Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 3
2.1 Zum Begriff Familie. 3
2.2 Die Entstehung der modernen Kleinfamilie 4
2.3 Individualisierung/Pluralisierung der Familienformen. 5
2.3.1 Deinstitutionalisierung der Familie 6
2.3.2 Der Trend: Nichteheliche Lebensgemeinschaften. 7
3 Freizeit und Familie. 9
3.1 Freizeitgestaltung bei Kindern und Jugendlichen. 10
3.2 Freizeit in Lebensgemeinschaften. 11
3.2.1 Der Feierabend 13
3.2.2 Das Wochenende. 14
3.3 Ein Ausblick in die Zukunft. 17
4 Schlussbetrachtung. 18
5 Literaturverzeichnis. 19
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1 Einleitung
In dieser Hausarbeit soll nach Gesichtspunkten der Freizeitwissenschaft das System Familie und ihr sozialer Strukturwandel im Laufe der letzten Jahrzehnte dargestellt werden.
Zunächst wird der soziale Strukturwandel der Familie dargestellt. Dies führt über die Entstehung der Kleinfamilie bis zur Individualisierung und Pluralisierung der Familie. Im zweiten Teil der Arbeit wird das Freizeitverhalten dieser Gruppe auch mit seinen Problemen erörtert. Zum Schluss soll ein kurzer Ausblick in die Trends der Zukunft hinsichtlich dieser Zielgruppe gewagt werden.
2 Familie und ihr sozialer Strukturwandel
In diesem Kapitel wird der Begriff Familie vorgestellt, Familienformen und ihr Wandel im Laufe der Zeit diskutiert.
2.1 Zum Begriff Familie
Zunächst muss festgestellt werden, dass es nicht die Familie gibt oder gegeben hat. Es existierten und existieren schon immer die verschiedensten Formen von Familien. Der Begriff Familie heißt lediglich „vertraulich“ und lässt so eine weite Auslegung zu und verhindert eine einzige Definition. Das lies im alten Rom zu, dass Hausangestellte oder Sklaven, die mit dem Hausherrn unter einem Dach wohnten, auch zur Familie gehörten, obwohl sie nicht miteinander verwandt waren. In dieser Arbeit ist der Ausgangspunkt die „Normalfamilie“ oder auch Kleinfamilie, hier ist die biologische Verwandtschaft gegeben, wie im Folgenden beschrieben.
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2.2 Die Entstehung der modernen Kleinfamilie
Die Kleinfamilie war in den 50er und 60er Jahren die verbreitetste Form der Familie.
Sie wird auch „Gattenfamilie“ oder „privatisierte Kernfamilie“ genannt. Damit ist eine autonome Haushaltsgemeinschaft eines verheirateten Paares mit seinen noch nicht volljährigen Kindern gemeint. Die Entstehung dieser Familienform wird als Ergebnis eines langfristigen „strukturell-funktionalen Differenzierungsprozesses der Gesellschaft“ (Parson 1975 in Peuckert, 1999: S.20) konstatiert. Vorindustrielle Familienformen zeichneten sich überwiegend durch Familienwirtschaft aus, das heißt, die landwirtschaftliche oder handwerkliche Produktion fand in den Familien statt. Der Wohnort war auch gleichzeitig Arbeitsort. Dem „Hausherrn“ unterstanden nicht nur verwandte Familienmitglieder, sondern auch alle Angehörigen des Hauses, mit denen er nicht verwandt war. Die zwischenmenschlichen Beziehungen galten eher als gefühlskalt. Es zählte die Arbeitskraft eines jeden, auch die der Kinder.
