Hausarbeit von Christa Kiefer
INHALTSVERZEICHNIS Seite
1. Einleitung in das Thema 1
2. Phänomen Arbeitslosigkeit 2
2.1 Definitionen 3
2.1.1 Definition der Arbeit 3
2.1.2. Definition der Arbeitslosigkeit 3
2.2 Bedeutung der Arbeitslosigkeit 3
2.3 Prozeß der Arbeitslosigkeit 4
2.4 Theorien 5
2.4.1 Theorie der gelernten Hilflosigkeit 5
2.4.2 Das kognitive Stressmodell 5
2.5 Ursachen der Arbeitslosigkeit und ihre Auswirkungen 6
2.6 Auswirkungen der Arbeitslosigkeit 7
2.6.1. Positive Auswirkungen der Arbeitslosigkeit 7
2.6.2. Negative Auswirkungen der Arbeitslosigkeit 7
2.6.3 Psychische Folgen der Arbeitslosigkeit 7
2.6.4 Fehlende Zeitstruktur 9
2.6.5. Fehlende soziale Anerkennung 11
2.6.6 Länge der Arbeitslosigkeit und ihre schädigende 11
Auswirkung
3. Frauenerwerbslosigkeit 12
3.1 Arbeitslose Frauen 12
3.2. Forschungsfrage: Sind Frauen durch Arbeitslosigkeit
weniger belastet als Männer? 12
3.3 Die Frau in der Familie 13
3.3.1. Innerfamiliere Arbeitsteilung 13
3.3.2 Beruf und Haushalt als Doppelbelastung 14
3.4 Fazit 15
4.. Marienthalstudie 15
4.2 Vier Haltungstypen 16
4.2.1 Resignierte Haltungstypen 16
4.2.2 Ungebrochene Haltungstypen 16
4.2.3 Gebrochene Haltungstypen 16
4.1 Einführung in die Marienthalstudie 15
4.2.4 Apathische Haltungstypen 16
4.2.5 Zusammenfassung 17
4.3.1 Tagesabläufe arbeitsloser Frauen und Männer in
Marienthal 17
4.3.1.1 Tagesablauf einer arbeitslosen Frau 17
4.3.1.2 Tagesablauf eines arbeitslosen Mannes 18
4.4 Fazit 19
5. Erstellung eines Fragebogens 20
5.1 Hypothesenbildung 22
5.2 Konstruktionskriterien 23
5.3 Fragebogenerstellung 23
5.4 Der Fragebogen 24
6. Strategien zur Überwindung von Arbeitslosigkeit 31
Anlage :
Literaturverzeichnis
Erkl ärung
II
Hausarbeit von Christa Kiefer
Zwei Fragen, die auch die Weisesten verstummen lassen. Bhagavadgîtâ, indisches Lehrgedicht im 6. Buch des Mahâbhârata
1. Einleitung in das Thema
Arbeitslosigkeit ist ein aktuelles Thema; die veröffentlichte Arbeitslosenzahl von derzeit über 3,75 Mio. die zahlreichen Massenentlassungen und Unternehmensschließungen bringen die Menschen in Unruhe und Angst. Für das kommende Jahr 2002 wird eine Arbeitslosenzahl von 4,2 Millionen befürchtet. Der derzeitige Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) reagierte auf diesen drohenden Anstieg der Arbeitslosigkeit völlig "hilflos". Er appellierte lediglich an die Wirtschaft, sich "lieber dreimal als einmal zu überlegen", ob Entlassungen die Antwort auf die wirtschaftliche Schwächephase sein können. Der Minister forderte auf, mit der kostbaren "Ressource" der Beschäftigten vorsichtig und vorsorglich umzugehen (WZ, Titelseite) Die nachstehende Hausarbeit hat folgenden Aufbau:
• Im ersten Teil leite ich das Thema Arbeitslosigkeit ein.
• Danach wird das Phänomen Arbeitslosigkeit und ihre psychischen Folgen für den Betreffenden beschrieben.
• Im dritten Teil wird der Blick auf "Arbeitslose Frauen" fokussiert.
• Die Marienthalstudie wird zur Unterstützung des Themas "Arbeits lose Frauen" im vierten Teil herangezogen.
• Die Aufgabenstellung für diese Hausarbeit umfasst die Erstellung eines Fragebogens, so dass der 5. Teil zunächst die Kriterien zur Erstellung eines Fragebogens erläutert und im Anschluß daran ein Fragebogen konzipiert wird unter der Sichtweise: "Sind Frauen durch Arbeitslosigkeit weniger belastet als Männer?"
