Inhaltsverzeichnis
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Kapitel Seite
1. Einleitung
3
2. Propaganda - Ein Begriff der Neuzeit?
4
2.1. Wesen, Methoden und Mittel der Propaganda 4
2.2. Propaganda im Film 6
2.2.1. Sergei Mikhailovich Eisenstein 7
3. Kriegspropagandafilme im Nationalsozialismus
9
3.1. Die Nationalsozialisten entdecken den Film für ihre Zwecke 9
3.2. Propagandafilme während der Kriegsjahre 9
3.3. Zäsur und Niederlagen im 2. Weltkrieg 11
4. Wandlung der seriell-visuellen Medien in der Zeit
zwischen 1945 und den 90er Jahren 13
4.1. Der Propaganda neue Kleider 13
4.2. Über die Abhängigkeit der individuellen Wirklichkeits-
konstruktion von mediatisiert erlebten Kriegen 14
4.3. Dimensionen und Forschungsfelder der Propagandaforschung
nach dem Zweiten Weltkrieg 16
4.4. Vom Ereignis zur Nachricht 17
4.5. Zur Propagandafunktion der heutigen Kriegsberichterstattung 18
4.6. Die Ohnmacht des freien Journalisten im Golfkrieg 19
4.7. Militärisches Interesse an selektiver Nachrichtenpolitik 19
4.8. Über die Gründe der Konstruktion von Feindbildern in der
heutigen Kriegsberichterstattung 20
-1-
Inhaltsverzeichnis
5. Das „neue Zeitalter“ in der Fernseh-
Kriegsberichterstattung 22
5.1. Tendenziöse Berichterstattung 24
5.1.1. Ursachen 25
5.2. Folgen schneller Berichterstattung 25
6. Zusammenfassung der Forschungsfragen
27
7. Schluß
30
Anmerkungen
31
Literaturverzeichnis
32
-2-
1. Einleitung
In der nun folgenden Arbeit soll untersucht werden, ob und in wie weit die Methoden der klassischen Kriegspropaganda auch in der heutigen Kriegsberichterstattung noch vorkommen. Das Verbum „vorkommen“ wird bewußt verwendet, da es keine Intention unterstellt. Im Gegensatz zu „benützen“ oder „verwenden“ ist es ein relativ wertneutrales Verbum. Damit wollen wir betonen, daß die Vorsätzliche Verfälschung nicht mehr unbedingt vom politischen System initialisiert wird, wie dies in totalitären Gesellschaften der Fall war. Wir gehen von dem Verdacht aus, daß sich Verzerrungen und Fälschungen von Ereignissen in den Nachrichten in wesentlich subtileren Prozessen vollziehen. Teilweise sind sie beabsichtigt, teilweise nicht. Möglicherweise unterliegen sie auch unbewußten Prozessen.
Nach einer analytischen Klärung des Begriffes „Propaganda“ werden die ursprünglichen Kriegspropagandafilme des Kommunismus und des Nationalsozialismus näher untersucht. Die Übergangszeit von 1945 bis 1990 veranschaulicht die visuelle und technische Wandlung des Mediums und leitet die Untersuchung der neuen Propagandamethoden in Film und Fernsehen ein.
Letztendlich geht es uns um die Klärung, inwieweit Elemente der klassischen Kriegspropaganda in die heutige Kriegsberichterstattung integriert sind. Wir vermuten, daß die fingiertesten Methoden der Beeinflussung im Bereich der seriell - visuellen Medien anzusiedeln sind. Der Grund dafür liegt in der ausschnitthaften Natur des Bildes, sowie in den Möglichkeiten der neuen digitalen Techniken, Bilder zu verfälschen oder sogar zu simulieren.
Die Arbeit basiert auf einer kritischen Literaturanalyse. Herangezogen wurden zahlreiche Monographien, wissenschaftliche Arbeiten und B eiträge in Sammelbänden. Darüber hinaus gelang es, die ursprüngliche Version von „Panzerkreuzer Potemkin“ (Director´s Cut) zu bekommen, der die Propagandamethoden der damaligen Zeit am anschaulichsten vermittelt.
Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich vom ersten Auftauchen des Begriffes „Propaganda“ bis zum Kosovo- Krieg 1999. Schwerpunkte bilden die Jahre 1905 bis 1945 (vom Kommunismus bis zum Nationalsozialismus) sowie 1990 bis 1998 (Neuzeit - vom Golfkrieg bis zum Kosovo- Konflikt).
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2. Propaganda - Ein Begriff der Neuzeit?
Hört man heute den Begriff Propaganda, so denken viele sofort an die nationalsozialistische Propaganda während des Zweiten Weltkrieges. Oft wird dabei vergessen, daß es Propaganda in einer politischen Form schon gibt, „seitdem sich die Menschen zu sozialen Gemeinschaften zusammengeschlossen haben“ (Sturminger 1960, 9), weil es in der Natur des Menschen liegt, verschiedene Meinungen zu verschiedenen Themen zu haben. Da der Mensch seine persönliche Meinung immer für die beste hält, versucht er, diese durchzusetzen und andere davon zu überzeugen. Propaganda ist also kein Begriff des 20. Jahrhunderts. Sie war schon immer existent, verändert haben sich im Laufe der Zeit nur ihre Formen und Mittel.
2.1. Wesen, Methoden und Mittel der Propaganda
Zweifellos waren diese Veränderungen aufgrund des technischen Fortschritts und gesellschaftlichen Wandels vielfältig, die verschiedensten Formen der Propaganda hatten und haben jedoch immer ein gemeinsames Merkmal: Sie betreffen den Menschen und zwar besonders dessen psychische Eigenschaften. Um wirksam Propaganda betreiben zu können, muß man also versuchen, die Psyche derer zu verstehen, die beeinflußt werden sollen. Dabei sind folgende Elemente der menschlichen Psyche von besonderer Bedeutung 1 (vgl. Sturminger 1960, 10f):
1. Das metaphysische Element:
Niemals wurde dieser Teil der Psyche, welcher dem Menschen einen Sinn für das Gute, Wahre und Schöne verleiht von politischer Propaganda ungestraft verletzt.
2. Urhoffnungen und Urängste 3. Persönliche Interessen:
Verlockungen und Versprechungen bleiben bei den meisten Menschen nicht ohne Wirkung. Propaganda hat ihr Ziel dann erreicht, wenn ihre Opfer an eine Verbesserung ihrer eigenen Situation glauben.
4. Gemeinschaftstrieb 5. Freiheitstrieb
Besonders seit Ende des 19. Jahrhunderts bezieht sich Propaganda immer weniger auf das einzelne Individuum oder auf eine kleine Gruppe sondern aufgrund neuer technischer
-4-
Entwicklungen auf ein immer größer werdendes Publikum - die Masse, in der ganz bestimmte Regeln gelten.
„In der Hauptsache wurde immer noch die Wahrnehmung gemacht, daß der einzelne als Teil der Masse intellektuell herabgemindert, aber gefühlsmäßig gesteigert wird. [...] Sie sind ganz besonders triebhaft, wandelbar und erregbar, urteilen meist oberflächlich und nicht logisch, ja unlogisch. Sie verallgemeinern, denken in Bildern und lassen sich durch Bilder am ehesten beeinflussen. Alle ihre Gefühle sind einfach, eindeutig und überschwenglich, was ihre Unduldsamkeit erklärt. Dadurch, daß sie das Unwirkliche, das Wunderbare dem Realen, Wirklichen vorziehen, sind sie extremen Gefühlen ausgeliefert: Zuneigung wird schnell zur Anbetung, Abneigung zum Haß.“ (Sturminger 1960, 13)
Diese besonderen Eigenschaften einer Masse machen gerade Massenpropaganda zu einem effektiven Mittel der Meinungsbildung.
