Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Wissensmanagement - Grundlagen und Methoden 2
2.1 Daten - Informationen - Wissen 2
2.2 Wissensmanagement - Definition 4
2.3 Abgrenzungen des Wissensmanagements zum Informationsmanagement 5
2.4 Modelle des Wissensmanagement 6
2.4.1 Technisches Wissensmanagement vs. Integratives Wissensmanagement 6
2.4.2 Werkzeuge und Instrumente des Wissensmanagement 8
3. Wissensmanagement in der betrieblichen Praxis 12
3.1 Motivationen für die Einrichtung von betrieblichem Wissensmanagement 12
3.2 Anforderungen an die betriebliche Organisation bei der Einrichtung von
Wissensmanagement 12
3.3 Häufige Probleme bei der Einführung von Wissensmanagement 14
3.4 Wissensmärkte 15
3.5 Aktuelle Umsetzungen von Wissensmanagement in der Automobilindustrie 17
3.5.1 Volkswagen AG, Methoden von Wissensmanagement in der Praxis 17
3.5.2 Beispiele für die Umsetzung von Wissensmanagement in der BMW AG 19
4. Zukunft des Wissensmanage ment 21
5. Schlussbetrachtung 22
Literaturquellen III
II
1. Einleitung
Wissen als nachhaltige Ressource in Wertschöpfungsprozessen eines Unternehmens ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Es systematisch zu dokumentieren, aufzubereiten und zu nutzen, ist vor allem für international tätige Unternehmen zur Notwendigkeit geworden. 1 Die sich rasch wandelnde Industrielandschaft, als Resultat der immer schneller voranschreitenden Globalisierung und dem sich daraus ergebenden ansteigenden Wettbewerbsdruck sowie der Technisierung der Arbeit, macht es für Unternehmen notwendiger, Wissen schnell zu erlangen. Besonderes Interesse haben Unternehmen dabei an Wissen über ihre Kunden und deren Wünsche. 2
Durch die Unmittelbarkeit der Informationsvermittlung, wie durch das Internet und Zeitschriften, erfährt Wissen immer schneller an Bedeutung. Wissen verliert dagegen genauso schnell an Haltbarkeit, da eine Fülle von Informationen zum gleichen Sachverhalt in kürzester Zeit neu freigesetzt werden können. Die Halbwertzeit hat so in den letzten Jahren einen Zeitraum von 5 Jahren unterschritten. 3 Für Unternehmen ist es daher notwendiger denn je zu wissen was um sie herum geschieht um die eigene Wettbewerbsfähigkeit erhalten zu können. Die Fülle von Informationen die an Unternehmen herangetragen werden wird dabei zu einem großen Problem. Aus der Masse an Informationen sind Wissensquellen zu ermitteln und zu bestimmen welches Wissen für das Unternehmen relevant ist. Als Kernproblem ist zuerkennen wann altes gegen neues Wissen auszutauschen ist und welches Wissen dem Unternehmen erhalten bleiben muss. Wissensmanagement soll an diesem Punkt mit seinen Methoden und I nstrumenten unterstützend wirken. 4
Wissensmanagement setzt an diesen Überlegungen an. Die Wissensbewahrung und Wissensvermehrung sind Ziele dieser Managementfunktion. Wissensmanagement will als Steuerungsinstrument im Unternehmen dazu beitragen, Wissen effizienter und effektiver in Unternehmensprozessen einzubinden. Besondere Beachtung ist den Mitarbeitern eines Unternehmens zu kommen zu lassen. Sie sind es, die ein Unternehmen mit ihren Fähigkeiten und i hrem Wissen weiterbringen. 5
Diese Arbeit soll den Stand der Entwicklungen von Wissensmanagement in der betrieblichen Umsetzung darstellen. Im ersten Abschnitt werden allgemeine Grundlagen dargestellt und
1 Vgl.: Nonaka, I und Takeuchi, H (1998) S. 16f.
2 Vgl.: Pawelowsky, P und Beumer, J (1996) S. 46f
3 Vgl.: Ebenda.
4 Vgl.: Roehl, H (2002) S. 17ff.
5 Vgl.: Güttler, R (2002) S. 1.
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Auszüge aus dem Methodenkatalog des Wissensmanagement beschrieben. Inhalt des zweiten Abschnitts sind praktische Umsetzungen von Wissensmanagement in der Automobilindustrie und die Darstellung von Problemen und Anforderungen an eine Organisation bei der Einführung von Wissensmanagement. Abschließend werden Zukunftstendenzen des Wissensmanagement vorgestellt, ehe die Arbeit mit einer Schlussbetrachtung beendet werden wird.
