Inhaltsverzeichnis
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Kapitel Seite
1. Einleitung
3
Themenstellung 1.1. 3
1.2. Forschungsmethode 3
1.3. Aufbau der Arbeit 3
2. Neue Formen politischer Partizipation
5
Gesellschaftliche Veränderungen seit Beginn der 70er Jahre 2.1. 5
2.1.1. Die Revolution der Bildung 5
2.1.2. Gewinner und Verlierer des Modernisierungsprozesses 6
2.2. Politische Artikulation der neuen Bewegungen 6
2.2.1. Neue Soziale Bewegungen (NSB) 6
2.2.2. Neue Radikale Rechte (NRR) 7
2.3. NRR-Parteien und ihre Anhänger 7
Zur Ideologie der NRR 2.4. 8
3. Ursachen für den Aufstieg der NRR in Europa
10
Veränderungen im Parteiensystem 3.1. 10
Rechtsextreme Parteien - Ansätze zur Definition 3.2. 11
3.2.1. Räumliche Einordnung 11
3.2.2. Historisch- ideologische Einordnung 12
3.2.3. Einstellung zum politischen System 12
Zum Aufstieg der NRR in den 80er Jahren 3.3. 13
3.3.1. Aufkeimen von Rassismus 13
3.3.2. Neoliberalismus 13
3.3.3. Auseinandersetzung zwischen Modernisierungsgewinnern und -
verlierern 14
1
Inhaltsverzeichnis
3.3.4. Neo-Konservativismus, Nationalismus, Immigration 14
3.3.5. Catch-all-party-Phänomen 15
3.3.6. Links-Rechts-Kontinuum 15
4. Der Front National im Überblick
16
Die Entstehung des Front National 4.1. 16
4.2. Die Wachstumsphase bis zur endgültigen Etablierung als
Protestpartei 16
Vier Ursachen für den Erfolg des Front National 4.3. 18
5. Der Front National im Vergleich mit der Neuen
Rechten in Europa 21
6. Schluß
23
Bibliographie
24
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1. Einleitung
1.1. Themenstellung
„Nie wieder Auschwitz!“ war wohl die einprägsamste Schlußfolgerung am Ende des 2. Weltkrieges. Politiker jeglicher Couleur beteuerten, Xenophobie und Rassismus in Zukunft im Keim ersticken zu wollen. Nie wieder sollte es Tendenzen geben, die simple Lösungen mit Haß auf Minderheiten paaren würden.
Doch mit dem Aufstieg der Neuen Sozialen Bewegungen Mitte der 80er Jahre feierte auch die Radikale Rechte eine Renaissance. Und sie nützte ihre Chance indem sich neue rechte Parteien in Europa etablierten. Österreich, Belgien, Schweiz, Italien und Frankreich geben nur einige Beispiele für den Aufstieg dieser Parteien ab.
Besonders Frankreich gilt seit vielen Jahren als Vorzeigeland der Radikalen Rechten. Der Front National - mit Jean-Marie Le Pen an der Spitze - schaffte innerhalb kurzer Zeit den Aufstieg zum „big player“ in der französischen Parteienlandschaft.
Diese Arbeit möchte deshalb untersuchen, was genau die Ursachen für den Aufstieg des Front National in Frankreich waren und ob sich ein einheitliches Erklärungsmuster für den „Rechten Erfolg“ in Europa finden läßt.
1.2. Forschungsmethode
Der Beobachtungszeitraum erstreckt sich von 1945 (Ende des Zweiten Weltkrieges) bis zum Jahre 1999. Näher untersucht werden die 80er Jahre - also jene Zeit, in der der FN seinen Aufstieg und die größten Wahlerfolge verzeichnen konnte.
Der wissenschaftliche Arbeit liegt eine kritische Literaturanalyse zugrunde. Für den allgemeinen Teil der Arbeit wurde hauptsächlich Sekundärliteratur von Piero Ignazi und Hans-Georg Betz verwendet.
Der restliche Text stützt sich auf zahlreiche Monographien, Fachpublikationen sowie Zeitschriften- und Zeitungsartikel.
1.3. Aufbau der Arbeit
Zunächst werden die Gründe für den Aufstieg der Neuen Sozialen Bewegungen und der Radikalen Rechten in Europa untersucht. Anschließend wird erläutert, warum Radikale
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Rechtsparteien so erfolgreich agieren konnten und welche Voraussetzungen dafür von Nöten waren.
Diese Punkte stützen sich auf die wissenschaftliche Literatur von Piero Ignazi („The silent counter-revolution. Hypotheses on the emergence of extreme right-wing parties in Europe.“) und von Hans-Georg Betz („The New Politics of Resentment. Radical Right-Wing Populist Parties in Western Europe.“).
Der darauffolgende Teil der Arbeit untersucht den Front National und seinen Werdegang. Bearbeitet werden die Wahlerfolge und -niederlagen sowie die issue-Arbeit des FN. Darüber hinaus werden die Wähler der Rechtspartei näher beleuchtet und die möglichen Wahlmotive genannt.
Als letzter Punkt wird die wissenschaftliche Literatur von Betz und Ignazi mit den FN-Ergebnissen verglichen und die Frage beantwortet, ob die Erfolgsgründe des FN auch bei anderen europäischen Rechtsparteien eine Rolle spielten.
