Inhaltsverzeichnis
1 Gruppencharakteristik im Jahresüberblick
1.1 Allgemeine didaktische Kennzeichnung
1.2 Medizinische und physiologische Aspekte
1.3 Sportmotorische Aspekte
1.4 Psycho-soziale Aspekte
1.5 Einzelcharakteristik von 4 ausgewählten Personen
1.5.1 Herr S., G. (16.02.41)
1.5.2 Herr N., W. (30.04.1943)
1.5.3 Herr K., H. (31.08.25)
1.5.4 Herr H., C. (03.12.1943)
1.6 Abschlussreflexionen
2 Allgemeine Ziele der Bewegungs- und Sporttherapie mit Herzpatienten
3 Thematik der Examenslehrprobe und Herstellung des Bezuges zum All-
gemeinziel und zum Ziel der einzelnen Lehrversuche
4 Gliederung der Stundenteile der Examenslehrprobe einschließlich Zielen,
Inhalten, Methoden und Organisationsformen
4.1 Vorbereitung der Stunde
4.2 Ausdauertraining
4.2.1 Allgemeine Ziele des Ausdauertrainings
4.2.2 Das Ausdauertraining im Impuls e.V.
4.3 Einleitung/Begrüßung/Einstimmung auf die Stunde
4.3.1 Inhalte und Ziele der Einleitung
4.3.2 Inhalte der Einleitung der Examenslehrprobe und methodische und orga-
nisatorische Bemerkungen
4.4 Allgemeine Erwärmung
4.4.1 Ziele der allgemeinen Erwärmung
4.4.2 Inhalte und methodisch-organisatorische Bemerkungen zur allgemeinen
Erw ärmung der Examenslehrprobe
4.5 Spezielle Erwärmung
4.5.1 Ziele der speziellen Erwärmung
4.5.2 Inhalte und methodische und organisatorische Bemerkungen zur
speziellen Erwärmung
4.6 Hauptteil
4.6.1 Ziele des Hauptteils
4.6.2 Inhalte des Hauptteils
4.7 Entspannung
4.7.1 Allgemeine Ziele der Entspannung
4.7.2 Inhalte der Entspannung, sowie methodische und organisatorische Be-
merkungen
4.8 Abschluss mit Besprechung und Verabschiedung
5 Überprüfung der Erfüllung der Zielstellung und Wirksamkeit der Inhalte
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1 Gruppencharakteristik im Jahresüberblick
1.1 Allgemeine didaktische Kennzeichnung (Art der Gruppe, Bestehen, „Leitungsstruktur“, Zusammensetzung der Gruppe, Alter, soziale Struktur, Geschlecht, Trainingshäufigkeit, Intensität, Dauer, Umfang, weitere Parameter, Einbezogene Materialien und Geräte
Seit dem 20.04.04 hospitiere ich in einer Herzsportgruppe in Grünau an der Grünauer Welle. Diese Hospitationen sind Teil meiner großen Spezialisierung „Erkrankung innerer Organe“ bei Dr. Jahn. Die Leitung der Herzsportgruppe wird von Frau Dr. Wallberg gewährleistet. Sie studierte Sportwissenschaft, promovierte im Bereich des Wintersports/Ski und leitet diese Gruppe seit dem Jahre 2000 erfolgreich immer mittwochs 17-18 Uhr. Die genaue Anschrift der Räumlichkeiten ist „Impuls“ e.V., Stuttgarter Allee 20, 04377 Leipzig.
Die Gruppenstruktur ist offen, daher gibt es zwar Stammmitglieder, dennoch ist die Gruppe jederzeit bereit neue Teilnehmer aufzunehmen. Die Übungsgruppe bestand am Anfang meiner Hospitation aus 18 Teilnehmer, wobei mittlerweile einige gegangen, andere dazugekommen sind. Die gesamte Gruppenstärke wird leider nicht bei jedem Treffen erreicht, aber trotz alledem kann man von einer regelmäßigen Teilnahme sprechen, da jede Woche zwischen 11-16 Patienten anwesend sind. Fehlen Teilnehmer, so ist dies meist vorher abgesprochen oder entschuldigt. Wenn man hier an dieser Stelle ein Durchschnittsalter nennen möchte, so liegt es bei cirka 65 Jahren. Wir haben es daher also mit einer relativ „betagten“ Gruppe zu tun. Der älteste Teilnehmer wird dieses Jahr noch 80 und der Jüngste ist Anfang des Jahres 43 Jahre jung geworden.
