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1. Einleitung: Landkarten - semiotisch interessant 1
2.1 Topographische Karten in allgemeiner semiotischer Betrachtung 2
2.1.1 Graphische Elemente 3
2.1.2 Farben 4
2.1.3 Textuelle Elemente - Beschriftung 5
2.1.4 Die Legende 5
2.1.5 Orientierung 6
2.2 Untersuchung der Karte: „Falk: Niedersachsen Bremen“ 6
2.2.1 Graphische Elemente 7
2.2.2 Farben 10
2.2.3 Textuelle Elemente - Beschriftung 10
2.2.4 Die Legende 12
3. Semiotische Bewertung der untersuchten Karte 13
Anhang :
Literaturverzeichnis , untersuchter Kartenausschnitt
1. Einleitung: Landkarten - semiotisch interessant
Im Rahmen des Seminars „Semiotik des Visuellen - Informationsdesign“ habe ich ein
Referat zum Thema „Landkarten - Die Stellung im semiotischen Feld“ gehalten.
Daraufhin entschied ich mich, mich des Themas etwas näher anzunehmen.
Landkarten dienen zur Orientierung, sei es im Straßen- oder sonstigen Verkehr, auf
Wanderungen oder bei der Wohnungssuche, die Verwendungsmöglichkeiten sind äußerst
vielfältig. Um sie so verständlich wie möglich zu gestalten, und das für verschiedenste
Anforderungen und Situationen, ist eine Vielzahl von Zeichen nötig. Das macht sie
wiederum für den Bereich der Semiotik interessant.
Im Folgenden werde ich für Landkarte nur noch den Begriff „Karte“ verwenden, so wie es
die Kartographen auch tun (Schmauks 1998, S.7)
Grunds ätzlich unterscheiden muss man zwischen topographischen und thematischen
Karten.
Unter topographischen Karten versteht man solche, die Teile der Erdoberfläche abbilden.
Thematische Karten tun dies zwar in der Regel auch, jedoch sind bei ihnen noch
Zusatzinformationen eingefügt, die mit dem abgebildeten Gebiet zusammenhängen (ebd.)
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In der folgenden Ausarbeitung beziehe ich mich - um dem Umfang einer Hausarbeit gerecht zu werden - auf eine spezielle topographische Karte, die Falk-Karte für Niedersachsen/Bremen, die ich im Anhang beigefügt habe. Nach einer allgemeinen Betrachtung der topographischen Karten im semiotischen Feld, werde ich die von mir ge wählte Karte auf die Aspekte graphische Elemente, Farben, Beschriftung und Legende untersuchen, um letztendlich eine semiotische Bewertung durchführen zu können.
2.1 Topographische Karten in allgemeiner semiotischer Betrachtung
Karten sind zweidimensional. Um die dreidimensionale Welt abbilden zu können, müssen, wie bereits erwähnt, graphische und textuelle Elemente kombiniert werden. Allerdings kann eine Karte doch niemals alle Eigenschaften der abgebildeten Fläche erfassen; die Höhe von Gebäuden wird beispielsweise nicht erfasst; diese Tatsache wird als „Verkürzung“ bezeichnet (Schmauks 1998, S.12). Dafür werden auf Karten auch Dinge dargestellt, die es in der Realität in dieser Form gar nicht gibt, zum Beispiel Städte- und Flussnamen. Doch auch Eigenschaften des dargestellten Gebiets, die real existieren, werden anders dargestellt, da die Karte ja im Gegensatz zu Fotos der Orientierung und nicht der bloßen Abbildung dient. So werden Wiesen und Wälder einheitlich grün dargestellt, Grenzlinien verdeutlicht, etc. (ebd.).
Um all dies einzufügen, kann eine Karte keine bloße Verkleinerung des abgebildeten Gebiets sein. Vielmehr dürfen Karten gar nicht gleichmäßig verkleinern, da sonst Elemente wie Straßen und Brücken unsichtbar wären (Schmauks S.10).
