Inhalt
Einleitung 3
1.0 Forum und Arena 4
2.0 Das Internet als neues Medium mit Forum und Arena 5
2.1 Neue Perspektiven für eine Gegenöffentlichkeit 5
2.2 Politische Chats. 7
2.3 Bürgernahe Politik 8
2.4 Die Rolle der Massenmedien 8
3.0 Die Internet-Infrastruktur. 10
4.0 Der Umgang mit dem Internet - zwischen Kommerz und
Urheberrechtsverletzungen 11
4.1 Microsoft und AOL Time Warner 11
4.2 Die Open-Source-Bewegung 13
4.3 Peer-to-Peer-Vernetzung 14
5.0 Fazit aus demokratie-politischer Perspektive 15
Literaturverzeichnis 18
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Einleitung
Ausgehend von der Beobachtung, dass vielen Menschen die Politik, oder zumindest, wie sie über die Massenmedien wahrgenommen wird, zunehmend unglaubwürdig erscheint, müssen diese Medien auf ihren Gebrauchswert hinsichtlich ihrer Aufgabe, demokratisch und meinungsbildend zu wirken, geprüft werden. Mit dem weiteren Massenmedium Internet sind neue Kommunikationsformen entstanden, die Hoffnungen auf höherwertige politische Auseinandersetzung und bessere Partizipation des Einzelnen aufkeimen lassen.
In dieser Arbeit soll es darum gehen, den Unterschied zwischen der Kommunikation herkömmlicher Massenmedien und der des immer bedeutsamer werdenden Internets zu verdeutlichen. Wie können diese Medien zur öffentlichen Meinungsbildung eingesetzt werden? Bietet das Internet neue Perspektiven für die Politik? Welche aktuellen Entwicklungen bestärken Hoffnungen auf mehr Demokratie durch das Internet, welche stehen ihnen entgegen?
Dazu wird im ersten Teil eine kommunikationswissenschaftliche Unterteilung von Öffentlichkeit in Forum und Arena als Basis für die folgende Auseinandersetzung gemacht. Es folgt eine auf Forum und Arena basierende Betrachtung des Internets und die daraus resultierenden veränderten Bedingungen für herkömmliche Massenmedien.
Im dritten Abschnitt wird kurz die technische Infrastruktur des Internets beleuchtet, während dann im vierten Teil konkrete Umgangsformen an einigen Beispielen genannt werden und was Entwicklungen zwischen Kommerz und
Urheberrechtsverletzungen aus demokratiepolitischer Sicht bedeuten. Mit dem letzten Block schließt sich eine Zusammenfassung unter demokratischem Fokus an, die zuvor genannten Aspekte werden bewertet.
Es soll hier nicht darum gehen, die unterschiedlichen Nutzungsformen des Internets unter dem Fokus der Bedürfnisse der User darzustellen und diese zu bewerten. Ziel ist es vielmehr auch auf technischer Ebene die veränderten Bedingungen einer Öffentlichkeit aufzuzeigen und wie auf diese von Seiten der Wirtschaft regiert wird und wie sie für die Politik nutzbar gemacht werden können.
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1.0 Forum und Arena
Für diesen Zusammenhang soll eine in der Kommunikationswissenschaft vorgenommene Unterteilung von Öffentlichkeit in Forum und Arena erklärt und übernommen werden, da beide Bereiche mit ihren Kommunikationsmodi, so die hier vertretene These, für die Qualität politischer Öffentlichkeit ihren Teil beitragen.
Unter Forum versteht man einen dem Marktplatz ähnlichen offenen Kommunikationsraum, bei dem die Teilnehmer der Kommunikation gleichberechtigt sind und es auch keine festgelegten Themen gibt. Es besteht also die Möglichkeit zur face-to-face- oder auch many-to-many-Kommunikation. Die Kommunikation im Forum ist sehr dynamisch, da die Teilnehmerzahl nahezu unbegrenzt ist und dem Einzelnen alle kommunikativen Möglichkeiten von Beobachten über Kommentieren bis selbst ein Thema setzen zukommen. Auch eine institutionelle Einschränkung, wie die Vorgabe eines zeitlichen Rahmens, findet nicht statt. „Das Publikum definiert sich also ständig neu, es gibt ein Kommen und Gehen, Aufmerksamkeiten werden anders verteilt, Gesprächskreise konstituieren sich“ (Plake/Jansen/Schuhmacher 2001, S. 30).
