Gliederung
I. Einleitung 4
II. Der Begriff Konfessionalisierung. 5
II.1 Die Klärung des Begriffes Katholische Konfessionalisierung 5
II.2 Die Ergebnisse der Konfessionalisierung 5
III. Vom Widerstand der katholischen Territorien gegen die Reformation bis zur
Organisation der „Katholischen Konfession“ 6
III.1 Vorbetrachtungen. 6
III.2 Die Anfänge Albrechts V - Religionsfrieden, Kelchbewegung, Landsberger Bund. 7
IV. Die Verschärfung des kirchlichen Kurses- vom Konzil von Trient über die Niederlage
de r Adelsfronde zur Gründung des Jesuitenordens 9
IV.1 Das Konzil von Trient: 9
IV.2 Die Niederlage der Adelsfronde 10
IV.3 Die Gesellschaft Jesu - der Jesuitenorden 11
IV.3.1 Der Jesuitenorden- eine Erläuterung: 12
IV.3.2 Der Jesuitenorden im Herzogtum Bayern. 13
V. Bayern auf dem Weg zur Vormacht der Katholischen Konfessionalisierung in
Deutschland über die Beziehungen zu Wien und Rom. 13
V.1 Einfluss Bayerns in Österreich 13
V.2 Einfluss Bayerns auf den Südwesten des Reiches 14
V.3 Der Ausbau der Beziehungen zu Rom als Mittel der Katholischen Konfessionalisierung 14
VI. Das Wirken Wilhelm V. und Maximilian I. im Zweiten Teil der Katholischen
Konfessionalisierung 15
VI.1 Wilhelm V. 15
VI.2 Die kleineren politischen Unternehmungen Wilhelms V. 16
VI.3 Maximilian I. 17
VI.4 Das Donauwörther Ergebnis und die Gründung der Liga unter Maximilian I. 18
VI.5 Der Jülicher Erbfolgekrieg und die Umgestaltung der Liga 20
VII. Schlussbemerkungen. 21
VII.1 Literaturverzeichnis 23
3
I. Einleitung
Die Geschehnisse, Ereignisse und Entwicklungen Bayerns beeinflussten schon immer beträchtlich die Geschichte des deutschen Volkes.
In dieser Arbeit „Katholische Konfessionalisierung: Das Beispiel Bayern“ sollen die Jahre 1555-1618 in einen chronologischen Ablauf aufgezeigt und dabei die politischen, gesellschaftlichen, militärischen und religiösen Entwicklungen analysiert und auch interpretiert werden. Augenmerk liegt dabei auf den Versuch, den von Heinz Schilling und Wolfgang Rein hard geprägten Begriff der „Konfessionalisierung“ bzw. „Katholischen Konfessionalisierung“ anhand Bayerns zu beweisen und den veralteten Begriff der „Gegenreformation“ zu wiederlegen oder wenigstens als Teilelement des übergeordneten Begriffs der „Konfessionalisierung“ darzustellen. Die gegenwärtige Forschungslage auf diesem Gebiet ist schon weit vorangeschritten, wie besonders die Werke von Heinrich Schmidt „Konfessionalisierung im 16. Jahrhundert“ und Ernst Koch „Das konfessionelle Zeitalter- Katholizismus, Luthertum, Calvinismus“ zeigen, die dadurch einen besonderen Stellenwert in meiner Arbeit erhalten haben.
Dennoch sind viele Lücken und Kritikpunkte in den letzten Jahren an den bisherigen Ergebnissen und Thesen aufgetaucht, welche besonders auf den Gesichtspunkt der Einflussnahme auf die „Konfessionsbildung“ von der Unterschicht abzielen oder zumindest der unteren Schicht einen höheren Stellenwert einräumen wollen.
Die Arbeit möchte ihren geographischen Rahmen nicht nur auf den süddeutschen Raum beschränken, sondern führt auch Entwicklungen in anderen deutschsprachigen und europäischen Gebieten auf, welche direkt oder auch nur indirekt von den tiefgreifenden Veränderungen in Bayern beeinflusst wurden.
Dadurch soll ein Gesamtbild der konfessionellen Entwicklungen auf europäischen Boden entstehen. Die Arbeit soll verdeutlichen wie es von den, von vorneherein auf Widerstand stoßenden Kompromiss des Augsburger Religionsfriedens 1555 zu den schrecklichsten und längsten Krieg der Menschheitsgeschichte kommen konnte, den Dreißigjährigen Krieg 1618.
Die Fragestellungen die versucht werden zu beantworten und zu klären, umfassen dabei einen breit gefächerten Raum.
Im Mittelpunkt stehen dabei aber zentrale Fragen wie: Was bedeutet überhaupt Konfessionalisierung? Wie sahen die ersten Jahre nach den Augsburger Religionsfrieden aus? Durch welche Maßnahmen trieben die Herrscher Bayerns die Konfessionalisierung voran? Welche Einflussfaktoren kamen von außen? Aber auch: Wie beeinflusste Bayern politisch, militärisch und besonders konfessionell die Entwicklung in deutschsprachigen Raum?
