INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 3
2. ALLGEMEINES 4
2.1 Die Originalausgabe 4
2.2 Übersetzungen 4
2.3 Übersetzer 5
2.4 Das Genre 5
2.5 Der Inhalt im Kontext des Zeitgeistes 6
3. PERITEXTE 7
4. TEXTINTERNE MERKMALE 8
4.1 Der Titel 8
4.2 Vollständigkeit Absätze 8
4.3 Interpunktion 9
4.4 Soziolekt 10
4.5 Modernisierungen 11
4.6 Bedeutungsverschiebungen Reduktion 12
4.7 Markante Wörter 14
4.8 Telling Names und Kulturelle Marker 16
4.9 Die Beziehung Maggie Pete 16
4.10 Besondere Schwierigkeiten des Originals 17
5. RESÜMEE 20
6. ANHANG 21
6.1 Bibliographie 21
2
1. EINLEITUNG :
In diesem Übersetzungsvergleich zum Roman “Maggie: A Girl of the Streets. (A Story of New York)“ von Stephen Crane, werde ich neben den textexternen Merkmalen vor allem die intendierte Wirkung des Werks untersuchen und versuchen festzustellen inwiefern diese bei der Übertragung ins Deutsche erhalten bleibt. Zu Annahamen bezüglich der „intendierten Wirkung“ komme ich durch Textanalyse auf der Basis von sozialhistorischen Hintergrundinformationen zur Zeit und zum Buch, sowie Aussagen von Stephen Crane.
Forschungsgegenstand sind folgende Ausgaben:
Englische Fassung: Crane, Stephen. Maggie: A Girl of the Streets. A Story of New York. Hg. Barbara Puschmann-Nalenz. Stuttgart, Ditzingen: Reclam, 1993. Deutsch glossiert.
Übersetzung: Crane, Stephen. „Maggie: Ein Roman. [1893].“ Ein Wunder an Mut: Sieben Erzählungen und der Roman ›Maggie‹. Aus dem Amerikanischen von Eduard Klein und Klaus Marschke. Köln, Olten: Jakob Hegner, 1965.
Übersetzung: Crane, Stephen. Maggie, das Mädchen von der Straße. Eine New Yorker Geschichte. Aus dem amerikanischen Englisch von Hans- Christian Oeser. 1999. 2004 überarbeitet. Nicht erschienen!
Leider konnte ich trotz Recherche bei den Verlagen, Bibliotheken, bei Übersetzerverbänden keine gesicherten Informationen zu den Übersetzern Klein und Marschke finden. Diese werden daher ausbleiben müssen.
3
2. ALLGEMEINES:
2.1 Die Originalausgabe 1 :
Stephen Crane arbeitete, nachdem er seine Studien abgebrochen hatte, als Reporter für verschiedene Zeitungen. Ärmlich, unbekannt, auf East Side von Manhattan lebend schrieb er 1982/83 das Buch „Maggie“. Von Verlegern abgelehnt „because it was too honest“ 2 , da es seine Erfahrungen in den Slums thematisiert. Das bedingt einen gewissen Realismus des Romans, der allerdings durch das Entschwinden des Selbst gleichzeitig verzerrt wird. Das
Land der unbegrenzten Möglichkeiten wird als eine Wunschvorstellung entlarvt, die nur für wenige Realität wird. Glorifizierungen haben keinen Platz.
Die Publikation war dem Autor so wichtig, dass er sie mit Hilfe einer Erbschaft von seiner Mutter und mit von seinem Bruder geliehenem Geld 1893 auf eigene Kosten und unter einem Pseudonym ermöglichte. Nach seinem literarischen Durchbruch 1895 mit „The Red Badge of Courage“ brachte ein Verlag 1896 auch Maggie in einer abgemilderten Fassung heraus. Die Reclam- Ausgabe folgt der Ausgabe The Portable Stephen Crane. Hg. Joseph Katz. New York: Viking Press, 1969, die eine revidierte Neuausgabe von Cranes privatem Erstdruck ist.
