Gliederung
1. Einleitung 3
2. über Sartori und sein Werk 4
3. Parteien 5
4. Parteiensysteme 6
4.1 Klassifikationen der Parteiensysteme 7
4.2 Einordnung der verschiedenen Systeme 8
4.2.1 Einparteiensystem / One - Partiesystem 9
4.2.2 Hegemoniale Parteiensysteme / Hegemonic Partiesystem 9
4.2.3 Prädominante Parteiensysteme / Predominant Partiesystem 9
4.2.4 Zweiparteiensystem /Two - Partiesystem 9
4.2.5 Polarisierender Pluralismus / Polarized Pluralism / Extreme Pluralism 10
4.2.6 Gemäßigter Pluralismus / Moderate Pluralism 11
4.2.7 Atomisierendes Parteiensystem / Atomized Part iesystem 12
5. Fragmentierung von Parteiens ystemen 12
6. Weitergehende Betrachtungen der Klassifikationen 13
7. Schlussteil 15
Literaturangaben 16
2
1.0 Einleitung
Das Thema Parteien und Parteiensysteme bildet eines der grundlegenden Forschungsgebiete in der vergleichenden Politik. Dabei ist es egal ob es um ein kommunistisches, totalitäres oder westlich - demokratisches System geht. Fast ausnahmslos werden alle Staaten der Erde, egal ob im westlichen Sinne demokratisch eingestellt oder streng religiös geprägt durch die Parteienlandschaft geprägt.
Mit dem Ende der Kolonialzeit und der neuen Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der Parteienlandschaft eine neue Etappe begonnen. Die Parteienforschung wurde also auch auf solche Staaten ausgeweitet mit „ Parteiensysteme in Prozessen des Systemwandels ausgedehnt“ 1 , da gerade hier die Entwicklung der Parteien und deren entstehendes System von Anfang an zu beobachten ist. Auch spielt bei diesen Ländern der fehlende Faktor der Geschichte und der demokratischen Entwicklungen eine Rolle, welche die meisten westlichen Staaten spätestens mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert hinter sich gebracht haben. Somit muss das Bild der Parteien und Parteiensysteme in seiner Entwicklung mindestens zweigeteilt betrachtet werden. Einerseits in jene, welche in ein festes System verankert sind und jene, welche sich erst im Aufbau befinden und ihre eigene Institutionalisierung und Stärkung der Ideologie erst noch durchlaufen müssen.
Dieser Aspekt macht die Untersuchung der Parteien und Parteiensysteme zu einem interessanten Thema, wenngleich die Argumente verschiedener Politikwissenschaftler nicht zwingend aufeinander aufbauend sind, sondern teilweise stark gegenläufig sind. In der folgenden Arbeit wird es fast ausschließlich um die Betrachtungen Sartoris gehen, um mich diesem wissenschaftlichen Thema zu nähern habe ich Quellen herangezogen, welche sich mit den Untersuchungen Sartoris bereits näher und intensiv beschäftigt haben. Wenngleich es bei einem so theoretischen Thema schwierig ist, will ich versuchen entlang der Argumentationskette Sartoris zu zeigen, dass seine Klassifizierungen und Zuordnungen einer bestimmten Logik folgen. Dies soll vor allem vor dem Gesichtspunkt des vollkommen geänderten Staatenbildes nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes erfolgen, als es bei der Entstehung von Sartoris Werk vorhanden war.
1 Nohlen, Dieter / Schultze, Rainer - Olaf (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft. Band 2, Verlag C.H.Beck,
München 2002, Seite 624
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2. Über Sartori und sein Werk
Das Buch „Parties and Party Systems wurde im Jahre 1976 fertiggestellt. Die Arbeit daran begann für Sartori aber schon viel früher. Mindestens seit Mitte der 1960er Jahre beschäftigte er sich mit der Problematik von Parteien und Parteiensystemen. Erst als er die Notwendigkeit für die genauere Betrachtung sah, stellt er sein Werk Mitte der 1970er Jahre fertig und legte somit einen Meilenstein in der damaligen Parteienforschung.
Sartoris Buch findet derzeit sowohl in der Vergleichenden Regierungslehre wie auch in der Praxis, zum Beispiel anhand von Analyse der ehemaligen Ostblockstaaten statt.