Das Geschlechtsverhältnis beträgt im Schnitt 60-70% Männer und 30-40%Frauen, je nach dem welche Patienten anwesend sind. Die Teilnehmer sind nicht zeitgleich zur Gruppe gekommen, daher ist es nicht ungewöhnlich das manche Teilnehmer bereits seit über 2 Jahren regelmäßig erscheinen, andere „erst“ seit einem Vierteljahr. Auch dieses Jahr sind bereits wieder 6 Mitglieder geworben wurden und trainieren seitdem aktiv nehmen an Kursen, wie dem meiner Hospitation teil. „Alteingesessene“ Teilnehmer sind Fr.E.O., Hr.G.B., Hr.C.H., Hr.B. K., Hr.K.W., Hr.H.K., Hr. H.W., Hr.Dr.K., Fr. C.W. Dieses Jahr Neuhinzugekommene Teilnehmer sind Hr.F.G. Hr.K.B., Hr.G.S., Fr. I.S., Fr.B.G., Fr.G.S.-D.. Die Teilnehmer kannten sich bevor sie die Gruppe zum ersten Mal besuchten nicht, bis auf Hr. H.W. der mit seiner Frau Fr. C.W. zusammen an der Sporttherapie teilnimmt. Die Teilnahmegründe sind nicht sehr verschieden. Fast allen wurde dieses Training auf Anraten ihrer Kardiologen oder Hausärzten verschrieben bzw. empfohlen. Des Weiteren sind viele durch Prospekte oder Anregungen im Zuge der An-schlussheilbehandlung ihrer Erkrankungen in unsere Einrichtung gekommen. An dieser Stelle möchte ich noch kurz etwas zu den Räumlichkeiten schreiben. Der Raum in dem die Teilnehmer trainieren ist cirka 30m² groß. 5m² sind davon mit Gerätschaften, wie Tisch, Stühle, Cd-Spieler besetzt, der Rest bleibt als Trainingsflä-
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che nutzbar. Der Boden ist aus Linoleum mit integrierter Fußbodenheizung, so dass den Patienten auch ein Training ohne Schuhe möglich gemacht werden könnte. 2 von den 4 Wänden sind fast vollständig verspiegelt. Dies halte ich für sehr günstig, da es denn Patienten erlaubt sich selber zu kontrollieren, und der Trainerin erlaubt alle im Blick zu behalten auch wenn manche in ihrem Rücken trainieren. Zusätzlich befinden sich im Raum diverse ISO-Matten und Unterlegteile für Füße und Kopf zum Bilden von Stufenlagerungen. Auch zwei Sprossenwände sind vor-handen, welche gelegentlich zur Hilfestellung benutzt werden. Ansonsten kann man aber festhalten, dass der Raum für die Menge an trainierenden Personen etwas zu klein ist. Frau Walldorf bestätigte uns dies auch und plant auch ab November 2004 die Gruppe zu teilen und an zwei verschiedenen Terminen trainieren zu lassen.
Vor dem eigentlichen Trainingsraum befindet sich der Geräteraum der Gruppe, wo man Petzibälle, Trampolins, Stäbe, Bälle, Tücher, Massagebälle und Terabänder findet. Alle Trainingsgegenstände sind in ausreichender Anzahl vorhanden und im sehr guten Zustand. Zu den weiteren Räumlichkeiten zählen 2 Umkleideräume, ein großer Fitnessbereich, eine Sauna und natürlich Duschmöglichkeiten. Den Patienten steht alles zur Verfügung und sie nutzen auch Trainingsmöglichkeiten im Fitnessbereich, wie zum Beispiel Laufband, Fahrradergometer und Ruderergometer, auf die ich später noch einmal eingehen möchte. Alles steht unter fachlicher Betreuung und Aufsicht.
