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Inhalt
Einleitung. 3
1. Deutsche in Böhmen vor dem Ersten Weltkrieg. 4
1.1 Der deutsch-tschechische Antagonismus im 19. Jahrhundert. 4
1.2 Politische Zielvorstellungen der Deutschen vor dem Ersten Weltkrieg. 6
2. Der Erste Weltkrieg und die Begründung der Tschechoslowakischen Republik
(CSR) 6
2.1 Die Grundsteinlegung der CSR während des Ersten Weltkrieges 7
2.2 Das Wirken der deutschen Minderheit in Böhmen gegen eine Eingliederung in
die entstehende CSR. 8
3. Die Deutschen in der CSR. 9
3.1 Existenzangst und Bedrohungsgefühl. 10
3.2 Ausbildung einer „sudetendeutschen Volksgruppe“ 10
3.3 Die politische Organisation bis zum Münchner Abkommen. 12
Fazit 13
- 3 - Einleitung
Seitdem die Diskussion um eine EU-Osterweiterung unter Einbezug von Tschechien und der Slowakei im Gange ist, kommt auch ein Thema in die Medien, dass die Gemüter auf deutscher wie auf tschechischer Seite immer noch erhitzt - die Vertreibung der über drei Millionen Deutschen aus der Tschechoslowakei nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Gründe dieser Katastrophe sind zu vielfältig, als dass sie in dieser Hausarbeit lückenlos erläutert werden könnten. Ziel dieser Arbeit ist es, Antworten auf folgende Fragen zu geben: Was war der Auslöser für den im 19. Jahrhundert einsetzenden tschechischdeutschen Antagonismus? Wie und unter welchen Bedingungen bildete sich die „sudetendeutsche Identität“? Diese Hausarbeit stützt sich i m wesentlichen auf Publikationen von
Mitgliedern des „Collegium Carolinum“, einem wissenschaftlichen Institut, dass sich schwerpunktmäßig mit den böhmischen Ländern und der Tschechoslowakei bzw. ihren beiden Nachfolgestaaten befasst, sowie auf Publikationen der seit knapp 13 Jahren tagenden „Deutsch-Tschechischen und Deutsch-Slowakischen Historikerkommission“. Dank dieser Einrichtungen, in denen sich deutsche und tschechische Geschichtswissenschaftler austauschen, ist das Thema „Tschechen und Deutsche“ gut aufgearbeitet.
- 4 - 1.Deutsche in Böhmen vor dem Ersten Weltkrieg
Mit der planmäßigen deutschen Besiedlung der Grenzgebiete Böhmens im 12. und 13. Jahrhundert durch König Premsyl Ottokar II. kamen die ersten deutschen Siedler aus der Oberpfalz, Bayern und Österreich in das Königreich Böhmen. Seit dieser Zeit lebten Deutsche und Tschechen größtenteils friedlich nebeneinander. Die Mehrzahl der deutschen und tschechischen Historiker, so beschreibt es Veronika Arndt, „die sich mit der Geschichte des Zusammenlebens von Tschechen und Deutschen beschäftigten, gehen zumeist davon aus, dass dieses Zusammenleben […] über eine lange historische Zeit 1 Die einzigen wirklichen Barrieren im hinweg problemlos war.“
Zusammenleben zwischen Tschechen, Deutschen und anderen Völkergruppen waren im Wesentlichen die unterschiedlichen Sprachen. Mit dem Erlernen der deutschen Sprache, die durch die deutschösterreichische Herrschaft als Türöffner für gehobene Positionen in der Regierung und Armee diente, war zwar einem Wirken in Böhmen keine Grenzen gesetzt. Die Festlegung des Deutschen als Amtsprache, im Zuge der Reformen durch Maria-Theresia und Kaiser Joseph II., erweckte allerdings unter der nichtdeutschen Bevölkerung die Furcht
2 Als vor einer Dominanz der Deutschen in den böhmischen Ländern. wichtige Folge dieser Sprachreform ist sicherlich das „Erwachen“ der 3 tschechischen Nation im 19. Jahrhundert zu werten.