2. Wissensmanagement - Grundlagen und Methoden
2.1 Daten - Informationen - Wissen
Einführend sind die Begriffe Daten, Informationen und Wissen inhaltlich voneinander abzugrenzen. Daten beschreiben diskret objektive Fakten und folgen in ihrem Aufbau den Regeln einer bestimmten Syntax und können aus Zeichen, Signal- und Rufzeichen bestehen. Sie sind objektiv wahrnehmbar und verwertbar. 6 Werden Daten in einen bestimmten Kontext gebracht, z.B. mit der Absicht ein Problem zu Lösen oder ein Ziel zu erreichen, werden sie zu Informationen. Eine Fülle von Informationen, bezogen auf einen Handlungsschwerpunkt, bezeichnet man als Wissen. Der Mensch wählt gezielt Informationen aus, von denen er ausgeht, dass sich mit ihrer Hilfe Probleme lösen und seine Ziele realisieren lassen. Wissen ist also das Resultat eines Informationsverarbeitungsprozesses. 7
Abbildung 1: Das Kontinuum von Daten und Informationen zum Wissen
Quelle: in Anlehnung an Probst, G et al. (1997) S. 36.
Bringt man Daten, wie die Zahl 35,64 in einen Kontext, vermutlich mit dem Kurs einer Aktie: DaimlerChrysler AG 35,64€, werden Daten zu Informationen. Aus der Vernetzung dieser I n-formation mit anderen Informationen, z.B. die Information: die DaimlerChrysler AG ist ein börsennotiertes Unternehmen, ergibt sich Wissen. In diesem Beispiel über den Börsenhandelswert einer Aktie der DaimlerChrysler AG zu einem Handelskurs von 35,64€ Wissen entsteht demnach immer genau dann, wenn Menschen bewusst Informationen austauschen, vergleichen, bewerten oder verknüpfen. 8
6 Vgl.: Romhardt (1998) S. 38f..
7 Vgl.: North, K. (1999), S.40 ff.
8 Vgl.: Ebenda.
2
Im Gegensatz zu Daten und Informationen, ist Wissen an seinen Träger gebunden. 9 Liegt es unstrukturiert im Menschen vor, wird es als implizites Wissen bezeichnet. Es sind persönliche Erfahrungen die ihrem Träger Wissen über z.B. Arbeitsabläufe geben und helfen Entscheidungen zu treffen. Dieses Wissen ist nur schwer erfassbar. Werden diese Erfahrungen z.B. niedergeschrieben und für jeden zugänglich gemacht, spricht man von explizitem Wissen. 10
Bedingt durch die Bindung von Wissen an seinen Träger, ist es nicht möglich Wissen zu übertragen. Es sind Daten die übermittelt, durch den Empfänger interpretiert werden müssen und letztlich den Charakter von Informationen bzw. Wissen annehmen. Wenn davon ausgegangen werden kann, dass die Interpretation des Empfängers deckungsgleich, ist mit der Intention des Senders und die übermittelten Daten zu entsprechendem Wissen vernetzt werden, spricht man von Wissenstransfers. 11 Dieser lässt sich wie folgt vereinfacht graphisch darstellen:
Abbildung 2. Übertragungsprozess beim Wissenstransfer
Quelle: in Anlehnung an Maier, R (2002) S. 61.
In Anlehnung an das obige Schaubild lässt sich eine Definition von Wissen anhängen. Aus einer Fülle von Definitionen des Begriffs Wissen gibt diese Definition, aus der Sicht des Verfassers dieser Arbeit, alle wesentlichen Charakteristika des Wissensbegriffs wieder:
Wissen ist das Produkt aller kognitiver Erwartungen, Beobachtungen, die durch Erfahrungen, Kommunikation oder Folgen aussagekräftig organisiert, angesammelt und in einen Kontext gebracht wurden, die ein Individuum oder ein in organisatorischerem Sinne Handelender nutzt, um Situationen zu interpretieren, Aktivitäten, Verhalten und Lösungen abzuleiten, unabhängig davon, ob diese Erwartungen rational sind oder absichtlich genutzt werden. 12