Für ärztliche Notfälle steht ein Arzt in der unmittelbaren Umgebung zur Verfügung, welcher ständig zu erreichen und ansprechbar ist. Bei der Herzstunde ist kein Arzt direkt anwesend, daher erfüllt diese Gruppe die Anforderungen an eine Herzsportgruppe nur ungenügend, was mit finanziellen Gründen gerechtfertigt wird. Ich kann dafür Verständnis aufbringen und halte die Abrufbarkeit eines Arztes in unmittelbarer Umgebung zwar nicht für empfehlenswert in Bezug auf rechtliche Angelegenheiten, aber trotz alledem für absolut ausreichend. Die Gruppe hat ein sehr unterschiedlichstes motorisches, physiologisches und koordinatives Beanspruchungsverhalten. Hier liegt uns eine Gruppe vor, bei der die Leistungsbeanspruchung bei 1 Watt pro Körpergewicht liegt. Dies ist aber leider nur als Durchschnittswert zu betrachten, da individuell große Schwankungen auftreten. Manche Patienten sind ohne Bedenken bis 2 Watt pro Kilogramm belastbar, andere wiederum nur bis 0,7. Man kann mit gutem Recht davon sprechen, dass wir es hierbei mit einer gemischten Gruppe zutun hat, die man aufgrund der Individualität als Übungsgruppe betrachten sollte, oder gegebenenfalls individuelle Belastungsgestaltung in der Stunde vornehmen sollte. Auf weitere detaillierte Zahlen möchte ich in den späteren Kapiteln zu sprechen kommen. Ziel der einstündigen Therapie ist das Verbessern der Beweglichkeit, die Erhöhung der Kraftfähigkeit, das Erreichen einer besseren Entspannungswahrnehmung und Fähigkeit, die Erhöhung der Flexibilität und Dehnbarkeit, sowie die Verbesserung der allgemeinen Ausdauer. Da alle Patienten vor der eigentlichen Stunde 30 Minuten an Ergometern trainieren, wird nicht spezifisch nach der Dauerleistungsmethode Ausdauer geschult. Frau. Dr.
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Wallberg legt in diesem Sinne mehr Wert auf bestimmte Kraftübungen mit Geräten im Sinne einer allgemeinen Zweckgymnastik, und den weiteren angesprochenen Zielen. Ich halte dies für sehr sinnvoll, da neben der allgemeinen Ausdauerproblemen auch viele weitere Probleme am Bewegungsapparat der Patienten vorliegen, die in der Stunde gut behandelt werden können. Zusätzlich wird viel Wert auf Koordinationsschulung gelegt.
2 Medizinische und physiologische Aspekte ( Schädigung. Funktionelle Einschränkungen, Behinderungen, Begleiterkrankungen, Belastbarkeit)
An dieser Stelle möchte ich die Punkte klinische Befunde, Begleiterkrankungen, Belastbarkeit, Medikation und Besonderheiten gerne in tabellarischer Form zusammenfassen. Die Aufschlüsselung der Medikationen führe ich gesondert in einer weiteren Tabelle an. Gruppenüberblick (Stand 10.2004)
Ich hoffe ich konnte Ihnen damit einen Einblick in die Medikationen, sowie die einzelnen Wirkmechanismen geben und konnte somit die Zusammenhänge zwischen Erkrankung und spezifischer Medikation verdeutlichen und darstellen. Erläuterung zu den einzelnen Erkrankungen: Koronare Herzerkrankungen
Koronare Herzerkrankungen sind ein Sammelbegriff für alle degenerativen Arterienprozesse, die durch eine Koronarsklerose bedingt sind. Dieser Prozess kann mehrere Gefäße betreffen und wir sprechen in diesem Rahmen von koronarer zwei-, drei-, bzw. multiplen Gefäßerkrankung. Durch die angegriffenen Gefäße werden andere Krankheitsbilder bedingt, wie zum Beispiel die Angina pectoris, ein Stechschmerz in Brust und Oberarm, Herzinfarkte, aufgrund stark verminderter Ei-genversorgung der Herzmuskulatur, oder Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen. Wir treffen in meiner Hospitationsgruppe auf fast alle Sorten von koronarer Herzerkrankung und ihren Folgen, so dass natürlich ein besonderes Augenmerk auf möglichen Komplikationen während der Trainingstherapie zu legen ist. Auch die meisten der von mir angesprochenen Medikationen bezieht sich auf die Regulierung dieser pathologischen Mechanismen.
