Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis .................................................................................................................... 3
1. Einleitung 4
2. Das Beobachtungskind 4
2.1. Beschreibung des Beobachtungskindes 4
2.2. Beobachtung und Analyse der Lese - Rechtschreibschwierigkeiten 5
3. Bedeutung der Begriffe Legasthenie und Lese- Rechtschreibschwäche 9
4. Ursachen für eine Lese- Rechtschreibschwäche 10
5. Wie macht sich eine Lese- Rechtschreibschwäche bei Kindern bemerkbar 13
6. Therapie einer Lese Rechtschreibschwäche 14
7. Schluss 15
Literaturverzeichnis 16
3
1. Einleitung Direkt zu Beginn meines Praktikums an der „Gemeinschaftsgrundschule im Siepen“ in Velbert Neviges informierte ich mich bei meiner Mentorin über die Kinder, die Probleme mit der Rechtschreibung haben. Sie konnte mir ganz gezielt einen Jungen nennen, den ich im folgenden näher beschreiben möchte. Mit ihm arbeitete ich in der Freiarbeitsphase öfter zusammen.
Im weiteren Verlauf werde ich versuchen, seine Lese- und Rechtschreibschwäche näher zu analysieren, soweit dies nach nur zweiwöchiger Beobachtungszeit möglich ist.
Ich werde auch den Begriff Lese- Rechtschreibschwäche und die allgemeinen Ursachen einer Schwäche im Lesen und im Schreiben erläutern.
2. Das Beobachtungskind
2.1. Beschreibung des Beobachtungskindes
Der Schüler Karl kam zu Beginn des zweiten Schuljahrs neu in die Klasse. Mein Aufenthalt an der Schule begann kurze Zeit später. Da die Lehrerin diesen Schüler auch nicht so gut kannte, konnte sie mir noch nicht viel über ihn berichten. Sie erzählte mir dennoch, dass Karl die erste Klasse an einer anderen deutschen Schule absolviert hatte und dass er starke Probleme mit der deutschen Rechtschreibung habe.
Bereits im Sportunterricht fiel mir auf, dass es Karl nur allmählich gelang, sich in die Klassengemeinschaft zu integrieren. In der ersten Stunde hatte ich das Gefühl, als wüsste er nicht genau, wer ihn akzeptiere. Zunächst hielt er sich beim Spielen zurück, doch in den darauffolgenden Sportstunde beobachtete ich, dass er sich mehr und mehr am Spielverlauf beteiligte.
Dieses Verhalten schließe ich auf die Begebenheit, dass Karl erst neu in die Klasse gekommen ist. Wie jedes andere Kind musste er sich zunächst orientieren und „taute“ sozusagen in der zweiten Woche langsam auf.
Nach einer kurzen Beobachtungszeit in der Klasse entschied ich mich schließlich, den Rest der Freiarbeitszeit mit Karl zusammen zu arbeiten.
4
Meine Mentorin, die mir ja schon zu Anfang erzählte, dass Karl massive Lese- und Rechtschreibprobleme habe, machte mir den Vorschlag, regelmäßig mit ihm bestimmte Lesefolien zu bearbeiten.
Was ich in den zwei Wochen Beobachtungszeit nicht feststellen konnte ist, ob es sich bei Karl nun wirklich um ein Kind mit LRS handelt oder ob seine Schwierigkeiten ausschließlich auf seine schwachen Voraussetzungen zurück zu führen sind. Außerdem sollte erwähnt werden, dass Karl zunächst nicht nur Schwächen im Lesen und der Rechtschreibung zeigte, sondern auch Schwächen in der Mathematik. Soweit ich seine Leistung beurteilen kann, würde ich sagen, dass sich seine Fähigkeiten in der Mathematik im Laufe der Zeit sehr stark verbesserten. Es ist allerdings Tatsache, dass Karl Schwierigkeiten im Lesen und in der Rechtschreibung hat.
Aus Zeitgründen hatte ich nicht die Möglichkeit, bestimmte Fördermaßnahmen auszuprobieren bzw. bestimmte Übungen auf seine Fähigkeiten abzustimmen. Es bleiben daher im Bereich Lesen nur die Lesefolien. Anhand dieser werde ich Karls Leseproblematik näher beschreiben und versuchen, mögliche Förderungsmaßnahmen vorzuschlagen.
2.2. Beobachtung und Analyse der Lese - Rechtschreibschwierigkeiten
In den ersten Tagen meiner Beobachtung fiel mir auf, dass Karl während der Freiarbeitsphasen immer nur malte oder Flugzeuge in allen Größen und Variationen herstellte und bastelte.
