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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. The Ministry of Women s Affairs (MWA) Neuseeland 3
3. Ziele des MWA 4
3.1. Gender Mainstreaming 4
3.2. Gender-Forschung und Entwicklung von Programmen 5
3.3. Gender-spezifische Beratung für Regierungseinrichtungen und Non
Governmental Organisations (NGOs) 6
4. Die Umsetzung der Ziele in den gegenwärtigen Initiativen und
Projekten des MWA 6
4.1. Was ist Gender Analysis 6
4.1.1. Die sechs Stufen der Gender Analysis 8
4.1.2. Fallstudie im privaten Be reich: Private Sector Case Study 11
4.1.3. Fallstudie zur Rentenversicherung 12
4.3. Gender Statistik: Time Use Survey 14
4.4. Women s Information Needs Final Report 16
4.5. Nominations Service des MWA 19
5. Schlussbemerkungen 21
6. Anhang 23
7. Literaturverzeichnis 26
3
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Aufgaben und Ziele des Ministry of Women’s Affairs (MWA), Neuseeland unter besonderer Berücksichtigung wie diese Ziele in die Praxis umgesetzt werden.
Dabei wird zwischen drei Zielsetzungen unterschieden: des Gender Mainstreaming (3.1.), der Gender-Forschung (3.2.) und der gender-spezifischen Beratung (3.2.). Anhand verschiedener Arbeitsfe lder wie der Gender Analysis (4.1.) seinem Sechsstufenmodell und zwei Fallstudien, eine im privaten Bereich (4.1.2.) und eine in Form eines Rentenversicherungsschemata mit und ohne Gender Analysis (4.1.3.). Daran anschließend folgt die sogenannte Time Use Survey (4.3.), eine Untersuchung der Zeitaufwendungen von Männern und Frauen gefolgt von dem Women’s Information Needs Final Report (4.4.), in welchem die Informationsbedürfnisse und Zugangsmöglichkeiten von Männern und Frauen zu Regierungseinrichtungen untersucht wurden. Abschließend wird die Funktion des Nomination’s Service (4.5.) des MWA erläutert, der vermitteln, fördern und unterstützen will, um Frauen in Entscheidungsträgerpositionen zu bringen.
The Ministry of Women’s Affairs (MWA), Neuseeland 2.
Das Ministry of Women’s Affairs (MWA) hat es sich seit seiner Gründung im Jahre 1986 mit seinen 35 Mitarbeitern und einen jährlichen Etat von $3,5-4 Millionen Dollar zur Aufgabe gemacht, Gender-Themen und -Fragestellungen der neuseeländischen Gesellschaft bewusst zu machen und damit Ungleichheiten der Geschlechter aufzudecken, zu begutachten und soweit es möglich ist, verändern.
Es sollen darüberhinaus Regierungseinrichtungen und Non-governmental Organizations (NGOs) mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse aus Untersuchungen und Studien beraten werden, um die Leistung, die Frauen in der neuseeländischen Gesellschaft erbringen, anzuerkennen und um damit gegen die Unterbewertung und Geringschätzung von Frauen vor allem in unbezahlter und freiwilliger Arbeit vo rzugehen. Um das zu erreichen, konzentriert sich das MWA auf drei Haupttätigkeitsfelder: Gender
4
Mainstreaming − die Bewusstmachung von Gender-Themen, die Beratung von Regierungseinrichtungen und NGOs zu gender-spezifischen Themen, sowie die Erforschung von Ungleichheiten durch das Erstellen von Studien und Berichten. Mit diesen Haupttätigkeitsfelder sind Zielsetzungen verbunden, die im Folgenden erläutert werden.
3. Ziele des MWA
Das MWA stellt sicher, dass die Regierung strukturelle Barrieren für die v olle Partizipation von Frauen in der Gesellschaft versteht und mit der Hilfe von Gender Mainstreaming (3.1.) bewusst macht und es werden Werkzeuge wie Gender Analysis, GISs oder Studien durchgeführt und Programme entwickelt (3.2.), die eine genderspezifische Beratung ermöglichen, um Ungleichheiten für Frauen zu erkennen und überwinden zu helfen (3.3.).
