Teilautonome Arbeitsgruppen
von: Ellen Wicht
Gliederung
1 Einleitung 1
2 Grundlagen 2
2.1 Definition 2
2.2 Ziele und Verbreitung 3
2.3 Varianten 4
3 Gestaltungsparameter 5
3.1 Formen 5
3.2 Beispielhafte Darstellung: Stellung des Meisters 6
4 Wirkungshypothesen 8
4.1 Typen 8
4.2 Wirkungshypothesen zur Stellung des Meisters 9
5 Anwendungsvoraussetzungen 13
6 Stellungnahme 15
Literaturverzeichnis 17
1 Einleitung
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden die positiven und negativen Aspekte von Gruppenarbeit thematisiert. Je nach Zeitraum standen dabei differierende Konzepte im Mittelpunkt des Interesses. Derzeit konzentriert sich die Diskussion auf unterschiedliche Formen der Gruppenarbeit, die jeweils fünf Grundtypen zugeordnet werden können: Qualitätszirkel, Projektgruppen, klassische Arbeitsgruppen, Fertigungsteams und teilautonome Arbeitsgruppen. 1 Gruppenarbeit in ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen steht dabei für eine erfolgreiche und moderne Unternehmensführung. 2 Gruppenarbeit ist ein Instrument der Aufgabengestaltung, welche der organisationalen Grundfunktion des Lernens zugeordnet ist. Die Aufgabengestaltung – und somit die Gruppenarbeit – ist eine Funktion, in welcher sich der überindividuelle Charakter der Organisation manifestiert, d. h. Aufgabengestaltung begrenzt die Individualität des Einzelnen, indem sie Strukturen wie Arbeitsabläufe und –verfahren vorgibt.3 Mit der Einführung teilautonomer Gruppenarbeit wird den Gruppen eine begrenzte Eigenständigkeit zugesprochen, wobei in den Gruppen über Arbeitsabläufe und – verfahren entschieden werden kann. Ob das Konzept teilautonomer Arbeitsgruppen als „Wunderwaffe“4 im zunehmend kritischer werdenden Wettbewerb – wie aus Sicht mancher Unternehmen propagiert – zu interpretieren ist, wird im Folgenden nach einer Betrachtung möglicher Gestaltungsparameter, Wirkungsvermutungen und Anwendungsvoraussetzungen des Konzeptes teilautonomer Arbeitsgruppen kritisch hinterfragt.
Dazu wird das Konzept der teilautonomen Arbeitsgruppen zunächst theoretisch erfasst (vgl. Kapitel 2). In Abschnitt 3.1 wird ein Überblick über die Vielzahl der Gestaltungsparameter gegeben. Für den sich daran anschließenden Teil der Arbeit wird, um die Vielfalt der Ausgestaltungsmöglichkeiten exemplarisch vorzustellen, der Gestaltungsparameter „Stellung des Meisters“ herausgegriffen (Abschnitt 3.2). Dieser Gestaltungsparameter wird von den Autorinnen für eine weiterführende Analyse gewählt, weil sich in der Praxis erwiesen hat, dass seitens der Unternehmen und der Meister Verunsicherung über deren Rolle in teilautonomen Gruppen existierten. Einige Unternehmen erklärten beispielsweise, dass auf der Ebene der Meister erhebliche Widerstände gegen teilautonome Gruppenarbeit bestanden. 5 Die Meister selbst fragten sich, ob sie in teilautonomen Gruppen noch eine Daseinsberechtigung hätten.6 Aufbauend auf der Darstellung des Gestaltungsparameters „Stellung des Meisters“ entwickeln die Autorinnen – unter Einbeziehung der Führungstheorie und des Konzeptes des handlungsorientierten Unterrichtes – Wirkungshypothesen zu diesem Gestaltungsparameter (Kapitel 4). Da die Entscheidung für ein Instrument oder eine Gestaltungsalternative auf der Basis unvollständiger oder fehlerhafter Wirkungsvermutungen eventuell nicht die erhofften Wirkungen erzielt,7 kommt der Entwicklung bzw. Reflexion von Wirkungshypothesen große Bedeutung zu und erfolgt daher in Kapitel 4. In engem Zusammenhang mit den Wirkungshypothesen steht darauffolgend die Frage, welche konkreten Handlungsbedingungen den erfolgreichen Einsatz eines Instrumentes fördern. Die Handlungsbedingungen im Unternehmen stellen die Anwendungsvoraussetzungen bzw. Erfolgsbedingungen dar.8 Diese werden im Kapitel 5 anhand der zuvor diskutierten Wirkungshypothesen erörtert. Abschließend erfolgt in Kapitel 6 eine kritische Stellungnahme zum Konzept teilautonomer Arbeitsgruppen aus Sicht der Verfasserinnen.
