Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Begriffsklärung, Definitionen 4
3 Epidemiologie des Suizids 5
4 Methoden. 7
5 Theoretische Erklärungsansätze 7
5.1 Die soziologische Suizidtheorie 8
5.2 Elemente klassischer psychoanalytischer Suizidtheorien 9
5.2.1 Die psychoanalytische Suizidtheorie 9
5.2.2 Narzisstische Krisen 10
5.3 Die medizinische Theorie des präsuizidalen Syndroms. 11
5.3.1 Einengung. 12
5.3.2 Gehemmte und gegen die eigene Person gerichtete Aggression. 13
5.4 Die Stresstheoretischen Erklärungsansätze 15
5.5 Die lerntheoretischen Ansätze. 15
5.6 Der Einfluss der Familie (Broken-Home) 16
6 Ursachen, Hintergründe und Motive von suizidalen Handlungen Jugendlicher. 16
7 Fallbeispiele 19
8 Präventive Maßnahmen und Hilfen. 20
9 Schluss. 22
Literaturverzeichnis 23
1 Einleitung
Suizide sind nicht selten, sie geschehen täglich. Jedes Jahr bringen sich in Deutschland mehr Menschen um, als zusammengerechnet im Straßenverkehr und an Aids sterben. Alle 45 min tötet sich in Deutschland ein Mensch und alle 5 Minuten versucht einer sein Leben zu beenden. Täglich nehmen sich in der Bundesrepublik zwei Kinder bzw. Jugendliche das Leben. (vgl. Otzelberger 2002, S. 15)
Gerade der Suizid eines Kindes bzw. Jugendlichen erregt starke Emotionen. Allerdings ist der Suizid im Jugendalter ein Thema, das häufiger totgeschwiegen und vertuscht, als öffentlich diskutiert und wissenschaftlich erforscht wird. Über diesem Thema liegt in unserer Gesellschaft ein Tabu, wie es kaum für eine andere menschliche Handlung größer ist. In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Problematik des Suizides bei Jugendlichen. Die Fragestellung dieser Arbeit ist: Durch welche Motive, welche Hintergründe und unter welchen Umständen kommen Jugendliche zu der Entscheidung ihrem Leben ein Ende zu bereiten? Einem Leben, das für jungen Menschen noch nie so lebenswert sein könnte wie heute, in dem fast jeder Berufswunsch erfüllbar ist, in dem jeder die Freiheit hat sich zu entscheiden zum selbst bestimmten Tun oder Lassen, ein Leben wo Grenzen keine Hindernisse mehr sind, aber jeder die Freiheit hat sich zu begrenzen. Welche Grenzen haben diese Jugendlichen scheinbar erreicht oder halten sie für so unüberwindbar, dass sie davor resignieren und keinen anderen Weg mehr sehen, als sich von dieser Welt zu verabschieden? Nach einer vorausgehenden Begriffsklärung sowie einer sprachlichen Definition des Begriffs Suizid und einem Blick auf die Statistiken, werde ich verschiedene Erklärungsansätze aus den Bereichen der Psychologie, der Soziologie und aktuelle Ansätze näher erläutern. Als nächstes werde ich mich mit den Ursachen und Hintergründen und Motiven beschäftigen. Nachdem ich dann einige Fallbeispiele aufgezeigt habe, werde ich zum Schluss näher ich auf präventive Maßnahmen und mögliche Hilfen eingehen.
Wenn hier von Jugendlichen die Rede ist, ist die Altersgruppe von etwa 15 bis Anfang 20 Jahren gemeint.
