Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
1.1 Über David Bordwell 2
1.2 Das Buch „Visual Style in Cinema“ 2
2 Methoden des „visual style“ / Techniken der Zuschauerführung 3
2.1 Ästhetik der langen Einstellung 3
2.2 Montage-orientierte Ästhetik. 3
2.2.1 continuity-Montage / analytische Montage 4
2.2.2 discontinuity-Montage / konstruktive Montage. 5
2.3 Bricolage-Ästhetik. 5
2.4 „Neue Bildhaftigkeit“ 6
2.5 Zeitgenössisches asiatisches Kino 6
3 Resümee. 7
4 Literatur 8
1
1 Einleitung
1.1 Über David Bordwell
David Bordwell, geboren am 23.07.1947, ist Professor für Film Studies an der University of Wisconsin und gehört zu den einflussreichsten amerikanischen Filmwissenschaftlern. Er verfasste zahlreiche Publikationen zur Filmgeschichte, Filmästhetik sowie Filmanalyse und ist international gefragt für Vorträge, Lesungen und Interviews.
Nach seiner Meinung besteht das Studium des Films in einem Prozess von Fragen stellen und beantworten; um diese zu erklären müssen Theorien, historische Auseinandersetzung und Filmanalyse bemüht werden. 1 Im Gegensatz zu anderen Filmwissenschaftlern geht Bordwell vom Film selbst aus und zieht seine Schlussfolgerungen aus konkreten Analysen der Techniken der Zuschauerführung (Schnitt, Einstellung, Bild). In dem Buch „Visual Style in Cinema“ wird seine Methode der Filmwissenschaft deutlich.
1.2 Das Buch „Visual Style in Cinema“
Das erste in Deutsch erschienene Buch von David Bordwell, „Visual Style in Cinema“, enthält vier Vorträge, die Bordwell 1999 in München auf Einladung des Instituts für Kunstgeschichte gehalten hat. In seiner Vortragsreihe untersucht Bordwell verschiedene Auffassungen des „visual style“ anhand von Beispielen aus der Filmgeschichte von der Stummfilmära bis in die 90er Jahre. Er bezeichnet diese als Lösungsansätze von Regisseuren zur Frage, „wie man dem Zuschauer Informationen nicht nur liefern, sondern auch vorenthalten kann“, 2 und damit die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu lenken. In dieser Arbeit werde ich die von Bordwell im vierten Kapitel behandelten Techniken der Zuschauerführung vorstellen und anhand dessen der Frage nachgehen, was der Begriff „visual style“ für Bordwell bedeutet.
1 Bordwell, David: Studying Cinema, http://www.davidbordwell.net/studying.htm
2 Bordwell, David: Visual Style in Cinema, Verlag der Autoren, Frankfurt a.M. 2001, S. 14
2
2 Methoden des „visual style“ / Techniken der Zuschauerführung
2.1 Ästhetik der langen Einstellung
Das Prinzip der langen Einstellung mit komplexen Kamera- und Figurenbewegungen, von den Franzosen mise en scène genannt, entwickelte sich seit den Anfängen der Filmgeschichte bis in die 50er- und 60er-Jahre, in denen es seinen Höhepunkt hatte.
Als lang gelten Einstellungen von durchschnittlich 9 bis 12 Sekunden. Verschiedene Handlungsteile werden in einer einzigen Einstellung erfasst, indem die verschiedenen Ebenen der Raumtiefe genutzt werden. Die Länge der Einstellung ermöglicht dem Zuschauer, die verschiedenen Handlungsteile in Vorder-, Mittel- und Hintergrund wahrzunehmen. In der Weiterentwicklung gewann die Kamerabewegung an Bedeutung. Durch Schwenken, Kreisen, auf Schienen fahren und Zoomen kann der Bildraum innerhalb einer Einstellung ständig erneuert werden. Außerdem werden der Rhythmus und die Dramatik des Films sowohl durch die Kamerabewegung als auch durch die Figurenbewegung maßgeblich beeinflusst. Durch eine gekonnte Choreografie der Darsteller werden verschiedene Handlungsebenen und Beziehungen zwischen den Darstellern verdeutlicht und letztendlich bekommt der Zuschauer das Gefühl, selbst im Film präsent zu sein. Von Bordwell besprochene Beispiele dieser Kategorie: Otto Premingers „River of No Return“ von 1954, Antonionis „Le Amiche (Die Freundinnen)“ von 1955, Miklós Jancsós „Csillagosok Katonák (Die Roten und die Weissen)“ von 1967.
2.2 Montage-orientierte Ästhetik
Während der gesamten Filmgeschichte, aber besonders seit den 60er Jahren, arbeiten Filmemacher vorwiegend mit schnellen Schnitten. Interessant ist, dass sich die durchschnittliche Länge der Einstellungen mit der Zeit immer weiter verkürzt hat. Während sie bis in die 80er Jahre bei 6 bis 8 Sekunden lag, haben viele Actionfilme heutzutage eine Einstellungsdauer von 2 bis 4 Sekunden oder noch kürzer.
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Arbeit zitieren:
Martina Camps y Espinoza, 2005, Zu: David Bordwell: Visual Style in Cinema - Viertes Kapitel - Die Neunzigerjahre, München, GRIN Verlag GmbH
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