Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG. 5
1.1 AUFBAU DER ARBEIT. 6
1.2 QUELLEN. 7
2 DER ISLAM. 7
2.1 DIE PFLICHTLEHRE DES ISLAM. 9
2.2 DAS ISLAMISCHE RECHT 10
2.2.1 Der Koran. 11
2.2.2 Hadith und Sunna. 11
2.2.3 Der Konsensus der Rechtsgelehrten. 12
2.2.4 Die Schlussfolgerung. 12
2.3 UMMA. 12
3 UNTERSCHEIDUNG ZWISCHEN ISLAM UND ISLAMISMUS NACH BASSAM TIB I 13
3.1 ISLAMISMUS. 14
3.1.1 Geschichte des Fundamentalismus. 14
3.1.2 Islamischer Fundamentalismus (Islamismus) 15
4 FRAUEN IM KORAN. 19
4.1 DIE GLEICHHEIT VON MANN UND FRAU VOR GOTT. 19
4.2 KLEIDERVORSCHRIFTEN IM KORAN 20
4.3 DER KORAN UND DIE VERSCHLEIERUNG DER FRA.U 20
4.4 DER KORAN UND DIE ABSONDERUNG IM HAUS. 21
4.5 DER KORAN UND DAS EHE- UND FAMILIENRECHT 22
4.5.1 Unterschiedliche gesellschaftliche Verpflichtung von Frau und Mann. 22
4.5.2 Ehepflicht und Polygamie. 22
4.5.3 Scheidungsrecht im Koran. 23
4.5.4 Erbrecht. 23
4.6 HINWEISE ZUR AUSLEGUNG DES KORANS 24
4.7 ZUSAMMENFASSEND. 24
4.7.1 Eigenanalyse. 25
5 DIE STELLUNG DER FRAU IM ISLAM. 26
5.1 WICHTIGE ANMERKUNG. 26
5.2 DIE AKTIVE FRAU IN DER VOR- UND FRÜHISLAMISCHEN ZEIT 27
5.3 DIE GLEICHHEIT VON MANN UND FRAU VOR GOTT. 28
5.4 DIE VERSCHLEIERUNG DER FRA.U 29
5.4.1 Erste Wandlungen. 30
5.5 DIE ABSONDERUNG DER FRA.U 30
5.6 EHE UND SCHEIDUNG. 31
5.6.1 Polygamie. 31
5.6.2 Die Scheidung. 31
5.7 FEMINISMUS IM ISLAM. 32
6 DIE STELLUNG DER FRAU IM ISLAMISMUS 33
6.1 ANMERKUNGEN. 33
6.2 ALLGEMEINES. 33
6.3 DIE ROLLE DER VERSCHLEIERUNG IM ISLAMISMUS. 35
7 KURZER EINBLICK IN DIE SITUATION DER FRAUEN IN DIVERSEN LÄNDERN. 36
7.1 SAUDI-ARABIEN. 36
7.2 TÜRKEI. 36
- 3
7.3 AFGHANISTAN. 36
7.4 IRAN 37
8 RESÜMEE. 38
9 GLOSSAR ARABISCHER B EGRIFFE. 40
10 LITERATURQUELLEN 41
- 4
1 Einleitung
Die Stellung der Frau im Islam - ein Thema das heute nicht mehr aus der aktuellen politischen und auch religiösen Diskussion wegzudenken ist. Das Thema „Frauen im Islam“ ist sicher heftig umstritten. Auf der einen Seite ist die Auffassung verbreitet, dass dieser Glaube die Frauen unterdrückt, ja sogar verfolgt, auf der anderen Seite werden die Rechte der Frau betont, sich auf eine andere Art zu behaupten, die sie von den geläufigen Formen der weiblichen Selbstbehauptung in nichtmuslimischen Gesellschaften unterscheidet. Die Kontroverse zu diesem Thema wird durch das Zusammenwirken von Geschichte, Religion und Politik noch weiter verkompliziert.