2 Begriffsklärung, Definitionen
Selbstmord, Suizid, sich das Leben nehmen, Selbsttötung, Selbstvernichtung, Freitod, sich umbringen; es gibt viele bedeutungsgleiche Wörter für den Selbstmord. In der medizinischen Fachwelt und auch unter anderen Fachleuten wird immer wieder darüber diskutiert, welcher Begriff der richtige sei. Alle Versuche den Begriff Selbstmord durch einen anderen zu ersetzen sind letztendlich fehlgeschlagen. Es ist im alltäglichen Sprachgebrauch bei Selbstmord geblieben und im medizinisch-psychologischen Sprachgebrauch bei Suizid. (vgl. Dickhaut 19955, S. 15)
Selbstmord ist eine Verhaltensweise, welche den verzweifelten Versuch einer starren Konfliktbewältigung darstellt. Durch die suizidale Handlung beendet die Menschen eine für sie unerträgliche Situation, ohne jedoch auf sie selbst Einfluss zu nehmen. Vielmehr entziehen sie sich ihr und gehen den Problemen damit aus dem Wege, in dem sie ihrem Leben ein Ende setzen. Sie bewältigen ihre Probleme nicht durch Aktivität und konstruktive sowie flexible Problembewältigung, sondern durch Rückzug und Vermeidungsverhalten. Man kann Suizid somit als eine misslungene Bewältigung von Belastungen und als Resultat einer Eskalation am Ende einer lang andauernden Problemgeschichte sehen. (vgl. Bründel 1993, S.9f)
Suizidalität meint die Summe aller Denk- und Verhaltensweisen von Menschen, die in Gedanken, durch aktives Handeln oder passives Unterlassen den eigenen Tod anstreben oder ihn als mögliches Ereignis einer Handlung in Kauf nehmen. Suizidalität ist grundsätzlich bei allen Menschen möglich, tritt jedoch häufig in psychosozialen Krisen und bei psychischer Erkrankung auf. Suizidalität ist meist kein Ausdruck von Freiheit und Wahlmöglichkeit, sondern von Einengung durch objektiv und/oder subjektiv erlebte Not, durch psychische und/oder körperliche Befindlichkeit und deren Folgen. (vgl. Wolfersdorf 1996, S.92)
4
3 Epidemiologie des Suizids
Im internationalen Vergleich ist auffällig, dass in katholischen Ländern die Suizidraten sehr niedrig sind. In Europa zum Beispiel läuft das Hauptgefälle der Suizidraten vom protestantischen Norden zum stärker katholischen Süden. Von Nord nach Süd nimmt auch die Verstädterung ab, was am deutlichsten an den Mittelmeerländern zu sehen ist, aber auch in Norwegen und Island, wo ebenfalls eine vorwiegend ländliche Struktur herrscht. Das Nord-Südgefälle schließt automatisch auch ein Klimagefälle mit ein, das heißt, in den sonnenärmeren Ländern finden sich höhere Suizidraten als in den sonnenreicheren. Man kann also sagen, dass die Klimazone, Religionszugehörigkeit und Stadt-Landverteilung einen Einfluss auf die Suizidraten haben. Allerdings ist der Stellenwert der einzelnen der Einflussgrößen und deren einzelne Gewichtung schwer zu bestimmen ist. (vgl. Bründel 1995, S. 67)
Speziell die Suizide von Jugendlichen wurden in Deutschland erst ab Anfang des 20. Jahrhunderts systematisch erfasst und registriert. Jedoch kann man davon ausgehen, dass sich Jugendliche schon zu allen Zeiten das Leben genommen haben.
Allerdings ist jede Statistik mit Vorsicht zu betrachten, denn es kann davon ausgegangen werden, dass eine Reihe von Suiziden nicht als solche erkannt und erfasst werden. So sind z.B. viele der Drogentoten, die jährlich an einer Überdosis sterben, Menschen, die sich das Leben nehmen wollten. Ebenso verbergen sich hinter vielen tödlichen Verkehrsunfällen Suizide. (vgl. Otzelberger 2002, S. 38ff)
Die Konfession kann nicht nur einen Einfluss auf die Suizidrate haben, sondern es werden z.B. gerade in katholischen Gebieten, besonders die Selbstmorde junger Menschen, gern als Unfälle hingestellt und kaschiert. (vgl. Dickhaut 1995, S. 20)
Über Suizidversuche existieren fast nirgends offizielle Registrierungen. Eine Erfassung dieser ist zudem auch schwierig, weil nur ein Teil der suizidalen Handlungen z.B. in Krankenhäusern behandelt werden. Viele Suizidversuche werden nur Beratungsstellen und Hausärzten bekannt oder bleiben völlig unbehandelt und bleiben daher unerkannt.
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Sterbefälle durch Suizid und Selbstbeschädigung Deutschland (Angaben Statistisches Bundesamt)
In den letzten 30 Jahren lies sich eine Tendenz zum Rückgang von Suiziden feststellen, was aber leider nicht bei den Suiziden von Jugendlichen zu verzeichnen ist. Es ist festzustellen, dass die Suizide bei Betrachtung langer Zeiträume um ein konstantes Mittel schwanken, jedoch im Vergleich zu 1992 etwas angestiegen sind. Die Suizidziffer ist bei männlichen Jugendlichen höher als bei weiblichen.
Suizid ist bei Jugendlich die dritthäufigste Todesursache. (vgl. Dickhaut 1995, S. 21)
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Arbeit zitieren:
Katja Macheleidt, 2005, Suizid im Jugendalter: Ursachen und theoretische Erklärungsansätze, München, GRIN Verlag GmbH
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