1.1 Der deutsch-tschechische Antagonismus im 19. Jahrhundert Vor allem durch die Französische Revolution verbreitete sich im 19. Jahrhundert in ganz Europa der Ruf nach Freiheit und Gleichheit. Die Revolution förderte auch in Böhmen die Entstehung eines „nationalen Selbstbewusstseins“, das laut Jiri Koralka den Aufstieg der 4 tschechischen bürgerlichen Gesellschaft ermöglichte. Bereits im
1 Veronika Arndt: Nachbarliches Zusammenleben. Deutsch-tschechische
Beziehungen im europäischen Kontext. Magdeburg 1994, S. 23.
2 Vgl. Dieter Segert: Entwicklung bis zum Ende der Monarchie, in: Informationen zur
politischen Bildung, Tschechien. Nr. 276, 2002, S. 4-6, hier S. 5.
3 Vgl. Veronika Arndt: Nachbarliches Zusammenleben, S. 23f.
4 Jiri Koralka: Nationsbildung und nationale Identität der Deutschen, Österreicher,
Tschechen und Slowaken um die Mitte des 19. Jahrhunderts, in: Jörg K.
Hoensch/Hans Lemberg (Hrsg.): Begegnung und Konflikt. Schlaglichter
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Revolutionsjahr1848 zeichneten sich die Konflikte ab, als in Frankfurt am Main die deutsche Nationalversammlung zusammentrat. Ziel war es, die zum Deutschen Bund gehörenden Länder und Teile der Habsburger Monarchie - darunter auch Böhmen - zu vereinigen. Die Einladung der Nationalversammlung an Frantissek Palacky als Vertreter der „slawischen Böhmen“ an der Versammlung teilzunehmen, lehnte dieser mit der Begründung ab, dass die Tschechen ein slawisches Volk wären und das die Habsburger Monarchie erhalten, bzw. in eine Förderation von gleichberechtigten Völkern umgewandelt werden müsse.
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Große Streitpunkte zwischen Deutschen und Tschechen waren auch die tschechischen Forderungen nach politischer Gleichstellung und Gleichberechtigung der Landessprachen im Erziehungswesen. Die deutsche Minderheit in den böhmischen Ländern empfand das gesteigerte Nationalgefühl der Tschechen und die damit verbundenen Forderungen nach mehr Eigenständigkeit und Gleichberechtigung als Bedrohung der eigenen Kultur. Das anfangs zurückhaltende Eingreifen in diesen schwelenden Konflikt seitens des Kaisers, bzw. der Regierung verlagerte den beginnenden „Volkstumskampf“ bald in zahlreiche nationale Vereine (Schutz- und Schulvereine), Parteien und Bünde. Jede Gründung der einen Seite wurde mit einer Gegengründung der anderen Seite beantwortet. So gründeten Deutsche in Böhmen 1860 den „Turnerbund“, der mit der Turnerbewegung in Deutschland in Verbindung stand und 1862 taten es ihnen die Tschechen mit dem vergleichbaren „Sokol“ gleich. Die gegenseitige Entfremdung nahm mehr und mehr zu. Einen Höhepunkt erreichte
Sprachverordnungen“. auf das Verhältnis von Tschechen, Slowaken und Deut schen 1915-1989. Essen 2001,
S. 39 - 54, hier: S. 39-44.
5 Vgl. Jiri Koralka: Nationsbildung und nationale Identität, S. 52.
6 Vgl. Dieter Segert: Entwicklung bis zum Ende der Monarchie, S. 6.
Arbeit zitieren:
2003, Das Verhältnis zwischen Deutschen und Tschechen und die Ausbildung einer 'sudetendeutschen Einheitsbewegung' in der Zeit von 1848 bis 1938, München, GRIN Verlag GmbH
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