Inhaltsverzeichnis
• Einleitung
• Kurzvorstellung der beteiligten Unternehmen
• Gründe für die Übernahme und Annahme des Angebots
• Chronologie der Übernahme
• Bewertung und Übernahmestrategie
• Ausgestaltung des Übernahmeangebotes
• Abfindung der Minderheitsaktionäre
• Fazit
• Quellennachweis
2
Einleitung
Nur wenige M&A Aktivitäten deutscher Unternehmen haben soviel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit genossen, wie die Übernahme der drittgrößten Bank Deutschlands durch die größte Versicherung Deutschlands - der Dresdner Bank AG durch die Allianz AG. Beide Unternehmen zusammen können nahezu ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands als ihre Kunden zählen und so ist es nicht verwunderlich, dass Deutschland genau hinschaute, als die Dresdner Bank im Jahre 2001 ihre Selbstständigkeit verlor und die Allianz zu einem der größten Allfinanzkonzerne der Welt wurde.
(Abb.1: Gemeinsame Kundenbasis 1 )
Die Tatsache, dass diese Übernahme 2002 bei den "Financial News European Awards for Corporate Excellence" in London als "Deutscher M&A Deal des Jahres 2001" ausgezeichnet wurde 2 und die Dresdner Bank in den folgenden Jahren von hohen Jahresüberschüssen (1,7 Mrd. EUR im Jahr 2000) tief in die roten Zahlen rutschte (2003 betrug der Verlust 1,3 Mrd. EUR) 3 , die Allianz 2002 erstmals in ihrer Geschichte negative Geschäftszahlen vermelden musste und der Wert der Allianz Aktie zeitweise nur noch ein Viertel des ehemaligen Wertes betrug, und das, obwohl bis Ende 2005 eigentlich Kosteneinsparungen und positive Ertragssynergien i.H.v. 2,24 Mrd. EUR vorausgesagt worden waren 4 , all
1 Vgl. Allianz: Infobuch zum Übernahme-Angebot, S.23
2 Vgl. Webseite Allianz Group http://www.allianzgroup.com/azgrp/dp/cda/0,,35398-49,00.html (24.03.2005).
3 Spiegel Online 17.03.2005 - http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,346872,00.html (24.03.05)
4 Vgl. Handelsblatt vom 31.Mai 2001 http://www.handelsblatt.com/pshb?fn=tt&sfn=go&id=414032 (26.03.05).
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das hat dazu geführt, dass diese Übernahme noch lange Thema in der nationalen wie internationalen Wirtschaftspresse war. Grund genug, sich in dieser Hausarbeit mit den Details der Übernahme zu befassen. Zu diesem Zweck sollen zunächst beide Unternehmen kurz vorgestellt werden. Im Anschluss soll die Übernahme chronologisch dargestellt sowie Übernahmestrategie, Bewertungsmethode, Finanzierung und schließlich Sqeeze-Out genauer betrachtet werden.
Kurzvorstellung der beteiligten Unternehmen
(zu Beginn 2001, also vor der Übernahme)
Allianz Group
Die Allianz Group gilt, mit einem Beitragsvolumen von 68,7 Mrd. Euro im Jahr 2000 und ihren 850 Tochter- und Beteiligungsunternehmen in 70 Ländern, bereits vor der Übernahme der Dresdner Bank als einer der größten Finanzdienstleister der Welt. 1890 in Berlin gegründet, verfügt das Unternehmen inzwischen über ca. 18 Millionen Kunden in Deutschland, weltweit sind es über 60 Millionen Kunden. Sie zählt ca. die Hälfte der weltgrößten Unternehmen zu ihren Kunden. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 120.000 Mitarbeiter und ist mit rund 265.000 Aktionären eine der größten europäischen Publikumsgesellschaften. 5
Die Allianz unterscheidet die Kerngeschäftsfelder Schaden- und Unfallversicherung, Lebens- und Krankenversicherung sowie Asset Management. Das verwaltete Vermögen lag zum Jahresende 2000 bei 713 Mrd. EUR. 6
Das Unternehmen agiert global, seit 1999 ist Englisch die Firmensprache in allen Allianz Unternehmen der Welt, wobei Europa noch immer mit 80% der gesamten Beitragseinnahmen den Schwerpunkt der Versicherungs- 5 Vgl.Allianz: Infobuch zum Übernahme-Angebot an die Aktionäre der Dresdner Bank, München 2001 S.21.
6 ebd.