• Strategien für die Überwindung der Arbeitslosigkeit beenden die Hausarbeit.
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Hausarbeit von Christa Kiefer
2. Phänomen Arbeitslosigkeit
Momentan kann niemand in unserer Gesellschaft sicher sein, dass er seine jetzige Arbeit behält. Er kann aber auch nicht sicher sein, dass er eine neue Arbeit erhält, wenn er seine alte bisherige Arbeit verloren hat. Diese Unsicherheit zermürbt und macht Angst. In Deutschland sind derzeit über 3,75 Mio. Menschen offiziell ohne Arbeit. Nicht mitgezählt sind, wer an ABM teilnimmt, wer umgeschult oder fortgebildet wird, wer wegen Arbeitslosigkeit in den Vorruhe-stand gegangen ist, wer kurzarbeitet oder nicht beim Arbeitsamt als arbeitslos gemeldet ist. Es besteht bei jedem Arbeitnehmer die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, Angst vor Armut und sozialem Abstieg, Angst vor dem Verlust der Selbstachtung, Absturz in den finanziellen Ruin. Der Arbeitslose wird zwar durch das Arbeitslosengeld wirtschaftlich aufgefangen, doch es ist unübersehbar, dass die Arbeitslosigkeit für die allermeisten der Betroffenen nur sehr schwer zu ertragen ist. Einen gesicherten Arbeitsplatz zu haben scheint für viele Personen das Wichtigste zu sein, was sie vom Leben erwarten können und streben diesem zu. Im Alter erscheint drohende Arbeitslosigkeit noch schlimmer, stellt sie doch die vergangene Berufserfahrung in Frage. Viele Betriebe, Sparten, suchen nur noch junge, dynamische, flexible, gut ausgebildete Leute. Ältere Menschen, die Berufserfahrung und ein hohes Fachwissen aufweisen, sind für diese Jobs nicht mehr gefragt.
Die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit sind oft diskutiert worden. Laut Mohr (S. 737, Zimbardo) besteht Einheitlichkeit darüber, dass A rbeitslosigkeit bei den meisten Menschen zu einer Verschlechterung ihrer seelischen Gesundheit führt, von der sie sich nach dem Wiedereintritt in ein Arbeitsverhältnis wieder erholen. Die Autorin meint damit, dass bei Arbeitslosen häufig höhere Angst besteht, die in Form geringer Lebenszufriedenheit, großer Konzentrationsschwächen, Depressionen und Selbstzweifel auftreten. Am auffälligsten sollen solche Wirkungen bei Menschen ein, die im mittleren Lebensalter stehen, sich an ihre Lebens-(Arbeitsaufgabe) gebunden fühlen, vielleicht länger arbeitslos und aus anderen Gründen verletzbar sind, wie z.B. Krankheit, Partnerverlust, Verlust der Kinder. Ältere Arbeitslose sind somit hinsichtlich der Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes
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besonders gefährdet, da an dem Faktor Alter zu ändern ist und die Tendenz zeigt, dass ältere Mitarbeiter nicht mehr gefragt sind.
2.1 Definitionen
2.1.1 Definition der Arbeit Unter Arbeit ist zu verstehen:
"Zweckgerichtete, planvolle und organisierte Tätigkeit, die an materiellen (z.B. Herstellung von Produktionsgütern) oder immateriellen Zielen (z.B. Erreichen eines wissenschaftlichen Fortschritts) orientiert ist und zur Deckung des eigenen Bedarfs oder zum eigenen Gewinn bzw. dem anderer dient. A. kann zum einen dem individuellen Fortkommen, zum anderen dem Erreichen bestimmter allgemeiner wirtschaftlicher Ziele dienen" (Fröhlich, S. 66). Die Autorin Jahoda, schreibt:
"Erwerbsarbeit ist zum einen das Mittel, durch das die meisten Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen; zum anderen zwingt sie bestimmte Kategorien der Erfahrung auf. Sie gibt dem Tag eine Zeitstruktur, sie erweitert die sozialen Beziehungen über Familie und Nachbarschaft hinaus und bindet die Menschen in die Ziele und Leistungen der Gesellschaft ein..., sie weist einen sozialen Status zu und klärt die persönliche Identität" (Jahoda, S. 136).