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Am Ende der Arbeit sollen Fragen beantwortet werden wie: Wie kam es zur Verhärtung der gegnerischen Seiten und warum war am Anfang des 17. Jahrhunderts ein Krieg kaum noch abwendbar?
II. Der Begriff Konfessionalisierung
Eine der nach heutigen Forschungen gelungenste Definition des Begriffs Konfessionalisierung bietet der evangelische Historiker Heinz Schilling: „Konfessionalisierung meint insbesondere die Verknüpfung mit dem Prozess der frühmodernen Staatsbildung. Er geht von den „Normalfall“ der gegenseitigen Verstärkung von Konfessionalisierung und Staatsbildung aus, wodurch die Entwicklung des frühmodernen Staates gefördert wurde. Indem der Staat Kontrolle über die Kirche erlangte, konnte er sich sachlich und personell ausweiten und zwar im Einzelnen durch Schaffung staatlicher oder staatlich kontrollierter Kirchenbehörden und durch die Übernahme von Kompetenzen (Politik, Sozialfürsorge, Schule...). Der Prozess war also ambivalent. Er konnte integrative und konfliktfördernde Wirkung haben.“ 1
II.1 Die Klärung des Begriffes Katholische Konfessionalisierung
Seit Hubert Jedin hat sich der Doppelbegriff „Gegenreformation“ und „katholische Reform“ für zwei Teilphänomene der katholischen Forschung durchgesetzt. Scheinbar meint die „katholische Reform“ die Überzeugungsarbeit der Kirche, während die Gegenreformation als antiprotestantische Rekatholisierung mittels Zwang auf die Machtmitte des Staates angewiesen ist. Problematisch wird der Name „Gegenreformation“, wenn er ohne sein Pendant „katholische Reform“ - die gesamte Epoche 1555 - 1648 kennzeichnen soll [Zeeden]. Hierbei bietet sich als Ersatz der Begriff „Konfessionalisierung“ an, der noch weiter und stärker thematisiert bzw. angewandt werden kann.. Für den Katholizismus könnte „katholische Konfessionalisierung“ das abdecken, was sonst unter diesen Doppelwort gefasst wird (also ein Oberbegriff). 2
II.2 Die Ergebnisse der Konfessionalisierung
Die Konfessionalisierung griff tief in die weltliche Ordnung ein, vom Staat über die Kommunen und Korporationen bis hinab in die Familien. Sie versetzte Europa über ein halbes Jahrhundert hinweg in Unruhe, weil sie mit einem tiefen gesellschaftlichen und politischen Wandel verbunden war. Konfessionalisierung meint also nach Schilling nicht die Aufhebung des Differenzierungsschubes, der sich im Zusammenhang mit der Reformation in Kirche, Staat und Gesellschaft durchgesetzt hatte. Ganz im Gegenteil, sie trieb diese Differenzierung entschieden voran, indem sie so wichtige Bereiche des öffentlichen Lebens wie Ehe und Familie, Schule und Bildung, Armen und Krankenfürsorge, die
1 Schilling, Heinz: Aufbruch und Krise, Deutschland 1517-1648, Leipzig 1991.
2 Schmidt, Heinrich: Konfessionalisierung im 16. Jahrhundert, München 1993.
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bislang in der Kompetenz in einer vom Staat getrennten Kirche gelegen hatten, dem Einfluss weltlicher Kräfte öffnete . Dadurch ergab sich eine „neue Dimension gesellschaftlich- planerischen Handelns“, dass den Durchbruch der neuzeitlichen Rationalität erleichterte. Gleichzeitig trug die Konfessionalisierung entscheidend zu jenem Erziehungsprozess bei, der Schritt für Schritt den naturnahen Lebensrhythmus und die magischen Vorstellungen und Riten zurückdrängte. Die Konfessionen erzwangen den Übergang zu einer disziplinierten Lebensführung und bereiteten wissenschaftlich begründeten Zweckrationalität den Boden Vom Widerstand der katholischen Territorien gegen die Reformation bis zur Organisation der „Katholischen Konfession“ 3
II.3 Vorbetrachtungen
Als „Jahre der Unruhe“ hat man die Zeit von 1555 bis 1570 bezeichnet. Sie brachten zunächst die Aufteilung des habsburgischen Weltreiches, die durch Ferdinand I. Kaiserkrönung 1556 sichtbar zum Ausdruck kam. Und wenngleich auch fortan die Gesamtheit der habsburgischen Familieninteressen das Schicksal Deutschlands mitbeeinflusst hat, fielen doch zunächst einmal spanische Expansion und habsburgisch - österreichischer Kontinentalismus und Territorialismus recht weit auseinander. Innerhalb Deutschlands erschwerten die protestantischen Neigungen Maximilians II., der als Ferdinands ältester Sohn 1564 Kaiser wurde, die religionspolitische Beruhigung, die ohnehin durch den Kampf um die Auslegung des Religionsfriedens immer wieder verzögert wurde. Die protestantischen Reichsstände, die auf dem Reichstag eine schwache Minderheit bildeten, die große Mehrheit des Volkes aber hinter sich wussten, suchten ihren Machtbereich zu erweitern; sie zogen die meisten norddeutschen Stifte an sich und erweiterten damit nicht allein ihre Grundlage für Macht und Finanzen, sondern gewannen auch in Bistümern und Klöstern standesgemäße Positionen für jüngere Söhne. Aber das waren wenig bedeutende Einzele rgebnisse, die obendrein gefährdet blieben, solange die Protestanten keinen großen politischen Führer hatten. Und dieser fehlte ihnen um so mehr, als auch Lutheraner und Calvinisten einander zu misstrauen begannen. „Was sich in der Reformationszeit in dem Auseinandergehen von Luther und Zwingli angebahnt hatte wurde unter den Epigonen zum Dauerzustand“ (Hartung). So nahmen denn in der Reichsgeschichte jener Zeit Lappalien einen politischen Vorrang ein, der ihnen bei weitem nicht zukam.
