Inhaltsverzeichnis
I Einleitung 3
II Eingrenzung der Exposition. 3-4
III Expositionsanalyse 5
1. Plot 5
2.1. Die erste Subsequenz der Exposition- eine Analyse 5-10
2.1.1 Bildanalyse 10-13
2.1.2. Tonanalyse 13-14
2.2. Die zweite Subsequenz der Exposition- eine Analyse 15
2.2.1. Bildanalyse 15-19
2.2.2. Tonanalyse 20-21
IV Ausblick 22
V Literaturnachweis 23
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I. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Expositionssequenz des Films REAR WINDOW (1954, Alfred Hitchcock). Kern dieser Arbeit ist, neben der Beschreibung der Exposition, eine Bild und Tonanalyse mit darauf aufbauender Interpretation.
Die Aussagen über die Bild- und Tonkomposition stützen sich auf das Filmprotokoll (siehe Anhang), die Analyse und Interpretation aus dem Kontext objektiv beobachteter Filmelemente. Untersucht wurde die englische Originalfassung (Format: 1.66:1, Widescreen), da eventuelle Bild- und Tonsymmetrien besser benannt werden können. Anschließend wird ein Forschungsausblick angeführt, indem ich versuche weitere Ansätze zur Bearbeitung des Films zu formulieren.
II. Eingrenzung der Exposition
Die Exposition umfasst genau 30 Einstellungen. Die Protokollierung beginnt ab der 20sten Sekunde, da der Vorspann der Produktionsfirma für die Arbeit kein Untersuchungsfeld bietet und deshalb nicht berücksichtigt wird. Die Exposition beginnt also mit der 20sten Sekunde und endet bei 6 Minuten 38 Sekunden. Die Begründung ist eher narrativen und inhaltlichen Ursprungs.
Darüber hinaus wird die Exposition in zwei Subsequenzen gegliedert: Subsequenz 1 als Einleitung und Subsequenz 2 als Hauptteil. Der Vorspann und die darauf folgende Kamerafahrt über den Hinterhof und Jeffries Appartement (0:20- 3.51 Minuten) fungiert als erste Subsequenz der Exposition. Der Zuschauer erhält einen Überblick über die beiden Hauptorte der filmischen Handlung (den Hof und Jeffs Appartement), lernt einige Nachbarn und die Hauptfigur Jeffries kennen. Darüber hinaus erfährt der Zuschauer bildlich, warum Jeff im Rollstuhl sitzt und welchen Beruf er ausübt. Die Sequenz ist musikalisch untermalt. Das Publikum erfährt ohne sprachliche Hilfsmittel Antworten auf folgende Fragen: WIE? WER? WAS? WO? WARUM? (Arnheim bezeichnet das als notwendige Vorraussetzungen. 1 )
1 Arneim, Rudolf: Film als Kunst, S. 141
4
Anschließend beginnt die zweite Subsequenz, die von der Einleitung nicht nur stilistisch, nämlich durch eine Schwarzblende, sondern auch inhaltlich getrennt wird. Es erfolgt eine detaillierte Erklärung der angedeuteten Informationen: Jeffs wird als eine risikofreudiger Fotograf dargestellt, der trotz seiner Verletzung einen Auftrag von seinem Chef annehmen will. Die Nachbarn werden genauer vorgestellt inklusive Mr. Thorwald, der seine Ehefrau ermorden wird. Außerdem thematisiert Hitchcock wichtige Themen des Films, nämlich die problematische Liebe zwischen Jeff und Lisa 2 gekoppelt mit seiner ausgeprägten Vorliebe, seine Nachbarn bei alltäglichen Dingen zu beobachten.
2 Dabei ist zuzufügen, dass Jeff der jenige ist, der die Liebe zwischen den beiden durch seine „Bindungsangst“
negativ beeinflusst!