Das Interesse an dieser Arbeit ist vor allem infolge einer Reise nach Marokko im Sommer 2004 entstanden. Aufgrund des Interesses an dem Land, der Kultur und der Menschen habe ich mich auch mit marokkanischer Literatur beschäftigt und dabei zwei Bücher von Fatima Mernissi gelesen. In ihrem Buch „Der Harem in uns. Die Furcht vor dem anderen und die Sehnsucht der Frauen“ 1 erzählt Mernissi von ihrer Kindheit in einem der letzten Harems in Fes, aufgewachsen streng abgeschirmt von der Außenwelt. Trotz dieses Erwachsenwerdens in einer vollkommen anderen Kultur und Welt erschien mir die Kindheit als sehr glücklich. Ein weiteres Buch von Mernissi, welches mich zu dieser Arbeit bewegt hat war „Islam und Demokratie. Die Angst vor der Moderne“. 2 Fatima Mernissi wurde 1940 in Fes geboren und ist seit 1973 Beraterin der UNESCO zur Situation muslimischer Frauen. Sie lehrt derzeit als Soziologin an der Universität in Rabat. Auch in dieser Arbeit werden Bücher von Mernissi als Literaturquelle verwendet werden.
Jedenfalls liegt mein Interesse daran, die Stellung der Frau im Koran näher zu betrachten. Was besagt der Koran über die Stellung der Frau in der islamischen Gesellschaft? Bezieht
1 Mernissi, Fatima (1995) Der Harem in uns. Die Furcht vor dem anderen und die Sehnsucht der
Frauen. Herder
2 Mernissi, Fatima (2002). Islam und Demokratie. Die Angst vor der Moderne. Herder
- 5
sich die islamische Gesellschaft wirklich auf die offenbarten Worte Gottes wenn es um die eingeschränkte Stellung der Frau geht? Gibt es einen Unterschied zwischen der Stellung der Frau im Islam und im Islamischen Fundamentalismus?
Um diese Arbeit mit einem theoretischen Grundgerüst zu versehen, wird dabei auf die Theorie von Bassam Tibi zurückgegriffen. Vor allem anhand Bassam Tibi soll der Unterschied zwischen dem Islam als Religion und dem Islamischen Fundamentalismus herausgearbeitet, welches von grundlegender Wichtigkeit für den weiteren Verlauf der Arbeit ist. Für mich ist es interessant der Frage nachzugehen, welche Stellung der Frau gemäß dem Koran zukommt, ob die Realität in der islamischen Gesellschaft anders aussieht und ob hier wiederum Unterschiede zum gesellschaftlichen System des Islamismus bestehen.
1.1 Aufbau der Arbeit
Da im Zuge der Arbeit einige arabische Begriffe auftauchen werden, findet sich am Ende dieser Seminararbeit ein kurzes Glossar. Es wird aber versucht, die meisten Begriffe schon im Text zu erklären.
Im ersten Kapitel werden einige relevante Grundlagen des Islams erklärt um einen Überblick zu bekommen. Insbesondere liegt dabei das Augenmerk auf dem Islamischen Recht.
Im zweiten Kapitel werden Begriffe wie Islam, Islamischer Fundamentalismus, Fundamentalismus und Islamismus definiert und versucht voneinander abzugrenzen. Als theoretische Basis wird dabei auf den Soziologen Bassam Tibi zurückgegriffen. Es soll möglichst objektiv und klar der Unterschied zwischen Islam und Islamismus herausgearbeitet werden.
Dann wird versucht die Stellung der Frau im Koran, im Islam als Weltreligion und im Islamismus zu analysieren, wobei zu gleich anzumerken ist, dass das Kapitel über die Stellung der Frau im Islamismus relativ kurz gehalten wird, da eine objektive Darstellung
- 6
der Materie fast nicht möglich schien. Im darauf folgenden Resümee werden die wichtigsten Punkte dieser Seminararbeit noch einmal wiederholt und zusammengefasst.
