2
Inhaltsverzeichnis
Einleitung S.3
1. Die biologischen Aspekte des Klonens
1.1 Wie entsteht ein Klon? S.4
1.2 Vom Scha f zum Menschen S.5
2. Gründe für das Klonen S.6
3. Ist Klonen moralisch falsch? - Die Frage nach der
prinzipiellen ethischen Zulässigkeit.
3.1 Die Göttliche Ordnung S.7
3.2 Natürlichkeit S.9
3.3 Selbstzwecklichkeit S.9
3.4 Individualität S.10
3.5 Sozialverträglichkeit und Gerechtigkeit S.11
4. Gesetzliche Regelungen S.13
5. Fazit S.14
6. Literaturangaben 15
3
Einleitung
Spätestens mit der Geburt des Klonschafes Dolly wurde den Menschen erstmals bewusst, dass sie nicht nur in der in der Lage sind, sich selbst zu zerstören, sondern auch sich neu zu erschaffen. Wie bei kaum einem anderen wissenscha ftlichen Ereignis zuvor, drang die Frage nach einem Konflikt zwischen Forschung und Ethik in die Öffentlichkeit. Liegt im Klonen unserer selbst die letzte Hoffnung der Menschheit oder ist es ihr Untergang?
Der Begriff „Klon“ (griech. ???d??: der Sprössling) taucht in der wissenschaftlichen Sprache erstmals zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Beschreibung von Pflanzengruppen auf, die durch Verwendung ihrer vegetativen Teile vermehrt werden. Seither wird er zur Beschreibung des Vorganges verwendet, bei dem eine Zelle, oder eine Gruppe von Zellen, aus einem Organismus entnommen und dazu benutzt wird, einen völlig neuen Organismus zu schaffen, der dann als Klon des Originals bezeichnet wird.
Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts hat es viele Versuche gegeben, Lebewesen zu klonen, doch galt es als unmöglich, die Technik auch auf Säugetiere zu übertragen, da keines der Versuchsobjekte über das Vier-Zell-Stadium hinauskam. Dies änderte sich zu Beginn der neunziger Jahre mit dem Biologen Keith Campbell, der neue Methoden zur Realisierung des Projektes entwickelte. Als dann 1996 Dolly das Licht der Welt erblickte, war der endgültige Beweis erbracht, dass auch Säugetiere geklont werden können. Doch gilt das auch für den Menschen? Bis heute ist, trotz verschiedener Gerüchte, noch kein Beweis für die Übertragbarkeit der Technik auf uns erbracht worden. Dennoch hält die Debatte darüber, ob wir es versuchen sollten und welche Konsequenzen es, wenn es denn gelänge, hätte, ungebrochen an. Von konservativen Lebensschützern bis zu Gen-Utopikern scheint jeder seine Meinung zu diesem Thema Kund tun zu wollen. Die vorliegende Arbeit soll zum einen einen kurzen Überblick über die derzeit wissenschaftlichen Möglichkeiten geben, andererseits die verschiedenen Ans ichten und die damit verbundenen Argumente auf ihre Stichhaltigkeit prüfen, so dass ein Vergleich möglich wird. Am Ende der Auseinandersetzung soll eine Entscheidung darüber, ob das Klonen von Menschen wissenschaftlich, ethisch und gesellschaftlich zulässig sei, möglich sein.
4
1. Die biologischen Aspekte des Klonens
Bevor im Hauptteil der Arbeit die ethischen und theologischen „Für“ und „Wieder“ des Klonens erörtert werden, sollen in den folgenden Abschnitten zunächst einmal die rein biologischen Aspekte behandelt werden, um das Verständnis der Thematik an sich zu erleichtern und die in der folgenden Diskussion angebrachten Argumente besser zu verstehen. Da es sich bei der vorliegenden Arbeit um eine theologische anthropologische, und keine biologische Auseinandersetzung mit der Problematik handelt, soll der Vorgang auch in vereinfachter und verkürzter Form dargestellt werden.
1.1 Wie entsteht ein Klon?
Die folgende Darstellung soll zum besseren Verständnis der Thematik dienen und die Vorgänge, an Hand eines bereits geglückten Versuches bei Schafen, veranschaulichen.