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III. Expositionsanalyse von Alfred Hitchcocks REAR WINDOW
1. Plot
Nach einem Unfall ist der Fotograf Jeff (James Stewart) vorübergehend an den Rollstuhl gefesselt und kann seine Wohnung nicht verlassen. Die einzige Abwechslung in der ungewohnten Bewegungslosigkeit sind die Besuche seiner Verlobten Lisa (Grace Kelly). Sonst bleibt Jeff nur der Blick aus dem Fenster. Von hier aus kann er seinen den Hinterhof in Green Village überblicken und beobachtet aus Langeweile das Verhalten seiner Nachbarn. Da ist die einsame Miss Lonely Hearts, das kinderlose Ehepaar, das wegen der sommerlichen Hitze auf dem Balkon übernachtet und all seine Liebe auf einen Hund projiziert, das frisch verheiratete Paar, das den ganzen Tag im Bett verbringt. Miss Torso ist eine Tänzerin, die in spärlicher Kleidung zu Hause übt - sehr zum Vergnügen der Nachbarschaft. Ein frustrierter Komponist sucht Erfüllung im Alkohol. Dann ist da noch Mr. Thorwald, der sich mit seiner behinderten Frau im Dauerclinch befindet. Seine Beobachtungen drängen ihm den Verdacht auf, dass Mr. Thorwald seine Frau ermordet hat. Es gelingt ihm allerdings nicht, Lisa und seinen Freund einen Detektiv (Wendell Corey), von der Richtigkeit seines Verdachts zu überzeugen. Als Lisa Indizien findet, die seinen Verdacht bestätigen, wird der Mörder auf seinen heimlichen Beobachter aufmerksam und versucht Jeff zu töten. Jeff wird im letzten Augenblick gerettet, bricht sich allerdings beim Sturz aus dem Fenster sein anderes Bein.
2.1. Die erste Subsequenz der Exposition- eine Analyse
Während des Vorspanns werden auf folgendem Hintergrund die Credits des Films eingeblendet: Es sind drei Fenster zu sehen, die von drei Jalousien verdeckt sind. Im Verlauf des Vorspanns werden die Jalousien gleichmäßig und nacheinander (von links nach rechts) aufgezogen, was den Eindruck erweckt, dass sich ein Theatervorhang öffnet und nun die
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Show für den Zuschauer beginnt. 3 Nachdem der letzte Credit, Alfred Hitchcock als Regisseur ausgeblendet ist, sind alle Jalousien aufgezogen. Der Zuschauer erhält somit das erste Mal einen Blick (allerdings noch unvollständig) auf den Ort, auf dem sich die Handlung des Films zum größten Teil abspielen wird: auf einen winkligen New Yorker Innenhof im Stadtteil Green Village.
Die Kamera löst sich jetzt von ihrer feststehenden Position und gleitet auf die Fensterbank des mittleren Fensters in Jeffs Wohnung. Der Zuschauer wird von innen nach außen geführt, von einer begrenzten engeren zu einer weiteren Perspektive (wobei auch die weitere Perspektive klar begrenzt ist!). Der Zuschauer erhält jetzt einen weiten, aber noch nicht vollständigen Blick über den Innenhof, der zu jeder Seite mit der Rückseite einer Hauswand geschlossen wird. Der Blick nach außen ist also durch die Häuser begrenzt, nur links unten im Bild lässt ein kleiner Durchgang den Blick auf die Straße zu. Es ist festzuhalten, dass die Topografie in REAR WINDOW gekennzeichnet ist von begrenzten und engen Räumen. Es wurde eingangs bereits erwähnt, dass im Anfangsbild der Sequenz drei Fenster zu sehen sind. Natürlich ist diese Einstellung nicht zufällig gewählt worden. Sie konfrontiert den Zuschauer bereits in den ersten Sekunden des Films mit dem Medium Film, indem Hitchcock den Film in seinem Film (Medienreflexivität) thematisiert. Die durch die drei Fenster zu sehnen Rahmungen erinnert unweigerlich an unbearbeitetes Filmmaterial bzw. ein original Filmnegativ. Wenn die Kamera an das mittlere Fenster zoomt, löst sich dieser Eindruck. Der Zuschauer ist jetzt direkt mit der Kinoleinwand konfrontiert, auf der man die gegenüberliegende Hausfront sehen kann. 4
Der erste Schnitt wird nach dieser Sequenz gesetzt, worauf ein ausgiebiger Kameraschwenk über den Hof erfolgt, der dem Zuschauer einen vollständigen Überblick über den Innenhof erlaubt:
3 Die drei Fenster fungieren als drei unterschiedliche innere Rahmungen. Das mittige Fenster wird durch die
Kamerafahrt nach draußen fokussiert. Dadurch wird das Appartement von Mrs. Torso in den Mittelpunkt
gestellt, die er in der nächsten Subsequenz während eines Telefonats intensiv beobachtet.
4 Die Medienreflexivität greift Hitchcock später noch einmal auf: Am Ende bekämpft er den Mörder, nachdem er
ihm herübergelockt hat, mit seinem Berufswerkzeug. Er blendet ihn mit seinem Blitzlicht, bis er schließlich von
Mr. Thorwald über die Fensterbrüstung gestoßen wird.
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Arbeit zitieren:
Karin Pyc, 2004, Expositionsanalyse von Alfred Hitchcocks 'Rear Window', München, GRIN Verlag GmbH
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