Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis I
Abk ürzungsverzeichnis II
1 Due Diligence als wesentlicher Bestandteil der Pre-Merger-Phase 1
2 Betriebswirtschaftliche Einordnung des Begriffes Due Diligence
2.1 Begriffliche Abgrenzung 2
2.2 Die Bedeutung der Due Diligence im Marktzusammenhang 4
3 Instrumente der Due Diligence und deren Ausgestaltung
3.1 Inhaltliche Abgrenzung 7
3.2 Financial Due Diligence als Analyse im Finanz- und Rechnungswesen 8
3.3 Wirtschaftlich-strategische Aspekte in der Commercial Due Diligence 11
3.4 Recht und Steuern im Rahmen der Due Diligence
3.4.1 Tax Due Diligence zur Auswertung steuerlicher Aspekte 13
3.4.2 Die rechtlichen Aspekte der Legal Due Diligence 14
3.5 Unternehmenskultur und Cultural Due Diligence 15
4 Die Due Diligence-Analyse in der betrieblichen Praxis
4.1 Inhaltliche Abgrenzung 17
4.2 Due Diligence auf dem US-amerikanischen Markt 18
4.3 Besonderheiten einer Due Diligence in Großbritannien 19
5 Due Diligence als win-win-Situation für Käufer und Verkäufer 21
Quellenverzeichnis III
Ehrenw örtliche Erklärung IV
Abbildung 1: Die 6 Phasen des Unternehmenskaufes
Nach: Ernst & Young: Auf www.ernstyoung.de, am 05.11.2004
Abbildung 2: Anlässe der Due Diligence
Zahlen nach: BERENS / STRAUCH (2002): in DWiPr, S. 511 ff.
Abbildung 3: Verbreitungsgrad der Due Diligence nach Rechtsformen, gewichteter Mittelwert
Zahlen nach: BERENS / STRAUCH (2002): in DWiPr, S. 511 ff.
Abbildung 4: Verbreitungsgrade der Teilreviews
Zahlen nach: BERENS / STRAUCH (2002): in DWiPr, S. 511 ff.
Abbildung 5: Verhältnis interne Mitarbeiter vs. externe Berater an den Manntagen des
Abbildung 6+7: Scheren- und Hockeyschlägereffekt einer Planung
Nach: KOCH / WEGMANN (2002): in Praktiker-Handbuch, S. 130
bzw. beziehungsweise
CEO Chief Executive Officer
DStZ Deutsche Steuer-Zeitung (Zeitschrift)
DWiPr Die Wirtschaftsprüfung (Zeitschrift)
etc. ecetera
et al. et alii (und weitere)
f. folgende
ff. fortfolgende
FTD Financial Times Deutschland (Zeitung)
HBR Harvard Business Review (Zeitschrift)
HJ Halbjahr
hrsg. / Hrsg. herausgegeben / Herausgeber
i.d.R. in der Regel
IAS International Accounting Standards
IFRS International Financial Reporting Standards
IPO Initial Public Offering
M&A Mergers & Acqusitions
Mrd. Milliarden
N Fallzahl
sog. sogenannte
TDM Tausend Deutsche Mark
u.a. unter anderem
US-GAAP US-Generally Accepted Accounting Principles
WiB Wirtschaftsrechtliche Beratung (Zeitschrift)
1 Due Diligence als wesentlicher Bestandteil der Pre-Merger-Phase
„Deal making is glamourous; due diligence is not. That simple statement goes a long toward explaining why so many companies have made so many acquisitions that have produced so little value.” 1
Dieses Zitat verdeutlicht: Nur eine umfassende Prüfung bereits im Vorfeld eines Unternehmenszusammenschlusses kann die Grundlage für eine erfolgreiche Akquisition bilden.
Wachsende bzw. neue Märkte bedeuten Chancen, enthalten aber auch Risiken. Beispiele für erfolgreiche Beteiligungen von Volkswagen an Skoda oder Renault an Nissan, sowie Beispiele für erfolglose Unternehmenskäufe wie der Versicherungskonzern Allianz bei der Dresdner Bank oder BMW und Rover zeigen, wie wichtig es ist, bereits im Vorfeld einer geplanten Übernahme, eines Going Publics oder einer vergleichbaren Veränderung der strategischen Positionierung eines Unternehmens eine sorgfältige Analyse des Wirtschaftsobjektes durchzuführen.
