1
Gliederung
1. Einleitung 2
1.1. Geschichtliche Entwicklung der Rollenverteilung von Mann und Frau 2
1.1.1. Grobe Zusammenfassung von der Steinzeit bis zur Gegenwart 2
2. Gesellschaftliche Situation zwischen Mann und Frau 3
2.1. Ehe und Sexualität 3
2.2. Bildung, Arbeitsmarkt und Beschäftigung 5
2.3. Frauenemanzipation und Familienarbeit in der Perspektive der 5
M änner
3. Die Industriegesellschaft ist eine moderne Ständegesellschaft 6
4. Freisetzung aus Frauen- und Männerrolle 7
4.1. Bedingungen zum Grad der Freisetzungen 7
4.2. Widersprüche des Individualisierungsprozesses 8
4.3. Die Situation der Männer 8
4.4. Widersprüche der Männerrolle 8
4.5. Das Doppelverdienermodell 8
5. Bewusstwerdung der Ungleichheiten: Wahlmöglichkeiten und 9
Zw änge
5.1. Vergleiche von Ost und West - Mutti 9
6. Utopie der Hoffnung 10
7. Wandel der innerfamiliären Arbeitsteilung zwischen den 11
Geschlechter
7.1. Arbeitszeitvergleich 11
7.2. Aufgabenverteilung im Haushalt zwischen Mann Frau 12
7.3. Wandlungsprozesse der Beziehungen 12
8. „Hausmänner“ und „Väter mit Doppelrolle“ oder: 13
Der Mythos von den „neuen“ Männern und Vätern
8.1. Die Entscheidung für den Rollentausch 13
8.2. Lebenssituationen, Chancen und Probleme 14
8.3. Hausmänner: Freie Entscheidung oder situativer Zwang S 14
2
1. Einleitung
1.1. Geschichtliche Entwicklung der Rollenverteilung von Mann
und Frau 1.1.1. Grobe Zusammenfassung von der Steinzeit bis zur
Gegenwart
Schon in der Steinzeit (vor 1 Million Jahren) unterschieden sich Mann und Frau sowohl vom Aussehen als auch nach der Aufgabenverteilung in der Familie. Der Mann war stark und muskulös, hatte harte Gesichtszüge und Bartwuchs. Durch diese körperlichen Eigenschaften und Voraussetzungen konnte er Gegnern und Feinden imponieren und sie einschüchtern. Er stellte deshalb den Anführer und Beschützer der Familie dar.
Die Frau hingegen hatte einen kleinen, weichen Körperbau und sanfte Gesichtszüge. Sie konnte sich aufgrund dessen schlecht selbst verteidigen und war dem Mann untertan. Die typische Aufgabe des Mannes in der Steinzeit war die Beutejagd. Er galt als der Haupternährer der Familie. Für die Jagd musste er sich Tag für Tag in die gefährliche Welt hinauswagen und des Öfteren sogar sein Leben riskieren. Hilfreich war ihm dabei außerdem sein ausgeprägter Orientierungssinn über größere Distanzen.
Die Rolle der Frau war Nesthüterin und Mutter. Sie war verantwortlich für den Nachwuchs und sammelte Früchte und Pflanzen in der näheren Umgebung. 1 Nach der Mahlzeit saßen die Männer um das Feuer herum und starrten in die Flammen. Dabei redeten sie nicht viel. Dies kann als die prähistorische Version des Verhaltens der Männer bezeichnet werden. 2
Seit dem 16. Jahrhundert war der Männerbegriff geprägt von Stärke, Kraft und Herrschaft. Über die Stellung und Rolle der Frau - die sie zweifellos besaß - wurde zu dieser Zeit wenig diskutiert. Auffällig war z.B. nur, dass Mann und Frau auf Bildern als gleich große Figuren dargestellt wurden.
Eine große Veränderung der typischen Rollen von Mann und Frau brachte dann die Aufklärung (im 18. Jahrhundert) mit sich.
Da in dieser Zeit eine neue Form der Staatlichkeit, des Bildungswesens und eine Reihe von philosophischen Richtungen und Denkweisen heran brachen, kam zum ersten Mal eine Diskussion über die Rollenverteilung auf, die es bis dahin noch nie gegeben hatte. Man versuchte erstmals die Rollenunterschiede genau zu erklären und zu rechtfertigen.
1 vgl. http://www.univie.ac.at/igl.geschichte/Maennergeschichte/sozialisation/beziehungen_01.htm
Barth, S.: Echos aus der Vergangenheit. In: Webportal für die Geschichte der Männlichkeiten des Instituts für Geschichte der
Universität Wien
2 vgl. Pease, A. und B.: Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken, München, 2000, S. 37 ff.
