Inhalt
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I Einleitung 2
II Forschungslage 3
III Die Lage der Bauern 4
IV La Grande Peur 6
1. Gründe für die Große Furcht 6
2. Zusammenhänge und Ereignisse der Großen Furcht 7
3. Verbreitung der Furcht 10
4. Theorien und Versionen 12
V Die Folgen der Großen Furcht 13
VI Schluss 16
Literaturverzeichnis 17
I. Einleitung
In dieser Arbeit soll das Phänomen der Grande Peur erklärt, und ein Beitrag zum Verständnis geleistet werden.
In den meisten wissenschaftlichen Arbeiten zur Französischen Revolution wurde die Große Furcht entweder kaum oder nur unzureichend behandelt. In dieser Arbeit wurde die wichtigste Literatur zum Thema verwendet, die zum Einen zusammengefasst, zum Anderen aber auch kritisch einander gegenübergestellt wird.
Das Wichtigste der untersuchten Materialien ist das Buch La Grande Peur von Georges Lefebvre. Auf dieses ist die Arbeit hauptsächlich aufgebaut; die übrigen Bücher des Literaturverzeichnisses wurden entweder als Ergänzung oder als antithetische Gegenüberstellung verwendet.
Es soll noch erwähnt werden, dass im Allgemeinen Große Angst, Große Furcht und Panik als Synonyme für Grande Peur verwendet werden.
Um den Einstieg in das Thema zu erleichtern, wird zunächst einmal die Forschungslage kurz dargestellt (II). Damit das Phänomen der Großen Furcht auch wirklich verständlich gemacht werden kann, ist es wichtig die Ausgangssituation – also die Lage der Bauern – zu kennen und zu begreifen (III).
Den Hauptteil dieser Arbeit bildet das Kapitel La Grande Peur (IV). Hierbei werden zunächst die Gründe, die zum Ausbruch der Großen Furcht geführt haben, aufgezeigt (IV.1). Danach werden die Zusammenhänge der einzelnen Ereignisse – und diese selbst – begreifbar gemacht (IV.2). Im nächsten Unterkapitel wird die Verbreitung der Großen Furcht dargestellt (IV.3). Hier wird gezeigt wie sich die Angst geografisch verbreitete, von wem sie weitergetragen wurde und wodurch sie sich hauptsächlich ausdehnte.
Nach dem Ende der Großen Furcht kamen zwei Haupttheorien auf, die zur Entstehung der Panik geführt haben sollen. Diese werden in Verschiedene Theorien und Versionen einander gegenübergestellt (IV.4).
Als letztes werden die weitreichenden Folgen der Großen Furcht, die sich sehr wohl auf den Verlauf der Französischen Revolution ausgewirkt haben, 1 beschrieben.
1 Auch wenn dies meistens nur unzureichend dargestellt wurde.
2
II. Forschungslage
Viele Historiker waren und sind der Ansicht, dass die Große Furcht ein mehr oder weniger unbedeutendes Kapitel der Französischen Revolution darstellt. Dennoch gibt es einige Arbeiten die dieses Thema mit großer Sorgfalt behandeln, allen voran ist hier Georges Lefebvre zu nennen, der mit seinem Werk La Grande Peur die wohl bedeutendste Arbeit zu diesem Thema verfasst hat.
Lefebvre weist erstmals darauf hin, dass die Bauernrevolte und die Große Furcht zwei Ereignisse sind die differenziert betrachtet werden müssen, denn „die Bauernrevolte und die Große Furcht sind so wenig voneinander abhängig, dass die zweite nicht im Gebiet der ersten Auftritt, mit der alleinigen Ausnahme des Dauphiné“. 2 Andere Historiker akzeptieren diese Ansicht zwar und proklamieren sie bisweilen auch selbst, aber nur sehr wenige nehmen sie in ihrer Arbeit so ernst wie Lefebvre. So waren seiner Meinung nach die heftigen Unruhen im Spätsommer 1789 vor allem auf die Bauernrevo lte und nicht auf die Große Furcht zurückzuführen. Denn in Bezug zu den Unruhen, die auf die Große Furcht zurückgehen, meint er: „So schmerzlich diese Unruhen in Einzelfällen auch waren, sie hatten doch nicht ganze Provinzen verwüstet und kein Menschenleben gekostet. Es gibt einige wenige Ausnahmen von dieser Regel: drei Morde und die Jacquerie im Dauphiné“. 3 Auch Schulin, Furet und Richet sind – auch wenn sie es nicht ganz so genau nehmen - dieser Meinung. Bei Soboul heißt es dagegen: „Manchmal, wenn sich die Grundherren weigerten, ihre Pergamente auszuliefern, zündeten die Bauern das Schloß an und hängten die Herren auf“. 4 Diese Ereignisse sieht er als direkte Folgen der Grande Peur an, Lefebvre schreibt sie dagegen der Bauernrevolte zu.