2.2 Übersetzungen:
Es sind folgende Übersetzungen ins Deutsche erschienen 3 :
1. Crane, Stephen. Maggie, das Straßenkind. Übersetzt von Dora Landé. Leipzig: 1897.
2. Crane, Stephen. „Maggie: Ein Roman. [1893].“ Ein Wunder an Mut: Sieben Erzählungen
und der Roman ›Maggie‹. Aus dem Amerikanischen von Eduard Klein und Klaus Marschke. Köln, Olten: Jakob Hegner, 1965.
1 Vgl. Stephen Crane. Maggie: A Girl of the Streets. A Story of New York. Hg. Barbara Puschmann-Nalenz. Stuttgart, Dietzingen: Reclam, 1993. Deutsch glossiert. S. 119- 134.
2 Zit. nach: Ebd. S. 119.
3 Angaben laut Unesco. Index Translationum: international bibliography of translations. Paris: Unesco. 1932 – 1940. 1948 – 2003. Aus der Korrespondenz mit Wolfgang Oeser ging hervor, dass außerdem eine Übersetzung von 1987 existiert. Diese befindet sich allerdings in keiner der Bestände der mir bekannten Bibliotheken (ÖNB, KVK, UB etc.) oder Antiquariate (im Internet: ZVAB). Daher ist unklar bei welchem Verlag diese erschienen ist.
4
3. Crane, Stephen. Maggie, das Straßenmädchen. (Die Frau in der Literatur). Mit einem
Nachwort von Frank Dietschreit. Aus dem Amerikanischen von Eduard Klein. Frankfurt am Main, Berlin: Ullstein, 1989.
4. Crane, Stephen. Maggie, das Straßenmädchen. Übersetzungen von Walter E. Richartz,
Eduard Klein und Klaus Marschke. Frankfurt a.M., Berlin: Ullstein, 1989.
5. Crane, Stephen. „Maggie, das Straßenkind.“ Maggie, das Straßenkind. Erzählungen. Aus
dem Amerikanischen von Barbara Cramer-Nauhaus. München: Martus, 1997. Erstveröffentlichung: Leipzig: Sammlung Dieterich, 1959.
Die Ausgaben 3 und 4 sind identisch mit der 2. Rätselhaft ist, weshalb bei 4. ein dritter Übersetzer aufscheint.
2.3 Übersetzer:
Hans- Christian Oeser 4 , am 12. 6. 1950 in Wiesbaden geboren, studierte Germanistik, Politologie, Philosophie und Pädagogik in Marburg und Berlin. Er übersiedelte 1980 nach Dublin, wo er als Lektor an verschiedenen Universitäten und Instituten lehrte (beim DAAD, Goethe- Institut u. a.). Heute ist Oeser freiberuflicher literarischer Übersetzer, Herausgeber, Reisebuchautor, Publizist, Redakteur, Korrektor, off- Sprecher.
Für die Übersetzung von Patrick McCabes „The Butcher Boy“ erhielt er 1997 den Europäischen Übersetzerpreis Aristeion.
Auffallend oft wird in Rezensionen die gute Qualität seiner Übersetzungen gelobt, was durchaus stimmen mag, vielleicht aber auch mit seinem Bekanntheitsgrad als Autor, Publizist und Herausgeber zusammenhängen könnte.
2.4 Das Genre:
Aufgrund der Kürze des Buches, die jedoch durch einen dichten Handlungsablauf bestimmt ist, stellt sich die Frage zu welchem Genre es gehören könnte. In der Sekundärliteratur finden
4 Vgl. www.literaturuebersetzer.de bzw. Oesers Homepage www.sign-bso.de/hcoeser/html/ , die auch
weiterführende Informationen, sowie Rezensionen zu Oesers Übersetzungen bietet.
