Inhalt
1. Einleitung 3
2. Biblischer Hintergrund 3
3. Wesen der Typologie 5
4. Erzväterdarstellungen 6
4.1 Abraham 6
4.2 Isaak 10
4.3 Jacob 12
5. Schwierigkeit der ikonographischen Zuordnung 14
6. Schluss 16
7. Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung
Die Erzvätergeschichte erzählt die Geschichte der Stammväter Israels, die Geschichte von Abraham, Isaak und Jakob sowie dessen 12 Söhne als legendäre Ahnherren der Stämme Israel. Im weiteren Sinne gehört auch Noah noch in den Kreis der Erzväter. Im Rahmen meiner Arbeit werde ich jedoch nur die drei Erstgenannten behandeln, da dies die Figuren sind, die in der mittelalterlichen Kunst überwiegend dargestellt wurden.
Zunächst werde ich kurz einen Einblick in die Geschichte anhand der Bibel geben. Ich möchte im Anschluss das Wesen der Typologie vorstellen, zu dem ich in den speziellen Kapiteln zu den Erzvätern dann praktische Beispiele aufzeigen werde. Ich werde im weiteren typische Darstellungen der Erzväter vorstellen und sie - sofern vorhanden - Präfigurationen im Neuen Testament gegenüberstellen.
Da wir uns in dem Proseminar mit der Ikonographie des Mittelalters beschäftigen, behandelt meine Arbeit Werke aus der Zeit von 1000 - 1520. Es gibt natürlich weitere Erzväterdarstellungen in früherer und in späterer Zeit, da die Künstler diese Themen und speziell auch die dazugehörenden Präfigurationen immer wieder gerne aufgriffen. Auf diese Darstellungen gehe ich aber nicht mehr ein.
Im letzten Kapitel möchte ich dann noch anhand eines konkreten Beispiels die Schwierigkeit der richtigen Zuordnung einer Darstellung erläutern. Hier geht es speziell um Portalgewändefiguren aus der französischen Kathedralplastik, die lange Zeit für Darstellungen des Propheten Jesaja auf einer Konsolfigur mit dem Schlafenden Jesse gehalten wurden.
2. Biblischer Hintergrund
Die Geschichte der Erzväter ist im ersten Buch Mose (Genesis) 11,10 - 36,43 beschrieben. 1
1 Die Bibel, Altes und Neues Testament, Stuttgart, 1980, S. 14-39
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Abraham taucht dort zunächst noch unter dem Namen Abram auf, seine Frau heißt Sarai. Abraham kommt aus Ur in Chaldäa und verläßt seine Heimat auf Befehl Gottes. Er begibt sich mit seiner Frau und seinem Neffen Lot nach Kanaan. Lot trennt sich von ihm und läßt sich in Sodom und Gomorrha nieder. Er wird von mehreren verbündeten Königen gefangengenommen, doch Abraham kommt ihm zu Hilfe und befreit ihn. Zu diesem Zeitpunkt kommt es zu der Begegnung mit dem König von Salem, Melchisedek. Als dieser von dem Sieg Abrahams hört, segnet er Abraham und läßt Wein und Brot bringen. Abraham huldigt ihm daraufhin mit dem Zehnten.
Sara bringt lange Zeit keine Kinder zur Welt. Da Abraham eine große Nachkommenschaft von Gott vorausgesagt wurde, gibt sie ihrem Mann ihre Magd Hagar, mit der Abraham einen Sohn - Ismael - zeugt.
Einige Zeit später erhält Abraham Besuch von drei geheimnisvollen Männern, die ihm und Sara verkünden, dass sie einen Sohn bekommen werden. Ein Jahr später erfüllt sich diese Prophezeiung: Abrahams Sohn Isaak wird geboren.
Als Abraham 99 Jahre alt ist, schließt er mit Gott einen Bund. Gott ändert den Namen von Abram in Abraham (Vater einer Vielzahl) um und fordert von Abraham, sich und seine Söhne als Zeichen des Bundes zu beschneiden, was Abraham auch tut.
Später in Abrahams Leben wird er von Gott auf eine Probe gestellt. Gott verlangt von ihm die Opferung seines geliebten Sohnes Isaak. Er will dieser Aufforderung auch nachkommen, wird jedoch in letzter Sekunde von einem Engel daran gehindert. Stattdessen wird ein Widder geopfert.
Als Erwachsener heiratet Isaak Rebekka, die ihm Zwillingssöhne schenkt: Jakob und Esau. In der Bibel hat Isaak eine lediglich passive Rolle, in der verhinderten Opferung und in der Szene, in der er - betagt und erblindet -von seinem Sohn Jakob mithilfe von Rebekka betrogen wird: Rebekka läßt ihren Lieblingssohn Jakob von Isaak segnen, obwohl dieses Recht Isaaks Lieblingssohn Esau als Erstgeborenem zugestanden hätte.
Über Jakob erzählt die Bibel schon wieder mehr. Er ist der Zweitgeborene, hat seinem Bruder aber das Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht abgekauft und ihn bei der Segnung durch den Vater hintergangen. Daraufhin flieht er vor der Wut Esaus zu dem
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Bruder seiner Mutter, Laban, für den er Herden hütet. Während der Reise dorthin hat er einen Traum: „(...) und siehe, eine Leiter stand dort auf der Erde, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder“ (Gen. 28,12). 2
Jakob heiratet zwei Töchter Labans, Lea und Rahel und kehrt nach vielen Jahren nach Kanaan zurück. Auf dieser Reise kam es zu einem Kampf mit einem Engel, der ihm im Kampf das Hüftgelenk verrenkt. Der Engel ändert Isaaks Namen in Israel (Gotteskämpfer).
Gegen Ende seines Lebens zieht Jakob zu seinem Sohn Joseph nach Ägypten. Er segnet dessen beiden Söhne Manasse und Ephraim, bevor er vor seinem Tod all seine Nachkommenschaft, die Väter der zwölf Stämme Israels segnet.
3. Wesen der Typologie
Im kunstgeschichtlichen Sprachgebrauch wird die Lehre von der vorausdeutenden Vorbildlichkeit, der Präfigurationen, alttestamentarischer Personen und Ereignisse für das Neue Testament, insbesondere für das Leben Christi, als Typologie bezeichnet.
Nach einem Ausspruch des hl. Augustin liegt das Neue Testament im Alten verborgen, während sich das Alte Testament erst aus dem Neuen erschließt. Aus der Beziehung auf das Alte Testament erfahren die Geschehnisse im Neuen Testament ihren Sinn, wie sich die Prophetie erfüllt und umgekehrt, wie der Vollzug des Geschehens die Vorhersage bestätigt. 3 Ein Beispiel hierfür ist die Gleichstellung der 12 Propheten mit den 12 Aposteln, wie sie beispielsweise im Dreikönigenschrein des Kölner Doms (um 1180-1220) zu sehen sind, hier sind die Figuren übereinander angeordnet.
Seit dem 11. Jahrhundert wurde die Präfiguration in typologisch oft sehr verschlüsselten Bildkreisen, zum Beispiel in Glasgemälden, dargestellt. Herausragendes Beispiel hierfür sind die Emailplatten des sogenannten Klosterneuburger Altars des Nikolaus von
2 ebd. S. 30
3 Appuhn, Horst, Einführung in die Ikonographie der mittelalterlichen Kunst in Deutschland, Darmstadt
1985, S. 14
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Quote paper:
Tanja Bernsau, 2002, Darstellungen der 'Erzväter' in der mittelalterlichen Kunst, Munich, GRIN Publishing GmbH
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