Des Weiteren finden wir viele Patienten mit so genannten Bypässen. Bei einem Bypass handelt es sich um eine künstlich chirurgisch eingesetzte Vene, die als Umgehungsfunktion für nicht mehr brauchbare Herzgefäße dienen soll. Diese Vene sollte möglichst aus dem identischen genetischen Pool sein, also von der Person selber, zum Beispiel aus dem Oberschenkel, um mögliche immunbedingte Abstoßreaktionen zu verhindern. Ein Bypass kann überdauernd, aber auch nur für begrenzte Zeit eingesetzt werden.
Wenn wir hier bei der Diagnose von Myokardinfarkt sprechen meinen wir einen durch Blutunterversorgung zustande gekommenen irreversiblen Untergang von Myokardgewebe. Dieser Ausfall der von Herzmuskelarealen hat drastische Folgen und ist meist verbunden mit starken Schmerzen, Ohnmachtsanfällen, Bewusstlosigkeit bis zum Tod. Auch dieses pathologische Krankheitsbild treffen wir in meiner Gruppe fast vollständig an und es war in den meisten Fällen der ausschlaggebende Grund diese Gruppe aufzusuchen. (Vgl. Weidemann/Meyer, 2003, S.28ff.)
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Hypertonie:
Hypertonie ist eine weitere Diagnose, die in meiner Gruppe bei vielen Teilnehmern getroffen wurde. Von Hypertonie spricht man bei einem krankhaft erhöhten Druck des Blutes gegen den Widerstand der großen Gefäße. Dieser erhöhte Druck kann unterschiedliche Folgen haben. Einerseits kann er, wie in den meisten Fällen durch einen Spasmus der glatten Muskulatur der Gefäßinnenwände erzeugt werden, andererseits kann er aber auch Ernährung (zu hohe Kochsalzzufuhr) oder psychische Ursachen haben. Es gibt dieses Krankheitsbild einmal im pulmonalen System, man nennt dies dann pulmonale Hypertonie und einmal im arteriellen System, wo man von arterieller Hypertonie spricht. Beide bedingen sich jedoch, so das das Antreffen beider Varianten nicht selten ist. Man spricht von einer Hypertonie wenn der systolische Blutdruck höher als 140 mmHg (neue Richtlinien der Hochdruckliga) ist, oder der diastolische einen Wert größer 90 mmHg vorweist. Da auch fast alle Patienten einen Hochdruck aufweisen, gilt es bestimmte Überlegungen mit in seine Trainingsplanung einzubeziehen. Vor allem bei Übungen die einen hohen Kraftaufwand fordern reagiert der Blutdruck rasch und stark und man muss gegebenenfalls auf andere Übungen ausweichen. Allgemein muss man die Übungen so wählen, dass ein möglicher drastischer Anstieg des Blutdrucks dringlichst vermieden wird. (Vgl. Lagerstrøm, 1994, S.9f.) Herzschrittmacher:
Ein weiterer wichtiger Punkt den man bedenken muss ist das Vorhandensein eines Herzschrittmachers. Bei einem Herzschrittmacher handelt es sich um ein chirurgisch implantiertes Gerät zur Regulierung des Herzschlages. Es sendet elektrische Takte aus und stimuliert damit den Sinusknoten zu einem, im Herzschrittmacher selber, festgelegten Frequenz. In unserer Gruppe haben wir lediglich eine Patientin mit einem Herzschrittmacher, aber dennoch gilt es diesen Umstand mit zu berücksichtigen, da er maßgeblich an der Beanspruchungssteuerung beteiligt ist. Chronischer ischämische Herzkrankheit:
Eine weitere Krankheit die wir häufig antreffen ist die chronische ischämische Herzkrankheit, welche eine dauerhafte Minderversorgung der Herzmuskulatur mit Blut charakterisiert. Selbstverständlich ist dieser Fakt auch in die Trainingsplanung einzubeziehen. Diabetes mellitus:
