1 Einleitung 3
2 Begriffsbestimmung 4
3 Historische Entwicklung 4
4 Projektkriterien und methodische Merkmale 6
4.1 Situationsbezug 7
4.2 Orientierung an den Beteiligten und deren Interessen 7
4..3 Selbstorganisation und Selbstverantwortung 8
4.4 Gesellschaftliche Praxisrelevanz 9
4.5 Zielgerichtete Projektplanung 10
4.6 Produkt- und Handlungsorientierung 10
4.7 Einbeziehen vieler Sinne 11
4.8 Soziales Lerne n im Projekt 12
4.9 Interdisziplinarität 12
5 Komponenten der Projektmethode 13
5.1 Projektinitiative 13
5.2 Auseinandersetzung mit der Projektinitiative 14
5.3 Gemeinsame Entwicklung des Betätigungsgebietes 14
5.4 Projektdurchführung 15
5.5 Beendigung des Projekts 15
5.6 Fixpunkte und Metainteraktion 15
5.7 Grund muster der Projektmethode 17
6 Ziele der Projektmethode 18
7 Mögliche Auswirkungen der Projektmethode 19
8 Grenzen der Projektmethode 19
9 Literaturverzeichnis 20
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1 Einleitung
Für den Unterrichtserfolg in der Schule stellt die Auswahl der Methode eine besonders wich- tige Rolle dar. Die Projektmethode wird heutzutage in den unterschiedlichsten Schularten (von der Grundschule bis zur gymnasialen Oberstufe) erfolgreich eingesetzt, und stellt eine Art modernes Unterrichten dar. Die Methode geht allerdings weit in die Geschichte zurück. Es stellt sich hier die Frage, was die Projektmethode genau ist. Dies soll im Folgenden darge- stellt werden.
Begonnen wird mit der Begriffsentwicklung des Wortes „Projekt“ und der historischen Ent- wicklung. Im Anschluss daran, werden Projektkriterien sowie die methodischen Merkmale dieser Unterrichtsart ausführlich dargestellt. Die Komponenten der Projektmethode und der Ablauf sollen daraufhin erläutert werden. Die verschiedenen Ziele die durch das Einsetzten der Methode zustande kommen, werden ebenso aufgeführt, wie mögliche Auswirkungen. Abschließend sollen die Grenzen die sich bei der Projektmethode auftreten nicht unerwähnt bleiben.
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2 Begriffsbestimmung
Der Begriff „Projekt“ hat seinen Ursprung in dem lateinischen Wort „proicere“, welches so- viel wie vorwerfen, entwerfen und hinauswerfen bedeutet. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird der Ausdruck „Projekt“ als Plan, Entwurf oder Vorhaben verstanden, welcher immer die tatsächliche Realisation des Plans impliziert. Die Verwirklichung einer Aufgabe stellte bereits bei den Begründern dieser Methode das Hauptanliegen dar.
Beim Betrachten der Projektmethode im schulischem Kontext ist von der Absicht die Rede, „Lernen so zu organisieren, dass Schüler befähigt werden, komplexe Aufgabenstellungen und Lebenssituationen zu bewältigen.“ 1 Dabei werden mögliche Aufgabenfelder aus dem tägli- chen Leben heraus gegriffen, selbstverantwortlich geplant, praktisch realisiert und auf natürli- che Weise behandelt. Die Schüler erweitern auf diese Art ihren Erfahrungshorizont. Die Pro- jektmethode kann mit Hilfe von vier Merkmalen definiert werden: „Der Aufgabencharakter der praktischen Tätigkeit, die Planung und Ausführung durch die Schüler, die Verwendung physischer Mittel und die Bereicherung der Erfahrung.“ 2 Daraus resultieren verschiedene Stufen, welche für die Projektmethode wesentlich sind: die Zielsetzung, die Planung, die Aus- führung und die Beurteilung. 3 Für die Unterrichtsform Projektmethode werden teilweise synonym auch andere Begriffe verwendet, wie Projektunterricht, Projekt, Vorhaben oder projektorie ntierter Unterricht.
3 Historische Entwicklung
Die Projektmethode hat eine lange Vorgeschichte, die nicht auf eine bestimmte Person zu- rückzuführen ist. Ein Ursprung ist in der französischen Bauakademie „Royale d’Architecture“ zu finden. Im Jahre 1702 wurden dort Wettbewerbe durchgeführt, deren Ent- würfe „projets“ genannt wurden und von den Studenten Kreativität und Zusammenarbeit er- forderten. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden diese Ansätze auch in der techni- schen Berufsausbildung und den frühen Arbeitsschulen im deutschen Sprachraum verwirk- 1 LENZEN, Dieter: Pädagogische Grundbegriffe. Hamburg: Rowohlt, 2001 6 , S. 1273. 2 LENZEN, 2001 6 , S. 1273.