Bei dieser sogenannten Due Diligence-Analyse, die essentiell für eine Unternehmensbewertung ist, müssen zum einen alle Bereiche, die für die Betrachtung von Relevanz sind, definiert und von internen sowie externen Experten analysiert werden. Diese sog. Teilreviews (u.a. financial & tax, legal, strategic & market, human resources) werden einzelnen Aufgabenträgern zugewiesen. In diesem Zusammenhang müssen Analyseschwerpunkte herausgearbeitet sowie das Leistungsspektrum definiert werden. 2 Für eine erfolgreiche Fusion sind externe Berater einzubeziehen, die bei der Umsetzung helfen, weil es vielen Unternehmen an internen Spezialisten mangelt, um große Fusionen selbständig zu bewältigen.
Laut Berens et al. ist eine gute Due Diligence-Prüfung vergleichbar mit einer ärztlichen Diagnose: sie soll als zentrale Aufgabe Chancen und Risiken abwägen und kann auch zu einem Abbruch der Verhandlungen zweier Unternehmen führen, sofern keine Synergien oder langfristigen Erfolgspotentiale einer Partnerschaft erkennbar sind. 3 Nach Auffassung von Koch und Wegmann wird eine regelmäßige Due Diligence in absehbarer Zeit zum Standard einer modernen Unternehmensführung. 4
Viele Manager unterschätzen die Aufgaben, die mit einem Zukauf oder Zusammenschluss einhergehen. Schließlich müssen zwei Finanzabteilungen, zwei Marketing- und Forschungsabteilungen, Fabriken und Lager, unterschiedliche IT-Strukturen und Auslandsgeschäfte verschmolzen werden. Dazu kommen weitere Komplikationen wie unterschiedliche Nationalitäten, Kulturen, Zeitzonen, Sprachen. 5
1 CULLINAN / LE ROUX / WEDDIGEN (2004): in HBR, S. 82
2 Vgl. BERENS / STRAUCH (2002): in DwiPr, S. 511
3 Vgl. BERENS / BRAUNER / STRAUCH (2003): in Due Diligence, Vorwort V
4 Vgl. KOCH / WEGMANN (1998): Praktiker-Handbuch, Vorwort
5 Vgl. HUBBARD (2004): Summer School: Übernehmen Sie sich nicht bei Übernahmen!, in FTD, Print-Archiv
Bei Vergleich amerikanischer, angelsächsischer und deutscher Literatur zu dem Thema Due Diligence ist kein Unterschied im Verfahrensablauf zu erkennen, der zu einer Unternehmensbewertung führt. 6 Allerdings gibt es kulturelle Besonderheiten, die zeigen, warum dieses Verfahren seinen Ursprung in der US-amerikanischen Transaktionspraxis findet und quasi als „Trend“ nach Europa bzw. Deutschland gekommen ist. So ist unter anderem das amerikanische Rechtsverständnis von dem deutschen insofern abweichend, dass ungeachtet der zwischen zwei Parteien geschlossenen vertraglichen Regelungen zu den Gewährleistungsansprüchen der potentielle Käufer bereits im Vorfeld des Kaufes mit genügender Sorgfalt das Objekt zu prüfen hat. 7
Diese Ausarbeitung gibt einen Einblick, welche Inhalte im Rahmen einer Due Diligence-Analyse untersucht werden und ordnet anhand von empirischen Daten Due Diligence als betriebswirtschaftliches Instrument ein. Auch ein Einblick in die Spezifika der angloamerikanischen Due Diligence wird gegeben.