5
sich verschiedene Vorschläge (Roman, Novelle, short story), die nach den folgenden Definitionen 5 alle (un)passend scheinen:
Novelle: von italienisch novella (= Neuigkeit). Eine literarische Gattung, Erzählung in Prosa (seltener in
Versform), die sich auf einen zentralen Konflikt konzentriert. Formal bedingt dies eine straffe, meist nur einsträngige Handlung, das pointierte Herausarbeiten eines Wende- bzw. Höhepunktes und eine Tendenz zur geschlossenen Form.
Roman: Im Gegensatz zur Novelle wird nicht ein einzelnes herausragendes Ereignis dargestellt, sondern ein breiter Lebensausschnitt oder das Lebensganze einer Person, meist in Verbindung mit ihrer sozialen Umwelt. Der Roman bedient sich der Prosa und kann alle Darstellungsarten in sich aufnehmen, wie Bericht, Beschreibung, Gespräch, Monolog, Brief, wobei der Verfasser in epische Objektivität zurücktreten oder sich als erklärender, reflektierender, ironisierender Sprecher einschalten kann.
Short Story: Gattung der amerikanischen und englischen Literatur, die sich im 19. Jh. v. a. in den USA herausbildete, formal und inhaltlich weniger eng definiert als die dt. Kurzgeschichte. Die erste Theorie der neuen Gattung lieferte Poe in seiner Besprechung von Hawthornes »Twice-told tales« (…), in der er forderte, die Short Story müsse alle Details einem zentralen Effekt unterordnen und mittels des Besonderen das Alltägliche erhellen; auch müsse ihre Lektüre in begrenzter Zeit abschließbar sein.
In einem E-Mail schrieb mir Barbara Puschmann- Nalenz, dass das Werk von zeitgenössischen Kritikern „novel“ oder „novella“ genannt wurde, also Roman oder Novelle. Crane selbst bezeichnete es in Briefen stets als „Buch“.
Eine klare Einteilung hat demnach nie stattgefunden.
2.5 Der Inhalt im Kontext des Zeitgeistes 6 :
Am Ende des 19. Jahrhunderts, einer Zeit der Umbrüche (Industrielle Revolution, Kriege, Migration usw.), war die populäre Literatur sentimental und romantisch geprägt. Die Charakterzeichnungen der Figuren waren eindeutig. – Gut ODER böse.
Der Roman „Maggie“ scheint sich gegen diese üblichen Attribute aufzulehnen. Crane schildert in ihm ein Leben in New York, wie er es selbst kannte:
„Maggie“ berichtet vom Absturz und der sozialen Ächtung eines Mädchens der „middle class“, das nur 2 Wege gehen kann: Arbeitermädchen oder Prostituierte sein. In den ersten 3 Kapiteln wird die Lebenssituation von Maggie dargestellt: Jimmie (Maggies Bruder), aus der Rum Alley, als Kind kämpft gegen die Jungen von der Devil´s Row. Von Pete wird er gerettet und vom brutalen Vater nach Hause geholt. Maggie tritt auf. Sie ist schüchtern und böse auf Jimmie, da er sich geprügelt hat. Auch Tommie, das Baby, das bald stirbt, wird ins Geschehen eingeführt. Ebenso die Mutter, eine herrische Furie, zudem
5 Zit. nach: Meyers Lexikonredaktion (Hg.). Meyers Großes Taschenlexikon. Mannheim: Bibliographisches Institut F.A. Brockhaus AG, 2001.
6 Vgl.: João Sedycias. The naturalistic novel of the new world: a comparative study of Stephen Crane, Aluísio Azevedo, and Federico Gamboa. Lanham: University Press, 1993 . sowie:
Stephen Crane. Stephen Crane: the critical heritage. Hg. Richard M. Weatherford. London: Routledge, 1997 .
6
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Lisa Hann, 2005, Übersetzungsanalyse. Stephen Crane- Maggie: A Girl of the Streets (a Story of New York), Munich, GRIN Publishing GmbH
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