3
Die Aufklärung brachte eine strenge Geschlechtertrennung. Die typischen Rollenmuster, die bis heute noch existieren, wurden zu dieser Zeit geschaffen. Die Frau galt von nun an als emotional und irrational, der Mann war eher von der Vernunft geprägt. 3 In den Zwanziger Jahren wurden immer mehr Frauen für leichte Bürotätigkeiten und im Einzelhandel eingesetzt.
Zur Zeit der Weltkriege mussten die Männer in den Krieg ziehen. Somit kam es dazu, dass die Frauen mehr Verantwortung in den Firmen, Büros und Geschäften übernehmen mussten. Die Frauen bemerkten zunehmend, dass die Aufgabe des Geldverdienens der Männer um ein Vielfaches leichter und angenehmer war als das Führen des Haushalts und die Erziehung der Kinder. 4
Die Männerrolle als Soldatenrolle wurde mit der Zeit immer unbeliebter und es kam großer Unmut über das einseitige Rollenbild des Mannes auf. Von der 1968er Generation wurde der revolutionäre Versuch unternommen, dieses eingefahrene Rollenmuster aufzubrechen.
Dieses Vorhaben war leider nicht von Erfolg gekrönt: Es ist erwiesen, dass heute bis zu 95 % der Versorgung von Kindern und Haushalt immer noch auf die Frau entfällt. 5
2. Gesellschaftliche Situation zwischen Mann und Frau
2.1. Ehe und Sexualität 6,7
Innerhalb des 20. Jahrhunderts kam es in Deutschland zu einer deutlichen Trendwende sowohl in statistischer Hinsicht als auch im Hinblick auf die allgemeine Haltung und Einstellung gegenüber Eheschließungen, Scheidungen und Lebensgemeinschaften ohne Trauschein.
Noch in den fünfziger Jahren galten die Schlagworte Familie, Ehe und Beruf als verbindlich und selbstverständlich für die meisten Bürger.
Während 1951 noch 718.166 Eheschließungen in Deutschland registriert wurden, entschieden sich im Jahr 2003 nur etwa die Hälfte, nämlich 382.911 Paare zur Hochzeit. Das durchschnittliche Heiratsalter stieg bis 2003 auf 30,5 Jahre an. Neben dem allgemeinen Trend stagnierender Heiratszahlen nehmen die Scheidungen hingegen stetig zu. In Deutschland wird nahezu jede dritte Ehe geschieden, in Großstädten sogar fast jede zweite. Außerdem entscheiden sich immer weniger Geschiedene zu einer erneuten Heirat.
3 vgl. Barth, S.
4 vgl. http://www.politikforum.de/forum/archive/28/2003/10/2/3634
5 vgl. Barth, S.
6 vgl. Beck, U.; Beck-Gernsheim, E.: Das ganz normale Chaos der Liebe, Franfurt/M., 1990, S. 24-27
7 vgl. http://www.destatis.de/ Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, 2004
Abb. 1: Ehescheidungen 1985 bis 2003
Um die mit einer Scheidung verbundenen vor allem finanziellen und rechtlichen Probleme zu vermeiden, entscheiden sich immer mehr Paare zu einer so genannten „Ehe ohne Trauschein“. Im Jahr 1989 lebten schätzungsweise 3 Millionen Personen in Lebensgemeinschaften nicht ehelicher Art. Auch der Anteil nicht ehelicher Kinder, der 1965 bei nur 6 % lag, stieg bis 2003 auf 27 % an.
„Scheidungen“ in trauscheinlosen Ehen werden allerdings von keiner Statistik erfasst. Mit diesen veränderten Lebenssituationen einhergehend ist auch eine wachsende Vielfalt von Lebenssituationen: allein erziehende Elternteile, „Wochenend“-Väter, Stiefmütter und Stiefväter sind in vielen Familien anzutreffen und keine Seltenheit mehr. Wie in der Einleitung erwähnt, lebten Mann und Frau Jahrtausende lang mit der typischen Arbeits- und Rollenteilung in Familien zusammen. Dieses Leben gestaltete sich recht unproblematisch und vor allem effizient. Im Laufe des 20. Jahrhunderts ist diese Symbiose kontinuierlich immer weiter abgebaut worden. Eine Auswirkung hiervon ist, dass der Anteil an Singlehaushalten inzwischen ein Drittel überschritten hat. Zudem fällt auf, dass Jugendliche dem einstigen Tabu-Thema Sex immer lockerer gegenüber stehen. Die Hälfte aller Mädchen sieht einen gewissen Reiz darin, zwei Freunde gleichzeitig zu haben. Dennoch steht dieses gelockerte Sexualverhalten in einem engen Konflikt mit dem Ideal einer stabilen Partnerschaft, das sich die Mehrzahl der Jugendlichen zur Priorität setzt.
Arbeit zitieren:
Christina Hinterleitner, 2005, Geschlechterrollen - Zur Lage von Mann und Frau, München, GRIN Verlag GmbH
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