2 Betriebswirtschaftliche Einordnung des Begriffes Due Diligence 2.1 Begriffliche Abgrenzung
Der Begriff Due Diligence kann wörtlich sowohl mit „erforderliche, angemessene, gebührende Sorgfalt“ als auch „sorgsame Erfüllung“ 8 übersetzt werden. Der Begriff findet sowohl im juristischen als auch betriebswirtschaftlichen Sprachgebrauch Anwendung. 9 Ursprünglich lässt sich seine Entstehung aus den im US-amerikanischen Kapitalmarkt- und Anlegerschutzrecht (Securities Laws) definierten Haftungsregeln für Beteiligte bei der Begebung und dem Handel von Wertpapieren ableiten. 10
Obwohl der Begriff oftmals im Kontext mit „Mergers & Acquisitions“ genannt wird, handelt es sich im amerikanischen Recht laut Merkt nicht um ein „speziell unternehmenskaufrechtliches, sondern um ein allgemeines privat- bzw. wirtschaftsrechtliches Konzept“. Vergleicht man den Begriff und seine inhaltliche Bedeutung mit dem deutschen Recht, so bezeichnet er in etwa die „im Verkehr erforderliche Sorgfalt“, die in § 276 BGB beschrieben ist. 11
Die Bedeutung des Begriffes hat sich allerdings im Laufe der Zeit auch in der deutschsprachigen Literatur erweitert. Heutzutage beschreibt der Begriff nach gängiger betriebswirtschaftlicher Meinung die sorgfältige Analyse, Informationsverarbeitung und Bewertung eines Objektes im Rahmen (und Vorfeld) einer geschäftlichen Transaktion. 12 Diese geschäftliche Transaktion muss allerdings nicht zwingend ein Unternehmenskauf sein. Zielsetzung einer Due Diligence ist es nach Meinung von Jungblut, eventuelle
6 Vgl. z.B.: BOMER, STEDMAN, RAKINE (2003) / GAUGHAN (2002) / KOCH, WEGMANN (2002)
7 Vgl. MIDDELMANN (2002): in Due Diligence von BERENS / BRAUNER / STRAUCH, S. 455 ff.
8 Deutsch-Englisches Wörterbuch dict.tu-chemnitz.de (Website)
9 Vgl. BERENS, STRAUCH (2002): in Due Diligence von BERENS / BRAUNER / STRAUCH, S. 5 f.
10 Vgl. LÖFFLER (2002): in Tax Due Diligence, hrsg. von MARX, S. 8-9
11 Vgl. MERKT (1996): in WiB, S. 145
12 Vgl. LÖFFLER (2002): in Tax Due Diligence, hrsg. von MARX, S. 8-9
unternehmensinhärente Chancen und Risiken frühzeitig zu entdecken. Neu ist diese Form der Unternehmensanalyse natürlich nicht, allerdings werden Prozesse systematisiert und organisiert. 13
Abb. 1: Die 6 Phasen des Unternehmenskaufes nach Ernst & Young 14
Anlässe, die zu einer Due Diligence-Untersuchung führen können, sind äußerst vielseitig. Grundsätzlich können hierbei die Ursachen in zwei Gruppen unterteilt werden. Zum einen kann der Auslöser einer Betrachtung die Problematik einer zivil- oder öffentlichen-rechtlichen Auseinandersetzung sein, bei der die finanziellen Ansprüche der streitenden Parteien quantifiziert werden sollen. Die andere Gruppe lässt sich dermaßen charakterisieren, dass die Unternehmung als Gegenstand einer strategischen Option wahrgenommen wird. Hierbei sollen im Gegensatz zur ersten Gruppe die Ergebnisse der Due Diligence nicht zur Quantifizierung von Ansprüchen, sondern als wesentliche Bewertungskriterien für die Entscheidungsträger dienen, ob die geplante Aktion sinnvoll und richtig für die Erfüllung der gesetzten Ziele ist. 15
13 Vgl. JUNGBLUT (2003): in Due Diligence, S. 9
14 Nach Ernst & Young: Die 6 Phasen des Unternehmenskaufes, auf www.ernstyoung.de, am 05.11.2004
15 Vgl. LÖFFLER (2002): in Tax Due Diligence, hrsg. von MARX, S. 18 ff. bzw. JUNGBLUT (2003): in Due Diligence, S. 12 ff.
Arbeit zitieren:
Dirk Schuran, 2004, Instrumente und Inhalte der Due Diligence, München, GRIN Verlag GmbH
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