Gliederung:
Einleitung. 1
1. Feststellungen des ersten und zweiten Typs des normalsprachlichen Ausdrucks nach Austin
und Ryle. 5
2. Feststellungen des zweiten normalsprachlichen Typs nach Cavell. 7
2.1. Analytische oder synthetische Behauptung. 8
2.2. Der Begriff der Normativität nach Stanley Cavell. 14
3. Literatur: 16
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Einleitung
Die Sprechakttheorie hat im Vergleich zu allen anderen Theorien des Sprachgebrauchs ein großes Interesse geweckt. In der Psychologie entstand die Idee, dass die der Sprechakte zugrundeliegenden Konzepte eine Basis für den allgemeinen Spracherwerb sein könnten. Die Literaturwissenschaft erhofft sich durch die Sprechakttheorien Textsubtilitäten oder ein besseres Verständnis literarischer Gattungen zu erkennen. Auch in der Philosophie spielt die Sprechakttheorie eine große Rolle, da Philosophen durch die Theorien eine Möglichkeit sehen den Status ethischer Aussagen zu analysieren. Die Theorien der Sprechakte sind für die Linguisten von Bedeutung, um auf Probleme der Syntax, der Semantik und den Zweitspracherwerb eingehen zu können. Die Sprechakte gehören im Rahmen der linguistischen Pragmatik mit der Präsupposition und der Implikatur zusammen. Sie sind die zentralen Erscheinungen, für die jede übergreifende Pragmatiktheorie eine Erklärung liefern muss.
Unter anderem haben sich Cavell, Ryle und Austin mit dem Thema Bedeutung, Sinn und Meinen befasst (Müssen wir meinen, was wir sagen bzw. müssen wir sagen, was wir meinen.). In unterschiedlichen Theorien legen sie dar, wie Missverständnisse des normalsprachlichen Ausdrucks entstehen, einzelne Wörter oder Sätze verschieden benutzt und verstanden werden können. Ausgangslage dafür ist, dass während eines Gesprächs pragmatische Implikationen unserer Äußerungen immer mitgemeint werden. Diese stellen einen wesentlichen Teil von dem dar, was wir meinen, wenn wir etwas sagen. So entsteht eine Verantwortung für das, was wir mit unseren Äußerungen und Handlungen intendieren. Deshalb ist eine Äußerung nicht nur etwas Gesagtes, sondern immer in einem bestimmten Ton, zu einem bestimmten Anlass und in einem entsprechenden Zusammenhang zusehen. Eine hörbare Äußerung ist nur ein Aspekt dessen, was vor sich geht, wenn zwei Menschen miteinander reden. Ein Hauptaspekt ist, dass Sprache immer Kommunikation ist. Das heißt, dass miteinander Reden auch immer miteinander handeln bedeutet.
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1. Feststellungen des ersten und zweiten Typs des normalsprachlichen Ausdrucks nach Austin und Ryle.
Stanley Cavell geht davon aus, dass das was wir normalerweise sagen und meinen eine direkte und bedeutende Kontrolle über das philosophisch Gesagte und Gemeinte haben kann. Die neue Oxford- Philosophie geht von der normalen Sprache aus und unterscheidet sich von den traditionellen Methoden des Philosophierens. Nach Cavell sind diese philosophischen Richtungen in wesentlichen Punkten verschieden. Durch die neue Herangehensweise der Oxfordphilosophie wird in Anspruch genommen, Informationen über persönlichste Annahmen eines Sprechers machen zu können. Darüber hinaus behauptet diese Philosophie etwas sicheres über die Existenz der Außenwelt oder Fremdpsychisches zu wissen und zwischen Deskriptiven und Normativen trennen zu können. Der Ansatz wird unter anderem kritisiert, da die Wahrheit über einen selbst von den meisten Menschen verdrängt wird und das Wissen darüber bedrückend erscheint. Cavell befasst sich mit den Argumenten Mates der sich gegen die Oxford- Philosophie stellt und verdeutlicht, dass diese für das Hauptinteresse der Oxford- Philosophen irrelevant sind. Die Philosophie die Mates befolgt ist ein wichtiger Gegensatz gegenüber der Oxford - Philosophie. Seine Philosophie ist mit dieser nicht zu vereinbaren aber auch nicht unabhängig davon zu sehen. Er beschäftigt sich mit den Verfahrensweisen die die Oxford- Philosophie zu ihren Ergebnissen geführt hat und bezweifelt die Art von Gründen die ihre Feststellungen über die normale Sprache verlangen. Mates wirft Austin und Ryle vor, ihre Methoden oberflächlich anzuwenden. Sie sind die Hauptvertreter der Oxford- Philosophie, unterscheiden sich jedoch in der Interpretation des normalsprachlichen Ausdrucks.