2.1.2 Definition der Arbeitslosigkeit
Unter Arbeitslosigkeit ist laut SGB III, § 118, zu verstehen: "Arbeitslos ist ein Arbeitnehmer, der 1. vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht (Beschäftigungslosigkeit und 2. eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigung sucht.2
2.2 Bedeutung der Arbeitslosigkeit
Eine zentrale Frage ist, warum wir arbeiten und was wir von der Arbeit haben? Für die meisten Menschen ist diese Frage recht leicht zu beantworten, denn für sie ist die Arbeit eine Frage der wirtschaftlichen Notwendigkeit. Sie erledigen die Arbeit und erhalten als Gegenleistung einen finanziellen Ausgleich. Arbeit hat aber noch einen anderen Grund als wirtschaftliche Notwendigkeit. Arbeit bietet die Mög-
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Hausarbeit von Christa Kiefer
lichkeit, eigene Interessen zu verfolgen, eigenes Talent zu fördern und zu stärken und somit der Selbstentfaltung zu dienen. Nach dem Konzept der Bedürfnishierarchie nach Maslow arbeiten Menschen zunächst, um grundlegende biologische und sicherheitsbezogene Bedürfnisse stillen zu können. Sind diese Bedürfnisse befriedigt, werden soziale Motive gesichert. Insofern arbeiten Menschen nicht nur zur finanziellen Sicherung ihrer Lebensbedürfnisse, sondern weil die von ihnen geleistete Arbeit sie bei der Verrichtung der Arbeit mit anderen Menschen zusammenbringt, oder aber weil ihre Arbeit ihnen einen bestimmten Platz in der Gesellschaft zuweist. Sind diese soziale Bedürfnisse befriedigt, arbeiten Menschen, um Achtung und Wertschätzung zu erlangen. Sind die bisher genannten sogenannten Defizitbedürfnisse befriedigt, arbeiten Menschen daran, ihre Potentiale zur Selbstverwirklichung im kognitiven, ästhetischen und spirituellen Bereich auszuschöpfen. Fehlt einem Betroffenen den Umgang mit der Arbeit, führt dies zur Hemmung der Aktivität und als Folge davon tritt Passivität ein.
Wie den vorausgegangenen Definitionen über Arbeit und Arbeitslosigkeit zu entnehmen ist, bedeutet Arbeitslosigkeit somit nicht nur Verdienstausfall und damit Verzicht auf viele Konsumgewohnheiten, nicht nur große Schwierigkeiten, finanziellen und sozialen Verpflichtungen nachzukommen; sie bedeutet die Zerstörung von Einkommenserwartungen und führt zu Enttäuschen von Erwartungen, Plänen und Wünschen für die Zukunft.
2.3. Prozeß der Arbeitslosigkeit
Die psychischen Folgen der Arbeitslosigkeit werden nach Mohr (1996) wie folgt dargestellt:
Der Prozeß beginnt mit der Arbeitsplatzgefährdung. Hier stimmen objektive Gefährdung und subjektive Wahrnehmung nicht immer überein. Die Folge davon ist, dass sich für die meisten Beschäftigten aus der Antizipation eines persönlichen Verlustes des Arbeitsplatzes die "Erwartungsangst" entwickelt. Wird diese Erwartungsangst durch widersprüchliche, unklare oder negative andeutungsweise Aussagen zur beruflichen Weiterentwicklung verstärkt und sinkt die Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen, geht die Erwartungsangst mit einer Zunahme von Befindlichkeitsstörungen und einer Beeinträchtigung der psychischen Stabilität einher. Tritt der befürchtete Arbeitsplatzverlust
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ein, folgt unmittelbar nach diesem Ereignis ein Schockzustand, der viele andere psychischen und physischen Folgen nach sich zieht. Laut Mohr sind Verschlechterungen des Herz-Kreislauf-Systems, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, Veränderungen der Sozialkontakte, zu nennen. Das Selbstwertgefühl sinkt auf ein Minimum. Dieses minimale Selbstwertgefühl ruft weitere psychische Symptome hervor, welche die interpersonellen Beziehungen belasten und sich insbesondere im familiären Bereich schädigend auswirken. Hier sind Erscheinungen wie Mißtrauen, Reizbarkeit, Verzweiflung, Anwandlungen von Hilflosigkeit zu nennen. Es folgen Schwankungen zwischen Akzeptanz und Phasen der Hoffnungslosigkeit und Resignation. Ist die Arbeitsplatzsuche erfolglos, beginnt ein Stadium der Verzweiflung, das mit großer Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit ver-bunden ist. Gefühle der Minderwertigkeit mit Selbstvorwürfen treten auf. Aus den Gefühlen heraus folgt ein Rückzug in die Einsamkeit, so dass die Coping - (Stressbewältigung) Ressourcen nicht mehr zur Verfügung stehen. Lazarus (1984) beschreibt Coping wie folgt: "..Stressbewältigung bezieht sich auf den Versuch, den inneren oder äusseren Anforderungen, die als belastend oder überfordernd emp-funden werden, so zu begegnen, dass negative Konsequenzen vermieden werden. Dies kann durch angemessenes Verhalten, durch emotionale oder motivationale Reaktionen und durch bestimmte Denkweisen erreicht werden".