Tab.1 1
Beim Klonen werden zunächst einmal bei einer unbefruchteten Spendereizelle Polkörper und Zellkern abgesaugt, so dass eine entkernte Eizelle entsteht. In dieser wird dann die fremde DNA der Spenderzelle übertragen und mittels eines Elektroimpulses angeregt, sich mit der Spendereizelle zu verbinden. Aus der so entstandenen Eizelle werden Kulturen angelegt, die dann der Leihmutter eingepflanzt werden. Der daraus entstehende Nachwuchs ist aber nur mit dem Spender der DNA verwandt. Er ist sozusagen ein Zwilling der eigenen Mutter oder des eigenen Vaters. 2 Für die Klontechnik gibt es nach dem heutigen Forschungsstand zwei Anwendungsmöglichkeiten: das reproduktive, und das therapeutische Klonen.
1 Tab.1 / Quelle: www.quarks.de/klonen/02.htm
2 Vgl.: Sparmann, Anke: Die zweite Schöpfung, Geo 02/2002, S. 68.
5
Das reproduktive Klonen ist die Erzeugung menschlicher Embryonen, Zellen oder Zellverbände mit dem Ziel, diese sich zu einem vollständigen Individuum, einem ganzen Menschen entwickeln zu lassen. Das therapeutische Klonen dagegen ist die Erzeugung menschlicher Embryonen, Zellen oder Zellverbände mit dem Ziel der Verwendung zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken. 3
1.2 Vom Schaf zum Menschen
Da es bei dieser Arbeit aber nicht um das Klonen von Tieren, sondern von Menschen geht, muss zunächst noch die Frage geklärt werden, in wie weit die Technik auf den Menschen übertragbar und ein menschlicher Klon somit wahrscheinlich wird. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Behauptungen und Gerüchte, dass es einem Arzt gelungen sei, einen menschlichen Klon zu erschaffen. Da hierfür allerdings noch keinerlei Beweise vorliegen, beziehe ich mich im Folgenden auf die bisher wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse zu dieser Problematik. Laut aktuellem Forschungsstand ist die Technik des Klonens nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Erfolgsrate beim Klonen des berühmten Schafes Dolly bei 1 zu 277 lag; d.h., dass aus 277 erfolgten Fusionen nur ein einziges Schaf schwanger wurde und ein gesundes Lamm gebar (Ganz zu schweigen von all denen, die bei anderen Versuchen tot oder missgebildet geboren wurden.). Laut Grundprinzip der medizinischen Ethik dürfen Ärzte an Menschen nichts versuchen, bei dem das Schadensrisiko größer ist als der mögliche Vorteil. Die Erzeugung eines menschlichen Klons ist dem zu Folge mit unkalkulierbaren Risiken verbunden. 4
3 Vgl.: Rendtorff, Trutz: Grenzerweiterung und Grenzüberschreitung, S. 146f.
4 Vgl.: Silver, Lee M.: Das geklonte Paradies, S. 140.
Arbeit zitieren:
Stefanie Filohn, 2004, Klonen - Dürfen wir, was wir können?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Erbsündenlehre: Grundlage und Entstehungsgeschichte
Theologie - Systematische Theologie
Seminararbeit, 22 Seiten
Designer-Babies und Maß-Menschen
Reproduktionsgenetik heute - m...
Biologie - Genetik / Gentechnologie
Wissenschaftlicher Aufsatz, 25 Seiten
Stefanie Filohn hat den Text Klonen - Dürfen wir, was wir können? veröffentlicht
Stefanie Filohn hat einen neuen Text hochgeladen
Präimplantationsdiagnostik, Stammzellforschung und therapeutisches Klo...
Eine Untersuchung aus einfachg...
Marion Weschka
Was können wir wissen, was sollen wir tun?
Zwölf philosophische Antworten
Herbert Schnädelbach, Heiner Hastedt, Geert Keil
Ethik des Klonens von Tieren für die Lebensmittelversorgung
EU Regulatory Framework
. Europäische Gruppe für Ethik der Naturwissenschaften und der Neuen Technologien, Europäische Kommission
0 Kommentare