Im Unterschied dazu wird unter Arena ein Ort verstanden, an dem Kommunikation veranstaltet wird, ähnlich einem Theater oder einer Podiumsdiskussion. Die Teilnehmerzahl ist meist begrenzt und die Themen sowie der zeitliche Rahmen festgelegt. Die Teilnehmer sind nicht gleichberechtigt, eine Unterteilung in Zuschauer und Kommunikatoren findet statt. Diese Trennung rechtfertigt sich meist über eine höhere Sachkompetenz bezüglich des diskutierten Themas auf Seiten der Kommunikatoren. Wortbeiträge werden begrenzt zugelassen, die Auswahl findet von Seiten der Veranstalter statt (vgl. Plake/Jansen/Schuhmacher 2001, S. 31). Es dominiert also eine one-to-many-Kommunikation, während ein Austausch über many-to-many-Kommunikation so gut wie unmöglich bleibt.
Laut der von unter anderem Jürgen Habermas begründeten Theorie stehen sich also zwei Dimensionen von Öffentlichkeit gegenüber: Die eine konstituiert sich in der Zivilgesellschaft, die andere durch bestimmte Interessen, vor allem politischer und ökonomischer Art. Es existiert also eine von Apparaten und Institutionen wie den
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klassischen Medien relativ unabhängige (Forum) und eine von Experten inszenierte (Arena) Öffentlichkeit (vgl. Plake/Jansen/Schuhmacher 2001, S. 37).
2.0 Das Internet als neues Medium mit Forum und Arena
Mit dem Internet hat sich ein Medium entwickelt dessen konkrete Kommunikationsformen sich in Arena und Forum einteilen lassen. Auf diese wird später noch genauer einzugehen sein.
Allgemein kann hier festgestellt werden, dass die Kommunikation im Internet zeitlich unbegrenzt ist und scheinbar eine unbegrenzte Menge an Teilnehmern zulässt. Dabei muss aber zwischen Angeboten wie websites, die meist interessengeleitet und thematisch begrenzt sind und offenen Chats, und Foren unterschieden werden. Generell aber gilt, dass sich jeder, dem die Basisressourcen für einen Internet-Zugang zur Verfügung stehen nach seinen spezifischen Interessen Informationen zu allen erdenklichen Themen im Internet einholen kann. Unter diesem Gesichtspunkt kann das Internet als pull-Medium bezeichnet werden. Das Problem dabei ist aber, sich in der unübersichtlichen Datenflut zurechtzufinden, in der content- und Service- Anbieterum die Aufmerksamkeit des Users im Wettbewerb stehen.
2.1 Neue Perspektiven für eine Gegenöffentlichkeit
Es besteht nun auch die Möglichkeit für in den herkömmlichen Medien marginalisierte Bevölkerungsgruppen ihre Themen öffentlich zugänglich zu machen, was an sich schon ein enormer Fortschritt gegenüber den von der Tagesagenda geprägten Medien darstellt. Dies allein sagt aber noch nichts darüber aus, welche Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ihnen aber tatsächlich zuteil wird. Des weiteren ist es fraglich, ob die im Internet vertretenen Meinungen tatsächlich einen repräsentativen Charakter haben, bedenkt man, dass marginalisierte Gruppen ein besonders starkes Interesse daran haben, wahrgenommen zu werden (vgl. Plake/Jansen/Schuhmacher 2001, S. 69).
Mit dem Internet können sich Gleichgesinnte organisieren und sich Gegenöffentlichkeiten auf globaler Ebene bilden, die nicht von Sendeplätzen, Raum und Zeit abhängig sind. Neue soziale Bewegungen sind demnach häufig universalistisch, am Gemeinwohl interessiert und eine Art moralische Instanz. Da
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Arbeit zitieren:
Monika Wehner, 2003, Demokratische Potenziale der Internet-Kommunikation, München, GRIN Verlag GmbH
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