3.1. Gender Mainstreaming
Gender Mainstreaming oder „[...] the integration of gender considerations into policy advice [...]” 1 und die Weiterbildung und Aufklärung der neuseeländischen Gesellschaft über Gender-Themen ist ein Ziel des MWAs. In diesem Zusammenhang bietet es Seminare, Workshops und eine gute und umfangreiche Website mit zahlreichen Informationen zum Thema Gender an. Auf der Website stellt das MWA verschiedene Programme und Initiativen für Frauen vor, wie beispielsweise der aktuell einsehbare Aufruf zu Meinungsäußerungen über die gegenwärtige Situation von Frauen in Neuseeland in Towards an Action Plan für New Zealand Women 2 , der mit einem Diskussionsführer für Frauengruppen den meinungsbildenden Prozess begleitend unterstützen soll.
Mit diesem Konzept der Transparenz und Partizipation soll sichergestellt werden, dass Sichtweisen von Frauen, die Internetzugang haben, gehört und überdacht werden, so dass die Differenzen des Einflusses von Frauen und Männern auf die Politik und Gesetzgebung analysiert werden können. Mit Mitteln wie dem Internet,
1 Lawrence, Judy (23./24.11.2000): Speech at the Nordic Council of Minsters/OECD about “Gender
Mainstreaming, Competitiveness and Growth”,
5
Informationszentren und Umfragen ist ein nationaler Informationsfluss beider Richtungen gewährleistet.
3.2. Gender-Forschung und die Entwicklung von Programmen
Die Forschung zu Gender-Themen beinhaltet die Erstellung und Entwicklung von Studien und Programmen sowie das Anlegen und Pflegen von Gender-Datenbanken. Die Durchführung von Studien wie dem Time Use Survey (4.3.) und dem Women’s Information Needs Final Report (4.4.) und die Sicherstellung der Finanzierung von Studien wie dem Household Labour Force Survey von 1994, bei der festgestellt wurde, dass nur 54,3 % der Frauen einer bezahlten Arbeit nachgehen im Vergleich dazu 73,4 % der Männer. 3 Weiterhin setzt sich das MWA für die Entwicklung und Durchführung von Programmen wie den Gender-Analysis Checklisten und den Gender Implication Statements (GISs) (4.1.) ein. Eine Auswahl von bisher durchgeführten Programmen und Initiativen des MWAs das in einem kurzen Überblick veranschaulichen. Auf dem Gesundheitssektor unterstützte das MWA aktiv die durch die Cartwright Inquiry 4 hervorgegangenen Empfehlungen für die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und war Mitbegründer des nationalen Vorsorgeprogrammes unter dem Namen National Cervical Screening Programme (NCSP). In der Familienpolitik machte das MWA durch Studien wie dem Time Use Survey, die hauptsächlich von Frauen verrichtete unbezahlte und freiwillige Arbeit in Familien und Gemeinden deutlich. Durch das Gender Pay Gap 5 wurde die unterschiedliche Bezahlung von Frauen- und Männerarbeit festgestellt und öffentlich gemacht. Das MWA entwickelte zusammen mit dem Ministry of Education das OSCAR- Programm (Outof School Care and Recreation) für die Kinderbetreuung nach der Schule. In Hinblick auf Berufsausbildung und Karriere unterstützt es Frauen mit dem Nomination’s Service (4.5.) oder der Women’s Appointment File dabei, in Entscheidungsträgerpositionen zu gelangen. 6
2 < http://www.mwa.govt.nz/new.html>.