Der Diabetes mellitus kommt in meiner Gruppe relativ oft vor und fast jeder zweite ist davon betroffen. Wir müssen festhalten, dass es sich dabei um den Typ 2 handelt, eine Insulinstoffwechselstörung, die aufgrund der herabgesetzten Insulinre-
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zeptorsensibilität zustande kommt. Man spricht im Zuge des Typ 2 von einem Altersdiabetes. Diese Diagnose ist für uns sehr wichtig, da wir dadurch wissen, das die Patienten zu einem hohen Blutzuckerspiegel tendieren, welcher im Laufe der Therapie Nebenwirkungen zeigen könnte, oder bestimmte Begleiterkrankungen uns Probleme machen könnten. Andererseits ist zu bemerken, dass fast keine andere chronische Krankheit so gut auf Belastung, vorwiegend Ausdauerbelastung reagiert wie Diabetes. Es kommt direkt und unmittelbar zu einer Erhöhung der Rezeptorsensibilität für Insulin und man kann mit Bewegungstherapie wichtige Effekte in der Diabetestherapie erzielen. Allgemeine Stoffwechselerkrankungen:
Kommen wir zu einer anderen, in unserer Gruppe häufig vorkommender Erkrankung, der Stoffwechselerkrankungen. Sie können in sehr unterschiedlichen Erscheinungen auftreten, angefangen von Fettstoffwechselstörungen über Eiweißstoffwechselstörungen oder Störungen des Harnsäurestoffwechsels. Am häufigsten treffen wir in meiner Gruppe die Fettstoffwechselstörungen an und man muss darüber wissen, dass es sich dabei um erhöhte Ausschüttung von Fettsäuren aus der Leber handelt. Des Weiteren treffen wir oft ein pathologisches Verhältnis von LDL zu HDL an. Fettstoffwechselstörungen sind zwar für den Betroffenen sehr unangenehm, weil sie schlimme Begleiterkrankungen mit sich ziehen, aber für die Belastungssteuerung sind sie meist zu vernachlässigen und man braucht ihnen nicht die gleiche Aufmerksamkeit wie zum Beispiel der Hypertonie zu schenken. Auch hier zeigt Belastung einen positiven Einfluss auf die Normalisierung bestimmter Stoffwechselgrößen. Schäden am passiven Bewegungsapparat:
Kommen wir nun zum Bereich der Erkrankungen am Skelett der Teilnehmer. Die am häufigsten vorkommenden Erkrankungen sind im Lendenwirbelsäulenbereich zu finden. Es handelt sich dabei meistens um arthritische Veränderungen der Wirbelkörper zueinander, welcher mit einer Verengung des Wirbelkanals und damit zu einer Reizung oder Quetschung der Spinalnerven führt. Diese degenerativen Veränderungen verursachen große Schmerzen und es gilt hierbei zu berücksichtigen Übungen zu wählen, die diesen Zustand nicht verschlimmern oder provozieren. Auch arthritische Veränderungen der Halswirbelsäule sind vorkommende Krankheitsbilder und man sollte daher ruckartige, sowie Bewegungen des Kopfes in starke Rücklage verhindern. Des Weiteren liegen auch arthritische Veränderungen an Hüftgelenken und Handgelenken bei manchen Patienten vor. Man sollte alle diese genannten Veränderungen am Bewegungsapparat stets beachten und die Zieltechniken entsprechend anpassen.
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1.3 Sportmotorische Aspekte (Motorischer Gesamteindruck der Gruppe, Besonderheiten einzelner Teilnehmer, Trainingszustand entsprechend der motorischen Hauptbeanspruchungsformen, Entwicklung Körper- und Beanspruchungswahrnehmung, Bewegungsökonomie bei Gymnastik, Spiel, Gehen, Laufen, Regelkenntnisse, Technik, Taktik beim Spiel, Kenntnisse und Fertigkeiten beim Einsatz von Geräten)
An dieser Stelle möchte ich wieder bestimmte Parameter in einer Tabelle zusammenfassen, um einige Aspekte beschaulicher zu gestalten.