Erst nach erneuter Einführung des Wochenplans für dieses Schuljahr begann sich Karl, mit anderen Dingen zu beschäftigen, nämlich mit denen , die auf seinem Wochenplan standen. Es dauerte eine Zeit, bis er begriff, dass es nun auch andere Dinge außer Flugzeugen gab, die er erledigen müsse. Doch da Karl die Arbeit mit dem Wochenplan nicht kannte, ist seine anfängliche Unsicherheit berechtigt. Der Wochenplan beinhaltete die Bereiche Rechtschreibung, Rechnen, Lesen, Spielen, Basteln und Malen. Karl begann meist dazu zu basteln oder zu malen. Aufgrund seiner Interesse für Flugzeuge stellte er in dieser Zeit überwiegend Flugzeuge her. Den Bereich Lesen übernahm Karl zusammen mit mir. Karl wählte eine Lesefolie aus und wir setzten uns in die hintere Ecke des Raumes. Zu meiner großen Verwunderung kam Karl sogar in den nächsten Tagen freiwillig zu mir, um mit mir eine Lesefolie zu lesen.
5
a) LESEN Die Lesefolien bestehen aus kurzen Geschichten, deren Schwierigkeitsgrad dadurch gemindert wird, dass einzelne Wörter durch Bilder mitten im Satz eingefügt sind. Diese Bilder bzw. Symbole wiederholen sich, sobald das entsprechende Wort wieder auftaucht. Die Hauptpersonen werden meist zu Anfang der Geschichten beschrieben und werden hinterher durch ein Bild ersetzt. Solche Geschichten besitzen einen hohen Motivationsgehalt, da den Kindern das Lesen von bestimmten Wörtern erspart bleibt. Den Kindern wird, ohne dass es ihnen bewusst wird, ein kleines Erfolgserlebnis vermittelt.
Es werden durch dieses Lesetraining bestimmte Lesehemmungen abgebaut und die Lesefertigkeit des Kindes gesteigert. Außerdem soll ein motivierendes Material zum selbstständigen Lesen von Büchern anregen. Die Lesefreude des Kindes soll gesteigert werden.
Karl liest sehr langsam. Er überlegt sehr lange, bevor er Buc hstabe für Buchstabe leise für sich liest. Um mir genau anzuhören, wie er das einzelne Wort liest, bitte ich ihn, einige male laut zu lesen, doch diese Aufforderung beachtet er nicht. Kurze Wörter wie „ist“, „der“, „ und“, „an“, „zur“,... liest er fehlerfrei. Auffallend ist, dass er bei solchen Wörtern genauso lange überlegt, wie bei schweren Worten. Mir fällt auf, dass er das einzelne Wort nicht als Gesamtheit erfassen kann, sondern Buchstabe für Buchstabe aneinander reiht und den Sinn nicht versteht. Aus diesem Grund erkennt er zuvor gelesene Worte nicht wieder, sondern liest erneut von Anfang an. Karl hat also Schwierigkeiten, das Wort als Ganzes zu erfassen. Um hier eine Verbesserung erreichen zu können, ist es wichtig, mit einem Wortschatz zu arbeiten, den das Kind mit großer Sicherheit schon kennt.
Lesen Erwachsene einen Text, so benutzen sie zwei verschiedene Lesetechniken:
1. Das Wort wird vom Gehirn akzeptiert, wenn es in den Satzsinn hineinpasst
und der Leser das Wort beim Lesen anhand bestimmter Strukturmerkmale erkannt hat. Hier erfasst das Auge das Wort als Ganzes (simultan optische Verarbeitung).
6
Quote paper:
Uta Brengelmann, 2002, Die Lese-Rechtschreibschwäche bei Kindern, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Sociology - Work, Profession, Education, Organisation
Presentation (Elaboration), 28 Pages
Förderung des geometrischen Denk- und Vorstellungsvermögens, dargestel...
Unter besonderer Berücksichtig...
Examination Thesis, 87 Pages
German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Scholary Paper (Seminar), 53 Pages
Der Grundbegriff "Konflikt" - Definitionen und Konfliktarten
Scholary Paper (Seminar), 11 Pages
Erziehungsinstitutionen - Merkmale und Organisation
Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Scholary Paper (Seminar), 12 Pages
Uta Brengelmann's text Die Lese-Rechtschreibschwäche bei Kindern is now available as a printed book
Uta Brengelmann has published the text Die Lese-Rechtschreibschwäche bei Kindern
Uta Brengelmann has uploaded a new text
Fit trotz LRS. Übungen und Strategien für LRS-Kinder Band 1
Vier einfache Strategien mit p...
Bettina Rinderle
Trainingstexte Rechtschreibung für LRS - Kinder
Klasse 2 - 4. 60 Texte zu den ...
Bettina Rinderle
0 comments