Kirchler (1984, S. 175-176) stützt die Angaben von Lazarus und sagt, dass Stichproben ergaben, dass eine große Stabilität und Belastbarkeit für den arbeitslosen Menschen lebenswichtig ist. "Je wider-standsfähiger, pflichtbewußter, selbstkontrollierter und innerlich ruhiger eine Person ist, desto eher finden sie wieder Arbeit".
2.4 Theorien
Zur Unterstützung der vorgenannten Angaben werden die Theorien der gelernten Hilflosigkeit von Seligman sowie das Kognitive Stressmodell von Lazarus angeführt.
2.4.1 Theorie der gelernten Hilflosigkeit
Arbeitslosigkeit löst Kontrollverlust und Gefühle von Handlungsohnmacht aus. Die Folge davon ist das Entstehen von Depressionen. Seligman (1974) hat mit seiner Theorie der gelernten Hilflosigkeit
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gezeigt, dass Menschen und Tiere dann gelernte Hilflosigkeit zeigen, wenn sie aversive Bedingungen nicht beeinflussen bzw. kontrollieren können. Gelernte Hilflosigkeit zeichnet sich durch ein passives, resignatives und wenig flexibles Verhalten aus, durch eine mißerfolgsorientierte Einstellung und durch dysphorische Emotionen aus.
2.4.2 Das kognitive Stressmodell
Ferner löst Arbeitslosigkeit Stress aus. Die stresstheoretische Erklärung der Folgen von Arbeitslosigkeit orientiert sich am kognitiven Stressmodell von Lazarus (Lazarus und Launier, 1981). Der durch Arbeitslosigkeit ausgelöste Stress verursacht Verhaltensauffälligkeiten sowie psychische, psychosomatische und somatisch Beschwerden. Dabei stellen Unterschiede im Bewältigungsverhalten wichtige vermittelnde Variablen der Stresswirkung dar.
2.5 Ursachen der Arbeitslosigkeit und ihre Auswirkungen
Es gibt viele Gründe, warum man arbeitslos geworden ist. Es gibt den Grund der Selbstkündigung, etwa aus familiären Gründen, weil man sich den Kindern, dem Partner oder den alten Eltern widmen will. Liegt dieser Grund vor, wird die Arbeitslosigkeit leicht ertragen, schließlich hat man selbst gekündigt und kann diese Kündigung gut ertragen und der Umwelt darlegen.
Es gibt auch die Gründe, dass der Arbeitgeber aus konjunkturellen Gründen, aus innerbetrieblichen Gründen wie Umorganisation, Firmenkonkurs dem Arbeitnehmer kündigt. Auch hier kann man die Arbeitslosigkeit gut der Umwelt mitteilen und verliert sein Gesicht nicht. Es gibt aber auch den Kündigungsgrund, dass aus Altersgründen, aus Gründen des "nicht mehr Gebrauchtwerdens" dem Arbeitnehmer gekündigt wird, oder aber ihm wird gekündigt, weil die erwartete Arbeitsleistung nicht mehr gebracht werden kann. Der Kündigungsgrund spielt somit sicherlich eine große Rolle für die Einstellung zur Arbeitslosigkeit und den Kraft und Willen, wieder eine neue Arbeitsstelle zu finden. Ein Arbeitsloser, der z.B. die Kündigung aus innerbetrieblichen Gründen (Umorganisation) erhalten hat, geht mit mehr Selbstbewußtsein und Kraft in eine Bewerbung hinein als ein Arbeitsloser, dem z.B. aus "Altersgründen" gekündigt wurde. Hier sieht es mit dem Ertragen der Arbeitslosigkeit schon anders aus. Es
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Arbeit zitieren:
Christa Kiefer, 2001, Betrachtungen zur negativen Bedeutung der Arbeitslosigkeit und verschiedene Strategien zu ihrer Überwindung, München, GRIN Verlag GmbH
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