9 Vgl.: Nonaka, I und Takeuchi, H (1998) S. 70f.
10 Vgl.: Güldenberg, S (1997) S. 155ff und Nonaka, I und Takeuchi, H (1998) S. 73.
11 Vgl.: Amelingmeyer, J. (2002), S. 40-41.
12 Vgl.: Maier, R (2002), S. 66.
3
2.2 Wissensmanagement - Definition
Wissensmanagement ist die Managementfunktion, die für eine regelmäßige Auswahl, Einbindung und Bewertung von Wissen verantwortlich ist. Es strebt nach einer Verbesserung des Umgangs der Organisation mit internem und externem Wissen. Ziel soll es sein, die Leistungsfähigkeit einer Organisation zu verbessern, die Dynamik der Bildung und Lernfähigkeit der Organisationsmitglieder zu optimieren und kollektive Intelligenz zu entwickeln. 13
Die Definition von Wissensmanagement setzt dabei auf drei Ebenen auf: dem Menschen, der Organisation und der technologischen Infrastruktur. Auf der Ebene des Menschen sind es die Mitarbeiter einer Organisation, deren Kompetenzen, Erfahrungen und Wissensbestände sowie deren Ausbildung und Lernfähigkeit, die zu betrachten sind. In der Organisation werden diese Themen im Bereich des Personals zum Kernprozess. Hier werden Weichen für die künftige Organisation gelegt und die momentanen Strukturen gefestigt. Begonnen bei der Personalauswahl, neues Wissen von außen in die Organisation hineinholen, bis hin zur Freisetzung von Mitarbeiter, verbunden mit dem möglichen Verlust von Wissen. 14 Die Zweite Ebene ist die Organisation. Wissensmanagement muss hier die Schaffung, Nutzung und Entwicklung von kollektivem Wissen und einer lernfreudigen Unternehmenskultur in den Fokus der Betrachtungen nehmen. Besonderen Wert ist auf die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen, in denen Wissensmanagement durchgeführt werden soll, zu legen. Die spätere Verteilung der Aufgaben innerhalb der Organisation, um Wissensmanagement in den Strukturen der Organisation durchzusetzen bzw. zu institutionalisieren, bedarf genauester Planung. 15
Auf der dritten Ebene, der Ebene der technologischen Infrastruktur, ist die Frage zu untersuchen, ob und wie effektiv das Unternehmen vorhandene Kommunikations- und Informationsstrukturen nutzt und ob Arbeitsprozesse dadurch sinnvoll unterstützt werden. Ziel ist es, innovative Einsatzmöglichkeiten dieser Techniken zur Unterstützung von Wissensmanagements zu entwickeln bzw. die vorhandenen auszubauen. 16 Nur wenn eine Einbindung von Informationstechnologien in den Gesamtkontext des Wissensmanagement vollzogen wird, können diese erfolgreich wirken. Hinzuweisen ist darauf, dass Informations- und Kommunikationstechnologien praktisch nur unterstützende Funktionen einnehmen können. Begründen lässt sich dies da durch, dass Wissen innerhalb eines Informationsverarbeitungsprozesses durch den Menschen entsteht und nur in Kombination mit menschlicher Arbeit sinnvoll genutzt werden kann. Würde bei der Einführung von Wissensmanagement der Schwerpunkt alleine auf die techno- 13 Vgl.:Ebenda, S. 48.
14 Vgl.: Schindler, M (2001), S.39ff.
15 Vgl.: Ebenda.
16 Vgl.: Ebenda.
4
logische Infrastruktur gelegt werden, wäre das Resultat ein reines Informationsmanagementsystem. 17
2.3 Abgrenzungen des Wissensmanagements zum Informationsmanagement
Wissensmanagement befasst sich mit der Ressource Wissen. Die Erfassung und Steuerung von Wissen, in der Organisation, sind wesentliche Managementschwerpunkte. Dem Wissensmanagement gegenüber steht das Informationsmanagement. Beide Managementkonzepte sind inhaltlich voneinander abzugrenzen. Informationsmanagement hat im Kern zwei Hauptaufgabenbereiche: die wirtschaftliche Versorgung aller betrieblichen Einheiten, mit den für den Leistungserstellungsprozess notwendigen Informationen, zum anderen die zur Infor-mationsversorgung benötigte Infrastruktur zu planen und zu beschaffen. 18
Beiden Managementfunktionen sind umfassende Aufgabenfelder zu Grunde zu legen. Neben dem Einsatz und der Entwicklung von IT - Systemen, zur Unterstützung der inhaltlichen Umsetzung, sind es auch personalwirtschaftliche und organisatorische Abläufe die es zu regeln gilt, wie in Punkt 2.2 bereits beschrieben wurde. Während der IT - Bereich im Rahmen der organisatorischen Strukturen beim Informationsmanagement im Mittelpunkt der Umsetzung neuer Maßnahmen zur Informationsverteilung steht, ist dieser Funktionsbereich im Wissensmanagement gleichberechtigt bzw. wird als unterstützende Funktion zu betrachten. 19
Die im Folgenden aufgeführte Darstellung soll die Gemeinsamkeiten/ Unterschiede beim IT -Einsatz im Wissensmanagement und Informationsmanagement noch deutlicher werden lassen.