Auch in der Geschichte der Massenpropaganda lassen sich immer wieder Analogien erkennen, die gewissermaßen als Regeln oder Schritte für diese Form der Propaganda gelten (vgl. Sturminger 1960, 13f):
1. Behauptung:
Massenpropaganda arbeitet vor allem mit einfachen, aber in kategorischer Art und Weise vorgetragenen Behauptungen, frei von Beweisen oder Begründungen.
2. Wiederholung:
Durch Wiederholung der Inhalte - womöglich mit den gleichen Schlagwortenbildet sich in der Masse eine gewisse Stimmung, eine Art geistige Strömung, die der des „Helden“ folgt.
3. Übertragung:
Die Übertragung der Inhalte, dieser Effekt der psychologischen Ansteckung muß stattfinden, damit Propaganda funktioniert. Verstärkt wird der Übertragungsprozess durch den Wunsch, sich der Masse „anzuschließen“, dazuzugehören.
Genauso verschieden wie die Elemente der von Propaganda angesprochenen menschlichen Psyche sind auch die Mittel, welcher sich Propaganda bedient. Zu den wichtigsten zählen folgende (vgl. Sturminger 1960, 15f):
1. Das gesprochene Wort, die Rede:
Trotz des technischen Fortschritts zählt auch heute die Rede noch zu den
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wichtigsten Propagandamitteln mit höchster Überzeugungskraft. Unter anderem wurde Propaganda auch mit Theater und Musik gemacht, welche eng mit dem gesprochenen Wort verbunden sind. Im 20. Jahrhundert spielte das Wort über den Rundfunk eine entscheidende Rolle.
2. Bilder:
Bilder wurden vor allem dazu benutzt, um komplexe Sachverhalte einfach darzustellen und so an die Bevölkerung zu vermitteln, die lange Zeit nicht in der Lage war, zu lesen und zu schreiben. Besonders interessant wurden Bilder im 20. Jahrhundert, wo man begann, Bilder mit technischen Hilfsmitteln - später besonders mit dem Computer - zu manipulieren und sie so für die Meinungsbildung einzusetzen. (vgl. Kämpfer 1997, 7)
3. Schrift:
Zu einem der mächtigsten Propagandamittel wurde die Schrift erst mit der Erfindung des Buchdrucks, der geschriebene Worte einer großen Anzahl von Menschen zugänglich machte - sofern sie imstande waren, zu lesen.
4. Film und Fernsehen:
Auf diese speziellen Mittel des 20. Jahrhunderts werde ich im nächsten Abschnitt genauer eingehen.
Zusammenfassend kann man also sagen, daß es politische Propaganda schon seit Anbeginn der Menschheit gibt - und zwar auf verschiedene Bereiche der menschlichen Psyche abzielend, in verschiedensten Formen und mit verschiedensten Mitteln. Zur Moral der Propaganda meint Sturminger (1960, 20):
„Politische Propaganda an sich ist in gleicher Weise wie die Politik selbst weder gut noch schlecht. Erst die Zwecke, denen sie dient, und die Art und Weise ihrer Handhabung entscheidet darüber, ob sie heilsam oder verderblich wirkt.“
2.2. Propaganda im Film
Eines der mächtigsten, wenn nicht das mächtigste Propagandamittel des 20. Jahrhunderts überhaupt war neben dem Rundfunk und dem späteren Fernsehen der Film, welcher am Anfang des 20. Jahrhunderts seinen Siegeszug startete. Vertreter des Genres Propagandafilm gab es auf der ganzen Welt. Zu den bekanntesten dieser Zeit zählten der
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Arbeit zitieren:
Martin Hasenöhrl, Andreas Holzer, Alexander Neunherz, Philipp Penetzdorfer, Astrid Rauchenwald, 2000, Medien und Krieg - Krieg in den Medien. Propaganda in Film und Fernsehen., München, GRIN Verlag GmbH
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