Andererseits ist es aber auch wichtig daraufhin zu weisen, dass sich die verschiedenen Elemente in ihrer Wirkung ergänzt haben. Jedes Element – Bauernrevolte, Grande Peur und die Unruhen – sollten auch aufgrund ihrer gegenseitigen Wirkung untersucht werden. Gerade im Fall der Großen Furcht ist es wichtig ihren Zusammenhang, zum Beispiel mit der Bauernrevolte oder der Angst vor den Räubern, darzustellen, da sich alle drei gegenseitig beeinflussen.
2 Georges Lefebvre: Die Große Furcht von 1789, in: Geburt der bürgerlichen Gesellschaft: 1789, Herausgegeben
von I. A. Hartig, Frankfurt am Main 1979, S. 93
3 Georges Lefebvre: Die Große Furcht von 1789, in: Geburt der bürgerlichen Gesellschaft: 1789, Herausgegeben
von I. A. Hartig, Frankfurt am Main 1979, S. 130
4 Albert Soboul: Die große Französische Revolution, Frankfurt am Main 1973, S. 120
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In vielen Arbeiten zur Französischen Revolution – vor allem in zeitgenössischen - wird die Große Furcht entweder hintangestellt oder es wird vollständig auf sie verzichtet. Wahrscheinlich deswegen, weil „sie mehr auf eine uralte Vergangenheit [Furcht vor Räuber] als auf das neue Zeitalter der Aufklärung ausgerichtet ist“. 5 Auch innerhalb der Großen Furcht differenziert Lefebvre wie kein anderer Historiker. So gibt es für ihn zum Beispiel drei verschiedene Panik-Typen: die Ur-Panik, die Ankündigungspanik und die Sekundär- oder Relaispanik, die alle voneinander zu unterscheiden seien. 6 Mit Ur-Panik meint er die „am Anfang stehenden“ 7 Paniken, als Ankündigungspaniken bezeichnet er die, bei denen bereits die Nachricht vom Herannahen der Räuber zu Tumulten führte. Als Sekundär- oder Relaispanik werden die Paniken bezeichnet, die an den Orten ausbrachen von denen die Furcht eigentlich schon wieder weggezogen war und die nur durch einen kleinen Zwischenfall bedingt, wieder auflebten.
Als erster widmete sich Lefebvre umfassend dem Thema und „veränderte [damit] unser Wissen über die Ursachen und Anfänge der Revolution in einem nicht zu unterschätzenden Maß“. 8
III. Die Lage der Bauern
Die Landbevölkerung gestaltete sich ebenso vielschichtig wie die der Stadt. Wenn man also von der Lage der Bauern spricht, so muss man dieser Vielschichtigkeit gerecht werden. Deshalb müssen die Abstufungen der Landgesellschaft zunächst einmal dargestellt werden: die wohlhabensten waren die fermiers, die Großbauern; der laboureur war der gemeine Bauer, dem zumindest ein Teil seines Bodens Eigentum war; dann folgten der petit fremier, der kleinbäuerliche Pächter, der métayer, der Naturalpächter, dann der Bauer der nicht über genügend Grund zum Leben verfügte, danach der Tagelöhner, der etwas Boden gepachtet hatte, und ganz zum Schluss der Tagelöhner der nur seine Hände als Arbeitsmittel besaß. 9 Am Ende des Ancien Régime stand Frankreich kurz vor einer Agrarkrise. Zum Einen, weilbedingt durch die Dreifelderwirtschaft - ein Drittel oder sogar die Hälfte des Ackerlandes
5 Jaques Revel: La Grande Peur, in: Furet, Francois / Ozouf, Mona: Kritisches Wörterbuch der Französischen Revolution, Frankfurt am Main 1996, S.116 6 Vgl. Georges Lefebvre: Die Große Furcht von 1789, in: Geburt der bürgerlichen Gesellschaft: 1789, Herausgegeben von I. A. Hartig, Frankfurt am Main 1979, S 7 Georges Lefebvre: 1789 das Jahr der Revolution, München 1989, S. 94 8 Jaques Revel: La Grande Peur, in: Furet, Francois / Ozouf, Mona: Kritisches Wörterbuch der Französischen Revolution, Frankfurt am Main 1996, S.117 9 Vgl. Georges Lefebvre: 1789 das Jahr der Revolution, München 1989, S. 130
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Quote paper:
Benjamin von dem Berge, 2003, "La Grande Peur" - Die Große Furcht, Munich, GRIN Publishing GmbH
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