Inhalt Seite
1. Einleitung 2
2. Darstellung und Hintergründe 3
Die Olympischen Spiele 1936 3
Inszenierung der Olympiade 3
Olympia - Der Film 4
Riefenstahls Rolle und Selbstverständnis 5
3. Abschlussbetrachtung 6
4. Abbildungen 7
5. Quellenverzeichnis 12
6. Referenzen 12
„Der Film muss ein Dokument werden, und dieses Dokument muss berichten von der ersten ganz großen repräsentativen Sportveranstaltung des neuen Deutschland. […] Es mag vielleicht erst eine Generation nach uns Berliner Olympische Spiele erleben, aber kommende Geschlechter sollen sich noch an der Durchführung der Spiele des Jahres 1936 erfreuen und daraus lernen.“ i
Olympisches Komitee
„Beim Schneiden des Films habe ich streng darauf geachtet, [...] dass die olympische Idee der Verbrüderung, des Zusammenkommens der Menschen deutlich wird [...]. Das Nationale habe ich gänzlich unter den Tisch fallen lassen.“ ii
Leni Riefenstahl
1. Einleitung
Die Regisseurin Leni Riefenstahl iv erhielt den Auftrag, das historische Sportereignis filmisch umzusetzen. Olympia sollte zum Höhepunkt ihrer Karriere werden. Der 1938 uraufgeführte Dokumentarfilm erregte seit seiner Veröffentlichung großes Aufsehen. Während des Dritten Reichs als Musterbeispiel der Filmkunst, nach 1945 vor allem als Zeugnis einer verherrlichenden nationalsozialistischen Strategie.
Die vorliegende Arbeit betrachtet die Zwiespältigkeit von Olympia zwischen der Verherrlichung des Nationalsozialismus und den andererseits künstlerischen Aspekten in Bezug auf deren Authentizität und Glaubwürdigkeit als historische Quelle. Grundlage hierzu ist die Untersuchung der dokumentarischen, beziehungsweise künstlerischen Strukturen des Films.
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2. Darstellung und Hintergründe
Die Olympischen Spiele 1936
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) vergab die Spiele am 13. Mai 1931 an Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch noch nicht abzusehen, dass die Weimarer Republik 1933 von einem diktatorischen Regime abgelöst werden würde. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und den ersten Anzeichen der Diskriminierung von Juden gab es daher vor allem in den USA und Frankreich Boykottaufrufe zur Olympiade, die durch deutsche Emigranten unterstützt wurden. Die Nationalsozialisten erkannten jedoch die Chance, durch die Olympischen Spiele einen beträchtlichen nationalen als auch internationalen Zuwachs an positivem Image zu erzielen. Im Sommer 1933 gab die Regierung daher eine vom IOC geforderte Erklärung ab, die Olympischen Spiele würden allen Rassen und Konfessionen offen stehen. Es wurde außerdem der deutsche Boxer Max Schmeling in die USA entsandt, um für die Teilnahme an den Olympischen Spielen zu werben, wovon er sich allerdings nach 1945 distanzierte. In einer knappen Abstimmung entschied sich die nordamerikanische Amateur Athletic Union im Dezember 1935 gegen einen Boykott der Olympischen Spiele, woraufhin andere Staaten diesem Beispiel folgten.
Nach den IV. Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen vom 6. bis 16. Februar 1936 fanden vom 1. bis 16. August die XI. Olympischen Sommerspiele in Berlin statt. Das NS-Regime verwandelte sie in ein Ereignis für das nationalsozialistische Deutschland, dessen Bedeutung den Nationalsozialisten ein einzigartiges Forum für die Platzierung durchdachter Propaganda bot. Die Spiele wurden unter der Leitung von Joseph Goebbels und Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten detailliert geplant.
Inszenierung der Olympiade
Neben der populären sportlichen Bedeutung zeichneten sich die Spiele besonders dadurch aus, dass die regierenden Nationalsozialisten die Olympiade nutzten, um das Bild von Deutschland im Ausland zu verbessern. Diese proklamierten nicht wie gewohnt die Verfolgung der Juden oder die Unterwerfungspflicht des Volks unter die Diktatur der Partei. Sie zeichneten Deutschland als weltoffenen, sympathischen Gastgeber, der auf das friedliche Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen baut.
Antisemitische Parolen wurden entfernt und sogar die Judendiskriminierung im Umfeld der Spiele vorübergehend eingestellt. Die judenfeindliche Zeitschrift Der Stürmer durfte in Berlin für die Dauer der Spiele nicht mehr öffentlich am Kiosk ausliegen.
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Joern Beck, 2005, Realität interessiert mich nicht - Leni Riefenstahls Dokumentarfilm 'Olympia' als historische Quelle, Munich, GRIN Publishing GmbH
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