liberale Theorie bildet die Behauptung, die zentralen Akteure in den internationalen Beziehungen seien Individuen und gesellschaftliche Gruppen. Damit zeigt sie bereits den entscheidenden Unterschied zu Realismus und Institutionalismus auf, bei dene n allein die Staaten die zentralen Akteure darstellen. Ausschlaggebend für das außenpolitische Handeln eines Staates sind nach liberaler Sichtweise die gesellschaftlichen Präferenzbildungsprozesse. Es sind also die staatlich organisierten Gesellschaften und weniger die Staatenwelt mit ihrer unterschiedlichen Machtverteilung, die im Mittelpunkt der Analyse stehen. Da das Handeln der Staaten im internationalen System von ihren gesellschaftlichen Umfeldern abhängt, wird - in den Worten von Gerd Krell - „(...) die Reihenfolge von Ursache und Wirkung in der internationalen Politik umgekehrt: Nicht das internationale System bestimmt das Handeln der Staaten und ihre Präferenzen, die entscheidenden Akteure sind vielmehr Individuen und Gruppen, die ihren materiellen und ideellen Interessen nachgehen“. 1 Durch die Vielzahl der Akteure entsteht auch ein breites
Spektrum an Interessen, die innerhalb einer Gesellschaft von Organisationen wie Parteien, Gewerkschaften, Umweltschutzvereinen und Wirtschaftsverbänden vertreten und artikuliert werden. Da jede Organisation darauf bedacht ist, ihre eigenen Interessen durchzusetzen, kommt es zwangsläufig zu Reibungen und Konkurrenzeffekten, wobei sich im Sinne einer demokratischen Konsensbildung die stärksten Interessen durchsetzten. Gerade in den Zeiten der Globalisierung werden nationale Organisationen und Verbände zunehmend zu internationalen Akteuren, die zwangsläufig auch auf außenpolitische Prozesse Einfluss nehmen. Da dies für jede Gesellschaft in jedem Staat zutrifft, stoßen auf internationaler Bühne demzufolge die von den Staaten repräsentierten Präferenzen ihrer gesellschaftlichen Umfelder aufeinander. Sollten diese miteinander vereinbar sein, entsteht Kooperation im weiteren Sinne; sollte jedoch Widerspruch auftreten, müssen die jeweiligen Staaten ihre Positionen auf politischer aber auch gesellschaftlicher Ebene kompromissfähig machen. Im Falle einer völligen, nicht zu beseitigenden Unvereinbarkeit kann es im Grenzfall bis zu einer gewaltsamen Konfrontation kommen. In diesem Zusammenhang erklärt Krell, „Konflikte in
1 Gert Krell 2000: Weltbilder und Weltordnung, S. 148
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der internationalen Politik“ seien (...) „die Folge der Inkompatibilität staatlich organisierter und repräsentierter gesellschaftlicher Präferenzen“. 2 Hier wird erneut die entscheidende Differenz zum Realismus deutlich: Nicht das jeweilige Mächteverhältnis oder ein vermeintliches Sicherheitsdilemma sind ausschlaggebend für zwischenstaatliche Konflikte oder Kriege, sondern die Konsensunfähigkeit der sich gegenüberstehenden Präferenzen. Andrew Moravcsik charakterisiert getrennt voneinander das spezifische Handeln der sozialen Akteure, die Art und Weise wie und welche Präferenzen staatlich repräsentiert werden, sowie die Interdependenz staatlicher Präferenzen. So bilden soziale Akteure, seien es Individuen oder Gruppen, ihre materiellen und ideellen Interessen unabhängig von vermeintlichen politischen Determinanten und versuchen sie dann in der politischen Diskussion durchzusetzen. Da angenommen wird, dass diese sozialen Akteure rational, zweckorientiert und kostenbewusst handeln, kann es in bestimmten Fällen zur Bildung von Koalitionen kommen, die gemeinsame Ziele verfolgen. Infolgedessen wird ihnen in dieser Hinsicht auch eine niedrige Risikobereitschaft unterstellt; lediglich in Fällen erheblicher materieller Knappheit erhöht sich das Konfliktpotential. Der Staat selbst wird nicht als einheitlicher Akteur betrachtet, sondern als repräsentative Institution, die prinzipiell wechselweise die Interessen unterschiedlicher sozialer Akteure vertreten kann. In der Realität jedoch sind staatliche Entscheidungsträger gleichzeitig auch starke Interessenvertreter einer bestimmten politischen Klientel. Dies trifft vorwiegend auf autoritäre Regime zu, jedoch nicht nur: 3
„Even where government institutions are formally fair and open, a relatively
inegalitarian distribution of property, risk, information, or organizational capabilities
may create social or economic monopolies able to dominate policy.”
Doch auch diese „monopolies“ können nicht bewirken, dass Staaten feststehende und immer konstante Konzepte bezüglich Sicherheit, Souveränität und Wohlstand verfolgen, wie es im Realismus angenommen wird. Diese sind immer vom jeweiligen sozialen Kontext abhängig und können variieren, wobei die Maximierung der eigenen Sicherheit und das Wachstum der nationalen Ökonomie nicht unbedingt kompromisslos im Vordergrund stehen müssen. Letztendlich wird angenommen, dass das außenpolitische Verhalten eines Staates von solchen Präferenzen geprägt wird, die aufgrund der Interaktion mit anderen Staaten eine gewisse Interdependenz aufweisen. Wie oben bereits erklärt, kommt es bei kompatiblen Präferenzen zu Kooperation und Koexistenz, sollte es jedoch zu erheblichen Konflikten
2 Ebd., S. 150
3 Andrew MORAVCSIK 1997: Taking Preferences Seriously: A Liberal Theory of International Politics, in:
International Organization 51:4, S. 518
Arbeit zitieren:
Sebastian Höhn, 2001, Der Liberalismus in den Internationalen Beziehungen, München, GRIN Verlag GmbH
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