Im ersten Teil seiner Arbeit bewertet Sartori die bestehe nde Literatur und Forschung von Parteien und Parteiensystemen. Seine Hauptfrage ist, wie die Parteiensysteme der verschiedenen Länder in ihrer Vielfältigkeit in ein System gebracht werden können. Auch wenn einige Politikwissenschaftler die Anzahl der jeweils vorhandenen Parteien nicht mehr als Kriterium verwenden, setzt Sartori wieder auf dieses Auszählverfahren. Es macht für ihn zumindest deutlich, inwiefern die Macht in dem jeweiligen Staat konzentriert, fragmentiert oder gestreut ist.
Allerdings geht Sartori, wie auch in Abschnitt 4 aufgeführt auf die nähere Einteilung von Zwei- beziehungsweise Mehrparteiensystemen ein. Die einfache Einteilung in einer dieser beiden Kategorien erscheint ihm zu grob und ungenau.
Eine der wichtigsten Fragen, mit denen sic h Sartori beschäftigt ist jene, welche Parteien er in seine Bewertung mit aufnehmen soll und welche als nicht relevant angesehen werden können. Hierbei kommt die „Regierungsfähigkeit“ einer Partei als Sartoris neue Komponente hinzu.
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3. Parteien
Das grundlegende Element in Sartoris Betrachtungen bilden die Parteien. Um sie in seine Betrachtungen mit einzubeziehen beschreibt er ihre Rolle in der Gesellschaft und billigt ihnen im Gesellschaftssystem eine besondere Bedeutung zu.
In erster Linie handelt es sich bei Parteien um freiwillige, gesellschaftliche Vereinigungen, welche zwischen der Gesellschaft und dem Staat vermitteln. Das Ziel dieser politischen Gruppen ist es, sich an den jeweiligen Wahlen zu beteiligen und ihre Kandidaten in öffentliche Ämter zu bringen.
Parteien sind deshalb Bindeglied zwischen Regierung und Volk, weil sie einerseits durch ihre Mitglieder eine gewisse Bandbreite der Gesellschaft repräsentieren und andererseits vom Regierungsgeschehen noch soweit ausgegrenzt sind, als das sie Protest und Veränderungsvorschläge nicht auf einer sachlichen Ebene äußern könnten. Bei den Parteien finden sich mehr als bei der Regierung noch die Wünsche der Bürger / Wähler wieder.
Die Charakterisierung von Parteien und die darauffolgende Einordnung in ein Schema wird bei Sartori kombiniert mit den Variablen: Struktur (organisiert, unorganisiert), Motivation (spoilspower group, idea-promotional group), Haltung (ideologisch, pragmatisch), ideologisch-programmatischer Position (Rechts-Links-Zuordnung), Zusammensetzung (personalistisch, allianzbildungsorientiert) und die Rolle der parteiinternen Suborganisationen beziehungsweise Fraktionen (policy-unterstützend, veto-orientiert) 2 .
Giovanni Sartori hat in seinem Arbeit „Parties and Party Systems“ unter anderem ein System von sieben Unterscheidungsmerkmalen entwickelt. Er spricht hierbei auch von Klassen. Voraussetzung für die Einordnung in eine jeweilige Klasse ist für ihn die Anzahl der verschiedenen Parteien. Es wird allerdings keine Unterscheidung in die verschiedensten Wählergruppen gemacht, sondern nur auf jene Parteien eingegangen, die als relevant gelten können, beziehungsweise eine längere Geschichte vorzuweisen haben. Weiterhin zielt seine Einteilung auf die Regierungsfä higkeit ab. Parteien, welche zum Beispiel wie in Deutschland möglich, regelmäßig an einer Prozenthürde zum Einzug in das Parlament scheitern spielen für Sartori ebenso wenig eine Rolle, wie Parteien welche sich soweit rechts oder links ab von der Mitte befinden, dass sie sich selbst bei Überwindung solch einer Sperrklausel nicht für die Regierungsfähigkeit profilieren können.
2 Sartori, Giovanni: Parties and Party Systems. A framework for analysis. Cambridge University Press 1976,
Seite 81, Table 2
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Arbeit zitieren:
Steven Ahlrep, 2004, Giovanni Sartori - Parteien und Parteiensysteme, München, GRIN Verlag GmbH
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