3
6
“Making a difference for women – a history of the Ministry”,
6
3.3. Gender-spezifische Beratung für Regierungseinrichtungen und Non-Governmental Organisations (NGOs) Das MWA berät umfassend und kontinuierlich Regierungseinrichtungen, NGOs wie Frauengruppen und individuelle Frauen. Das MWA gibt genaue A nleitungen, einen Consultation Guide 7 , wie beraten werden sollte; ob unterschiedliche Frauengruppen oder einzelne Frauen beraten werden, zu welcher Tageszeit bearten werden sollte, ob der Ort geeignet ist, wie das Treffen abgehalten wird oder ob der Gebrauch einer angemessenen Sprache eingehalten wird. Ein angemessener Zeitraum für die Diskussion der Frauen untereinander sollte gegeben werden und es ist notwendig, dass unterschiedliche Frauengruppen beraten und gehört werden, um die verschiedenen Problemstellungen der verschiedenen ethnischen Gruppen wie beispielsweise der Maori Frauen zu erfahren.
Seit seiner Entstehung hat das MWA durch seine beratende Rolle auf verschiedenen Politikfeldern zu zahlreichen Gesetzesänderungen, neuen Programmen und Einrichtungen für Frauen beigetragen. In der Rechtspolitik bot das MWA Frauen Beratung zum rechtlichen Schutz von Opfern häuslicher Gewalt an und zeichnete in weiten Teilen den Domestic Violence Act von 1995, ein wichtiges Gesetz zum Schutz von Frauen, verantwortlich. Das MWA setzte sich auch aktiv für Gesetze wie den Film, Videos and Publication Classification Act von 1993 ein, der eine Possession- Kennzeichnungfür Gewaltfilme vorschrieb.
Gender-spezifische Beratung verbindet das MWA auch mit dem Aufbau von Netzwerken der Ministerien und Frauengruppen untereinander und ist im Laufe der Jahre immer mehr zu einer Art Knotenpunkt und Vermittler zwischen den Regierungseinrichtungen und NGOs geworden.
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free download unter
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4. Die Umsetzung der Ziele in den gegenwärtigen Initiativen und
Projekten des MWA
4.1. Gender Analysis 8
Gender Analysis ist ein Verfahren, das die Auswirkungen, das heißt Vor- und Nachteile von gegenwärtigen und zukünftigen Gesetzen, Programmen und Initiativen auf Frauen und Männer einschätzen soll. Chief Executive Judy Lawrence definiert Gender Analysis: “[…] it is about integrating the effects of gender differences into policy advice, programme design and implementation of policies and the effectiveness of policies for different groups in society with the objective of gender equality […]” 9 .
Gender Analysis ist ein Werkzeug zur Verbesserung der Qualität von Dienstleistungen soll sicherstellen, dass alle Regierungseinrichtungen ihre Verantwortung und Pflicht gegenüber Gender-Themen erfüllen.
Um Gender Analysis wirksam praktizieren können, müssen Rahmenbedingungen wie das kontinuierliche Zusammentragen und Analysieren von umfangreichen, repräsentativen und qualitativ hochwertigen Daten und Studien zum Thema Gender, die ständig erweitert und aktualisiert werden, gewährleistet werden (siehe 3.2.). Das MWA hat diese Aufgabe mit Hilfe von Einrichtungen wie Statistics New Zealand (SNZ) beim Time Use Survey oder Urbis Keys Young beim Women’s Information Needs Final Report in seiner siebzehnjährigen Geschichte vorbildlich gelöst.
Eine der ersten Veränderungen nach der Einrichtung des MWAs 1986 war die Einführung von Gender-Checklisten in fast allen Regierungseinrichtungen bei der Entwicklung von Erlässen, Programmen und Gesetzesvorlagen. Mitte der 90er Jahre wurde daraus des Framework for Gender Analysis entwickelt, um Mitarbeitern von Regierungseinrichtungen Training für Gender Analysis anzubieten. Zu diesem Zweck wurden und werden Seminare und Workshops für Mitarbeiter im öffentlichen Dienst, NGOs und mittlerweile auch für Privatpersonen durchgeführt.
Seit November 2000 ist Gender Analysis in Form von GISs eine formale Anforderung in allen Regierungseinrichtungen. Die Etablierung einer Art Kontrollkomitee für
8 “Using Gender Analysis to Improve the Quality of Policy Advice”,
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Aggy Gartner, 2003, The Ministry of Women's Affairs, Neuseeland: Die Ziele und deren Umsetzung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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