4
aktivitäten bildet. Vorstandsvorsitzender des Unternehmens ist zum Zeitpunkt der Übernahme Dr. Henning Schulte-Noelle. 7
Am 03. November 2000 wurde die Allianz-Aktie zum ersten Mal an der Wallstreet gehandelt. Durch zahlreiche Übernahmen anderer, meist europäischer Versicherungsunternehmen, baute die Allianz ihre führende Stellung in Europa aus und wird von Analysten als größter Investor Europas bezeichnet. 8
Dresdner Bank AG
Mit einer Bilanzsumme von 483,5 Mrd. Euro ist die Dresdner Bank AG im Jahre 2000 eine der größten europäischen Banken. Mit über 175.000 Geschäftskunden gilt sie als starker Partner der mittelständischen Industrie in Deutschland. Im Unternehmensbereich Private Kunden verfügt sie über ca. 6 Millionen Kunden. Die mit ca. 50.000 Mitarbeitern drittgrößte deutsche Bank wird im Jahr 2001 vom Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Bernd Fahrenholz geführt. 9
Größter Aktionär ist bereits zu diesem Zeitpunkt mit 19,1 % die Allianz Group. 10
Im Jahr 2000 scheitert ein sog. "Merger of Equals" mit der Deutschen Bank AG. Der Zusammenschluss sollte rechtlich im Wege einer Verschmelzung von Deutsche Bank AG und Dresdner Bank AG auf eine neue Gesellschaft erfolgen. Die Unternehmenswertrelation zwischen Deutsche Bank AG und Dresdner Bank AG als Grundlage des im Verschmelzungsvertrag festzusetzenden Umtauschverhältnisses sollte im Bereich zwischen 60% (Deutsche Bank) zu 40% (Dresdner Bank) liegen.
7 ebd.
8 Vgl. Freisinger, G. M. , Geld verpflichtet, Capital , Heft 13/2001, Seite 26-34.
9 Vgl. Allianz: Infobuch zum Übernahme-Angebot S.22.
10 Vgl. Allianz: Infobuch zum Übernahme-Angebot S.20.
5
Das neue Institut sollte unter "Deutsche Bank AG" und n euem Logo firmieren und die grüne Farbe der Dresdner Bank AG tragen. 11
Das Retail-Geschäft beider Häuser sollte nach Verschmelzung innerhalb der nächsten drei Jahre an die Börse gebracht werden, wobei die Allianz AG sich an dieser Retail-Bank als Minderheitsgesellschafter beteiligen sollte. Außerdem war eine Übernahme der DWS-Gruppe durch die Allianz AG vorgesehen. Die Allianz AG hatte auch die Absicht bekundet, die unternehmerische Führung der im Deutschen Herold zusammengefassten Versicherungsaktivitäten d er Deutschen Bank AG zu übernehmen. Das Kostensynergiepotenzial aus dem Zusammenschluss wurde auf 2,9 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt und sollte bis 2003 voll ausgeschöpft werden. 12
Als Verschmelzungstag war der 1. Juli 2000 vorgesehen. Die Fusion scheiterte jedoch sowohl aufgrund von internen Querelen in beiden Häusern, besonders in der Investmentsparte, als auch am Widerstand der Aktionäre der Dresdner Bank, die einen Ausverkauf der Dresdner Bank an die Allianz AG befürchteten. 13
Im Sommer des Jahres 2000 s cheitern darüber hinaus Sondierungsgespräche mit der Commerzbank über eine Fusion. 14
Ende 2000 übernimmt die Dresdner Bank dann das US-Investmenthaus Wasserstein Perella Group Inc. Als Ergebnis des Zusammenschlusses mit der hauseigenen Dresdner Kleinwort Benson entsteht die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein. 15
11 Vgl. Pressemitteilung Dt. Bank
http://www.deutsche-bank.de/ir/index.html?contentOverload=http://www.deutsche-bank.de/ir/releases_775.shtml&loadFlash=/ir/1613.html (24.03.2005).
12 ebd.
13 Vgl. Die Zeit http://www.zeit.de/archiv/2000/16/200016.deutsche_dresdne.xml (27.03.05)
14 Vgl. Die Welt http://www.welt.de/daten/2000/09/13/0913wi190649.htx?print=1 (27.03.05)
15 Vgl. Firmenchronologie Dresdner Bank (24.03.2005). http://www.dresdner-
bank.de/dresdner_bank/01_unternehmensportrait/07_historie/02_zeitleiste/1990_bis_heute.html
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Arbeit zitieren:
Thomas Sabel, 2005, Die Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz AG, München, GRIN Verlag GmbH
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