Gliederung
1. Einleitung 3
2. Aufgaben von Weltkonferenzen 4
3. Global Governance 5
4. Zwei Etappen von Weltkonferenz 6
5. Ablaufprozess der Weltkonferenzen 7
6. Akteursvielfalt 8
7. Auswirkungen von Weltkonferenzen 9
8. Herausforderungen und Probleme 10
9. Der „Erdgipfel in Rio de Janeiro 1992 11
10. Macht 13
11. Konklusion 14
Literaturangaben 15
2
1. Einleitung
„Das Bedürfnis nach einem stets ausgedehnten Absatz für ihre Produkte jagt die Bourgeoisie über die ganze Erdkugel. Überall muss sie sich einnisten, überall anbauen, überall Verbindungen herstellen. Die Bourgeoisie hat durch ihre Exploitation des Weltmarktes die Produktion und Konsumtion aller Länder kosmopolitisch gestaltet. […] Die uralten nationalen Industrien sind vernichtet worden und werden noch täglich vernichtet. Sie werden verdrängt durch neue Industrien, deren Einführung eine Lebensfrage für alle zivilisierten Nationen wird, durch Industrie n, die nicht mehr einheimische Rohstoffe, sondern den entlegenen Zonen angehörige Rohstoffe verarbeiten und deren Fabrikate nicht nur im Lande selbst, sondern in allen Weltteilen zugleich verbraucht werden. […] An die Stelle der alten lokalen und nationalen Selbstgenügsamkeit und Abgeschlossenheit tritt ein allseitiger Verkehr, eine allseitige Abhängigkeit der Nationen voneinander.“ 1
Diese Gegebenheiten und einschneidenden Veränderungen, welche Karl Marx und Friedrich Engels schon im 19. Jahrhundert gesehen haben erfordern eine Handlungsweise, welche sich über die nationalstaatlichen Grenzen hinwegsetzen kann. Dieses Handeln fand seine Anfänge bereits im Westphälischen Frieden und später im Völkerbund. Doch diese waren letzten Endes nicht geeignet mit einer objektiven Politik auf Probleme anderer Staaten einzugehen und eine globale Lösung zu finden. Einerseits weil ihre Autorisierung stark begrenzt war und andererseits weil der Machtkampf zum Beispiel innerhalb des Völkerbundes keinen gemeinsamen Weg zuließ.
Mit der Gründung der Vereinten Nationen wurde ein neuer Weg beschritten. Dieser Weg war bis in die jüngste Vergangenheit von positiven Fortschritten geprägt und diese Organisation fand auch international starke Beachtung und konnte bis zuletzt fast 180 Staaten für seine Politik gewinnen.
„Die Entwicklungstendenzen des internationalen Systems sind durch eine zunehmende Globalisierung der wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen, ö kologischen und politischen Verflechtungen und Interdependenzen gekennzeichnet[…]. Als Folge davon verschärfen sich globale Sicherheitsrisiken und Instabilitäten durch Umweltzerstörung, Massenarmut und soziale Desintegration, Wanderungsbewegungen, steigendes innergesellschaftliches und zwischenstaatliches Gewaltpotential sowie die Ausbreitung von Schattenwirtschaft, Korruption und Kriminalität.
1 Marx, Karl/ Engels, Friedrich: Manifest der Kommunistischen Partei. In: Marx, Karl/ Engels, Friedrich:
Ausgewählte Schriften in Zwei Bänden, Berlin 1968
3
In Reaktion auf das kumulative Anwachsen globaler Problemlagen ist ein zunehmendes Interesse an neuen Formen der Problemlösung und politischen Steuerung auf internationaler Ebene zu registrieren. Inzwischen liegen umfassende Vorschläge für integrierte globale Regelungssysteme (Global Governance) vor, die den Rahmen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit unterschiedlichster Akteursgruppen bei der langfristig orientierten, an den Ursachen ansetzenden Problembearbeitung und Krisenprävention entfalten […]. “ 2
2. Aufgaben von Weltkonferenzen
Weltkonferenzen gründen sich aus dem Aufgabenfeld der Vereinten Nationen. Zu den Aufgaben der UNO gehören neben dem klassischen sicherheitspolitischen Auftrag zur Wahrnehmung des Weltfriedens auch alle Aktivitäten zu Menschenrechtsfragen, Entwicklungsproblemen sowie Umwelt- und Klimaschutz. Eben aus diesen Aufgabenfeldern ergeben sich die Themen für die Weltkonferenzen der UNO. Weltkonferenzen thematisieren die Wirkung der Globalisierung und befassen sich mit der Neuordnung in der Weltpolitik.
Ziel von Weltkonferenzen ist es, den Prozess der internationalen Verflechtungen „durchschaubarer zu machen, Chancen und Risiken der Globalisierung zu bewerten und“ mögliche „politische Antworten auf Weltprobleme zu erarbeiten.“ 3 Die Entscheidungsfindung verläuft im Rahmen von komplexen Globalisierungsprozessen und -problemen, unter Einbindung verschiedener Interessen der beteiligten Akteure.