2 Grundlagen
2.1 Definition
In der Literatur finden sich eine Vielzahl von Definitionen, die jeweils unterschiedliche Aspekte von teilautonomen Arbeitsgruppen beleuchten. Über die grundsätzliche inhaltliche Bedeutung herrscht weitgehend Einigkeit. Antoni beispielsweise definiert teilautonome Arbeitsgruppen als „kleine Gruppen von Mitarbeitern, denen die Erstellung eines kompletten (Teil-)Produktes oder einer Dienstleistung mehr oder weniger verantwortlich übertragen wurde. Teilautonome Arbeitsgruppen sind funktionale Einheiten der regulären Organisationsstruktur, die sich innerhalb definierter Grenzen selbst regulieren können und deren Mitglieder bei der täglichen Arbeit konstant zusammenarbeiten.“9 Aus dieser Definition können folgende wesentliche Konzeptmerkmale teilautonomer Arbeitsgruppen abgeleitet werden: Teilautonomie, eine ganzheitliche Arbeitsaufgabe, Integration indirekter Tätigkeiten und Selbstorganisation der Gruppe (vgl. Abbildung 1).10 Teilautonomie als Merkmal teilautonomer Gruppen meint die Verlagerung von Entscheidungsbefugnissen in den
Verantwortungsbereich der Gruppen. Die ganzheitliche Arbeitsaufgabe bedeutet, dass den Gruppen die Erstellung eines kompletten Produktes bzw. einer Dienstleistung übertragen wird. Neben den direkten Produktionsaufgaben werden Tätigkeiten der Instandhaltung, Logistik, Qualitätssicherung und Planung, die von Antoni als indirekte Tätigkeiten bezeichnet werden, 11 in den Bereich der Gruppen integriert. Zur adäquaten Erfüllung der zuvor genannten Aufgaben ist die Selbstorganisation der Gruppe erforderlich. 12
Abbildung 1: Konzeptmerkmale teilautonomer Arbeitsgruppen [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
2.2 Ziele und Verbreitung
[...]
1 Vgl. Antoni, C., Teamarbeit, 2000, S. 9 f.
2 Vgl. Antoni, C., Teamarbeit, 2000, S. 7.
3 Zu den Funktionen des Personalwesens vgl. Martin, A., Personal 2001, S. 33-39.
4 Antoni, C., Teamarbeit, 2000, S. 9.
5 Vgl. Besemer, I. et al., Team(s), 1998, S. 17 f.
6 Vgl. Reimer, U./Hußmann, R., Führungsaufgaben, 2001, S. 65.
7 Vgl. Martin, A., Personal, 2001, S. 353.
8 Die Begriffe „Anwendungsvoraussetzungen“ und „Erfolgsbedingungen“ werden in der Literatur häufig synonym verwendet. Dem schließen sich die Autorinnen an.
9 Antoni, C., Gruppenarbeit, 2001, S. 30.
10 Vgl. Antoni, C., Teamarbeit, 2000, S. 43.
11 Weiterführend Antoni, C., Gruppenarbeit, 2001, S. 31 f.
12 Vgl. Antoni, C., Gruppenarbeit, 2001, S. 29 ff.
Arbeit zitieren:
Ellen Wicht, Daniela Asmus, 2005, Teilautonome Arbeitsgruppen - Grundlagen, Gestaltungsparameter, Wirkungshypothesen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Gruppen- und Teamkonzepte als zeitgemäße Form der Arbeitsgestaltung?
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 26 Seiten
Abfertigungsbedingungen in Containerterminals
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Hausarbeit, 29 Seiten
Wo bleibt die Führung in autonomen Arbeitsgruppen?
Diskussion eines alternativen ...
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 14 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Kennzahlensysteme der Distributionslogistik
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Seminararbeit, 20 Seiten
Zur Entwicklung bzw. ökonomischen und sozialen Funktion von Gruppenarb...
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 20 Seiten
Wie wird Arbeitszufriedenheit allgemein in der Forschung erklärt und u...
Ist Arbeitszufriedenheit die F...
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
Seminararbeit, 17 Seiten
Franz Kafkas Brief an den Vater - Ein Literarisches Selbstportrait
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Magisterarbeit, 91 Seiten
Identitätskonstruktion durch Sprache und Literatur bei Elias Canetti
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Magisterarbeit, 72 Seiten
Ursachen und Folgen der modernen Konsumgesellschaft
Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart
Hauptseminararbeit, 18 Seiten
„Ich kann nicht Fürstendiener seyn“ - Politische Ideale und ihr Scheit...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Magisterarbeit, 93 Seiten
Private Maschen und ein öffentliches Netz. Administration und Notwendi...
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Seminararbeit, 35 Seiten
Wertstromdesign und dessen Bedeutung für die Beschaffung
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Seminararbeit, 19 Seiten
BWL - Personal und Organisation: Teilautonome Arbeitsgruppen - Grundlagen, Gestaltungsparameter, Wirkungshypothesen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Ellen Wicht hat den Text Teilautonome Arbeitsgruppen - Grundlagen, Gestaltungsparameter, Wirkungshypothesen veröffentlicht
Ellen Wicht hat einen neuen Text hochgeladen
Handlungsfelder zur Gestaltung einer demografiefesten Personalpolitik ...
Methoden, Konzepte, Praxisbeis...
Thomas Freiling, Brigitte Geldermann, Karin Töpsch
Helmut Schmid: Gestaltung ist Haltung / Design Is Attitude
Gestaltung Ist Haltung / Desig...
Victor Malsy, Philipp Teufel, Fjodor Gejko
Gute Gestaltung Good Design 10
Mit mehr Ebenen zu mehr Gestaltung?
Multi-Level-Governance in der ...
Achim Brunnengräber, Hans-Jürgen Burchardt, Christoph Görg
0 Kommentare