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Aus der Tabelle konnte man wesentliche Dinge entnehmen, aber ich möchte noch einmal auf den allgemeinen Leistungsstand der Gruppe zu sprechen kommen. Ich unterteile hiermit in 4 Kategorien. Kraft, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit. Schnelligkeit beachte ich in meinem Kontext nicht, da ich mir darüber kein detailliertes Bild machen konnte.
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Kraft:
Der Leistungsstand der Gruppe bezüglich der Kraftfähigkeit ist sehr unterschiedlich. Es gibt Teilnehmer die über ein sehr hohes Kraftpotential verfügen, wie zum Beispiel Hr. F.,G. und es gibt Teilnehmer, deren Kraftfähigkeit äußerst eingeschränkt ist. Auch ein großer Unterschied zwischen den Geschlechtern ist zu erkennen. Selbstverständlich verhindern auch manche arthritische Veränderungen am Bewegungsapparat bestimmte hohe Kraftleistungen. Trotzdem gibt es keinen Teilnehmer, bei dem ich subjektiv gesehen eine unnormal gesenkte Kraftfähigkeit feststellen konnte. Viele Kraftverluste führe ich persönlich auf ein mangelndes Maß an Ko-ordination zurück. Man beobachtet sehr häufig, dass die Patienten die Übungen unnötig erschweren, da ihrer meist schlecht ausgeprägte Koordination keinen effektiven, flüssigen Handlungsablauf ermöglichen. Der Therapieverlauf ist gut auf die verschiedenen Fähigkeitsniveaus angepasst und den Teilnehmern bietet sich immer ein breites Spektrum an Auswahlmöglichkeiten der Differenzierung des Krafteinsatzes, wie zum Beispiel unterschiedliche Stärken der Thera-Bänder oder unterschiedliche Bespannungen der Trampoline. Somit ist es jedem Teilnehmer möglich sein individuell richtiges Beanspruchungsmaß zu wählen. Dies setzt natürlich voraus, dass alle ehrlich zu sich selber sind und sich nicht übermäßig schonen wollen, aber dieser Eindruck ist mir bis jetzt noch nicht gekommen.
Um die Kraftfähigkeit weiter zu differenzieren bedürfte es standardisierter Test, die ich im Rahmen meiner Hospitation nicht durchführen konnte. Trotzdem möchte ich versuchen meine subjektiven Beobachtungen darzustellen. Über das Maximalkraftverhalten der Teilnehmer kann ich leider nichts sagen. Es wird, verständlicher Weise, auf die Provozierung von Maximalkraft verzichtet, da sie immer mit einem dramatischen Anstieg des Blutdruckes korreliert und zwangsläufig nicht den aeroben Stoffwechsel anregen. Das gleiche muss ich über die Schnellkraft sagen. Leider sind mir auch dazu keine Details bekannt. Die Übungen zielen vor allem auf die Kraftausdauer, also Übungen mit großer Wiederholungszahl und mäßigem Gewicht, meist nur Teilkörpergewichte oder Ähnliches, ab. In Bezug auf diese Fähigkeit muss ich lobend erwähnen, dass alle Patienten über eine ausgesprochen gute, und für ihr spezifisches Alter überdurchschnittliche Kraftausdauer verfügen. Dies musste ich feststellen, als ich zwei Stunden praktisch hospitierte und mir als aktiver Sportler gestehen musste, dass es nicht immer leicht war mit der Gruppe mitzuhalten. Besonders im Bereich der Brustmuskulatur und im Bereich des M. Deltoideus finden wir gute Leistungsvorrausetzungen. Weitere sehr gute Kraftausdauerfähigkeiten beobachtete ich im Bereich der Wadenmuskulatur und des vierköpfigen Schenkelstreckers. Dies ist sicherlich mit den vielen Einheiten auf dem Petziball zu erklären, da hierbei diese Muskulaturen stets beansprucht werden. Das allgemein hohe Niveau der Kraftausdauerfähigkeit führe ich auf sinnvolle Übungsauswahl seitens der Mentorin und hoher Eigenmotivation zum Training seitens der Teilnehmer zurück.