1.2 Quellen
Für die Abfassung der Arbeit wurde vor allem auf Sekundärliteratur und Internetquellen zurückgegriffen. Wichtige Grundlage sind die Arbeiten von Bassam Tibi.
Passagen kann auf die angeführten Literaturquellen zurückgegriffen werden.
Ebenso wie Christentum und Judentum ist der Islam eine monotheistische Religion, die nur einen Gott kennt. Sein Name ist im Islam „Allah“ (übersetzt: der Gott schlechthin). Da noch niemand Allah anschauen durfte und seine Existenz mit menschlicher Vorstellungskraft nicht beschrieben werden kann, darf es auf der Welt auch kein Bild von ihm geben. Der Islam entstand als jüngste Weltreligion im 7. Jahrhundert auf der arabischen Halbinsel. Der Islam erkennt Judentum und Christentum als seine Vorläufer an, durch den Propheten Mohammed will der Islam jedoch Missinterpretation und Fehlentwicklungen, die im Laufe der Zeit diese Religion verfälscht hatten, korrigieren und der Menschheit zum letzten Mal das authentische Wort Gottes verkünden. (vgl. www.wissen.de, 14.1.2005)
Islam bedeutet „Ergebung, Hingabe, Unterwerfung, Gehorsam“ - aber auch „Frieden“. Als oberste Bedingung gilt im Islam der Gehorsam gegenüber Gott in Gedanken, Worten und Handlungen. Muslime sind Menschen, die den von Gott vorgezeichneten Weg beschreiten. Wichtig ist der Glaubenssatz „Ich bezeuge, dass es außer Allah keinen Gott gibt, und ich bezeuge, dass Mohammed sein Diener und sein Gesandter ist“. Dieser Glaubensatz muss nicht nur
- 7
ausgesprochen werden, sondern auch innerlich bejaht werden um in die Gemeinde der Gläubigen aufgenommen zu werden. Im Arabischen nennt man diesen Glaubensatz Schahada, als das Zeugnis für die Existenz der Einheit Gottes. (vgl. Weiner (2002) 7-13) Die Einzigartigkeit des Gottes wird folgendermaßen im Koran zum Ausdruck gebracht „Und euer Gott ist ein einziger Gott, es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Erbarmer, dem Barmherzigen.“ (zit. Koran Sure 2,163) 3 Diese Aussage richtet sich sowohl gegen die V ielgötterei der Mekkaner und gegen die Inkarnations- und Trinitätslehre der Christen. (vgl Lemmen (2002)
Quelle: http://www.nzz.ch/dossiers/islamismus/islam_karte.html; Juni 1998
Wichtig im Islam sind außerdem die Propheten. Im Laufe der Geschichte wählte Gott sich geistig hoch stehende Männer als „Sprachrohr“ aus. Ihr Auftrag bestand darin, den „einen“ Gott auszuweisen und die Offenbarungen an die anderen Menschen weiterzugeben. Unter allen Propheten, Adam als erster Mensch wird zum Beispiel als erster Prophet bezeichnet, nimmt Mohammed eine Sonderstellung ein. Mohammed wurde für die letzten
3 Alle Koranzitate dieser Arbeit beziehen sich auf die deutsche Übersetzung des Korans,
herausgegeben von Ahmad v. Denffer (nähere Angaben in der Literaturliste)
- 8
Offenbarungen in dieser Welt von Gott ausgewählt und wurde somit zum letzten der Propheten. Vier diese Propheten haben uns schriftliche Offenbarungen hinterlassen: I. Moses gilt mit seinen zehn Geboten als Gesetzgeber II. David mit seinem Psalter als Lobpreisender
III. Jesus, dessen Leben und Offenbarungen im Neuen Testament zusammengefasst sind, gilt als Prophet der Nächstenliebe
IV. Mohammed schließlich war verantwortlich für den Koran, das heilige Buch, dass die abschließenden göttlichen Offenbarungen enthält.