Der Grundgedanke von Weltkonferenzen ist ein sehr weitsichtiger. Wie Huntington sagte, sind „Konflikte von Zivilisationen […] die größte Gefahr für den Weltfrieden, und eine auf Zivilisationen basierende internationale Ordnung ist der sicherste Schutz vor einem Weltkrieg.“ 4 Aber natürlich lässt sich innerhalb der internationalen Staatengemeinschaft nicht über alle Probleme ein Konsens erzielen. „Weltkonferenzen können bestenfalls globale Normsetzung betreiben und Rahmenbedingungen definieren, um Weltprobleme bearbeiten zu
2 Fues, Thomas: Das Indikatorenprogramm der UN-Kommission für nachhaltige Entwicklung. Stellenwert für
den internationalen Rio -Prozeß und Folgerungen für das Konzept von Global Governance, Vom Fachbereich
Philosophie-Religionswissenschaft-Gesellschaftswissenschaften der Universität-Gesamthochschule-Duisburg
zur Erlangung des akademischen Grades, Dr.sc.pol. genehmigte Dissertation von Fues, Thomas aus Stuttgart,
1998, Seite 197
3 Fues, Thomas / Hamm, Brigitte I . (Hrsg.): Die Weltkonferenzen der 90er Jahre: Baustellen für Global
Governance. Verlag J.H.W. Dietz Nachf. GmbH Bonn 2001, Seite 16
4 Huntington, Samuel P.: Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert. 3.
Auflage, Wilhelm Gold mann Verlag, München 1996, Seite 12
4
können.“ 5 Sicherlich steckt hinter dem Gedanken von Weltkonferenzen nicht nur ein idealistischer. Die UNO als Kind des Kalten Krieges, unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und seit ihrem Bestehen bis 1989 mit dem Ost-West Konflikt befasst, denn in Zeiten von wirtschaftlichem Aufbau und Wohlstand ist „ die wechselseitige Stabilisierung von Erwartungen durch Regelbildung […] in der Regel >>billiger<< als die Hobbes’sche Staatena narchie.“ 6
Weltkonferenzen spielen in der internationalen Politik eine ganz eigene Rolle. Durch ihren Charakter als Interessensverknüpfung der internationalen Staatengemeinschaft gibt es in grundlegenden Sachen ein gemeinsames Ziel. Natürlich ist die Politik im Hintergrund nicht zu vernachlässigen. Im Gegenteil, die Politik im Hintergrund bestimmt die Spielregeln für das gemeinsame Miteinander. Selbstverständlich sind Spielregeln von gewisser Bedeutung, um die verschiedenen Kulturen in ihrem Entscheidungsfindungsprozess steuern zu können und im Ergebnis auch Übereinkünfte zu erzielen.
3. Global Governance
Der Begriff Global Governance beschreibt die Globalisierung von Weltproblemen. Um diesen Problemen entgegen zu treten, findet eine Vernetzung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft statt. Daraus resultiert eine Verdichtung der internationalen Zusammenarbeit. Es haben sich neue Ordnungsstrukturen gebildet, um auf die neuen Herausforderungen in der Welt zu reagieren. Der Begriff Global Governance wurde 1995 geprägt und beschreibt die Konturen der neuen Weltordnung. Diese neue Weltordnung spiegelt sich wieder in den gewandelten Funktionen des Nationalstaates. Global Governance beschreibt die Scharnierfunktion zwischen privaten Akteuren und internationalen Kooperationen. Global Governance zielt auf die Stärkung der Zivilgesellschaft, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene ab. Ein w eiteres Ziel ist die Vertiefung und der Ausbau von internationalen Institutionen.
„Global Governance ist ein Modell für die erfolgreiche Bearbeitung globaler Probleme von zunehmender Komplexität und Interdependenz, deren Lösung nicht länger in einer hierarchischen Staatenwelt zu bewältigen ist.“ 7 Hinzu kommt, dass die internationale Staatengemeinschaft immer mehr zu einer universalen Zivilisation zusammenwächst. Damit
5 Fues / Hamm: Die Weltkonferenzen der 90er Jahre, Seite 24
6 ebd. Seite 29
7 ebd. Seite 44
5
Arbeit zitieren:
Steven Ahlrep, 2004, Weltkonferenzen der Vereinten Nationen, München, GRIN Verlag GmbH
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conny
umfassendes thema.
gute arbeit. ein glück sind beispiele drin, sonst wär mir das thema zu trocken.
ein glück, dass es hausarbeiten.de gibt. sonst wäre ich verzweifelt. danke an den autor - hat mir das leben gerettet.
am Sunday, October 02, 2005-