3 Vgl. LENZEN, 2001 6 , S. 1273.
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licht. Von dort gelangte die Projektmethode 1879 in die USA und wurde an der neu gegrün- deten „Manual Training School“ angewendet. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts widmete sich die amerikanische Pädagogik der Projektmethode. Eine neue „child-centered- education“ soll- te begründet werden, welche von den Interessen der Lernenden ausgeht, und es entstand aus dem Projekt der technischen Berufsausbildung eine allgeme ine Lernmethode. Das Lernen sollte sich von nun an nach den Interessen und Fähigkeiten der Kinder richten. 4 Der Philoso- phie- und Pädagogikprofessor John Dewey schuf die Grundlage für die politische und wissen- schaftliche Konzeption der Projektmethode. Er gründete 1896 die „Laboratory School“ und ließ an Stelle von Schulfächern Lebenseinheiten treten, welche praktische Aufgaben an die Schüler stellten, die sie nach ausführlicher Planung selbstständig lösen sollten. Dewey und sein Kollege William Heard Kilpatrick schlossen sich den bereits von Johann Heinrich Pesta- lozzi verfassten Ansichten an, dass sich Lernprozesse am deutlichsten und anhaltendsten durch die Anschauung und das Handeln einprägen. 5 Deweys Projektunterricht sah sehr unter- schiedlich aus und es gab keine einheitliche Theorie zu dieser Methode. Diese formulierte Kilpatrick in seinem Aufsatz „The Project-Method“, erschienen 1918 in der Pädagogikzeit- schrift „Teachers College Record“. Kilpatrick definierte die Methode „ausschließlich an den Tätigkeiten und Interessen der Lernenden, speziell der Kinder.“ 6 Er vertrat überzeugt die „child-centered education“ und unterschied sich dabei massiv von den Einstellungen Deweys, der dies nicht nachvollziehen konnte.
Eine zweite Grundlage zur Projektmethode findet man allgemein in der Reformpädagogik. Berthold Otto greift in seinem Gesamtunterricht beispielsweise das freie Unterrichtsgespräch heraus. Er geht davon aus, dass die komplexe Lebenswirklichkeit der Kinder ganzheitlich als Erfahrungsfeld in den Unterricht aufgenommen werden muss und nicht in einzelne wissen- schaftliche Disziplinen aufgegliedert werden darf. Von den Schülern spontan geäußerte Fra- gen und das sich daran anschließende freie Unterrichtsgespräch entwickeln sich bei Bert- hold Otto zu Gruppenarbeiten oder Projekten. 7 Dewey, Kilpatrick und Otto prägten mit ihrem Projekt- bzw. Gesamtunterricht die pädagogischen Reformenbestrebungen des 20. Jahrhun- derts in Deutschland. 8 Auch in der Arbeitsschulbewegung von Georg Kerschensteiner und Hugo Gaudig waren Einflüsse des Projektunterrichts festzustellen, allerdings unterlag die Be- 4 Vgl. HÄNSEL, Dagmar: Handbuch Projektunterricht. Weinheim / Basel: Beltz Verlag, 1997, S. 15f. 5 Vgl. STRUCK, Peter: Projektunterricht. Stuttgart: Kohlhammer, 1980, S. 10.
6 Hänsel, 1997, S. 17.
7 Vgl. LENZEN, 2001 6 , S. 1274.
8 STRUCK, 1980, S. 10.
5
zeichnung „Projekt“ noch keiner absolut gültigen Theorie. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Projektgedanke abgelehnt. Einerseits war die faschistische Pädagogik zum Beispiel gegen eine Selbst- und Mitbestimmung von Schülern. Für ihre Ideologie nützliche Gedanken wurden andererseits aber aufgeno mmen und eingesetzt. 9 In der ehemaligen DDR wurde der Projektgedanke in der Pädagogik mit der Begründung abgelehnt, dass durch diese Methode kein systematisches und wissenschaftliches Arbeiten möglich sei. Allerdings wurde diese Methode nach der Wende nicht mehr so angesehen. 1946 brachte Otto Haase mit seinem Konzept bezüglich schulischer Vorhaben das Projekt wieder in die Diskussion. 10 In den 1960/70er Jahren entwickelte sich die Projektmethode weiter. Hauptsächlich nach den Ge- danken von Kilpatrick. Zu diesem Zeitpunkt wurden in verschiedenen europäischen Ländern Bildungsreformen festgelegt und der Gedanke der Projektmethode trat immer wieder auf. Besonders als Argumente gegen traditionelles Lernen in Schulen und Universitäten wurde der Projektgedanke genutzt. Es wurden offene Lernsituationen verlangt, handlungsorientiertes und praxisnahes Lernen sollten umgesetzt werden, Schulen sollten sich nach außen öffnen und sich an der Alltagswelt der Schüler orientieren. Selbstverwirklichung und eigenständige Tätigkeit sollten gefördert werden. 11 An den Hochschulen wurden Modelle für ein Projektstu- dium eingeführt, wie beispielsweise an der Universität Bremen oder in der Projektorientie- rung der Pädagogenausbildung in Bielefeld und Berlin. Heute sind nur noch die Ansätze die- ser Formen erhalten geblieben, diese sind aber weit verbreitet. 12 In heutiger Zeit ist der Projektunterricht eine in allen schulischen Institutionen zu findende Unterrichtsmethode.
4 Projektkriterien und methodische Merkmale
Der Projektunterricht kann nicht präzise definiert werden. Allerdings gibt es Merkmale, wel- che diese Methode beinhaltet. Im Folgenden werden neun Kriterien (nach Bastian / Gudjons 1988), welche ein Projekt bestimmen, genannt. Die Aufzählung kann allerdings nur als eine 9 Vgl. EMER, Wolfgang / LENZEN, Klaus-Dieter: Projektunterricht gestalten – Schule verändern. Projektunter- richt als Beitrag zur Schulentwicklung. Baltmannsweiler: Schneider, 2002, S. 15.
10 Vgl. BASTIAN, Johannes / GUDJONS, Herbert / SCHNACK, Jochen / SPETH, Martin (Hrsg.): Theorie des Projektunterrichts. Hamburg: Bermann und Helbig, 1997, S. 91.
11 Vgl. LENZEN, 2001 6 , S. 1274f.
12 Vgl. EMER / LENZEN, 2002, S. 17.
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Astrid Bieling, 2004, Die Projektmethode, Munich, GRIN Publishing GmbH
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