Abbildung 3: IT im Wissens- und Informationsmanagement
Quelle: in Anlehnung an Schumann, M (2003) S. 8.
17 Vgl.: Schindler, M (2001), S. 39.
18 Vgl.: Mertens, P et al. (2001), S. 197.
19 Vgl.: Hasenkamp, U und Stahlknecht, P (1999), S. 452 - 492.
5
Überschneidungen beider Managementfunktionen lassen sich in der betrieblichen Praxis i nnerhalb technischer Infrastrukturkomponenten feststellen. Datennetze (z.B. LANs/ WANs), Endgeräte wie PCs, Server und Mobilgeräte sind die am häufigsten genutzten Komponenten. Insbesondere im Bereich der betrieblich genutzten Informations- und Kommunikationstechnologien finden sie Anwendung. Wie eingehend beschrieben wurde, werden Daten beim Wissenstransfer übermittelt. 20 Es lässt sich zeigen, dass die zur Informationsübertragung genutzten Methoden auch dem Transfer von Wissen dienlich werden können. Netzwerkprotokolle, Datenbanken und das Intranet sind hier beispielhaft nennenswert. Diese Informationsspeichermedien/ -zugänge können neben Informationen auch Wissen transportieren und dabei eine Vielzahl von Einheiten innerhalb der Organisation gleichzeitig erreichen. Wissen kann so explizit vermittelt werden, beispielsweise in Form von Erfahrungsberichten über das I ntranet. Eine indirekte Vermittlung von Wissen kann mit dem Verweis auf Wissensträger erfolgen. Zu betrachten wäre eine firmeninterne Suchmaschine, unter Umständen eingebunden in das Intranet, geordnet nach Fachbereichen, für Telefonnummern. 21
Die Speicherung von Wissen und Informationen lässt weitere Unterschiede zwischen Wissens- und Informationsmanagement erkennen. Informationen können, anders als Wissen, oftmals auf der Grundlage von bereits strukturierten Daten abgespeichert werden. Fehlerprotokolle eines Forschungsberichtes werden z.B. nach Datum und Fehlerquelle gespeichert. Bei Wissen kann dies meistens nicht unmittelbar umgesetzt werden. Wesentliches Problem der Wissensspeicherung ist, die Vielfalt der Quellen des Wissens. Wissen liegt oft teil- oder unstrukturiert vor. Träger des Wissens ist der Menschen und die Organisation. Wissen ergibt sich als das Resultat eines menschlichen Informationsvernetzungsprozesses (vgl. 2.1) und macht eine unmittelbare Digitalisierung durch die menschliche bzw. lokale Zweckgebundenheit nicht möglich. 22 Die im Punkt 2.4.2 beschriebenen Methoden zur Wissensgenerierung, mittels Wissensmanagements, machen es mögliche, dieses Wissen zu entschlüsseln.
2.4 Modelle des Wissensmanagement
2.4.1 Technisches Wissensmanagement vs. Integratives Wissensmanagement
Technisches Wissensmanagement wird zur Rationalisierung und Effektivierung mit dem Umgang der Ressource Wissen genutzt. Es wird unterstellt, dass Wissen von Grund auf gegeben und weder personen- noch kontextgebunden ist. 23 Es ist gekennzeichnet von Misstrauen und Nichtbeachtung im Verfahren des Wissensaustauschs. Technisches Wissensmanagement
20 Vgl.: Stahlknecht, P/ Hasenkamp, U (1999), S. 453.
21 Vgl.: Amelingmeyer. J (2002), S. 29f.
22 Vgl.: Amelingmeyer. J (2002), S. 29f.
23 Vgl.: Siebert, H (1999), S. 127.
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Arbeit zitieren:
Alexander Hally, 2005, Stand der Entwicklungen im betrieblichen Wissensmangement, München, GRIN Verlag GmbH
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