Mit der Trennung von Arbeits-und Wohnort (Industrialisierung) begann langsam ein Wandel stattzufinden. Aus heutiger Sicht nichtfamiliale Funktionen (Ausbildung, Arbeit, Altersversorgung) wurden damit ausgelagert. Die Familie stellte nun ein „Teilsystem der Gesellschaft mit einem nur ihr eigenen Funktions- und Handlungskomplex“ (Ed.:S.20) dar. Dies beinhaltete nun auch, dass rein ökonomische Anforderungen an das System Familie zunehmend emotionalen Beziehungen wichen. Das hieß weiter, dass nun das Paar und ihre Beziehung zueinander mehr im Mittelpunkt standen. Nicht rein rationelle Überlegungen führten mehr zu einem Zusammenleben, sondern die Liebe zueinander wurde wichtig. Es wurde eine „Synthese von Sinnen- und Seelenliebe“ (Kluckhohn 1966 in Peuckert, 1999: S.23) angestrebt. Sexuelle Leidenschaft und affektive Zuneigung standen jetzt im Vordergrund.
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Zusammengefasst lässt sich sagen, dass „intim-expressive Funktionen (die Befriedigung subjektiver Bedürfnisse nach Intimität, persönlicher Nähe, Geborgenheit, Sexualität) und sozialisatorische Leistungen“ (Ed.: S.25) jetzt die Partnerschaft dominierten.
2.3 Individualisierung/Pluralisierung der Familienformen
Wenn im Folgenden von Individualisierung ( ist nach der These von Ulrich Beck „die Auflösung traditioneller Familienformen“ (Peuckert, 1999: S.267ff.) von Familienformen gesprochen wird, so setzt dies voraus, dass von einem bestimmten Leitbild der modernen Familie ausgegangen wird. Dies beinhaltet die lebenslange, monogame Ehe zwischen einer Frau und einem Mann, die mit ihren gemeinsamen Kindern in einem Haushalt leben. Der Mann ist der „Ernährer“ der Familie, die Frau für den Haushalt und Kinder zuständig.
Die nachfolgende Grafik soll einen kurzen Einblick in mögliche Abweichungsformen von der „Normalfamilie“ geben.
Abb.1 : Gegenüberstellung Normalfamilie - Abweichungen von der
(Quelle: Peuckert, 1999:S.30)
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Anmerkend sei gesagt, dass die in der Tabelle aufgeführten Singles keine familiare Lebensform darstellen.
Wie sehen diese Abweichungen nun faktisch in Deutschland aus? Grundlage soll ein Vergleich zwischen 1972 und 1996 bilden (Engstler 1998, in Peuckert,1999: S.31). Die Gesamtzahl der Haushalte ist in diesem Zeitraum um 33% gestiegen. Die Zahl der Einpersonenhaushalte darunter um 84% . So genannte „Normalfamilien“ gibt es hingegen 8 % weniger. Auch kinderlose Ehen haben um 41% zugenommen. Die Zahl der kinderlosen, nichtehelichen Lebensgemeinschaften hat sich in dem genannten Zeitraum verzehnfacht. Es fällt auch auf, dass biologische und soziale Elternschaft immer häufiger getrennt erscheinen. Jedes vierte Kind wächst heute bei sozialen Eltern und nicht mehr bei seinen leiblichen Eltern auf.
2.3.1 Deinstitutionalisierung der Familie
Wie lassen sich diese Entwicklungen nun erklären? Ein Grund ist sicherlich die Emanzipation der Frau in den letzten Jahrzehnten. Für sie tritt das Familienleben immer mehr in den Hintergrund. Das streben nach beruflicher Karriere dominiert die Entscheidungen und das Handeln vieler Frauen. Zusammen mit einem ebenfalls nach beruflichem Erfolg strebendem Mann entsteht eine „Karriereehe“ (Peuckert, 1999:S.34), die sich dann möglicherweise auch noch zu einer „Commuter-Ehe“ (Ed.: S.34) entwickelt, wenn die Arbeitsmarktlage ein Arbeiten in unterschiedlichen Städten von beiden Partnern erfordert.
Mit diesen Erscheinungen bröckelt das Dogma der unantastbaren Familie. Scharfe Kritik an Familie und Ehe- erstmals durch die Studentenbewegung der 60er Jahre geäußert, warfen diese Institutionen (hier: Lebensform mit besonderer Rechtsstellung innerhalb des Staates) in eine Legetimitätskrise.
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Arbeit zitieren:
Marc-Alexander Wirth, 2000, Freizeit und sozialer Strukturwandel der Familie, München, GRIN Verlag GmbH
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