Zunächst zu Zeichen in allgemeiner Form. Nach Charles Sanders Peirce (siehe etwa 1831-1958: 2.274ff, zitiert nach Schmauks 1998, S.10) sind Zeichentypen nach ihrer Objektrelation in drei Kategorien einteilbar. Zum einen gibt es die ikonischen Zeichen, d.h. die abbildenden (ebd.). Ikons verweisen auf das bezeichnete Objekt allein auf Grund von ihm eigenen Eigenschaften. Ein Bild ist beispielsweise ein Ikon. Die zweite Kategorie sind die indexikalischen Zeichen, d.h. die anzeichenhaften (ebd.). Ein Index ist von dem Objekt beeinflusst, auf das es verweist; es besteht eine raum- zeitliche Kontinuitätsbeziehung oder Kausalität. Tierspuren sind zum Beispiel indexikalisch. Die dritte und letzte Kategorie sind die Symbole, die konventionellen Zeichen (ebd.). Symbole sind durch ein Gesetz mit dem
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Objekt verbunden, auf das sie verweisen; eine Regularität liegt vor. Das rote Kreuz als Zeichen für Hilfe für Kranke ist ein Beispiel dafür. Auch Sprache, Schrift und die von unserem Kulturkreis verwendeten alphanumerischen Zahlenzeichen sind symbolisch. Eine Karte kann alle drei Zeichentypen beinhalten. Schmauks führt als Beispiele für Ikons Bäume (meistens durch Piktogramme) und Gebietsumrisse auf. Indexikalisch seien Windpfeile und symbolisch seien alle Namen und Zahlen (1998, S.10). 2.1.1.Graphische Elemente
Die graphischen Elemente einer Karte lassen sich nach Schmauks in drei Kategorien gliedern. Zum einen gibt es die punktförmigen Zeichen. Bei ihnen spielt allein die Lage eine Rolle. Sie werden beispielsweise für Berggipfel eingesetzt, aber auch für Objekte, die für eine maßstabsgetreue Darstellung zu klein wären, aber dennoch nötig sind, wie z.B. Städte.
Die zweite Kategorie sind die linearen Zeichen. Sie können sowohl ungerichtet sein, wie im Falle von Straßen und Grenzen etwa; oder gerichtet, wie es für Flüsse nötig ist. Die Richtung wird dann entweder durch Pfeile - ein zusätzliches graphisches Element - oder durch eine wachsende Linienbreite dargestellt.
Die arealen Zeichen bilden die dritte Kategorie. Darunter versteht man Objekte, die „in der Draufsicht flächenhaft“ sind, wie Seen und Wälder. (Schmauks 1998, S.11)
Doch es ist nicht nur die Lage, die die Zeichen ausmacht und den Kartenleser informiert. Laut Bertin gibt es noch sechs weitere Eigenschaften eines Kartenzeic hens, diese sind:
- Farbe
- Form
- Richtung
- Helligkeit
- Textur
- Größe
Dabei haben Farbe, Form und Richtung das geringste Darstellungspotential, da sie nur in qualitativer Hinsicht Aussagen treffen, d.h. unterscheidend sind. Helligkeit und Textur
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können bereits komparative Beziehungen darstellen, da sie ein mehr oder weniger ausdrücken. Das größte Darstellungspotential haben Lage und Größe, da sie einen bestimmten Wert angeben.
Diese sechs bzw. sieben Kategorien (die Lage dazugenommen) sind auch diejenigen, die ich untersuchen werde, dabei können allerdings die einzelnen Kategorien in zusammengefasster Form auftreten.
Objekte des dargestellten Geländes, die unter bestimmten Gesichtspunkten als gleich gelten, werden durch das gleiche Zeichen dargestellt. Soll dabei eine quantitative Gewichtung stattfinden, so wird beispielsweise das gleiche Zeichen in verschiedenen Größen oder Farben verwendet (vgl. Schmauks 1998, S.11).
Ein häufig verwendeter ikonischer Zeichentyp auf Karten sind Piktogramme, also auf die wesentlichen Elemente reduzierte Bilder, die in der Regel punktförmig eingesetzt werden. Dabei kann sowohl eine Draufsicht (Flugzeug für Flughafen) als auch die natürliche Seitenansicht (Baum) verwendet werden.
2.1.2 Farben
Neben den verschiedenen Formen und Größen der Zeichen werden selbstverständlich auch Farben verwendet. Diese dienen weniger ästhetischen Zwecken, sondern werden informativ eingesetzt (Schmauks 1998, S.13). Dabei wird in der Regel versucht folgenden Kriterien gerecht zu werden:
Steht die Ident ifizierbarkeit bzw. die Unterscheidung einzelner Elemente im Vordergrund, so werden besonders kontrastreiche Farben verwendet, die nicht zusätzlich bedeutungstragend sind bzw. sein müssen.
Wenn manche Zeichen durch ursprünglich imitative Farbwahl die gleiche Farbe haben, wie Flüsse und Seen, so wird hierdurch das Verständnis erleichtert. Auch Konventionen spielen eine nicht unwesentliche Rolle für die Farbgebung. So ist zu erklären, dass Flüsse immer blau dargestellt werden, obwohl es die wenigsten tatsächlich sind. Auch die Farbwahl auf politischen Karten kann konventionalisiert sein, wie z.B. rot für kommunistische Länder.
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Arbeit zitieren:
Julia Rehkopf, 2004, Semiotische Dimensionen der Landkarte, München, GRIN Verlag GmbH
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