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Beweglichkeit:
Beweglichkeit ist sowohl nerval als auch körperlich bedingt. Entscheidend sind die Flexibilität der Sehnen und des Bindegewebes, sowie die reziproke Hemmung und der Hofmannreflex am antagonistischen Muskel. Mir ist es leider nicht möglich auf einzelne Komponenten der Beweglichkeit einzugehen und somit kann ich lediglich globale Aussagen treffen. Der allgemeine Leistungsstand meiner Gruppe in Bezug auf die Beweglichkeit ist nicht sehr gut. Wir finden hier eine starke Differenzierung der Geschlechter. Die Frauen sind im Allgemeinen besser gedehnt, als die Männer. Trotzdem kann man sagen dass ausnahmslos alle Patienten in bestimmten Bereichen ihrer Muskulatur verkürzt sind. Die meisten Verkürzungen finden wir im Bereich der Brustmuskulatur und der ischiocoralen Muskelgruppe. Probleme der Wirbelsäule und im Bereich des Schultergürtels sind die Folge. Viele Patienten klagen häufig über Verspannungen und Verkürzungen. Leider ist nun die Beweglichkeit sehr stark dem Altern ausgesetzt und bildet sich fast wie kein anderer motorischer Faktor zurück. In der Gruppe wird dadurch durch Fr. Dr. Wallberg versucht viele Übungen der Dehnung durchzuführen, um diesem Defizit Herr zu werden. Zusammenfassend kann man sagen, dass große Probleme im Bereich der Beweglichkeit vorliegen, die sich zum größten Teil auf den oberen Körperstamm beziehen. Über die Beweglichkeit der unteren Extremitäten konnte ich mir nur wenige Überblicke verschaffen, da hierfür selten Übungen gemacht werden. Einmal bekam ich bei einer Stunde mit dem Petziball einen keinen Einblick und musste erstaunlicherweise feststellen, dass die Probleme nicht wie angenommen auch an den unteren Extremitäten vorliegen. Zwar finden wir hier auch Verkürzungen, aber sie sind längst nicht so drastisch wie im Bereich des Rückens und der oberen Extremitäten. Man kann abschließend sagen, dass diesem Bereich besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.
Koordination:
Koordination ist eine wichtige komplexe Fähigkeit, die in verschiedene Bereiche eingeteilt werden kann. Meinel und Schnabel unterscheiden in Kopplungsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Rytmisierfähigkeit, Gleichgewichtsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit und Differenzierungsfähigkeit. Die Fähigkeiten sind in-formationell bedingt und ihre Leistungsfähigkeit wird grundlegend durch die Fähigkeiten der Analysatoren bestimmt. Meine Gruppe verfügt über eine sehr differenzierte Koordination. Wie es auch bei jedem jungen Menschen ist, sind die einzelnen koordinativen Fähigkeiten unterschiedlich stark ausgeprägt. Grundlegend lässt sich zum Beispiel sagen, und ich beziehe dabei meine Aussagen immer auf Vergleichspersonen meines privaten Umfeldes, dass die Teilnehmer im Bereich der Gleichgewichtsfähigkeit ausgesprochen leistungsfähig sind. Lobenswert meistern sie anspruchsvolle Aufgaben für das Vestibularsystem anscheinend mühelos und voller Freude. Ich führe dies auf die gehäuften Übungen mit dem Petziball zurück, bei denen die Teilnehmer über einen langen Zeitraum ihr Gleichgewicht auf dem doch
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Arbeit zitieren:
Dipl. Sportlehrer, stud. med. Mario Heinrichs, 2005, Schulung von Kraft und koordinativer Fähigkeiten im Herzsport - eine Examenslehrprobe, München, GRIN Verlag GmbH
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