Gliederung
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1. Einleitung
2. Definition elementarer Begriffe: Soziales Handeln soziale Position Status
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soziale Rolle Rollen-Set
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3. Das Modell des Homo Sociologicus nach Ralf Dahrendorf
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3.1. Vom Einzelnen zur Gesellschaft
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3.2. Forderung nach Rollenkonformität
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3.3. Prozess der Sozialisierung
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4. Der Rollen-Set nach Robert K Merton
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4.1. Die Konflikte innerhalb des Rollen-Set
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4.2. Die sozialen Mechanismen im Rollen-Set
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4.3. Verbleibende Probleme des Rollen-Set
5. Dahrendorf vs Merton Welches Modell eignet sich nun besser zur Erklärung
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des sozialen Handelns
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6. Fazit
Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Ralf Dahrendorf und Robert K. Merton unternehmen beide den Versuch mittels des zentral verwendeten Begriffs der sozialen Rolle soziales Handeln zu erklären. Dabei setzt Dahrendorf den Schwerpunkt auf Rollenerwartungen, während sich Merton hauptsächlich mit den aus diesen Erwartungen resultierenden Rollenkonflikten beschäftigt.
In dieser Arbeit möchte ich näher auf die Modelle des Homo sociologicus und des Rollen-Set eingehen und untersuchen wie aussagekräftig sie im Bezug auf das alltägliche menschliche Handeln und das daraus folgende Verhalten insgesamt sind. Dabei werde ich vorab die wichtigsten Begriffe definieren und als erstes näher das Modell des Homo sociologicus von Dahrendorf betrachten. Daran schließt sich der Rollen-Set von Merton an. Als letztes möchte ich die beiden Modelle kritisch betrachten und sie im Hinblick auf die Erklärungskraft bezüglich sozialen Handelns überprüfen.
2. Definition elementarer Begriffe: Soziales Handeln, soziale Position/Status, soziale
Max Weber definiert soziales Handeln wie folgt: „’Soziales’ Handeln aber soll ein solches Handeln heißen, welches seinem von dem oder den Handelnden gemeinten Sinn nach auf das Verhalten anderer bezogen wird und daran in seinem Ablauf orientiert ist“ (Esser 2000: 4).
Die Begriffe soziale Position und sozialer Status verwendet Merton synonym. Angelehnt an den Kulturanthropologen Ralph Linton bezeichnet er Status als Stellung einer Person innerhalb eines sozialen Systems, die bestimmte Rechte und Pflichten enthält.
Dahrendorf erläutert diesen Sachverhalt ganz ähnlich: „Der Terminus soziale Position bezeichnet jeden Ort in einem Feld sozialer Beziehungen“ (1977: 30). Ferner teilen Positionen mit, in welchen sozialen Bezugsfeldern die Person steht, aber sie sagen nichts über den Charakter der Beziehung aus (vgl. Dahrendorf 1977: 31ff). Außerdem unterscheidet Dahrendorf zwischen zugewiesenen Positionen, wie z. B. das Alter, Geschlecht oder die soziale Herkunft, und erworbenen Positionen, das sind z. B. der Bildungsstand oder die Stellung im Beruf. Als Status definiert Dahrendorf die Summe der zugewiesenen und erworbenen sozialen Positionen eines Individuums.
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Nach Dahrendorf beinhaltet die soziale Rolle Verhaltensansprüche an ihren Träger, deren Einhaltung oder Nichteinhaltung durch die Gesellschaft sanktioniert werden können.
Merton stimmt mit vielen soziologischen Theoretikern seiner Zeit überein, wenn er behauptet, „daß der soziale Status und die soziale Rolle wesentliche Bausteine der sozialen Struktur darstellen“ (Merton 1973: 321).
Während Linton in seinen Theorien jedoch davon ausgeht, dass jeder sozialen Position nur eine einzige soziale Rolle zugeschrieben ist, setzt Merton eine Vielzahl von Rollen, die zu einer Position gehören, voraus. Diese Beziehung bezeichnet Merton als den sogenannten Rollen-Set. Er ist „die Kombination von Rollen-Beziehungen, in die eine Person auf Grund ihrer Inhaberschaft eines bestimmten sozialen Status verwickelt ist“ (Merton 1973: 322).
3. Das Modell des Homo sociologicus nach Ralf Dahrendorf
Der Begriff „Homo sociologicus“ wurde von Doktor Lord Ralf Dahrendorf in den 50er Jahren durch seinen gleichnamigen Essay geprägt. Darin versucht er der Beziehung zwischen dem Individuum und der Gesellschaft, in der es sich befindet, auf den Grund zu gehen und wie man den Prozess der Sozialisierung mittels sozialen Rollen und Positionen erklären kann.