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2. Neue Formen politischer Partizipation
In den auf den zweiten Weltkrieg folgenden Jahrzehnten waren Europas Demokratien von Konsens und Stabilität geprägt. Der Ausbau des Wohlfahrtsstaates und das ökonomische Wachstum wurden stetig vorangetrieben. Diese Phase der Stabilität und Ruhe war jedoch nicht von langer Dauer. In den späten sechziger Jahren zeigten sich in weiten Teilen der Bevölkerung erstmals vermehrt politische und soziale Unzufriedenheit.
2.1. Gesellschaftliche Veränderungen seit Beginn der 70er Jahre
Die in den 70er und 80er Jahren entstandenen Protestbewegungen, die sogenannten „Neuen Sozialen Bewegungen“ (NSB), zu denen unter anderen die Frauen-, Friedens- und Umweltbewegung gezählt werden, gingen einerseits auf die „Neuen Linken“ der ’68er-Revolution, andererseits auf neue Arten politischer Partizipation in Form von Bürgerinitiativen zurück. Diesen im politischen Spektrum eindeutig links einzuordnenden Bewegungen standen auf der anderen Seite neue radikal rechte Parteien (NRR) und Bewegungen entgegen, die ihre Anhänger zuerst vor allem bei älteren Parteien mit faschistischem Gedankengut, rechten Intellektuellen und gewalttätigen rechten Subkulturen wie den Skinheads fanden.
Für Hanspeter Kriesi (1999) liegen die Gründe für die Entwicklung dieser Neuen Sozialen Bewegungen in einer Schwächung von traditionellen Werten, welche die Bürger von Zwängen wie Religion oder Familie befreite und eine ungeheure Individualisierungswelle mit sich brachte. Kriesi führt diesen gesellschaftlichen Wandel auf zwei Hauptgründe zurück: erstens auf die „Revolution der Bildung“ und zweitens infolge dessen auf die Kluft zwischen den Gewinnern und den Verlierern des Modernisierungsprozesses.
2.1.1. Die Revolution der Bildung
Bildung wurde während den 70er und 80er Jahren ein immer wichtigeres kulturelles Kapital. Liberale, antiautoritäre und emanzipierte Stimmen wurden nicht zuletzt aufgrund eines allgemein höheren Bildungsstandes der Bevölkerung laut u nd wichtig. Dieser allgemein hohe Bildungsstand führte zur Bildung einer neuen Mittelschicht die im Vergleich zu den weniger gut ausgebildeten Arbeitern und Angestellten sowohl sozial als auch ökonomisch höhergestellt war. Aber auch innerhalb der neuen Mittelschicht kam es zu Spannungen.
5
„Educational investment [...] does not guarantee individual control over one’s own work. [...] The highly educated typically work in large-scale organizations and the degree to which they are able to control their own work depends on their control of organizational assets. This introduces a basic antagonism within the new middle class between those who control organizational assets and those whose resources are limited to individual skills and expertise not tied to the organization.” (Kriesi 1999, 401)
2.1.2. Gewinner und Verlierer des Modernisierungsprozesses
Kriesi meint, daß durch die Revolution der Bildung eine große Kluft zwischen hochgebildeten und weniger gebildeten Menschen entstanden sei, die sich in der Bezahlung der einzelnen niederschlug: Menschen mit niedriger Bildung mußten mit niedriger Bezahlung rechnen. Diese Menschen mit niedrigem Bildungsstand mußten sich zusätzlich gegen Einwanderer aus wirtschaftlich unterentwickelten Ländern wehren, obwohl sie dafür am wenigsten von allen vorbereitet waren, da sie weder in der Lage waren, mit Fremden zu kommunizieren, noch sie in einem weiteren, kosmopolitischen Sinn zu verstehen. Zu dieser Gruppe von Verlierern des Modernisierungsprozesses gehörten Bauern, Handwerker, Pensionisten, Behinderte, Langzeitarbeitslose und andere ökonomisch benachteiligte Bürger, die infolgedessen oftmals für sozialdemokratische Werte kombiniert mit einer Ablehnung von Ausländern standen.
2.2. Politische Artikulation der neuen Bewegungen
Laut Kriesi entstanden also zwei Arten von Konflikten: erstens innerhalb der neuen Mittelklasse zwischen den Gewinnern und Verlierern des Modernisierungsprozesses und zweitens innerhalb den Gewinnern der Mittelklasse, da es auch dort welche gab, die mehr verdienten als andere. Diese Konflikte ermöglichten auf der einen Seite das Aufsteigen der Neuen Sozialen Bewegungen, auf der anderen Seite die Entwicklung der Radikalen Rechten Bewegungen.
2.2.1. Neue Soziale Bewegungen (NSB)
Auf politischer Ebene konnten sich die NSB von Anfang an gut behaupten. Ihre Anhänger, meist gleichzeitig Anhänger von Grünen Parteien, genossen eine höhere Bildung als der Durchschnitt der Bevölkerung. Deshalb betrachteten sie auch brisante Themen wie Radioaktivität oder AIDS viel differenzierter und wiesen vermehrt auf die neuen Gefahren des modernen Gesellschaftssystems hin. Da diese Gefahren jedoch nicht nur die Anhänger der Grünen Parteien, sondern die gesamte Bevölkerung betraf, fanden die NSB breite
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Arbeit zitieren:
Martin Hasenöhrl, Alexander Neunherz, 2000, Rechtsradikalismus in Frankreich - Ursachen für den Aufstieg des Front National in Frankreich, München, GRIN Verlag GmbH
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