Stanley Cavell verdeutlicht die Meinungsverschiedenheiten zwischen Ryle und Austin. Beide haben gleiche Feststellungen über den normalsprachlichen Ausdruck gemacht: 1. Typ: „Es gibt Feststellungen, die Beispiele dafür angeben, was man in einer bestimmten Sprache sagt. ( „Wir sagen... aber wir sagen nicht...“; „Wir fragen, ob...aber wir fragen nicht, ob...“)“ 1
2. Typ: Diese Beispiele können von Erläuterungen begleitet werden. Die Feststellung vom ersten Typ macht dann explizit was impliziert ist. „Wenn wir sagen...implizieren wir....“ 2 Solche Behauptungen werden unter Bezug auf Feststellungen des ersten Typs kontrolliert.
1 Linguistik und Philosophie, Günther Grewendorf, Athenäum Verlag Frankfurt a. M. 1974.
(daraus d. Artikel von Stanley Cavell „Müssen wir meinen, was wir sagen?“ Seite 170.)
2 Linguistik und Philosophie, Günther Grevendorf, Athenäum Verlag Frankfurt a.M. 1974.
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3. Typ: „Verallgemeinerungen die unter Bezug auf Feststellungen der ersten beiden Typen überprüft werden.“ 3
In der Überprüfung von Verallgemeinerungen gibt es keine besonderen Probleme. Für die Auseinandersetzung zwischen Austin und Ryle sind die beiden ersten Typen des normalsprachlichen Ausdruck von Bedeutung.
Austin macht folgende Feststellung zum ersten Typ: „ Wir sagen: ‚Das Geschenk wurde freiwillig gemacht. “ 4 Ryles Feststellung widerspricht der von Austin. Als Feststellung des ersten Typs gibt er folgendes Beispiel an: „ Es hat Sinn zu fragen, ob ein Knabe für das Zerbrechen einer Fensterscheibe verantwortlich war, aber nicht, ob er für die rechtzeitige Beendigung seiner Schulaufgabe verantwortlich war...“ 5 Nach Ryle werden freiwillig und unfreiwillig als normale Eigenschaftswörter für Handlungen verwendet, die eine Person normalerweise nicht ausführen soll. Es wird untersucht, ob die Handlung dieser Person freiwillig war oder nicht. Es wird davon ausgegangen, dass derjenige Schuld gewesen sein könnte.
Die Feststellungen sprechen gegeneinander, da nach Austin ein Geschenk machen nicht immer eine Handlung ist, die getan werden sollte. Ebenfalls geht er nicht davon aus, dass dies eine Handlung ist mit der immer etwas falsch gemacht wird.
Da sich Ryle auf keine experimentellen Untersuchungen berufen kann, die das Vorkommen entsprechender Verwendungsweisen belegen, sind seine Gründe für die Feststellungen des ersten Typs unzureichend. Entscheidend für die Herangehensweise Ryles ist die Wahrheit eines Satzes, dass natürliche Sprache das ist, was Native Speaker dieser Sprache Sprechen. Sie benötigen im allgemeinen keine Feststellungen darüber, was man in ihrer Sprache sagen kann, da sie selbst die Quelle solcher Feststellungen sind. So kann er sich auf sich selbst verlassen, um zu erkennen, was (Deutsch/Englisch) ist und ob das Gesagte richtig verwendet wurde. Für das was ein Native Speaker unter gewöhnlichen Umständen sagt, werden Informationen über die Geschichte der Sprache, Form der Morphologie und ihr Lautsystem, nicht benötigt. Ryles Verfahrensweise verlangt nicht nur einfache paradigmatische Feststellungen des ersten Typs, sondern auch die Erläuterung des zweiten Typs. Im Gegensatz
(daraus d. Artikel von Stanley Cavell „ Müssen wir meinen, was wir sagen?“ Seite 170.)
3 Linguistik und Philosophie, Günther Grewendorf, Athenäum Verlag Frankfurt a. M. 1974.
( daraus d. Artikel von Stanley Cavell „ Müssen wir meinen, was wir sagen?“ Seite 170.)
4 Linguistik und Philosophie, Günther Grewendorf, Athenäum Verlag Frankfurt a. M. ,1974.
( daraus d. Artikel von Stanley Cavell „ Müssen wir meinen, was wir sagen?“ Seite 171.)
5 Linguistik und Philosophie, Günther Grewendorf, Athenäum Verlag Frankfurt a. M. , 1974.
( daraus d. Artikel von Stanley Cavell „Müssen wir meinen, was wir sagen?“ Seite 171.)
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Arbeit zitieren:
2002, Bedeutung, Sinn und Meinen, München, GRIN Verlag GmbH
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