3.1. Vom Einzelnen zur Gesellschaft
Im realen Leben des Individuums erscheint eine große Zahl von Rollen. Sie beinhalten, wie oben bereits erwähnt, Verhaltenserwartungen an den Rolleninhaber, deren Einhaltung oder Nichteinhaltung durch die Gesellschaft mit positiven oder negativen Maßnahmen sanktioniert werden können. Das bedeutet, dass man sich den Verhaltensweisen stellen muss. Damit „gibt der Einzelne seine unberührte Individualität zwar auf, gewinnt aber das Wohlwollen der Gesellschaft, in der er lebt; sträubt der Einzelne sich gegen die Forderungen der Gesellschaft, dann mag er sich eine abstrakte und hilflose Unabhängigkeit bewahren, doch er verfällt dem Zorn und den schmerzhaften Sanktionen der Gesellschaft“ (Dahrendorf 1977: 27).
In einigen Rollentheorien (wie z. B. bei Linton) werden aber auch die Rechte und Pflichten einer Person mit der Rolle in Beziehung gesetzt. Dabei ist die Komplementarität der Rollen zu beachten, d. h. eine Rolle kann nicht getrennt von den anderen Rollen betrachtet werden. Diesen Zusammenhang kann man gut am Beispiel der Rollen von Vater und Sohn zeigen: die eine Rolle kann nur auf Grund der anderen existieren und umgekehrt.
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Soziale Rollen hängen immer auch mit sozialen Positionen zusammen. Positionen sind z. B. Staatsbürger, Ehemann, Mutter, Autofahrer, Fußballspieler oder auch Mitglied eines Clubs zu sein. Ein einzelner Mensch kann und muss immer eine Mehrzahl von Positionen einnehmen, man vermutet auch, dass die Zahl der den Einzelnen betreffenden Positionen mit der Zunahme der Komplexität der Gesellschaft größer wird. Und selbst Positionen können komplex sein, denn man kann sie als Menge von Positionssegmenten verstehen. Jedes der Segmente aus dem Positionsfeld gibt eine Beziehungsrichtung an. Die Position „Verkäufer“ beispielsweise besteht aus den Positionssegmenten „Verkäufer-Kunde“, „Verkäufer- Vorgesetzter“, „Verkäufer-Kollegen“, die alle eine Beziehungsrichtung angeben. Positionen geben also nur den Ort in einer sozialen Struktur an, während die soziale Rolle „die Art der Beziehungen zwischen den Trägern von Positionen und denen anderer Positionen desselben Feldes“ (Dahrendorf 1977: 33) aufzeigt. „Durch Positionen und Rollen werden die beiden Tatsachen des Einzelnen und der Gesellschaft vermittelt; dieses Begriffspaar bezeichnet homo sociologicus, den Menschen der Soziologie, und es bildet daher das Element soziologischer Analyse“ (Dahrendorf 1977: 32). Jedoch passiert diese Vermittlung nicht aufgrund der Handlung eines Individuums und seinen Beziehungen, sondern durch das Aufeinandertreffen des Handelnden mit vorgeprägten Rollen des Handelns.
3.2. Forderung nach Rollenkonformität
Also kann man das Verhalten der Individuen durch an soziale Positionen gebundene Rollenerwartungen steuern. Denn die Gesellschaft hat Sanktionen zur Verfügung mit denen sie die Einhaltung von Regeln und Normen erzwingen kann. „Wer seine Rolle nicht spielt, wird bestraft; wer sie spielt, wird belohnt, zumindest aber nicht bestraft“ (Dahrendorf 1977: 36). Sanktionen werden in intern und extern, sowie in positiv und negativ unterschieden. Interne Sanktionen sind Bestrafung oder Belohnung durch sich selbst (Moral), z. B. ein schlechtes Gewissen haben. Bestrafungen oder Belohnungen durch andere sind externe Sanktionen, z. B. Anerkennung gewinnen. Normen bzw. die verschiedenen Erwartungen unterscheiden sich lediglich in ihrer Art der Sanktionierung. Muss-Erwartungen (z. B. Tempolimits auf der Autobahn) sind gesetzlich festgeschrieben, Rechtsinstitutionen wachen über ihre Einhaltung. Sie sind ausdrücklich formuliert und haben absolute Verbindlichkeit. Bei Nichtbefolgung drohen ausschließlich negative Sanktionen. Soll-Erwartungen (z. B. Parteitreue) sind gesellschaftlich festgelegte Erwartungen von öffentlichen Organisationen/ Institutionen, Betrieben, Parteien, Clubs etc. Es sind ungeschriebene Regeln des sozialen
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Katja Nixdorf, 2005, Homo Sociologicus vs. Rollen-Set - Welches Modell ist besser geeignet um soziales Handeln zu erklären?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Ralf Dahrendorf: "Homo sociologicus, ein Versuch zur Geschichte, ...
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Lawrence Young, Lawrence A. Young
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