Somit gehen Tora, Psalter und Neues Testament dem Koran voraus, sind jedoch in die Grundlagen des Islam einbezogen. Als einzig wichtiges Buch gilt jedoch der Koran, dem die Muslime vertrauen sollen. (vgl. Weiner (2002) 7-13)
2.1 Die Pflichtlehre des Islam
Die islamische Pflichtlehre beinhaltet fünf Grundpfeiler, die Gläubige befolgen müssen, um als Muslime zu gelten.
• Das Bekenntnis zum Glauben (Schahada)
• Das rituelle Gebet (Salat)
• Das Fasten im Monat Ramadan (Saum)
• Die Entrichtung der Armensteuer (Zakat)
• Die Pilgerfahrt nach Mekka (Haddsch ) (vgl. Weiner (2002) 37ff)
Der Islam ist also nicht nur eine Religion, sondern beinhaltet auch eine gewisse Art der Lebensführung. Auf den genannten fünf Säulen des Islams, beruht das religiöse Leben der Muslime. (vgl Lemmen (2002) 216)
Im Islam gibt es keine Kirche im Sinne der christlichen Kirche. Nachdem der islamische Vielvölkerstaat gerade einmal 200 Jahre nach dem Tod Mohammeds zusammengebrochen ist, wurde die religiöse Autorität der ulma anvertraut (arabisch: Gelehrter), einer Klasse von Schriftgelehrten. Deren Rolle ist eigentlich weniger mit den christlichen Priestern als mit
- 9
Arbeit zitieren:
Eva Stöckl, 2005, Koran - Islam - Islamismus. Ein Vergleich anhand der Stellung der Frau und der Theorie Bassam Tibis, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die muslimische Frau - die gesellschaftliche Stellung und Rolle der F...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 19 Seiten
Politik - Internationale Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient
Seminararbeit, 19 Seiten
Objektive Hermeneutik mit besonderer Beachtung der Sequenzanalyse
Soziologie - Methodologie und Methoden
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Die Bedeutung des Spiels in der kindlichen Entwicklung
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Seminararbeit, 49 Seiten
Der Stoff aus dem die Ängste sind
Der Streit um das Kopftuch (In...
Kulturwissenschaften - Empirische Kulturwissenschaften
Hausarbeit, 25 Seiten
Die Modalverben im Deutschen und Französischen
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Seminararbeit, 18 Seiten
Der Islam - Muslimische Frauen zwischen Koran und Sharia
Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Über die Gleichheit und die Ungleichheit der Frau in islamischen Schri...
Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
Seminararbeit, 19 Seiten
Das Frauenbild in Erich Kästners lyrischen Werken
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 16 Seiten
Erich Kästner: Chronist seiner Zeit - biographische Anspielungen in se...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 18 Seiten
Frauendarstellungen im Prosawerk Erich Kästners
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 32 Seiten
Die türkische Frauenbewegung - Bedeutung und Einfluss innerhalb des po...
Politik - Internationale Politik - Region: Südosteuropa, Balkan
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Zu: Jennifer Fluris 'The Naked Veil: (Re-) Examining the U.S. Unve...
Frauenstudien / Gender-Forschung
Hausarbeit, 26 Seiten
Eva Stöckl's Text Koran - Islam - Islamismus. Ein Vergleich anhand der Stellung der Frau und der Theorie Bassam Tibis ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Eva Stöckl hat den Text Koran - Islam - Islamismus. Ein Vergleich anhand der Stellung der Frau und der Theorie Bassam Tibis veröffentlicht
Eva Stöckl hat einen neuen Text hochgeladen
Religion - Gewalt - Terrorismus
Religionssoziologische und eth...
Karl Gabriel, Christian Spieß, Katja Winkler
Lernkompetenz: Geschichte, Geografie, Politik, Religion
Bausteine für das 5. bis 10. S...
Realschule Enger
0 Kommentare