Inzwischen begann die als „Katholische Konfessionalisierung“ bezeichnete Bewegung sich in Deutschland zu formieren, jene Konzentration und Belebung des Katholizismus, die für einige Jahrzehnte der deutschen Entwicklung entscheidende Akzente gegeben hat und sich keineswegs in der Negation und Bekämpfung des Protestantismus erschöpfte, sondern in der Auseinandersetzung mit
3 Schilling Heinz: Aufbruch und Krise, Deutschland 1517-1648, Leipzig 1991.
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diesem von dort und aus sich selbst heraus stärkste Kräfte mit dem Ziel der Neugestaltung des Katholizismus wirksam werden ließ. 4
II.4 Die Anfänge Albrechts V - Religionsfrieden, Kelchbewegung, Landsberger Bund
Albrecht V. wurde am 29. Februar 1528 in München geboren. Er war der einzige eheliche Sohn Herzog Wilhelms und konnte so ohne Schwierigkeiten nach dem Tode seines Vaters die Herrschaft über das Herzogtum Bayern annehmen. In seiner Persönlichkeit und Politik ist Albrecht V. durchaus unterschiedlich beurteilt wurden. Er hatte eine streng katholische, humanistisch-juristische Ausbildung (Universität Ingolstadt). Neben der Freude an der Jagd und am Bankettieren stand stets seine ungewöhnliche und Bleibens schaffende Neigung zu künstlerischen Glanz und gelehrten Sammlungen.. In den späteren Jahren seines Wirkens traten die kirchlich-religiösen Züge in der Lebensführung wie im politischen Verfahren immer stärker hervor. So steht Albrecht V. mitten im Übergang zum Zeitalter der katholischen Konfessionalisierung („Gegenreformation“). 5 Die ersten Jahre seine Herrschaft waren durch eine bayrisch-österreichische Annäherung bestimmt. Beim Aufstand der Kriegsfürsten im Frühjahr 1552 gegen den Kaiser Karls V. (dt. König und römischer Kaiser 1519-1556 aus dem Hause Habsburg) befand sich Bayern noch im Lager der neutralen Reichsstände, die zusammen mit König Ferdinand (Kaiser 1556-1564, römischer König seit 1531, erhielt 1521 von seinen Bruder Karl V. die österreichische Erblande und wurde Stellvertreter Karls V.) um eine friedliche Beilegung des Bürgerkrieges bemüht waren. In enger Zusammenarbeit mit seinen Schwiegervater war Albrecht V. an den Verhandlungen in Linz und Passau beteiligt. 6 Nach dem Passauer Vertrag stand Bayern im Mittelpunkt der Versuche Karl V., durch die Errichtung eines kaiserlichen Bundes im Reich neuen Fuß zu fassen. Jedoch im Zeichen seiner Niederlage vor Metz und seiner das Reichsrecht korrumpierenden Verbindung mit Markgraf Albrecht von Brandenburg Kulmbach, versagte sich Albrecht V. diesen Bündniswerbungen des Kaisers. Gleichzeitig trat er dem im März 1553 gegründeten Heidelberger Bund bei, der evangelische wie katholische Fürsten umfasste und ein Gegengewicht zu den Bestrebungen des Kaisers (Revision des Passauer Vertrages) bilden sollte. Gegen Widerstand der evangelischen Fürsten setzte der bayerische Herzog die Aufnahme Herzog Ferdinands in den Heidelberger Bund durch. Ebenso deutlich zeigte sich die österreichischbayrische Nähe in der Vorbereitung und dem Verlauf des Augsburger Religionsfriedens 1555. Im Fürstenrat arbeiteten der Bayer Wiguleus Hundt und der österreichische Rat Zasius Hand in Hand, als
4 Treue, Wilhelm: Deutsche Geschichte, Von den Anfängen bis zur Gegenwart, München 1993.
5 Spindler, Max (Hrsg.): Handbuch der bayrischen Geschichte, Band 2, Das alte Bayern der Territorialstaat vom Ausgang des 12. Jahrhunderts bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts, München 1996.
6 Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte, Stuttgart 1970.
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Björn Schmalz, 2003, Katholische Konfessionalisierung am Beispiel Bayerns, München, GRIN Verlag GmbH
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